Teppichboden

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Teppichboden

Als Teppichboden (auch Auslegware), schweizerisch Spannteppich, bezeichnet man einen textilen Bodenbelag. Als Teppichboden wird jeder textile Bodenbelag bezeichnet, der vollflächig in einem Raum verlegt werden kann. Teppichböden unterscheiden sich in ihrem Material, ihrer Struktur und der Beschaffenheit der Rückseite.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Teppichbodens entwickelt sich aus der Geschichte des Teppichs heraus, welche bis ins Jahr 550 v.Chr. zurückgeht. Der Teppichboden als ganzflächiger textiler Bodenbelag entstand erst in den 1950er Jahren als "Teppich von Wand zu Wand".

Die Einführung von synthetischen Fasern bei der Teppichproduktion nach Ende des Zweiten Weltkrieges führte zur Entwicklungsarbeit von Teppichböden aus Kunstfasern wie Polyamid und Nylon. Die heute verbreiteten Teppichböden aus Nylonfasern wurden erstmals 1952 von der Firma Longlife in Nettetal/Deutschland produziert, einer früheren Samtweberei. Zu den bekannten Teppichböden aus Polyamid zählt der 1959 von der Firma ANKER-Teppichboden in Düren / Deutschland eingeführte Perlon Rips. [1]

Aufbau eines Teppichbodens[Bearbeiten]

Ein Teppichboden besteht aus mehreren Schichten, aus der Trägerschicht und der Nutzschicht. Die obere Schicht, die Nutzschicht (Pol), besteht aus Fasern. Die Fasern können synthentisch, natürlich oder eine Mischung sein. Dann folgt bei manchen Teppichböden eine Mittelschicht mit Klebmasse, welche die Fasern mit dem Trägergewebe verbindet. Die untere Schicht (Trägerschicht) ist der Teppichbodendrücken, der ebenfalls aus natürlichen oder synthetischen Materialien bestehen kann.[2]

Material[Bearbeiten]

Teppichböden gibt es aus verschiedenen Materialien. Teppichböden aus natürlich-pflanzlichen Fasermaterialien sind aus Baumwolle, Jute, Flachs, Kokos, Hanf und Sisal, Teppichböden aus natürlich-tierischen Materialien bestehen aus Wolle, Haare und Seide. Chemisch-cellulosische Fasermaterialien für Teppichböden sind Viskose und Zellwolle und synthetische Kunstfasern sind Polyamid, Polyester, Polyacryl und Polypropylen.

Eigenschaften von Teppichboden[Bearbeiten]

Wichtige Merkmale zur Beurteilung der Qualität eines Teppichbodens sind:

  • Gewicht und Polgewicht
  • Material
  • Noppenanzahl (bei getufteten Teppichböden)
  • Nutzschichtdicke
  • geeignet für Fußbodenheizung
  • schwer entflammbar
  • schmutzabweisend
  • trittschalldämmend
  • antistatisch

Diese Eigenschaften sind als Anforderung in verschiedenen Siegeln sowie der Norm EN 1307 enthalten. Teppichböden, die genormt sind oder mit einem Siegel ausgezeichnet sind (z.B. GUT-Siegel), haben eine geprüfte Qualität.

Herstellung[Bearbeiten]

Generell wird bei Teppichböden zwischen Flachteppichböden und Florteppichböden unterschieden. Bei der Herstellung von Teppichböden gibt es verschiedene Möglichkeiten, neben Kleben und Wirken sind die häufigsten Herstellungsmethoden das Weben sowie das Tufting. Gewebte Teppichböden sind besonders hochwertig und strapazierfähig, aber auch teuer. Die meisten Teppichböden werden im Tufting-Verfahren hergestellt. Dabei wird das Nähgarn mit nebeneinander angeordneten Nadeln über die gesamte Breite in das Trägermaterial eingearbeitet.

Verlegen von Teppichboden[Bearbeiten]

Verlegen von Teppichboden

Teppichboden kann lose verlegt, verklebt, verklettet oder verspannt werden.

Auslegeware wird an den Wänden meist begrenzt durch eine zwei bis drei Zentimeter hohe Sockelleiste. Diese besteht häufig aus Kunststoff, in die ein Streifen des Materials eingeklebt wird, oder nur aus der Ware, die an der oben liegenden Sichtkante umkettelt ist.

In Deutschland ist Teppichboden der nach Quadratmetern am meisten eingesetzte Bodenbelag.[3] Er ist trittsicher und schallabsorbierend und kann eine behagliche Raumatmosphäre schaffen. Bleichmittelbeständige Spezialteppichböden (z. B. aus pigmentgefärbten Fasern) können in Verbindung mit einer flüssigkeitundurchlässigen Rückenbeschichtung auch in Bereichen mit hohen Hygiene-Anforderungen – z. B. Krankenhäusern – eingesetzt werden, die richtige Reinigung und Desinfektion vorausgesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Teppichboden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Univ.-Prof. Dr. Klara Löffler, Der Teppichboden. In: Peter Assmann, Herbert Nikitsch (Red.): Dinge des Alltags. Objekte zu Kultur und Lebensweise in Österreich seit 1945. (= Kataloge der Oberösterr. Landesmuseen, N.S. 17), Weitra 2004, ISBN 3-85474-123-5, S. 42ff.
  • Daniel Zaugg, Hans-Jürgen Knappheide, Materialkunde für die Raumgestaltung, Cosmos Verlag AG, Muri bei Bern, 2012, ISBN 978-3-85621-208-7, S. 465-503.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Mechthild Hempe: 150 Jahre ANKER-Teppichboden. Abgerufen am 29. Januar 2015 (PDF; 11,5 KB).
  2. Teppichwissen - Aufbau des Teppichs. Abgerufen am 29. Januar 2015.
  3. Parkett, Fliesen oder Teppich? In: Dresdner Amtsblatt. 18. Juni 2014, abgerufen am 29. Januar 2015.