Tetrachloridogoldsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur des Tetrachloridoaurat-Ions H+
Allgemeines
Name Tetrachloridogold(III)-säure
Andere Namen
  • Chloridogoldsäure
  • Hydrogentetrachloridoaurat(III)
  • Tetrachlorogoldsäure
Summenformel HAuCl4
CAS-Nummer
  • 16903-35-8 (wasserfrei)
  • 16961-25-4 (Trihydrat)
Kurzbeschreibung

gelb-oranger Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 339,786 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,9 g·cm−3[1]

Löslichkeit

in Wasser löslich[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Hydrat

05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​314​‐​317
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][4]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34​‐​43
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Tetrachloridogoldsäure, HAuCl4 ist eine chemische Verbindung von Gold und Chlor und ein wichtiger Ausgangsstoff für andere Goldverbindungen.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Die einfachste und wichtigste Gewinnungsart von Tetrachloridogoldsäure ist die Auflösung von elementarem Gold in Königswasser, einer Mischung aus Salz- und Salpetersäure. Die ebenfalls entstehenden nitrosen Gase müssen durch Abrauchen mit Salzsäure entfernt werden.[5]

\mathrm{2\ Au + 2\ NOCl + 3\ Cl_2 + 2\ HNO_3 \rightarrow} \mathrm{2\ HAuCl_4 + 4\ NO_2}

Eine weitere Möglichkeit, Tetrachloridogoldsäure darzustellen, ist die Reaktion von Gold(III)-chlorid und Salzsäure.[5]

\mathrm{AuCl_3 + HCl \longrightarrow HAuCl_4}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Tetrachloridogoldsäure kristallisiert in langen, hellgelben Nadeln, die in feuchter Umgebung leicht zerfließen. In Wasser und Ethanol löst sie sich leicht.[5] Es besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P21/c (a = 6,57, b = 11,6, c = 15,0 Å, ß = 104°).[6]

Kristalle der Tetrachloridgoldsäure

Verwendung[Bearbeiten]

Da sich Tetrachloridogoldsäure leicht gewinnen lässt, dient sie als Ausgangssubstanz zur Herstellung anderer Goldverbindungen. In der Photographie wird sie für Tonbäder verwendet, um einen goldfarbenen Farbton des Fotos zu erhalten. Auch für die Vergoldung kann Tetrachloridogoldsäure eingesetzt werden.[5]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gelangt Tetrachloridogoldsäure auf die Haut, wird diese unter Blasenbildung verätzt. Scheint zusätzlich Licht auf die betreffende Stelle, bilden sich violette Flecken.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Tetrachloridogoldsäure-Hydrat bei AlfaAesar, abgerufen am 31. Januar 2010 (JavaScript erforderlich)..
  2. a b Datenblatt Gold(III) chloride hydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Eintrag zu CAS-Nr. 16903-35-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. November 2008 (JavaScript erforderlich).
  5. a b c d e Gold-Verbindungen. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Mai 2014.
  6.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie, Band II, Seite 1014. 1978, ISBN 3-432-87813-3.