Terra preta
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Terra preta (portugiesisch für „schwarze Erde“) bzw. Terra preta do indio wird ein anthropogener Boden, genauer ein Hortic Anthrosol in Amazonien genannt. Der Boden besteht aus einer Mischung von Holzkohle, Dung und Kompost durchsetzt mit Tonscherben und gelegentlich auch Muschelschalen.
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[Bearbeiten] Eigenschaften
Aufgrund der Farbe und dem Anteil an pyrogenem Kohlenstoff wird Terra preta do indio umgangssprachlich auch als Schwarzerde bezeichnet, ist aber mit diesem Bodentyp, der anders entstanden und strukturiert ist, nicht identisch. Auf diesem Boden trieben frühe Indianervölker wie die Tupí Ackerbau. Man findet diesen für die örtlichen Verhältnisse besonders fruchtbaren Boden in teils meterdicken Schichten in alten und prähistorischen Siedlungsgebieten. Das Vorkommen von Terra preta ist in der tropischen Klimazone Amazoniens und Afrikas nachgewiesen worden.
In Gebieten mit geringer geologischer Aktivität aber hohen Niederschlägen - wie dem Amazonasbecken - sind Böden über Jahrmillionen der auswaschenden Wirkung des Niederschlags ausgesetzt. Es entstehen lateritische Böden (Oxisole), die hauptsächlich aus Aluminium- und Eisenoxiden bestehen (siehe zur Struktur und Entstehung Ferralsole). Diese Böden enthalten fast keine Pflanzennährstoffe mehr - und halten eingebrachte Nährstoffe nur schlecht für Pflanzen verfügbar.
Terra Preta enthält Holzkohle in Form von pyrogenem Kohlenstoff (black carbon; 10-40%). Durch die adsorptiven Eigenschaften der Holzkohle wird die Auswaschung von Nährstoffen vermindert. Die in Terra Preta enthaltene Holzkohle bleibt dauerhaft im Boden, da Holzkohle nur einem sehr langsamen mikrobiellen Abbau unterliegt. Böden mit einem hohen Gehalt an black carbon können je nach Gehalt dieser rekalzitranten Humusfraktion erhebliche Mengen Kohlenstoff speichern.
Seit der ersten wissenschaftlichen Beschreibung von Terra preta durch Anthropologen und Geografen (1871, 1903) haben sich von Mitte des 20. Jahrhunderts an Bodenkundler der Erforschung der Terra preta zugewandt[1]. Seit einigen Jahren ist die wissenschaftliche Untersuchung der Terra preta intensiviert worden, auch in Europa.[2] Terra Preta erfährt derzeit eine hohe mediale Aufmerksamkeit, u.a. wegen eines behaupteten Beitrags zur Lösung der globalen Klimaerwärmung.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Eije Erich Pabst: Terra preta. Ein Beitrag zur Genese-Diskussion auf der Basis von Geländearbeiten bei Tupi-Völkern Amazoniens. Dissertation, 184 Seiten, Kassel 1993.
- Bruno Glaser, William I. Woods: Amazonian dark earths – explorations in space and time. Springer, Berlin 2004. ISBN 3-540-00754-7
- Johannes Lehmann: Amazonian dark earths – origin, properties, management. Kluwer Academic, Dordrecht 2003. ISBN 1-4020-1839-8
[Bearbeiten] Weblinks
- Terra-Preta-Homepage mit Karten über TP-Vorkommen und Bericht über TP-Vorkommen in Belterra
- Ute Scheub: Blühende Landschaften – Die besonderen Potenziale von Terra Preta. In: taz, 19. November 2010.
- Haiko Pieplow: Terra Preta, Modell für regionale Stoffströme. In: Ithaka Journal, 20. Februar 2010.
- Biokohle zum Düngen und Kohlendioxid binden. In: nano-Bericht. 3sat, 14. Dezember 2009 (Video).
- Philip Bethge: Die schwarze Revolution. In: Der Spiegel, 29. Juni 2009.
- Die Legende von El Dorado – Expedition durch Südamerika. In: VideoGold.de, ZDF-Dokumentation, 19. April 2008.
- Lucian Haas: Das Geheimnis der schwarzen Erde. In: Berliner Zeitung, 10. August 2006.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Eije Erich Pabst: Terra preta. Ein Beitrag zur Genese-Diskussion auf der Basis von Geländearbeiten bei Tupi-Völkern Amazoniens. Kassel 1993: S. 15.
- ↑ http://www.zeit.de/2011/49/Terra-Preta