Teletubbies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Deutscher Titel Teletubbies
Originaltitel Teletubbies
Produktionsland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1997–2001
Länge 28 Minuten
Episoden 365 in 1 Staffel
Genre Kinderserie
Titelmusik Teletubbies sagen "Eh-oh!"
Produktion Anne Wood,
Kenn Viselman
Idee Andrew Davenport
Musik Andrew McCrorie-Shand
Erstausstrahlung 24. März 1997 (UK) auf CBBC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
29. März 1999 auf KiKa
Ballon in Gestalt des Teletubbys Po

Teletubbies [ˈtɛliˌtʌbiːz] (englisch tubby – rundlich) ist der Titel einer Fernsehserie für Kleinkinder. Entwickelt von Anne Wood und Andrew Davenport, wurde die Serie von 1997 bis 2001 von Ragdoll im Auftrag der BBC bei Witchurch produziert. In Deutschland begann der Kinderkanal KiKa am 29. März 1999 mit der Ausstrahlung.

Handlungsmuster

Die Teletubbies sind vier rundliche Figuren, welche sich durch ihre Körperfarbe und die Form der Antennen auf ihrem Kopf unterscheiden. Auf ihrem Bauch haben sie einen aufgemalten Bildschirm. Sie leben in einer surrealen Gartenlandschaft mit dem so genannten Teletubby-Haus als Mittelpunkt.

Alle Folgen sind nach demselben Muster produziert. Am Anfang, nachdem sich die vier Figuren vorgestellt haben, dreht sich immer ein kleines Windrad, was so viel bedeutet, dass jetzt eine neue Geschichte kommt. Diese Geschichte wird auf dem Bildschirm eines der Teletubbies erzählt. Nachdem die Geschichte gelaufen ist, kommt der berühmte Ausspruch „Nomal, nomal!“. Daraufhin wird die bereits erzählte Geschichte wiederholt. Nach Meinung der Entwickler soll dies die Erinnerungsfähigkeit und die Verarbeitung der Sendung unterstützen.

Nach dem wiederholten Abspielen des Einspielfilmes, der meist von Kindergartenkindern handelt und aus der Perspektive der Kinder gedreht ist, werden in der zweiten Hälfte der Sendung verschiedene Szenen in der Teletubby-Welt gezeigt. Oft spielen dabei die vier Figuren mit ihren Lieblingsspielzeugen, treffen sich, singen, kochen, backen, schlafen im Teletubby-Haus oder gehen ähnlichen Aktivitäten nach.

Am Schluss der Sendung wird es „Abend im Teletubby-Land“, was durch einen aus dem Boden stoßenden Telefonhörer mit dem Satz „Zeit für Tubby-Winke-Winke“ angekündigt wird. Eine Sonne, die mit einem lachenden Babygesicht ausgefüllt ist, geht unter, die Teletubbies verabschieden sich und springen dabei durch eine Öffnung im Boden in das Teletubby-Haus.

Aufgrund der einfachen Struktur werden die Sendungen auch als Staunfernsehen bezeichnet. Gegenstände und Gerätschaften im Teletubby-Land (z. B. der Staubsauger) sind manchmal belebt, haben Augen, können interagieren oder zeigen eigenwillige Aktivitäten. Die Erlebnisse der Teletubbies folgen meist zwei äußerst trivialen Handlungsfäden, die aufeinander zulaufen. Rekursive Bezüge auf vorhergehende Handlungen oder andere Sendungen kommen nie vor. Die Filme können ohne Zeitgefühl verstanden werden und sollen der Fantasiewelt von Kindern bis maximal fünf Jahre entsprechen, werden aber auch noch von älteren Kindern gesehen, die mit den Figuren groß geworden sind und sich an sie gebunden fühlen.

