Tele-Lotto

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Tele-Lotto war eine Sendung des Fernsehens der DDR, die der Ziehung der Lottozahlen der Zahlenlotterie 5 aus 35 diente. Die Sendung wurde seit dem 9. Januar 1972 jeden Sonntag im 1. Programm des DDR-Fernsehens von 19:00 Uhr bis 19:25 Uhr ausgestrahlt. Mit dem Ende der DDR 1990 deutete sich auch das Ende dieser Fernsehsendung an, die sich großer Beliebtheit erfreute. Die Finanzminister der fünf neuen Bundesländer beschlossen die Einstellung von Tele-Lotto (Wochenumsatz ca. 6 Millionen D-Mark) zum 30. September 1992 zugunsten des westdeutschen 6 aus 49. Die Sendung präsentierte daher nur noch Ziehungsergebnisse von 6 aus 49, Spiel 77, Super 6 etc., die aber bereits tags zuvor schon gezogen und bekanntgegeben worden waren. Der eigentliche Sinn der Sendung entfiel somit und die Sendung wurde per Ende 1992 eingestellt.

Die Ziehungsanlage[Bearbeiten]

Die Ziehungsanlage bestand bis 1984 aus einer hellblauen, 1,3 Meter hohen Glasfaser-Polyester-Schnecke mit weißer Laufrinne und einem nach unten hin auf 2 Meter ansteigenden Durchmesser. Mittels Knopfdruck wurde der Lift zum Anheben einer billardartigen Kugel betätigt, die die Schnecke von der Mitte her nach außen hinablief und an deren Ende eine der 35 um die Schnecke kreisenden Zahlenklappen (dem Umriss eines Kegels nachgebildet) umwarf. Die Kugel rollte dann in einer Rinne zum Sammelraum der Schnecke. Danach gab der Ziehungsleiter die auf der Klappe stehende Zahl bekannt. Im Verlauf der Sendung wurden auf diese Art und Weise fünf Glückszahlen gezogen. Als Maskottchen der Sendung diente ein mit menschlichem Antlitz versehener Zahlenkegel, das Tele-Lotto-Männchen (auch „Kegelmann“).

Im Jahre 1984 wurde ein neues Ziehungsgerät in Betrieb genommen, welches in der Funktionsweise dem vorherigen sehr ähnlich war. Nur wurde jetzt durch eine schneckenförmig gewundenes Glasrohr eine kleine Kugel rollen gelassen, die am Auslass des Glasrohrs auf eine der 35 Glückzahlen traf. Diese liefen, wie schon beim Vorgängergerät, im Kreis um die Glasschnecke herum. Die herausrollende Kugel riss schließlich eine der kreisrunden Glückszahltafeln um, welche dann in einem Behälter landete. Gleichzeitig wurde auch die Aufmachung der Sendung neu gestaltet. Das bisherige Maskottchen verschwand, stattdessen war nun im Vorspann der Sendung ein gezeichneter Marienkäfer zu sehen, der durch fünfmaligen Flügelschlag seine fünf Punkte quasi abwarf, welche sinngemäß für die fünf zu ziehenden Zahlen standen.

In den späten 1980er Jahren wurde das Ziehungsgerät nochmals geändert, wiederum auch das Erscheinungsbild der Sendung. Das Ziehungsgerät war nun ein gläserner umgekehrter kegelförmiger Glasbehälter, an dessen unterem Ende sich ein Auslass befand. Die Kugeln im Gerät wurden durch die einsetzende Drehbewegung des Gerätes in Bewegung versetzt und ordneten sich nach den Gesetzes der Fliehkraft zunächst am oberen Rand des Gerätes. Durch eine nun bremsende Drehbewegung sanken die Kugeln langsam wieder zum Boden. Die erste Kugel, die am Auslass ankam, wurde herausgezogen und als Gewinnzahl präsentiert.

Den Zahlen zugeordnete Rubriken[Bearbeiten]

Die Ziehung wurde jeweils von einem bekannten Schauspieler, Unterhaltungskünstler oder Sportler der DDR moderiert. Einige waren auch mehrfach zu Gast.

