Terry Fox (Künstler)

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Terry Fox (* 3. Mai 1943 in Seattle, Washington; † 14. Oktober 2008 in Köln) war ein US-amerikanischer Aktionskünstler, Maler und Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Terry Fox besuchte in Issaquah (Washington) bis 1961 die High School. Danach arbeitete er ein Jahr lang beim Flugzeughersteller Boeing, um ein Kunststudium in Rom finanzieren zu können.[1] Zugleich studierte Fox in Abendkursen an der Cornish School for Allied Arts in Seattle. Seinen ersten europäischen Aufenthalt zum Studium der Malerei hatte er 1962 an der Akademie der Schönen Künste in Rom. Ab 1963 hielt er sich in San Francisco auf. 1968 war Fox für ein Jahr in Paris, wo er die Malerei zugunsten direkter Kunstaktionen aufgab. 1969 kehrte Terry Fox nach San Francisco zurück, um Lehraufträge durchführen zu können. Seit 1970 hatte er eine Vielzahl von Einzelausstellungen in Europa und den USA.

Von 1980 bis 1981 arbeitete Terry Fox als Stipendiat des DAAD im Künstlerhaus Bethanien im Stadtteil Kreuzberg. Angesichts der Berliner Mauer entstand sein Werk Berlin Wall Scored for Sound. 1987 nahm Fox − gemeinsam mit seinem Kollegen Maurizio Nannucci − an einem Symposium teil, das ein Bremer Verein in dem italienischen Bergdorf Formine am Lago Maggiore veranstaltete. Hier entstand das Werk Pyrofilo.[2] Im Jahr 2005 arbeitete Fox für einige Monate als Gast auf dem Barkenhoff in Worpswede.

Fox reflektierte mit seinen Kunstaktionen und Installationen zumeist auf sein eigenes Leben und den Tod: Er litt an einer Krebserkrankung und hatte nach einer Herzoperation eine Nahtoderfahrung. So nannte er eine seiner Installationen in der Saarbrücker Stadtgalerie Ataraxia (dt. Seelenruh, nach Epikur), in der Fox mit Klanginstallationen und weiteren Objekten wichtige Stationen seines Lebens aufzeigt.

Nach Aufenthalten in San Francisco und Lüttich lebte und arbeitete Terry Fox seit 1996 in Köln. Er war verheiratet mit der Filmemacherin und Autorin Marita Loosen.

In Köln existiert seit seiner Gründung im Jahr 2009 der Verein Terry Fox Association e.V. Der Verein hat das Ziel, durch Ausstellungen, Konzerte, Forschungsprojekte und Symposien das Werk des Künstlers sichtbar zu machen. Mitglieder des Vorstandes sind Bernd Schulz, Carsten Seiffarth und Marita Loosen-Fox.

Werk[Bearbeiten]

Der Künstler Fox zählt − wie auch Joseph Beuys, Wolf Vostell und Nam June Paik − zu den Vertretern des Fluxus. Mit seinen Aktionen, bei denen er meistens seinen eigenen Körper einbezieht, polarisiert er das Publikum. Fox wurde als amerikanischer „Protest-Künstler” der 60er und 70er Jahre bezeichnet.

Fox suchte Antworten auf die Frage, was Skulptur ist und experimentierte mit unmittelbaren Formen der Kommunikation. Klang und Sprache sind wiederkehrende Elemente in seinem vielfältigen Werk, das sich eindeutigen Kategorisierungen entzieht. Der Einsatz alltäglicher, einfacher Materialien (Staub, Klaviersaiten, Sardinenbüchsen) ist charakteristisch für seine ,Skulpturen’, die oft nur für die Dauer ihrer Aufführung existierten. Fox suchte die Zusammenhänge aus dem Labyrinth des Innenohrs oder dem Labyrinth der Kathedrale von Chartres in seinen Medien darzustellen oder auch aus Pangrammen. Das Durchleben von Krankheit bzw. damit verbundener Isolation wurde zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen Arbeit. Die körperliche Erfahrung (die eigene wie die des Publikums) war zentrales Element seiner Aktionen, Performances und Klanginstallationen.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eva Schmidt (Hrsg.): Ocular Language. Terry Fox - 30 Jahre Reden und Schreiben über Kunst. Salon, Köln 2000, ISBN 3-89770-092-1
  •  Terry Fox, Matthias Osterwold, Eva Schmidt und Bernd Schulz: Works with Sound. Kehrer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3933257042 (Taschenbuch).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Dieter Mahlstedt: Zeitlebens ein Odysseus. In: Weser Kurier vom 10. September 2011, S. 24.
  2. Verein zur Förderung des deutsch-italienischen kulturellen und wissenschaftlichen Austausches Formine e.V.: Formine Symposium '87. Bremen, ohne Jahr u. Seitenzahlen.