Siehe auch: Fimbles

Figuren

In der Teletubby-Welt existieren vier Figuren, die leicht zu unterscheiden sind. Oft wird auch der Staubsauger Noo-Noo als fünfte Figur gezählt, doch dieser wird auf Grund seiner geringen Handlungstätigkeit eher als Nebenrolle gesehen. Jede Figur besitzt außerdem einen Gegenstand, der allein ihr gehört. Die Figuren sind absteigend ihrer Körpergröße aufgelistet.

  • Tinky-Winky [ˈtɪŋkɪˌwɪŋkɪ]: männlich, lila, dreieckige Antenne, rote Tasche (gespielt von Balletttänzer Simon Shelton; deutscher Sprecher: Monty Arnold)
  • Dipsy [ˈdɪpsɪ]: männlich, grün, gerade Antenne, schwarz-weiß gefleckter Hut (gespielt von Kabarettist John Simmit; deutscher Sprecher: Sascha Draeger)
  • Laa-Laa [ˈlaːlaː]: weiblich, gelb, geringelte Antenne, orangefarbener Ball (gespielt von Tänzerin Nikky Smedley; deutsche Sprecherin: Tanja Dohse)
  • Po [pəʊ]: weiblich, rot, runde Antenne, roter Roller (sie nennt ihn Loller) (gespielt von Schauspielerin Pui Fan Lee; deutsche Sprecherin: Kristina von Weltzien)

Kritik

Der folgende Absatz ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Siehe Diskussionsseite.

Die Teletubbies sind in die Kritik geraten, die Sprachentwicklung der Kleinkinder zu stören, da sie eine sehr kindliche Sprache verwenden. Zur Begrüßung wird „Ah-Oh“ und zur Verabschiedung „Winke-Winke“ gesprochen und viele Sätze sind sehr einfach aufgebaut. Vor allem Eltern und Pädagogen waren vom Konzept nicht überzeugt. Eine Studie der Wake Forest University, welche aufzeigte, dass Kleinkinder durch die Teletubbies kaum neue Wörter lernen, stützt hierbei die Kritiker.[1]

Andere Meinungen und Studien hingegen kommen zum Ergebnis, dass die Sendung über die Teletubbies sich positiv auf die Entwicklung von Kleinkindern auswirkt.[2][3] Ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Kleinkinder existiert nicht.[3] Nach einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) geht die Sendung speziell auf die Wahrnehmungsvorlieben von Kleinkindern ein und spricht diese wiederholt neu und in wechselnder Weise an; hierdurch werden die Kleinkinder auch zum Mitmachen angeregt.[2] Ständige Wiederholungen helfen Kleinkindern besser zu begreifen und die Informationen zu verarbeiten.[3] Die Sendung spricht Kleinkinder ästhetisch an, regt zum mitmachen und mitdenken an und bereitet den Kleinkindern viel Freude.[2] Zudem haben Untersuchungen gezeigt, dass Kleinkinder die Sprache der Teletubbies nicht mit ihrer eigenen durcheinander bringen.[2] Vielmehr hat die verwendete "Babysprache" den Vorteil, dass es die Sprachform der Kleinkinder ist, die sie verstehen.[3] Die verbreitete negative Kritik gegenüber der Sendung sei eine Folge des für Erwachsene äußerst ungewohnten Formats.[2] Ungeachtet dessen ist es ratsam, dass die Sendung von den Kleinkindern nur zusammen mit Erwachsenen gesehen wird.[3]

