Telegraphon

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Telegraphon von Valdemar Poulsen (1898)
Draht–Telephonograph der Mix & Genest AG, Berlin (1900)

Das Telegraphon, anfangs auch Telephonograph genannt (dieser Name war jedoch bereits durch eine andere Technologie belegt), wurde 1898 von dem dänischen Elektroingenieur Valdemar Poulsen erfunden; es handelt sich dabei um das erste Magnetlesebandgerät, das als Trägermedium einen magnetisierten Stahldraht (Klaviersaitendraht) verwendet. Es erhielt den Grand Prix, als es 1900 auf der Pariser Weltausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.[1]

Poulsen führte beim Telegraphon einen Elektromagneten parallel zur Achse einer mit einem langen Draht gewindeartig bespulten Walze mit, wobei die Pole des Magneten die einzelnen Drahtwindungen umfassten. Die von einem Mikrofon ausgehenden Sprechströme wurden dabei einem kleinen Elektromagneten zugeführt, vor dessen einem Pol der Klaviersaitendraht oder ein Stahlblechband mit großer Geschwindigkeit vorüberlieft. Die Sprechströme magnetisierten den Draht oder das Band und zeichnen sich auf diese magnetisch auf. Führte man nach beendeter Aufnahme denselben Draht wieder in der gleichen Richtung an den Elektromagneten vorüber und verband diesen mit einem Telefonhörer, so gibt dieses das Gespräch wieder. Diese Wiedergabe ließ sich beliebig oft wiederholen. So konnte man Gespräche, die aus weiter Entfernung über eine Leitung kommen, aufzeichnen. Man baute seinerzeit (um 1905) Apparate, die Gespräche von etwa 40 Minuten aufzeichnen konnten.

Siehe auch: Audiorekorder, Magnetophon

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Telegraphon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. H. West: Der Telephonograph von Poulsen. In: Prometheus No. 567, Berlin 1900, S. 743f.