Terrasse (Geländeform)

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Tagebauterrassen auf dem Erzberg in der Steiermark

Eine Terrasse (von französisch terrasse) ist eine Abstufung im Gelände.

Terrassen einer Wallburg auf dem Ipf bei Bopfingen (Ostalbkreis)

Natürliche Terrassen[Bearbeiten]

Terrassen können auf natürliche Art entstehen, wenn tiefer gelegene Bereiche eines sanft geneigten Geländes stärker der Erosion unterliegen als höhere; dadurch bildet sich eine Böschung und oberhalb davon bleibt eine Terrasse stehen. So entstandene Flussterrassen boten schon in vor- und frühgeschichtlichen Zeiten die Möglichkeit, in der Nähe von Flüssen relativ hochwassersichere Siedlungen anzulegen.

Künstliche Terrassen[Bearbeiten]

Künstlich angelegt werden Terrassen, um in Hanglagen Flächen geringeren Gefälles zu schaffen, etwa für den Terrassenfeldbau (Terrassenkultur) oder um Verkehrswege waagerecht oder auf sanft ansteigenden Rampen, bei Bedarf auch in Serpentinen zu führen. In früheren Zeiten hat man Terrassen auch für Befestigungsanlagen geschaffen, dabei kam es vor Allem auf die steile Terrassenstufe an.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Terrassierte Weingärten in der Wachau.
Reisterrassen auf den Philippinen

Weinbau[Bearbeiten]

Im Weinbau sind häufig künstliche Terrassen auf geeigneten, sonnenbeschienenen Hängen angelegt. Erstens gewinnt man eine weniger stark geneigte Fläche für den Weingarten, zweitens lässt sich die Bodenerosion durch abfließendes Regenwasser vermindern. Terrassiert wurden vielfach Steilhänge, die sich ansonsten nicht bewirtschaften lassen. Bekannte Weinbergsterrassen gibt es in vielen Lössgebieten. In Mittel- und Westeuropa wurde seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in vielen Weinbergen die Terrassierung vermindert oder ganz entfernt, um zusammenhängende Flächen für die maschinelle Bearbeitung zu schaffen.

Terrassenfelder[Bearbeiten]

In Ostasien wird vielfach Reis auf bewässerten Terrassen gebaut. Terrassenförmige Wasserspeichersysteme sind aus den frühesten städtischen Kulturen bekannt.

Allgemein gibt es Terrassen in bergigem Gebiet, wenn dort Landwirtschaft betrieben wird. Meist wurden in Handarbeit Mauern aufgeschichtet. Besonders bemerkenswerte Beispiele für Terrassenkulturen finden sich im Jemen, in Nepal, auf der iberischen Halbinsel (Andalusien) und in den Anden. Die Inka-Terrassen und die Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren sind UNESCO-Weltkulturerbe.

Heute verfallen viele Terrassen, da der arbeitsintensive Anbau zu aufwändig und somit nicht mehr konkurrenzfähig ist. Die philippinischen Reisterrassen wurden 2001 in die Rote Liste des gefährdeten Welterbes eingetragen.

Verkehrswege[Bearbeiten]

Auf Terrassen verläuft die alte Gotthardstraße oberhalb von Airolo.

Als Verkehrsweg angelegte Terrassen werden Bermen genannt. Die Anlage von Straßen und Eisenbahnstrecken an Berghängen erhöht die Erosionsgefahr. Last und Erschütterungen der Fahrzeuge können zu Bergrutschen führen. Die steilen Terrassenstufen können leicht ausgeschwemmt werden, sofern keine Maßnahmen zu ihrer Sicherung getroffen werden. So leitet man auf modernen Gebirgsstraßen wie etwa der Simplonstraße das Regenwasser in eine Kanalisation, statt es oberflächlich ablaufen zulassen.

Bergbau[Bearbeiten]

Terrassen entstehen auch, wo in bergigem Gelände Tagebau betrieben wird. In den Stufen werden die Mineralien abgetragen, auf den Bermen werden sie transportiert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Terrassenfeldbau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien