Television Personalities

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Television Personalities (auch abgekürzt als TV Personalities) sind eine englische Band, die sich stilistisch zwischen Pop, Punk und Psychedelia bewegt.

Biografie[Bearbeiten]

Anfänge und Erfolge als Geheimtipp[Bearbeiten]

Die Band wurde 1976 von den Schulfreunden Dan Treacy (Gesang und Gitarre) und Ed Ball (E-Orgel, Gitarre und Schlagzeug) gegründet. Zu den häufig wechselnden Besetzungen in der Anfangszeit gehörten u.a. die Brüder Gerard (Bass) und John Bennett (Schlagzeug) sowie Joe Foster (Bass). Beeinflusst von 60s-Bands wie The Who, The Beatles, The Small Faces und den frühen Pink Floyd schufen sich TV Personalities ihren eigenen musikalischen Stil zwischen Pop, Punk und Psychedelic.

Die Gruppe debütierte mit der Single 14th Floor. Es folgte die Where’s Bill Grundy Now?-E.P., auf der sich die Gruppe über Wochenendpunks lustig machte (Part Time Punks) und nach dem Verbleib des Talkmasters Bill Grundy fragte, der 1977 nach einem Sex Pistols Interview von der BBC gefeuert wurde.

1980 stieß Mark „Empire“ Sheppard (Drums) als festes Mitglied zur Formation. Das Trio Treacy, Ball & Sheppard veröffentlichte Anfang 1981 ihre Debüt-LP ... And Don’t The Kids Just Love It. Auf dem Cover waren die 60s-Ikonen John Steed und Twiggy abgebildet, musikalisch war das Album durch Psychedelic-Pop (This Angry Silence) geprägt, aber auch ruhigere Nummern (La Grande Illusion) waren zu finden. Thematisch zeigte sich Treacy als Film-, Literatur- und Popkulturfan und sang u. a. über Dorian Gray sowie den frühen Pink-Floyd-Sänger Syd Barrett (I Know Where Syd Barrett Lives).

Während der laufenden Tournee wurde Ball durch Bernie Cooper (Bass) ersetzt, mit dem die Gruppe unter dem Pseudonym The Gifted Children eine Single veröffentlichte. Ball kehrte bald wieder zurück und Anfang 1982 erschien das zweite Album Mummy You’re Not Watching Me. Die Band orientierte sich noch stärker an der psychedelischen Musik der 1960er Jahre als auf dem Vorgänger. Mit If I Could Write Poetry oder Where the Rainbows End intonierte die Band auch wieder ruhigere Titel. Allerdings kam die Gruppe mit dem Album nicht über den Status eines Geheimtips hinaus, was schließlich dazu führte, dass sie eine weitere Compilation selbstironisch mit They Could Be Bigger Than the Beatles betitelten. Es befanden sich darauf ausschließlich rare Singletracks, Alternativversionen, Album-Outtakes und Sessionstücke.

Umbesetzungen und eigene Wege[Bearbeiten]

Es folgten diverse Umbesetzungen. Ed Ball verkrachte sich mit Treacy und gründete seine eigene Band (The Times), und auch Sheppard verließ die Gruppe. Schließlich formte Treacy mit dem zurückgekehrtem Joe Foster (jetzt Git.), sowie Mark Flunder (Bass) und Dave Musker (Organ) ein neues Lineup das die LP The Painted Word einspielte. Auf diesem Album zeigte sich Treacy überwiegend von seiner sentimentalen Seite als kleiner Junge in einer viel zu großen Welt (Happy All the Time, Bright Sunny Smiles oder A Sense of Belonging). Der stärkste Track ist jedoch ohne Zweifel der Anti-Kriegssong Back to Vietnam der die Alpträume eines Vietnamveteranen packend schildert („He wakes up-SCREAMING“).

Auch diese Besetzung brach schließlich auseinander. Nacheinander verließen Flunder, Foster und Musker die Band, dafür kamen als Ersatz Jowe Head (Bass/Ex-Swell Maps) sowie Jeff Bloom (Schlagzeug). Dieses Lineup blieb dann für die nächsten Jahre stabil. Nach der von Stanley Kubrick beeinflussten Maxi How I Learned to Love the Bomb folgte 1990 das nächste Album Privilege. Auch hier überzeugte die Gruppe mit flotten Pop (Salvador Dalí’s Garden Party) sowie ruhigeren Stücken wie All My Dreams Are Dead auf der Treacy den Tod von John Lennon sowie Andy Warhol betrauerte. Nach einer Pause folgte die fast 80 Minuten lange CD Closer to God dessen auffälligstes Stück der elf Minuten lange Titelsong war.

