Tensegrity (Architektur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tensegrity mit drei Stäben (hier äußere Bögen); die zwölf Seile bilden ein Oktaeder.

Tensegrity ist ein englisches Kofferwort aus tension (Zugspannung) und integrity (Ganzheit, Zusammenhalt). Es bezeichnet die Richard Buckminster Fuller und Kenneth Snelson zugeschriebene Erfindung eines stabilen Stabwerks, in dem sich die Stäbe nicht untereinander berühren, lediglich durch Zugelemente (zum Beispiel Seile) miteinander verbunden sind.

Im verallgemeinerten Fall sind die lediglich Druckspannungen unterworfenen Stäbe durch beliebig geformte starre Körper ersetzt, in denen durch die verbindenden Zugelemente auch Biege- und Schubspannungen erzeugt werden. Ein Beispiel ist das schon vor der Erfindung des Tensegrities bekannte Speichenrad, das aus Nabe, Speichen und Felge besteht. Die dünnen Speichen wirken hier als Zugelemente. Die mit ihnen miteinander verbundenen starren Körper sind die Nabe und die Felge. In der Felge wird bei radialer Belastung der Druckspannung auch Biegespannung überlagert.

Die Urheberschaft dieses Stabwerks und einiger Ausführungen als räumliche Gebilde ist umstritten, da bereits Anfang des 20. Jahrhunderts der lettische Konstruktivist Karl Ioganson mit diesen Strukturen experimentiert haben soll.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Maria Gough: In the Laboratory of Constructivism: Karl Ioganson's Cold Structures. In: October. Bd. 84, Spring, 1998, S. 90–117 (online, abgerufen am 11. März 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tensegrity – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien