Teletex

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Terminaladapter zum Anschluss eines Teletex-Endgerätes an ISDN

Der Teletex-Dienst war ein international standardisierter Textkommunikationsdienst für die Übermittlung von Texten mit einer Geschwindigkeit bis zu 2400 Bit/s. Als Übertragungsnetz in Deutschland wurde die Technik von Datex-L, Datex-P und ISDN genutzt. Der Teletex-Dienst war eine Weiterentwicklung des Telex- bzw. Fernschreibdienstes und mit diesem weitgehend kompatibel.

Statt dem 5-bit-Telex-Zeichensatz, der keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstaben kennt, wurde ein 332 Zeichen umfassender, in 8 Bits dargestellter Zeichensatz verwendet, mit dem man alle in Europa verwendeten Sprachen korrekt schreiben kann. Von der ISO wurde dieser Zeichensatz als ISO 6937 normiert, vom CCITT der ITU als CCITT T.61.

Geschichte [Bearbeiten]

Teletex (Abkürzung: Ttx) sollte allgemein den Telex-Dienst ablösen, der mit ca. 50 Bit/s nicht mehr zeitgemäß schnell war. Teletex-Endgeräte waren eine Vereinigung aus elektronischer Telex- und Schreibmaschine in einem Gerät. In Deutschland wurde der Dienst von der Deutschen Bundespost 1981 eingeführt und bereits 1993 wieder eingestellt. Anfang 1986 gab es in der Bundesrepublik Deutschland rund 12.600 Teletex-Teilnehmer. Mit einem Teletex-Telex-Umsetzer (TTU) war der Dienstübergang für die Nachrichtenübertragung zwischen Teletex- und Telex-Anschlüssen möglich. Das bedeutet, dass von einem Telex-Gerät oder Fernschreiber aus Nachrichten an ein Teletex-Gerät geschickt werden konnten und umgekehrt.

Der Teletex-Dienst hat sich aus mehreren Gründen nicht auf dem Markt durchgesetzt:

  • Die auf Teletex spezialisierten Schreibmaschinen waren teuer. Statt dieser Geräte setzten sich zunehmend PCs durch (die nebenbei auch E-Mails verschicken konnten). Diese PCs oder zwischengeschaltete Empfangsboxen mussten allerdings hohe Anforderungen erfüllen, z. B. Tag und Nacht erreichbar sein, was auch diese Variante teuer machte.
  • Telefax-Geräte ermöglichten es, jede beliebige Nachricht als Bild zu übertragen. Damit fielen die Einschränkungen des Zeichensatzes weg.

Teletex-Endgeräte [Bearbeiten]

Das meistgenutzte Teletex-Endgerät in Deutschland war mit mehreren tausend Einheiten das T4200 der Siemens AG. Das Gerät vereinte die Funktionen einer normalen Schreibmaschine, einer Speicherschreibmaschine mit Wechselspeicher und Bildschirm, eines Teletex-Endgerätes und eines Fernschreibers.

Die Firma Commodore brachte in Deutschland auch ein Teletex-fähiges System aus einem Commodore-Rechner, einer Anschlussbox mit eingebautem Steuercomputer, einer speziell erweiterten Textverarbeitung und einem angepassten Typenraddrucker CBM 8229 heraus. Die Verkaufszahlen erreichten nicht einmal 20 Stück, und das Projekt wurde bald wieder eingestellt.

Teletex-Endgeräte sind in der CCITT-Empfehlung T.60 normiert.

Unterschiede zwischen Teletex und dem Telex-Dienst [Bearbeiten]

Die Konzeption des Teletex-Dienstes sah folgende Leistungsmerkmale vor:

  • Statt dem Telex-Zeichensatz (Baudot-Code) wurde ein Teletex-Zeichensatz definiert, der Texte in praktisch allen europäischen Sprachen korrekt darstellen konnte. Anders als in der auch als "ANSI-Code" bekannten Familie von 8-bit-Zeichensätzen ISO 8859, die heute in Westeuropa auch Basis der Webdarstellung sind, die für jede Gruppe von Sprachen einen anderen Codierung vorsehen, sieht der Teletex-Zeichensatz T.61 insgesamt 14 kombinierende Zeichen vor, die keinen Vorschub der Schreibposition bewirken, so daß das folgende Zeichen mit diesem diakritischen Zeichen kombiniert wird. So können insgesamt 332 Zeichen darstellt werden.
  • Teletex-fähige Schreibmaschinen konnten über Bildschirm, Editiermöglichkeiten und Zwischenspeicherung verfügen und die Teletex-Nachrichten zu definierbaren Zeitpunkten automatisch verschicken. Sie konnten die Form eines maschinengeschriebenen Briefes bekommen, was beim Telex-Dienst nicht möglich war.
  • Die Teletex-Nachrichten wurden mit wesentlich höherer Übertragungsrate verschickt als die Telex-Nachrichten. Teletex-Geräte konnten untereinander mit einer Geschwindigkeit von 2400 Bit/s senden und empfangen. Das entsprach der Übertragung einer DIN-A-4-Seite in ca. 10 s.
  • Die Fehlerrate war um den Faktor 10 besser als beim Telex-Dienst.