Telemax

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Dieser Artikel beschreibt einen Fernmeldeturm. Zu dem unter diesem Pseudonym schreibenden Journalisten siehe Robert Löffler (Journalist).
Telemax
Funkübertragungsstelle Hannover 9
TelemaxHannover.jpg
Basisdaten
Ort: Hannover
Land: Niedersachsen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 58 m ü. NHN
Verwendung: Fernmeldeturm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm nach Voranmeldung zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm
Turmdaten
Bauzeit: 1989–1992
Bauherr: Deutsche Bundespost
Baustoffe: Beton, Stahl, Stahlbeton
Betriebszeit: seit 1992
Gesamthöhe: 282 m
Höhe der Aussichtsplattform: 185 m
Gesamtmasse: 43.000 t
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetyp: DVB-T
Positionskarte
Telemax (Niedersachsen)
Telemax
Telemax
52.3929949.799656Koordinaten: 52° 23′ 34,8″ N, 9° 47′ 58,8″ O

Der Telemax ist ein zwischen 1989 und 1992 errichteter Fernmeldeturm in Hannover. Er ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Mit seinen 282 Metern ist er eines der höchsten Bauwerke in Niedersachsen. Eine optische Sonderstellung bekommt dieser Turm aufgrund seines quadratischen Schafts, eher üblich ist die zylindrische Form. Die Namensgebung ist eine Anspielung auf die Geschichte „Max und Moritz" von Wilhelm Busch.

Lage[Bearbeiten]

Der Telemax liegt im Stadtteil Groß-Buchholz, etwa 6 km in nordöstlicher Richtung vom Stadtzentrum entfernt. Wegen seiner guten Sichtbarkeit im Stadtgebiet kann man ihn als Orientierungsmarke nutzen. Auch außerhalb ist er von den Autobahnen schon ab etwa 30 km Entfernung, beispielsweise von der A 2 bei Sievershausen, sichtbar. Einmal im Jahr zur CeBIT wird der Turm nachts in der Firmenfarbe der Deutschen Telekom AG (Magenta) beleuchtet.

Allgemeines[Bearbeiten]

Magentafarbene Anstrahlung in der Telekom-Farbe während der CeBIT

Anlagenbetreiber des Telemax ist die Deutsche Funkturm (DFMG), eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Der Turm verfügt auf der Höhe 185 Meter über eine Aussichtsplattform, die im Rahmen von Veranstaltungen zugänglich ist. Im Jahr 1997 erhielt Hans U. Böckler für die Konzeption des Tragwerks des Turms den Betonstahlpreis Die Kunst des Bewehrens. Er ist von der Bauweise außergewöhnlich, da er eine quadratische Grundfläche besitzt.

Ursprünglich war der Bau eines wesentlich schlichteren Rundturms geplant. Als jedoch die Pläne zur Genehmigung vorgelegt wurden, war angeblich auf einem Plan noch versehentlich die Beschriftung Modell Hamburg zu lesen. Daraufhin soll entschieden worden sein, dass nur ein Modell Hannover für die Landeshauptstadt angemessen sei und die Planung des Fernmeldeturms musste erneut beginnen.

Name[Bearbeiten]

Nach der Inbetriebnahme des Telemax 1992 wurde der ehemalige Fernmeldeturm in der Innenstadt (genannt Telemoritz) zum VW-Tower umfunktioniert. Die Namen Telemax und Telemoritz wurden 1992 durch eine Abstimmung hannöverscher Bürger über die Hannoversche Allgemeine Zeitung ermittelt. Die Namensgebung ist eine Analogie zu dem Wilhelm-Busch-Werk Max und Moritz.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Telemax Hannover illuminiert

Der Fernmeldeturm ist 282 Meter hoch und damit 2 Meter höher als der Hamburger Heinrich-Hertz-Turm. Im Bauwerk stecken 17.000 m³ Beton und 4.000 Tonnen Stahl. Es hat eine Masse von 43.000 Tonnen. Die Fundamente reichen 16 m tief in den Boden. Der Turmschaft hat eine Grundfläche von etwa 11 Meter × 11 Meter; seine Wände sind zwischen 1 und 2 Meter stark. Etwa 1100 Stufen führen im Turm bis zum Betonschaft auf 200 Meter hoch. Im oberen Drittel des Turms ist eine geschlossene Kanzel als Würfel mit einer Kantenlänge von 20 m ausgeformt und asymmetrisch angehängt. Der Turm wird auf der obersten von sieben Antennenplattformen mit einem 85 Tonnen schweren und etwa 50 Meter hohen Stahlgittermast fortgesetzt. Darauf befindet sich ein 30 Meter hoher Zylinder aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK-Zylinder) mit dem Blitzfangkorb.

Frequenzen und Programme[Bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten]

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
94,0 Deutschlandfunk __DLF___ D210 0,1 D (70–10°) H
104,9 Radio 21 RADIO_21/104.9_H_ D38A Mitte 0,5 D (210–180°) H
106,5 Radio Leinehertz 106.5 _LeineHz 1083 0,3 D (290–240°) H
107,4 Klassik Radio KLASSIK_ D75B 0,15 ND H

Digitaler Hörfunk (DAB)[Bearbeiten]

DAB wird in horizontaler Polarisation ausgestrahlt:

Block Programme ERP
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
5C 
DR Deutschland 
(D__00188)
DAB-Block der Media Broadcast: 10 ND


6D 
NDR NDS 
(D__00241)
DAB-Block des Norddeutschen Rundfunks: 8 (max. 10) ND Hannover

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten]

Kanal Frequenz 
(in MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(in kW)
Antennen
diagramm

rund (ND)/
gerichtet (D)
Polar-
isation

horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
[MBit/s]
SFN mit
23 490 ZDFmobil 20 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Wildemann, Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hildesheim (Sibbesse), Hannover (Telemax), Stadthagen
24 498 RTL-NDS+HB1) 20 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hannover (Telemax)
28 530 NDS Mux 1 20 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Hannover (Telemax)

Achtung: Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt abweichend auf K60.

36 594 ARD regional (NDR-NDS) 40 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Wildemann, Alfeld/Leine, Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hildesheim (Sibbesse), Hannover (Telemax), Stadthagen
44 658 Pro7Sat1-NDS+HB 20 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hannover (Telemax)
47 682 ARD Digital (NDR-Bouquet 1) 50 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Wildemann, Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hildesheim (Sibbesse), Hannover (Telemax), Stadthagen
56 754 NDS Mux 2 20 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Hannover-Hemmingen, Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hannover (Telemax)
1) geplante Abschaltung zum 31. Dezember 2014
[1]

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten]

Vor der Umstellung auf DVB-T Mitte 2004 diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen. Das Programm Das Erste für die Region Hannover wurde vom Sender Hemmingen ausgestrahlt.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
24 495,25 ZDF 150 ND H
36 591,25 RTL Television (Niedersachsen/Bremen) 5 ND H
40 623,25 SAT.1 (Niedersachsen/Bremen) 5 ND H
44 655,25 NDR Fernsehen (Niedersachsen) 150 ND H

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Peter Wiechers, Martina Flamme-Jasper, Heinrich Hecht (Fotos), Deutsche Telekom AG (Hrsg.): Telemax. Architektur & Wahrzeichen. Hannover 2000.
  • Martin Wörner, Ulrich Hägele, Sabine Kirchhof: Architekturführer Hannover. 1. Ausgabe, Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 978-3496012108 , S. 153.
  • Cornelia Krause: Telekommunikation im Quadrat. Fernmeldeturm in Hannover. in: Deutsche Bauzeitung, Juli 1993, Deutsche Verlags-Anstalt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Telemax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Programmverbreitung: Mediengruppe RTL Deutschland setzt Programmverbreitung über DVB-T nicht fort Von: Mediengruppe RTL Deutschland vom 16. Januar 2013, abgerufen am 21. Juni 2013