Im Februar 1999 erschien im National Liberty Journal des fundamentalistischen, baptistischen US-amerikanischen Fernsehpredigers Jerry Falwell der Artikel Tinky Winky Comes Out of the Closet, welcher Eltern vor der homosexuellen Agenda der Teletubbies warnte. Tinky-Winky sei schwul, denn er ist purple (violett) – die Gay-Pride-Farbe (in den USA ist lavendelfarben eine althergebrachte homosexuelle Symbolfarbe), seine Antenne erinnert manch an den Rosa Winkel – dem Gay-Pride-Symbol – und er trägt eine Handtasche[4] (eigentlich eine magische Tasche). Im Artikel heißt es, die „subtile Darstellung“ schwuler Sexualität sei Absicht und der Autor kommt zu dem Schluss: „As a Christian I feel that role modelling the gay lifestyle is damaging to the moral lives of children.“ (deutsch: „Als Christ fühle ich, dass das Vorbild des homosexuellen Lebensstils schädlich für das moralische Leben von Kindern ist.“)[5] Aus demselben Grund wurde im Mai 2007 im katholischen Polen überlegt, ob die Teletubbies aus dem Programm genommen werden sollen. Die Initiative ging von der polnischen Ombudsfrau für Kinder – Ewa Sowińska, Abgeordnete der Liga Polnischer Familien – aus.[6] Kurz darauf wurde aber entschieden, dass dies nicht zutreffe.[7] Im Mai 2012 äußerte sich Nikky Smedley: „I think it’s embarrassing for the people who said it. What kind of person can take the obvious innocence and turn it into something else? We were hardly sexual beings.“ (deutsch: „Ich denke es [die Behauptung] ist peinlich für jene Leute, die es gesagt haben. Was für ein Mensch kann das offensichtlich Unschuldige nehmen und es in ganz etwas anderes verwandeln? Wir waren wohl kaum sexuelle Wesen.“)[8]

Sonstiges

  • Im Gegensatz zu den anderen Teletubbies hat Dipsy eine andere Gesichtsfarbe und Aussprache. Dipsy sagt „Ha-Ho“, wohingegen die anderen Teletubbies „Ah Oh“ sagen.
  • Am Anfang sagt ein Erzähler (deutscher Sprecher und Interpret des Titellieds: Fabian Harloff) „Hinter den Hügeln und keinem bekannt, hier liegt das Teletubby-Land.“ und am Schluss „Die Sonne wird bald untergehen, die Teletubbies sagen auf Wiedersehen.“. Dann verabschiedet er jedes Teletubby nacheinander mit den Worten: „Winke, winke (Name des Teletubby).“
  • Zeitweise ist die Serie vom KiKa auf Englisch ausgestrahlt worden.
  • Das Teletubby, welches bei der Verabschiedung zuerst wieder hochspringt, hüpft stets als letztes ins Teletubby-Haus und schaut zum Schluss noch einmal heraus.
  • Im April 2014 erlaubte der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un die Ausstrahlung der Teletubbies im Staatsfernsehen des Landes. Das Regime bewertete die Sendung als „unbedenklich“.[9]

Literatur

  •  Agatha Cowart: Time for Teletubbies. Childhood, child participation, and the struggle for meaning. 2003 (online).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSpracherwerb: Teletubbies sind schlechte Lehrer. In: SPIEGEL ONLINE. SPIEGEL ONLINE GmbH, 28.06.2007, abgerufen am 8. August 2013 (deutsch).
  2. a b c d e Forschungsprojekt: Teletubbies im Alltag von Kindern. Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), abgerufen am 8. August 2013 (deutsch).
  3. a b c d e Gert Egle: Fernsehformate:Teletubbies. In: teachSam - Lehren und Lernen online. Gert Egle, 7. Mai 2012, abgerufen am 8. August 2013 (deutsch).
  4. Christopher Reed: The Rev Jerry Falwell. Rabid evangelical leader of America's 'moral majority', The Guardian, 17. Mai 2007
  5. 'Gay Tinky Winky bad for children', news.bbc.co.uk, 15. Februar 1999
  6. http://orf.at/070528-12759/index.html Verbot für „schwule“ Teletubbies droht, orf.at, Mai 2007
    Ewa Sowińska: Sowińska: sprawdzimy, czy teletubisie nie promują homoseksualizmu, wprost.pl, 27. Mai 2007
  7. Erleichterung in Polen. Teletubby doch nicht schwul, n-tv.de, 1. Juni 2007
  8. Mike Lockley: Teletubbies were NOT gay, insits Solihull star Nikky Smedley, Birmingham Mail, 30. Mai 2012
  9. Christian Sieben: Kim Jong Un erlaubt die Teletubbies, RP Online, 8. April 2014