Tetovo
| Tetovo Тетово Tetova/Tetovë |
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Mazedonien | |||
| Region: | Polog | |||
| Koordinaten: | 42° 0′ N, 20° 58′ O4220.966666666667469Koordinaten: 42° 0′ 0″ N, 20° 58′ 0″ O | |||
| Höhe: | 469 m. i. J. | |||
| Fläche: | 20 km² | |||
| Einwohner: | 52.915 (2002) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 2.646 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | (+389) 044 | |||
| Postleitzahl: | 1200 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | TE | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2008) | ||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||
| Gliederung: | keine | |||
| Bürgermeister: | Sadi Bexheti (PDSH) | |||
| Webpräsenz: | ||||
Tetovo, mazedonisch Тетово, albanisch auch Tetova, türkisch Kalkandelen, ist die fünftgrößte Stadt Mazedoniens und ist Verwaltungszentrum der gleichnamigen Gemeinde. Sie liegt im Nordwesten des Landes am Fusse des Šar Planina (albanisch Mali i Sharrit).
Tetova wird teilweise als Zentrum der Albaner in Mazedonien angesehen, da hier die wichtigste albanische Universität und viele Organisationen ihren Sitz haben.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Tetovo befindet sich in der Polog genannten Ebene, welche etwa 55 Kilometer lang und zwischen 8 bis 10 Kilometer breit ist. Sie wird von der Šar Planina im Westen, dem Mali i Thatë im Osten und dem Mali Zhede im Süden umrandet, die alle Höhen von über 2000 Meter über Adria erreichen.
Das Klima ist halb-kontinental. So sind die Sommer warm und die Winter kalt. Über das ganze Jahr gibt es reichlich Niederschlag, vor allem aber im Herbst und Frühling.
Die geographischen Gegebenheiten der Region, wie das Klima, das Relief und die geologische Zusammensetzung der Erde ermöglichten eine Hervorbringung von einer Vielzahl an Wasserquellen. So ist Tetovo und die Umgebung eine der wenigen Städte Mazedoniens, die über eigenes sauberes Wasser verfügen.[1]
[Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] Gemeinde
| Gesamt [2] | 86.580 | 100 |
| Albaner | 60.886 | 70.32 % |
| Mazedonier | 20.053 | 23.16 % |
| Roma | 2.357 | 2.72 % |
| Türken | 1.882 | 2.17 % |
| andere | 1.402 | 1.61 % |
[Bearbeiten] Stadt
Im Jahr 2002 hatte die eigentliche Stadt 52.915 Einwohner.[2]
[Bearbeiten] Geschichte
Erste Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Stadtgebiet finden sich aus der Antike. Damals hieß der Ort Euneum. Eine 9 cm lange und 4 cm breite Bronzestatue aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. ist der älteste, gefundene archäologische Fund in der Region. Er stammt aus der Zeit der Illyrer. Die Statue wurde 1933 gefunden und befindet sich heute im Stadtmuseum.[3]
Laut osmanischen Quellen war Kalkandelen - wie der Ort von den Türken genannt wurde - im 15. Jahrhundert ein Händler- und Handwerker-Dorf, welches aber mit deren Eroberung ein weitreichendes Wachstum verzeichnete. So wird Tetovo im Jahr 1689 erstmalig als „Stadt“ bezeichnet. Aus der osmanischen Ära stammen die meisten kulturell wichtigen Bauwerke, so auch die Bibliothek der Arabati-Tekke aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das daneben stehende, ehemalige Hammām und die touristisch interessante Bunte Moschee.[4]
Die St. Kyrill und Methodius-Kirche in der Altstadt wurde 1918 errichtet und 1925 eingeweiht.[5]
[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr
Zur Zeit der Bundesrepublik Jugoslawiens wurde in Tetovo die Textilfabrik Teteks errichtet, welche bis zum Zerfall des Staatenbundes den Hauptanteil der Wirtschaft im Ort ausmachte. Lange Zeit nach dem Zerfall lag die Wirtschaft der Gemeinde Tetovo brach, mittlerweile wurden aber mehrere Kleinunternehmen gegründet, die nicht unerheblich zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen. Unternehmen wie beispielsweise Frigo Teknika exportieren ihre Waren sogar ins Ausland. Der Handel von Ein- und Ausfuhrgütern, Lebensmitteln sowie der Tourismus, hauptsächlich von den ausgewanderten Tetovaren, bilden weitere große Wirtschaftszweige. Investitionen durch die im Ausland lebenden Tetovaren tragen im großen Maße, vor allem im Bau- und Dienstleistungssektor, zum wirtschaftlichen Wachstum bei.[6]
Das Šar Planina zählt zu den bekanntesten Skigebieten in Mazedonien und zieht jährlich zahlreiche Touristen aus ganz Südosteuropa an.[7]
Tetovo ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Die Autobahn aus der Hauptstadt Skopje führt an Tetovo vorbei und führt weiter nach Gostivar (M4). Der Flughafen Skopje ist nur rund 70 km entfernt und schnell über die Autobahn zu erreichen. Der Flughafen Priština ist mit rund 100 km etwas weiter entfernt, verzeichnet jedoch mehr Flüge und bietet zusätzliche Destinationen an. Die Mazedonischen Eisenbahnen betreiben in Tetovo einen Bahnhof, wo täglich Züge aus Gostivar und Skopje anfahren. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Busbahnhof.