Die einzelnen Zahlen waren folgenden Genres zugeordnet, aus denen nach erfolgter Ziehung der jeweiligen Zahl ein kurzer Filmbeitrag gezeigt wurde:

  1. Anekdote
  2. Aus alten Filmen
  3. Ballett
  4. Blasmusik
  5. Chansons
  6. Ensemble der Welt
  7. Evergreens
  8. Fernsehspiel
  9. Filmspaß
  10. Frecher Zeichenstift
  11. Große Mimen
  12. Große Stimmen
  13. Heitere Verse
  14. Humor
  15. Jazz
  16. Junge Talente
  17. Komödie
  18. Kuriositäten
  19. Kurzkrimi
  20. Marschmusik
  21. Musical
  22. Oper
  23. Operette
  24. Schlager
  25. Sensationen
  26. Shanties
  27. Singeclub
  28. Spielfilm
  29. Sport
  30. Tanz
  31. Tierwelt
  32. Trickfilm
  33. Unterhaltungsmusik
  34. Volksmusik
  35. Zirkus

Zusatzinformationen[Bearbeiten]

Für das Ergebnis der Lottoziehung gab es 324.632 Möglichkeiten. Gewinne gab es ab drei richtig getippten Zahlen. Für drei Richtige lagen die Gewinne bei ca. 15 bis 25 Mark, für vier Richtige bei ca. 300 bis 600 Mark, für fünf Richtige waren Gewinne von ca 10.000 bis 20.000 Mark üblich.

Die Ziehung wurde von Walter Rohr oder Stellvertreter Herrn Orlowski des VEB Vereinigte Wettspielbetriebe geleitet, den ordnungsgemäßen Verlauf der Ziehung bestätigten die Notare Sabine Herrmann oder Stellvertreter Manfred Kutzner.

Durch die Konstruktion der ersten beiden oben beschriebenen Ziehungsanlagen bedingt traf die Kugel manchmal eine bereits gezogene Klappzahl. Diese „Durchläufer“ machten dann eine nochmalige Ziehung einer Zahl notwendig.

Weniger aufwändig in der Ziehung gestalteten sich die Spielarten 6 aus 49 (zwei Ziehungen) und 5 aus 45. Deren Ziehung erfolgte ebenfalls sonntags, jedoch bereits um 18:40 Uhr, und war in der Art der Präsentation der Ziehung der Lottozahlen des westdeutschen 6 aus 49 vergleichbar. Das Ziehungsgerät war eine eher flache runde Trommel, in der die Zahlen durch eine Rechts-Drehbewegungen gemischt wurden. Um eine Zahl zu ziehen, erfolgte eine Drehung nach links, wobei eine Kugel durch ein Klappe in eine Umrandung der Ziehungstrommel fiel. Zuerst wurden die Gewinnzahlen von 5 aus 45 ermittelt; im Anschluss daran die gezogenen fünf Kugeln und die noch fehlenden Kugeln für 46 bis 49 in die Trommel gegeben und es erfolgten die zwei Ziehungen von 6 aus 49. Nach einer abschließenden Zusammenfassung aller gezogenen Zahlen erfolgt noch die Bekanntgabe der Gewinnzahlen des Fußball-Toto, welches bis in die 1980er Jahre hinein zunächst als „13 + 1“ und später als „Elferwette“ angelegt war.

Noch bis Mitte der 1980er Jahre existierte zudem das Zahlenlotto 5 aus 90. Dessen Gewinnzahlziehung wurde jedoch nie live ausgestrahlt, die Bekanntgabe der Gewinnzahlen erfolgt nach der Ziehung von 6 aus 49.

In der MDR-Sendung Pi mal Daumen wurde ein verkleinerter Nachbau des Ziehungsgeräts verwendet. Dieser diente zur Bestimmung der Punktzahl, die es mit einer Frage zu gewinnen gab. Meistens gab es danach einen kurzen Film, wie beim Tele-Lotto, allerdings zur dazugehörenden Frage. Die Maschine wurde dabei von dem Musikmoderator Achim Mentzel betrieben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]