Testakte

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Die Testakte (englisch Test Act, „Probe“) war ein Gesetz, das das englische Parlament 1673 von Karl II. erzwang. Es schrieb für jeden staatlichen Beamten – zusätzlich zum Suprematseid (der die oberste Kirchengewalt der Krone betraf) – zwingend noch einen weiteren Eid vor, der auch schriftlich unterzeichnet werden musste. Mit diesem Testeid erklärte der Proband, nicht an die Transsubstantiation zu glauben, also an die katholische Lehre der Umwandlung von Brot und Wein in den wahrhaftigen Leib und in das Blut Christi.

Die Testakte schloss somit bekennende Katholiken und Dissenter nicht nur von allen Staatsämtern, sondern auch von einer Mitgliedschaft im Parlament aus. Mit dem Gesetz reagierte das Parlament auf die Konversion Jakobs, des Herzog von York zum Katholizismus. Es befürchtete, dass der Bruder und voraussichtliche Nachfolger des kinderlosen Königs die Rekatholisierung Englands in Angriff nehmen würde. Nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1685 berief Jakob II. tatsächlich Katholiken in hohe Ämter. Dies trug entscheidend zum Widerstand gegen den neuen König bei, der 1688 in der Glorious Revolution gestürzt wurde.

Erst die Parlamentsakte vom 13. April 1829 hob Testakte und Testeid auf und sorgte für die Emanzipation der Katholiken. Doch waren noch bis 1871 an Universitäten Englands ähnliche Bestimmungen in Kraft, und bis ins 20. Jahrhundert waren die Ämter des Lord Chancellor und des Lord Lieutenant of Ireland Katholiken verschlossen[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus Enzyklopädie. 14. A. 1908. Bd. 15.