[Bearbeiten] Kultur
Geprägt ist die Stadt sowohl durch die Kulturen der verschiedenen Volksgruppen als auch durch die Schönheit der Natur im umliegenden Gebiet. Aus osmanischer Zeit sind viele Überreste erhalten geblieben, die zu den wichtigsten und ältesten Baudenkmälern der Stadt zählen. Das wohl bekannteste Bauwerk ist die Bunte Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Unweit des islamischen Gotteshauses liegt das Kloster-Komplex der Derwische. Die Tekke Arabati-Baba (albanisch Teqja e Arabati-Babës) wurde ursprünglich bereits zwischen 1538 und 1548 zu Ehren des dort verstorbenen Sersem Ali Dede erbaut. Die heutigen Gebäude stammen mehrheitlich aus dem späten 19. Jahrhundert, als allesamt erneuert und ausgebaut wurden. Während der jugoslawischen Zeit war jeglicher Zugang zur Tekke untersagt und die Derwische blieben aus, doch mit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1993 wurden die Türen wieder geöffnet.
Nördlich der Stadt nahe der Straße nach Kosovo befindet sich das mazedonisch-orthodoxe Kloster von Lešok.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Tetovo hat eine abwechslungsreiche Geschichte zu verzeichnen, was sich auch am Stadtbild und dessen Architektur auswirkte. Es wurden in den verschiedenen Epochen zahlreiche Bauwerke und Monumente errichtet, die heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen. Obwohl die eigentliche Altstadt ihren ursprünglichen Glanz durch einige Neubauten verlor, konnten die berühmtesten Bauwerke einem Abriss entkommen. So sticht der historische Stadtkern am Fluss Pena (albanisch auch Artat genannt) neben der 1495 errichteten Bunten Moschee, der Tekke Arabati-Baba aus dem 16. Jahrhundert auch mit dem Uhrturm heraus. Nördlich auf dem Hügel Baltepe bei 800 Metern Höhe liegt die Festung von Tetovo. Sie wurde 1820 durch den lokalen Pascha Abdurrahman Pasha angelegt.
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt zudem die Kirche „St. Kyrill und Methodius“, die 1925 eingeweiht wurde.
[Bearbeiten] Bildung
Tetovo ist regionales Bildungszentrum. Dort stehen insgesamt fünf Vorschulen, zwölf Grundschulen, vier Mittelschulen und ein Gymnasium.
1994 wurde die Universität Tetovo als private albanische Initiative gegründet. Die erste albanische Hochschule des Landes war in der Folge immer wieder Konfliktherd und Streitpunkt bei den ethnischen Spannungen zwischen Albanern und Mazedoniern. Seit der Anerkennung durch die Regierung im Jahr 2004 ist sie eine der vier Staatlichen Universitäten.
Im November 2002 wurde als Pionierin zudem die South East European University eröffnet, die erste private Universität des Landes.
[Bearbeiten] Flagge
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Tetovo führt eine horizontale Trikolore mit einem breiten roten und jeweils einen schmalen schwarzen und gelben Streifen. Rot ist eine Farbe, die bei beiden der größten Ethnien in Tetovo, Albaner und Mazedonier traditionell verwendet wird. Bei den Albanern in Verbindung mit Schwarz, bei den Mazedoniern in Verbindung mit Gelb.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Big Mama (*1986), Sängerin und Comedian
- Blaga Aleksova (1922—2007), Archäologin
- Blerim Džemaili (*1986), Schweizer Fußballspieler
- Branko Gapo (1931—2008), Theater-, Fernseh-und Filmregisseur[8]
- Elita 5, Pop-Rock-Band
- Harun Isa (*1969), Fußballspieler
- Hayrullah Fişek (1885—1975), General in der osmanischen Armee
- Isuf Sherifi (*1967), Dichter
- Jovan Pavlovski (*1937), Dichter
- Jon Isaja (1915—1993), Theater-, Film-und Fernsehschauspieler
- Spend Abazi (*1978), dänischer Profiboxer
- Bajram Fetai (*1985), Fußballspieler
- Shpat Kasapi (*1985 in Veshalla, Dorf in der Gemeinde Tetovo), albanischer Popsänger
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Pozita gjeografike dhe klima in: tetova.gov.mk (albanisch, englisch und mazedonisch), zuletzt abgerufen am 8. Februar 2012
- ↑ a b Popis na naselenieto, domaḱinstvata i stanovite vo Republika Makedonija, 2002. S. 35.
- ↑ Menada e Tetovës
- ↑ Vështrimi historik in: tetova.gov.mk (albanisch, englisch und mazedonisch), zuletzt abgerufen am 8. Februar 2012
- ↑ Monumentet historike in: tetova.gov.mk (albanisch), zuletzt abgerufen am 8. Februar 2012
- ↑ Ekonomia in: tetova.gov.mk (albanisch, englisch und mazedonisch), zuletzt abgerufen am 8. Februar 2012
- ↑ Turizmi in: tetova.gov.mk (albanisch, englisch und mazedonisch), zuletzt abgerufen am 8. Februar 2012
- ↑ Најдолгиот пат на Бранко Гапо Докуменрарец за Бранко Гапо