Tempo of the Damned

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Tempo of the Damned
Studioalbum von Exodus
Veröffentlichung 2. Februar 2004
Label Nuclear Blast
Format CD, Digipak, LP
Genre Thrash Metal
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 47 Min. 40 Sek.

Besetzung

Produktion Andy Sneap
Studio Tsumani Recording (Moss Beach), Prairie Sun Studio (Cotati)
Chronologie
Force of Habit (1992) Tempo of the Damned Shovel Headed Kill Machine (2005)
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Tempo of the Damned ist das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Thrash Metal-Band Exodus. Das Album wurde am 2. Februar 2004 via Nuclear Blast veröffentlicht und markierte das zweite Comeback der Band.

Entstehung[Bearbeiten]

Nachdem sich die Band für das „Thrash of the Titans“-Benefizfestival für den an Krebs erkrankten Testament-Sänger Chuck Billy reformierte, begann die Band neue Lieder zu schreiben und spielte einzelne Konzerte im Großraum San Francisco. Am 2. Februar 2002 erlitt Sänger Paul Baloff einen Hirnschlag und verstarb in einem Krankenhaus in Oakland. Als Ersatz holte die Band Baloffs Nachfolger Steve Souza zurück in die Band und ging auf Europatournee. Nach der Rückkehr stieg Souza kurzzeitig aus, da ihm die Drogenprobleme der anderen Bandmitglieder Probleme machten. Erst nachdem sie diese Probleme in den Griff bekamen, konnten die Vorbereitungen für das Album beginnen.

Während des Songwriting griff Gary Holt mit „Sealed With a Fist“ und „Throwing Down“ auf zwei Lieder der Band „Wardance“ zurück, die er nach der ersten Exodus-Auflösung 1992 gründete. Das Lied „Impaler“ stammt noch aus den Anfangstagen der Band und wurde teilweise noch vom späteren Metallica-Gitarristen Kirk Hammett geschrieben. Ursprünglich sollte das Album noch das Lied „Deathrow“ enthalten. Die Musik war fertig aufgenommen, jedoch konnte die Band den Text des Liedes nicht mehr rekonstruieren, weil er nicht schriftlich festgehalten wurde. Auch das Durchhören zahlreicher Liveaufnahmen und Bootlegs brachte nicht das gewünschte Ergebnis.[1] Das Lied „Crimes of the Century“ wurde ebenfalls nicht für das Album verwendet. In diesem Lied rechnete die Band gegen alle ihre bisherigen Plattenlabels, insbesondere Century Media, ab.

Aufgenommen wurde das Album im Tsunami Recording-Studio in Moss Beach und im Prairie Sun Studio in Cotati. Produziert, gemischt und gemastert wurde das Album von Andy Sneap in den Backstage Recording Studio in Derby. Um das Album zu finanzieren lieh sich die Band Geld bei Freunden. Produzent Sneap verzichtete auf seinem Vorschuss, um die Aufnahmen zu ermöglichen. Das Artwork wurde von Jowita Kaminska entworfen.

Für die Lieder „War is My Shepherd“ und „Throwing Down“ wurden Musikvideos gedreht. Die Dreharbeiten für das „War is My Shepherd“-Video fanden auf dem Flugzeugträger USS Hornet statt. Dieser Flugzeugträger barg die Besatzung von Apollo 11 nach dessen Rückkehr von der ersten Mondlandung und ist heute ein Museumsschiff. Für die Dreherlaubnis musste die Band 750 US-Dollar bezahlen und durfte auch die Hebebühne für die Flugzeuge benutzen.[1] Das Video zu „Throwing Down“ hingegen wurde in der Garage eines Bandmitgliedes aufgezeichnet.

Bedeutungen der Lieder[Bearbeiten]

„Scar Spangled Banner“ kritisiert die Politik der Regierung unter George W. Bush, insbesondere den Irakkrieg. Tom Hunting erklärte in einem Interview, dass die Vereinigten Staaten dringendere innenpolitische Probleme haben und deshalb seine Soldaten aus dem Irak zurückziehen sollte.[2] Der Titel des Liedes (Deutsch: Das narbenbesäte Banner) parodiert die Nationalhymne der USA The Star-Spangled Banner. Für den Text des Liedes ist Gary Holt auf der Homepage der Band als Anti-Amerikaner beschimpft worden.

Das Lied „Blacklist“ ist laut Tom Hunting an Menschen gerichtet, die andere Menschen belügen und betrügen. „Shroud of Urine“ befasst sich mit dem Christentum.[2] „Culling the Herd“ ist laut Gary Holt eine „haßerfüllte Abrechnung mit allen dummen Leuten der Welt“. Das Lied habe jedoch keinen faschistischen Hintergrund, da Holt über die gesamte menschliche Rasse herzieht.[1]

Titelliste[Bearbeiten]

# Titel Länge Musik Text
1 Scar Spangled Banner 6:41 Holt Holt
2 War is My Shepherd 4:27 Holt, Souza Holt
3 Blacklist 6:16 Holt Holt
4 Shroud of Urine 4:51 Holt Holt
5 Forward March 7:38 Holt Souza
6 Culling the Herd 6:07 Holt Holt
7 Sealed with a Fist 3:35 Holt Holt
8 Throwing Down 5:01 Holt J. Miller
9 Impaler 5:25 Hammett, Holt, Hunting Baloff
10 Tempo of the Damned 4:20 Holt Holt
11 Dirty Deeds Done Dirt Cheap 3:48 Scott, A. Young, M. Young

Versionen[Bearbeiten]

Das Album erschien als CD und als Digipak. Der Digipak enthielt eine Coverversion des AC/DC-Liedes „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ sowie das Musikvideo zu „War is My Shepherd“ als Bonus. Der japanische Digipak enthielt zusätzlich noch Demoaufnahmen des Titelliedes sowie von „Shroud of Urine“. Im November 2005 veröffentlichte Nuclear Blast eine Platinum Edition des Albums, welches als Bonus eine Live-CD von der „Tempo of the Damned“-Releaseparty enthält.

Rezeption[Bearbeiten]

„Tempo of the Damned“ wurde in fast allen Medien mit sehr guten Kritiken gefeiert. Das deutsche Rock Hard-Magazin kürte Tempo of the Damned zum „Album des Monats“. Chefredakteur Götz Kühnemund schrieb in seiner Kritik, das Exodus „wieder so stark wie in den Achtzigern sind, ohne dabei altbacken und überholt zu klingen“.[3] Alex Straka von Powermetal.de würdigte das Album als eines der besten Comebacks aller Zeiten.[4]

Tempo of the Damned stieg auf Platz 67 der deutschen Albumcharts ein.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rock Hard, Ausgabe März 2004: „Teuflische Gedanken“ (Seite 54-57)
  2. a b metal.de: Interview
  3. rockhard.de: Kritik zu „Tempo of the Damned“
  4. powermetal.de: Review - Exodus: Tempo of the Damned
  5. musicline.de: Chartverfolgung Exodus