Auseinanderbrechen und Reunion[Bearbeiten]

Geldmangel sowie Alkohol- und Drogenprobleme führten zum langsamen Auseinanderbrechen der Band. Neue Veröffentlichungen wurden in der Folge immer spärlicher. Bloom verließ die Gruppe Mitte 1993 und wurde durch Lenny Helsing ersetzt. Schließlich verließen aber sowohl Helsing als auch Head Ende 1994 die Band.

Mit Liam Watson (Bass) und Sexton Ming (Schlagzeug) spielte Treacy das kaum beachtete Album I Was a Mod Before You Was a Mod ein. Mit Titeln wie Everything She Touches Turns to Gold, Evan Doesn’t Ring Me Anymore oder I Can See My Whole World Chrashing Down befinden sich einige von Treacys stärksten, aber dennoch wenig beachteten Stücken auf dieser Veröffentlichung. 1996 gab die Gruppe ihr vorerst letztes Konzert. 1998 spielte Treacy fast im Alleingang das letzte Album Don’t Cry Baby...It’s Only a Movie ein, das fast ausschließlich Coverversionen u. a. von Jonathan Richman, George Harrison oder Psychic TV bot.

2004 überraschte Treacy mit einer Reunion der Band. Zusammen mit Ed Ball (Bass), Victoria Yeulet (Gesang) und Mathew Sawyer (Schlagzeug) gaben TV Personalities einige Konzerte. Im Februar 2006 erschien das Album My Dark Places. Ein Jahr darauf folgte das Album Are We Nearly There Yet?, dessen Aufnahmen allerdings aus dem Jahr 2005 stammten. Damals bestand die Formation neben Treacy, Ball und Yeulet noch aus Texas Bob (Gitarre, Bass), Stickymoan (Keyboards, Gitarre, Bass) und dem Gründungsmitglied John Bennett (Schlagzeug). Bennett wurde wenig später allerdings durch Kev Mann ersetzt. 2008 verließen Ball, Yeulet und Stickymoan die Band, dafür stieß Mike Stone (Keyboards, Bass, Gitarre) zur Formation. Mitte 2009 verließ Kev Mann die Gruppe und wurde durch Arnau Obiols ersetzt.

Im Mai 2010 veröffentlichte die Gruppe die Single She's My Yoko, gleichzeitig eine Vorankündigung für das Anfang Juni erschienene neue Album A Memory Is Better Than Nothing.

Nach einer Operation im Oktober 2011, bei der ein Blutgerinnsel aus dem Gehirn entfernt wurde, befand sich Dan Treacy in einem kritischen Gesundheitszustand.[1]

Diskographie[Bearbeiten]

  • ...And Don’t the Kids Just Love It (1981)
  • Mummy You’re Not Watching Me (1982)
  • They Could Have Been Bigger Than the Beatles (1982)
  • The Painted Word (1985)
  • Chocolat-Art – Live (1985)
  • Privilege (1990)
  • Camping in France – Live ’85 (1991)
  • Closer to God (1992)
  • How I Learned to Love the Bomb (1994)
  • Yes Darling, But Is It Art? – The Singles (1995)
  • I Was a Mod Before You Was a Mod (1995)
  • Paisley Shirts & Mini Skirts (1996)
  • Prime Time 1981–1992 (1997)
  • Don’t Cry Baby...It’s Only a Movie (1998)
  • Made in Japan-Live 1994 (1999)
  • The Boy Who Couldn’t Stop Dreaming (2000)
  • Part Time Punks – The Very Best (2001)
  • Fashion Conscious – The Little Teddy Years (2002)
  • ...And They All Lived Happily Ever After – Compilation (2005)
  • My Dark Places (2006)
  • Are We Nearly There Yet? (2007)
  • A Memory Is Better Than Nothing (2010)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Television Personalities: Dan Treacy nach Gehirnoperation im Koma Ox-Fanzine, 14. Oktober 2011, abgerufen am 16. Februar 2014.