Tenonsche Kapsel

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Periorbita und Augenfaszien (rot)

Die Tenonsche Kapsel (Synonyme: Tenon-Kapsel, Vagina bulbi) ist Teil des Bandapparates der Augen und eine in der Augenhöhle (Orbita) des Menschen gelegene bindegewebsartige Faszie.[1] Sie trennt die Sklera vom orbitalen Fettgewebe. An der Vorderseite ist die Kapsel etwa 2 Millimeter hinter dem Limbus, auf der Rückseite im Bereich des Sehnervenaustritts mit der Sklera verwachsen. Alle Nerven, Muskeln und Blutgefäße treten durch die Tenonsche Kapsel hindurch. Während die Vortexvenen und Ziliargefäße an ihren Durchtrittspunkten eine Art Fixierung erhalten, bestehen bei den Augenmuskeln so genannte Pforten, die den Muskeln einen gewissen Bewegungsspielraum gestatten. Mehrere Verschiebeflächen (Spatium episclerale) ermöglichen sowohl eine begrenzte Beweglichkeit des Augapfels innerhalb der Kapsel, als auch die Bewegung mit der Kapsel innerhalb des umgebenden Gewebes. Der Vergleich des Augapfels mit einem Gelenkkopf und der Tenonschen Kapsel mit einer Gelenkpfanne ist deshalb auch nur sehr ungenau. Im Bereich des Bulbusäquators geht die Tenonsche Kapsel in ein Ringband aus dichten Fasern über, das Cingulum bulbi.

Die Kapsel ist nach dem französischen Chirurgen Jacques-René Tenon (1724–1816) benannt, der die Struktur 1806 erstmals beschrieb.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Gert-Horst Schumacher, Gerhard Aumüller: Topographische Anatomie des Menschen. 7. Auflage. Elsevier, Urban & Fischer, München u. a. 2004, ISBN 3-437-41367-8, S. 96, hier online.
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