Tessa Jowell

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Tessa Jowell (2007)

Tessa Jane Helen Jowell, DBE[1] (Geburtsname: Tessa Jane Helen Palmer; * 17. September 1947 in Marylebone, London, England) ist eine britische Politikerin der Labour Party.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der St Margaret's School for Girls studierte sie an der University of Edinburgh, der University of Aberdeen sowie zuletzt am Goldsmiths College der University of London und war danach erst von 1969 bis 1971 in der Kinderbetreuung tätig. 1970 heiratete sie den Sozialwissenschaftler Roger Jowell, der wie sie selbst von 1971 bis 1986 Mitglied des Rates des London Borough of Camden war und von dem sie 1976 geschieden wurde. Zwischen 1972 und 1974 als Sozialarbeiterin beschäftigt, ehe sie von 1974 bis 1986 stellvertretende Direktorin von MIND war, einer Wohlfahrtsorganisation für geistig Kranke. 1979 heiratete sie ihren zweiten Ehemann, den Rechtsanwalt David Mills, und trennte sich von diesem im Jahr 2006. Zwischen 1987 und 1990 war sie als Leitende Forschungswissenschaftlerin tätig.

Bei den Unterhauswahlen vom 9. April 1992 wurde sie für die Labour Party erstmals als Abgeordnete in das House of Commons gewählt und vertrat dort zunächst bis zum 1. Mai 1997 den Wahlkreis Dulwich. Seit der Unterhauswahl vom 1. Mai 1997 vertritt sie den Wahlkreis Dulwich and West Norwood im Unterhaus.

Nach dem Wahlsieg der Labour Party bei den Unterhauswahlen 1997 wurde sie zunächst Staatsministerin im Gesundheitsministerium und dann von 1999 bis 2001 Staatsministerin im Ministerium für Bildung und Beschäftigung. Nach der Bestätigung der Labour-Regierung bei den Unterhauswahlen am 7. Juni 2001 wurde sie von Premierminister Tony Blair als Nachfolgerin ihres innerparteilichen Konkurrenten Chris Smith zur Ministerin für Kultur, Medien und Sport ernannt und behielt dieses Amt bis Juni 2007. Während dieser Zeit war sie zugleich von Mai 2005 bis Mai 2006 Ministerin für Frauen. Im Juli 2005 übernahm sie auch das Amt der Ministerin für die Olympischen Spiele 2012 in London und nahm diese Aufgabe bis zum Ende der Labour-Regierungen im Mai 2010 wahr, wobei sie während ihrer Amtszeit eine Reduzierung der wachsenden Kosten einleiten musste.[2] Als Kulturministerin gehörte sie zu den Förderern der in Shanghai betriebenen und im Jahr 2006 eröffneten Kunstgalerie Island6. In ihrer Funktion als Sportministerin warb sie, wenn auch später ohne Erfolg, für eine Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in England.[3]

Im Juni 2007 wurde sie von Gordon Brown, dem Nachfolger Blairs als Premierminister, zur Generalzahlmeisterin (Paymastress General) ernannt und behielt dieses Amt bis zum Ende von Browns Amtszeit im Mai 2010. Zugleich war Tessa Jowell von Juni 2007 bis Oktober 2008 und erneut zwischen Juni 2009 und Mai 2010 Minister für London. Außerdem war sie von Juni 2009 bis Mai 2010 als Ministerin im Kabinettsamt auch eine der engsten Mitarbeiterinnen von Premierminister Brown.

Bereits während ihrer Amtszeit als Ministerin kam es wiederholt zu – letztlich allerdings nicht nachgewiesenenen – Vorwürfen und Kontroversen über finanzielles Fehlverhalten ihres damaligen Ehemanns David Mills im Zusammenhang mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.[4][5]

Nach der Wahlniederlage der Labour Party bei den Unterhauswahlen vom 6. Mai 2010 wurde sie von der damaligen kommissarischen Vorsitzenden der Labour Party, Harriet Harman, als Schatten-Ministerin für Kabinettsangelegenheiten in das Schattenkabinett berufen und behielt diese Funktion bis Oktober 2010 und ist daneben seit Mai 2010 Schatten-Ministerin für die Olympischen Spiele 2012. Seit Januar 2011 ist sie wiederum Schatten-Ministerin für Kabinettsangelegenheiten im Schattenkabinett des neuen Labour-Vorsitzenden Ed Miliband.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. London Gazette 16. Juni 2012
  2. FOCUS: Olympia – Sportpolitik: Londons Olympia-Organisatoren reduzieren Kosten (27. November 2006)
  3. FOCUS: WM 2018: Beckenbauer wirbt für England (12. Februar 2007)
  4. FOCUS: GROSSBRITANNIEN: Talfahrt ohne Ende (8. Mai 2006)
  5. FOCUS: Korruptionsvorwurf: Berlusconi erneut vor Gericht (13. März 2007)