Tempomacher

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Mehrere Hasen (#85, #86 und #87) führen Haile Gebrselassie zu einem Marathon-Weltrekord beim Berlin-Marathon 2008

Ein Tempomacher (auch Zugläufer, Bremsläufer oder Schrittmacher, manchmal wird auch der englische Ausdruck Pacemaker verwendet) ist im Mittel- und Langstreckenlauf allgemein ein Teilnehmer, der eingesetzt wird, um unabhängig von seinem eigenen Wettkampferfolg für eine bestimmte Renngeschwindigkeit zu sorgen.

Tempomacher, oft scherzhaft auch Hasen genannt, werden häufig von Rennveranstaltern engagiert, um das Rennen eine Zeit lang anzuführen und das Tempo hoch zu halten, damit stärkere Läufer sich an ihnen orientieren und in der ersten Phase des Rennens eine bestimmte Zeit einhalten. Dies ist oft die Voraussetzung, um Weltrekorde oder andere Bestzeiten erzielen zu können. Jeder Tempomacher muss von Beginn an im Rennen dabei sein, und überrundete Athleten dürfen sich nicht als Zugläufer betätigen. Der Schrittmacher steigt meistens nach einer vereinbarten Zeit aus dem Rennen aus, wenn er dem oder den Sportlern, denen er zu einem Rekord verhelfen soll, nicht mehr von Nutzen ist. Die gesonderte Leistung wird vom Veranstalter finanziell abgegolten.

Ohne den Einsatz von Zugläufern kann durch Lauftaktik eine relativ langsame Siegeszeit zustande kommen, was bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen oft der Fall ist.

Bei bedeutenden Straßenläufen gibt es oft mehrere Gruppen von Schrittmachern, die in möglichst gleichmäßigem Tempo laufen, je nachdem wie vorsichtig oder ambitioniert die Eliteläufer ihre Taktik gestalten wollen. Dabei kann es auch vorkommen, dass Tempomacher nicht aussteigen, sondern durchlaufen. Ein prominentes Beispiel ist Sammy Korir, der 2003 beim Berlin-Marathon das Tempo für Paul Tergat bei dessen Weltrekord vorgab und am Ende nur eine Sekunde hinter ihm im Ziel ankam.

Auch im Breitensport gibt es sogenannte Brems- und Zugläufer, die ein konstantes, für sie selbst langsames Tempo laufen und es so anderen Läufern erleichtern, ein bestimmtes Zeitziel zu erreichen. Zuerst beim Steinfurt-Marathon praktiziert, wird dieser Service mittlerweile von den meisten größeren Marathons angeboten.

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