Tempel von Uppsala

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Midvinterblot - Gemälde von Carl Larsson

Der Tempel von Uppsala war ein vermutetes Tempelgebäude in Alt-Uppsala, welches das Zentrum des heidnischen Glaubens der Svear dargestellt haben soll.

Die wichtigste Quelle für die Existenz des Tempels ist Adam von Bremen, der 1070 in seiner Chronik schrieb: "Noch in den sechziger Jahren des 11. Jahrhunderts stand der mächtige Tempel von Uppsala auf seinem Platz, obwohl Olof Skötkonung schon ein halbes Jahrhundert vorher dessen Zerstörung geplant hatte. Er bestand aus einem völlig vergoldeten Gebäude und in diesem thronten Abbildungen der heidnischen Götter."

Adam von Bremen war aber nie selbst vor Ort. Sein gesamter Bericht beruhte auf Gesprächen mit dem dänischen König Sven Estridsson und auf Informationen, die er von Gesandten am dänischen Hof erhielt, deren Zuverlässigkeit zweifelhaft ist, zumal König Olof Skötkonung ein halbes Jahrhundert vorher befohlen hatte, alle heidnischen Heiligtümer zu zerstören. Speziell über den Tempel in Uppsala geben andere alte Legenden an, dass er um 1088 durch die Anhänger Inge I. niedergebrannt wurde. Mit allem, was man heute über die Opferfeste der Svear weiß, kann der „Tempel“ auch im Freien auf einer heiligen Wiese gelegen haben. Archäologisch gibt es keinen Hinweis auf einen Tempel. In der Umgebung der Königshügel von Alt-Uppsala hat man auch Reste von Langhäusern gefunden. Es ist möglich, dass hölzerne Götterfiguren in einem Teil der Langhäuser untergebracht waren. Andererseits könnten sie auch nur während der Opferfeste aufgestellt worden sein.

Die Grundmauern unter der gegenwärtigen Kirche in Alt-Uppsala, die man gefunden hat, können genauso gut eine frühere Kirche oder eine Scheune oder ein Tempel gewesen sein. Das Bauwerk war jedoch nicht besonders prächtig und anspruchsloser, als von Carl Larsson in seinem Gemälde dargestellt. Was man heute über das heidnische Opfern (blot), die Svear und diese Zeit weiß, deutet darauf hin, dass mit dem Wort „Tempel“ genauso gut ein Platz außerhalb eines Gebäudes in einem heiligen Hain oder an einer Quelle gemeint gewesen sein kann.

Im Hintergrund des Wandgemäldes Midvinterblot von Carl Larsson, das im Nationalmuseum von Stockholm zu sehen ist, hat der Maler den imaginären Tempel dargestellt. Auf dem Bild opfern die Svear ihren König Domalde.

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