Terror

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der historischen Entwicklung des Begriffes „Terror“. Zum heutigen Inhalt, siehe Terrorismus. Weitere Bedeutungen unter Terror (Begriffsklärung).
Die brennenden Türme des World Trade Centers bei den Terroranschlägen am 11. September 2001

Der Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. – Laut Resolution 1566 des UN-Sicherheitsrats sind „terroristische Handlungen solche, die mit Tötungs- oder schwerer Körperverletzungsabsicht oder zur Geiselnahme und mit dem Zweck begangen werden, einen Zustand des Schreckens hervorzurufen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder etwa eine Regierung zu nötigen und dabei von den relevanten Terrorismusabkommen erfasst werden“[1].

Das Ausüben von Terror zur Erreichung politischer, wirtschaftlicher oder religiöser Ziele nennt man Terrorismus.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Terror war ursprünglich bei den alten Vordenkern des Liberalismus eine dem Staat zugeschriebene legitime Aktion. Für Thomas Hobbes war der „Schrecken gesetzlicher Bestrafung“ (terror of legal punishment) eine notwendige Voraussetzung eines Staatswesens, dem auf der anderen Seite „der Schrecken der Macht“ (the terror of some power) entsprach.

Am Vorabend der Französischen Revolution (1789) empörten sich die Aufklärer und warfen der Monarchie vor ein terroristisches Schreckensregiment (par la terreur) zu sein. Auch Voltaire bezeichnet 1769 die staatlich inszenierte öffentliche Folterpraxis vor Hinrichtungen mit Rädern und Zerreißen bei lebendigem Leibe als „Terrorapparat“ (appareil de terreur). Allerdings waren die französischen Revolutionäre es selbst, die ab 1793 mit Robespierre den Terror als staatliches Machtmittel ausriefen und die Terrorherrschaft ideologisch begründeten.

In einem „Tugendstaat“ seien das Volk durch Vernunft zu leiten und die Feinde des Volkes durch „terreur“ zu beherrschen, so Robespierre am 5. Februar 1794 vor dem Konvent: „Terror ist nichts anderes als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend. Der Terror ist nicht ein besonderes Prinzip der Demokratie, sondern er ergibt sich aus ihren Grundsätzen, welche dem Vaterland als dringendste Sorge am Herzen liegen müssen.“ Dem Exekutivorgan dieses Staatsterrors, dem Pariser Revolutionstribunal, fiel Robespierre noch im selben Jahr schließlich selbst zum Opfer.

Umgangssprachlicher Gebrauch[Bearbeiten]

Der Begriff Terror findet sich heute in zahlreichen Wortzusammensetzungen (z. B. Telefonterror, Psychoterror) auch in der Umgangssprache wieder, wo er häufig für aggressive Umgangsformen oder extreme Belästigung steht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Fischer (Hrsg.): Reden der Französischen Revolution. Dtv, München 1989, ISBN 3-423-02959-5.
  • Norbert Zwölfer: Telekolleg II Geschichte. TR-Verlags-Union, München
  • Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel: Ordnung durch Terror. Bonn 2006, ISBN 3-8012-0368-9.
  • Igmade (Stephan Trüby u.a., Hrsg.): 5 Codes: Architektur, Paranoia und Risiko in Zeiten des Terrors. Basel. Boston, Berlin 2006, ISBN 3-7643-7597-3.
  • Ernst Federn (1999): Versuch einer Psychologie des Terrors. In: Roland Kaufhold (Hg.) (1999): Ernst Federn: Versuche zur Psychologie des Terrors, Gießen (Psychosozial-Verlag), S. 35–75.
  • Roland Kaufhold (2001): Zur Psychologie der Extremsituation: Das Trauma der Verfolgten (B. Bettelheim und E. Federn), in: Roland Kaufhold (2001): Bettelheim, Ekstein Federn: Impulse für die psychoanalytisch-pädagogische Bewegung. Gießen (Psychosozial-Verlag), S. 253-262.
  • Raúl Páramo-Ortega: Fundamentalisten sind immer die Anderen. Freud im Zeitalter des Fundamentalismus. (Erweiterte Fassung 2008) 2008. http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2008/1579/.
  • Yana Milev (2008): Emergency Empire: Transformation des Ausnahmezustands. Springer Verlag, Wien. ISBN 978-3-211-79811-9 [1].
  • Philipp H. Schulte: Terrorismus und Anti-Terrorismus-Gesetzgebung – Eine rechtssoziologische Analyse, Waxmann-Verlag, Münster 2008, ISBN 978-3-8309-1982-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikiquote: Terror – Zitate
 Wiktionary: Terror – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. So referiert von Kai Ambos in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 2. Oktober 2014, Seite 11, unter dem Titel „Wer ist ein Terrorist?“