Teodorico Borgognoni

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Der Blutkreislauf aus einem Buch des 13. Jahrhunderts

Teodorico Borgognoni (auch: Thedericus (de Borgognonibus), Theoderich von Lucca); (* 1205 in Lucca; † 24. Dezember 1298 in Bologna) war ein Dominikaner, Bischof von Bitonto und Cervia und ein erfinderischer mittelalterlicher Chirurg.

Jüngster von vier Brüdern folgte er seinem Vater Hugo, einem Chirurgen, 1214 nach Bologna, wo er wohl schon in jungen Jahren in den dortigen Dominikanerkonvent eintrat. Wann Innozenz IV. ihn zum persönlichen Pönitentiar ernannte, ist nicht zu ermitteln. 1262 wurde er zum Bischof von Bitonto ernannt, hat aber sein Bistum wegen des Konflikts zwischen dem Papst und Manfred von Sizilien wohl nie betreten. Er scheint sich meist in Lucca aufgehalten zu haben. 1270 zum Bischof von Cervia ernannt, residierte Teodorico in Bologna, wo er umfangreichen Immobilienbesitz sein Eigen nannte.

Der erste Entwurf seiner Cyrurgia seu filia principis entstand in seiner Zeit als Pönitentiar und ist seinem Mitbruder Andreas Abalate, von 1248 bis 1276 Bischof von Valencia, gewidmet. 1266/1267 erfolgte eine Überarbeitung. Außerdem verfasste er einen Traktat zu Veterinärmedizin: Mulomedicina, in dem er Albertus Magnus, Publius Vegetius und Jordanus Ruffus mit seiner Hippiatria als Vorlagen benutzte. Die Behandlung von Jagdfalken ist Thema des Traktats De cura accipitrum, mit den Wirkungen von Arsen befasst sich der Traktat De sublimatione arsenici.

Wirken[Bearbeiten]

Er lehrte, dass eine Eiterung für die Wundheilung nicht notwendig, sondern schädlich sei. Anstatt eine frische Wunde offen zu lassen, schloss er sie mit Nähten, um eine Vereiterung zu vermeiden. Er versuchte, die idealen Bedingungen für eine gute Wundheilung zu entdecken und stellte fest, dass sie aus einer Steuerung der Blutung, Beseitigen von verschmutztem oder nekrotischem Material und vorsichtiger Anwendung eines in Wein getränkten Wundverbandes bestehen.

Er wurde von Guy de Chauliac als Plagiator bezeichnet; möglicherweise weil er nicht Galenus' Lehren befolgte.

Schlafschwamm[Bearbeiten]

Frühe arabische Schriften erwähnten Anästhesie durch Inhalation. Diese Idee war Grundlage des Schlafschwamms, von der Salernoer Schule der Medizin im späten 12. Jahrhundert und von Teodoricos Vater Ugo Borgognoni (Ugo von Lucca) im 13. Jahrhundert eingeführt.

Bei dieser Betäubungsmethode wurde ein Schwamm in eine Lösung aus Opium, Alraune, geflecktem Schierling und anderen Substanzen getränkt und anschließend getrocknet und gelagert. Vor der Operation wurde er angefeuchtet und dem Patienten unter die Nase gehalten, um ihn zu betäuben.

Schriften[Bearbeiten]

  • Borgognoni, Teodorico. 1498. Cyrurgia. Printed with Guy de Chauliac, Cyrurgia. Venice.
  • The Surgery of Theodoric. Translated by Eldridge Campbell and James Colton. 2 vols. New York.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Alecci: Borgognoni, Teodorico. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 12 (Bonfadini–Borrello), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1970 (italienisch).
  • Norbert Kamp, Kirche und Monarchie im staufischen Königreich Sizilien. I: Prosopographische Grundlegung: Bistümer und Bischöfe des Königreichs 1194– 1266, Teil II [ Münstersche Mittelalter-Schriften, 10.I,2 ], München 1975, S. 613-618
  • Gundolf Keil: Spongia somnifera. Mittelalterliche Meilensteine auf dem Weg zur Voll- und Lokalnarkose. In: Der Anaesthesist 38 (1989), S. 643-648

Weblinks[Bearbeiten]