Tenryū (1919)

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Naval Ensign of Japan.svg
Japanese cruiser Tenryu in 1936.jpg
Leichter Kreuzer Tenryū
Schiffsdaten
Bauwerft Marinewerft, Yokosuka
Kiellegung 17. Mai 1917
Stapellauf 11. März 1918
Indienststellung 20. November 1919
Verbleib gesunken am 19. Dezember 1942
Technische Daten
Wasserverdrängung 3.984 ts
Länge über alles 142.9 m
Breite 12,30 m
Tiefgang 4 m
Bewaffnung
als Neubau
4 x 14,0 cm L/50
1 x 8,0 cm L/40 FlaK
2 x 2–13 mm Flak
6 Torpedorohre Ø 53,3 cm
Bewaffnung
endgültige
4 x 14,0 cm L/50
1 x 8,0 cm L/40 FlaK
4 x 2-25-mm Typ-96
6 Torpedorohre Ø 53,3 cm
2 Wasserbombenwerfer
Panzerung 51 mm Gürtelpanzer
25 mm Deck
Splitterschutz für die Torpedosätze ab 6/1942
Antriebsanlage 10 Dampfkessel von Kampon
Getriebeturbinen auf 3 Wellen
Maschinenleistung 51.000 PSw
Geschwindigkeit 33 kn
Fahrbereich 5.000 sm bei 14 kn
Besatzung 327 Mann

Die Tenryū (jap. 天龍) war ein Leichter Kreuzer der Kaiserlich Japanischen Marine und Typschiff der Tenryū-Klasse. Das Schiff wurde nach dem Fluss Tenryū auf Honshū benannt.

Planung und Bau[Bearbeiten]

Die Tenryū wurde in 2 Jahren Bauzeit von der Marinewerft in Yokosuka gebaut und am 20. November 1919 von der Marine in Dienst gestellt. Sie war nicht mit 12 einheitlichen Kesseln ausgerüstet, sondern 10 Kessel konnten mit Öl und zwei weitere bei Bedarf mit Kohle befeuert werden. Dafür führte sie rund 920 Tonnen Schweröl in Tanks, sowie 150 Tonnen Kohle in Kohlebunkern mit.

Modernisierungen[Bearbeiten]

Die Tenryū erhielt bei Umbauarbeiten zwischen 1927 und 1930 einen Dreibeinmast hinter der Brücke. 1942 erhielt sie zwei Wasserbombenwerfer und an der Steuerbord- und Backbordseite die dazugehörigen Schienen. Während ihrer Dienstzeit wurden die 13 mm Zwillingsmaschinengewehre entfernt und durch 25 mm Zwillinge ersetzt. Im Sommer 1942 wurden zwei weitere 25 mm Zwillingsmaschinenkanonen achtern des hinteren Schornsteins aufgestellt und zum Schutz der beiden Drillingstorpedorohrsätze Panzerung nachgerüstet. Das Schiff erhielt 1937 eine ebenfalls eine unbekannte Anzahl 7,7 mm Maschinengewehre zur Nahbereichsverteidigung.

Einsätze[Bearbeiten]

Die Tenryū um 1930. Unterhalb des Suchscheinwerfer an achtern ist der nach oben gerichtete Lauf der 8 cm FlaK zu erkennen.

China[Bearbeiten]

Ihr erster Einsatz in chinesischen Gewässern waren zwischen 1931 und 1933 Patrouillenfahrten auf dem Jangtsekiang. Der erste Kampfeinsatz der Tenryū fand im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg statt. Nach dem Zwischenfall vom 7. Juli gehörte der Leichte Kreuzer zu den japanischen Schiffen, die sich Ende Juli 1937 in Tsingtao sammelten.[1]

1938 gehörte sie zur Eskorte der japanischen Flotte, die am 10. Mai Truppen an der chinesischen Küste absetzte. Bei diesem Einsatz beschoss sie chinesische Stellungen an Land, um das Vorrücken japanischer Bodentruppen zu unterstützen.

Pazifikkrieg[Bearbeiten]

Die Tenryū war zu Beginn des Pazifikkrieges als Sicherung für Landungsoperationen eingesetzt und war im Dezember 1941 an den Landungen auf Wake und 1942 an der Landung auf New Ireland beteiligt.

Guadalcanal und Neuguinea[Bearbeiten]

In der Schlacht vor Savo Island am 9. August 1942 gehörte die Tenryū zur Flotte von Vizeadmiral Mikawa, die vor Guadalcanal Jagd auf alliierte Schiffe machen sollte. Nachdem die japanische Flotte, aus Rabaul kommend, im Schutz der Dunkelheit, unbemerkt von amerikanischen Sicherungsschiffen, in den Sund eingedrungen war, griff sie die amerikanischen und australischen Kreuzer mit Artillerie und Torpedos an. Zwei Torpedos der Tenryū trafen dabei den Schweren Kreuzer Quincy, der später unterging, während sie selbst von Kreuzerfeuer getroffen wurde und leichte Schäden erlitt. 25 japanische Seeleute wurden getötet. Nachdem der Rückzug angeordnet war, entdeckte der Ausguck der Tenryū den Zerstörer Ralph Talbot, der sich von seiner Vorpostenposition auf das Schlachtfeld bewegte. Die Suchscheinwerfer des leichten Kreuzers erfassten daraufhin den Zerstörer und die Ralph Talbot wurde von der Tenryū, der Yūbari und dem Schweren Kreuzer Furutaka zusammengeschossen, bis eine Regenbö das amerikanische Schiff dem Angriff entzog.

Am 22. Oktober 1942 verließ die Tenryū Rabaul, um einen Sondereinsatz durchzuführen und 353 Mann einer japanischen Marineinfanterieeinheit, die im August auf der Goodenough-Insel Taupota gelandet waren, um eine Kommunikations- und Wetterstation einzurichten, zu evakuieren. Am Treffpunkt wurde sie mit Infanteriewaffen beschossen, da australische Truppen bereits die verabredete Evakuierungsposition besetzt hatten. Erst vier Tage später, am 26. Oktober, konnte die Tenryū bei einem erneuten Versuch die 261 Überlebenden der Tsukioka-Einheit aufspüren und zurückbringen.[2]

Im September 1942 wurde sie für das Verlegen von Seeminen eingeteilt und mit 56 Minen an Deck beladen. Nachdem sich der Einsatz verzögerte, entfernte man am 1. Oktober die Minen wieder vom Schiff. Am Morgen des 2. Oktobers griffen amerikanische B-17 Bomber den Hafen von Rabaul an und trafen dabei die Tenryū mit einer Fliegerbombe auf dem Achterschiff an Steuerbord. 22 Besatzungsmitglieder starben, das Schiff erlitt schwere Schäden an den Aufbauten und das 8 cm Geschütz am Heck wurde zerstört.

Nach einer mehrtägigen Instandsetzung wurde sie im sogenannten Tokio-Express als schnelles Versorgungsschiff für japanische Heerestruppen auf Guadalcanal eingesetzt. Sie führte zwischen dem 1. und 9. November drei Versorgungsfahrten mit Munition und Truppen von Shortland nach Guadalcanal durch.

In der Nacht vom 13. auf den 14. November 1942 gehörte die Tenryū zu einer Flotte aus vier schweren und zwei leichten Kreuzern, die Henderson Field, den provisorischen Feldflugplatz der Amerikaner auf Guadalcanal, mit indirektem Artilleriefeuer beschoss. Der 32 Minuten dauernde Angriff wurde nicht durch feindliche Flottenaktivitäten gestört, da sich die amerikanischen Schiffe nach der Schlacht vom 13. aus dem Sund zurückgezogen hatten. Die herbeigerufenen amerikanischen Schlachtschiffe kamen nicht rechtzeitig an, fingen aber am nächsten Tag, in der Schlacht von Guadalcanal, eine weitere japanische Flotte ab.

Untergang[Bearbeiten]

Am 16. Dezember eskortierte die Tenryū schließlich einen Konvoi von Rabaul nach Madang auf Papua-Neuguinea. Sie überstand einen amerikanischen Luftangriff am Morgen des 18. unbeschadet. Während die Frachtschiffe die japanische Truppen anlandeten, wurden sie von der Tenryū und vier Zerstörern gesichert. Das U-Boot USS Albacore war von seiner vorgesetzten Stelle nach abgefangenen japanischen Funksprüchen in die Gegend abkommandiert worden und griff den Flottenverband am Abend des 18. Dezember an. Von drei Torpedos trafen zwei den leichten Kreuzer im hinteren Teil. Die Maschinenräume liefen sofort voll und die Tenryū blieb gestoppt liegen. Das Schiff war nicht zu retten und versank nach der Bergung der Überlebenden, etwa 2 Stunden nach den Torpedotreffern. 23 Seeleute wurden getötet.

Wrack[Bearbeiten]

Nach dem Wrack der Tenryū wurde bislang nicht gesucht. Der Untergangsort des Schiffs liegt vermutlich bei den Koordinaten 5° 12′ S, 145° 56′ O-5.2145.933333333330Koordinaten: 5° 12′ 0″ S, 145° 56′ 0″ O.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Last Century of Sea Power, Volume One: From Port Arthur to Chanak, 1894-1922, H. P. Willmott, Indiana University Press, 2009, ISBN 0253352142, Seite 40
  2. A battle history of the Imperial Japanese Navy, 1941-1945, Paul S. Dull, US Naval Institute Press, 2007, ISBN 978-1591142195, Seiten 178 und folgende

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eric LaCroix, Linton Wells: Japanese Cruisers of the Pacific War. US Naval Institute Press, 1997, ISBN 0-87021-311-3

Weblinks[Bearbeiten]