Tetrakonchos

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Vierapsidenkirche von Gursaden mit einem weißen Anbau anstelle der vierten Apsis[1] [2]
Die als Tetrakonchos erbaute Kapelle St.Croix

Als Tetrakonchos (auch: Vierkonchenanlage, Vierkonchenchor oder Vierapsidenkirche) wird eine architektonische Bauform mit vier Konchen, also halbrunden Apsiden bezeichnet. Die Apsiden sind beim Tetrakonchos an den vier Seiten des Kirchengebäudes angeordnet, während sie bei Dreiapsidenkirchen oft nebeneinander an einer Gebäudewand liegen.

Bauform und Beispiele[Bearbeiten]

Ein Tetrakonchos ist eine Variante des Zentralbaus, wobei die an die Vierung eines Kirchengebäudes anschließenden Arme gleich lang sind und in Apsiden oder in einem Chor enden. Zusätzlich können weitere Nischen und runde Eckräume angebaut sein.

Dieser Kirchentyp ist eine originäre Schöpfung des südlichen Kaukasus und wurde dort während einer relativ kurzen Zeit gebaut.[3] Dazu gehören beispielsweise:

Monokonchos bis Oktokonchos[Bearbeiten]

Monokonchen sind Kreuzkuppelkirchen mit drei als Rechteck ausgebildeten Armen und einer halbrunden Apsis im Osten (Lmbatavank, Armenien, 7. Jahrhundert). Bei Trikonchenanlagen ist der Westteil zu einer rechteckigen Grundfläche vergrößert (Beispiel: Muttergotteskirche in Talin, Armenien, 7. Jahrhundert). Sechs- und Achtkonchenkirchen kamen in der frühbyzantinischen Architektur und selten in Armenien vor. Als Hexakonchos (sechs Konchen) wurde im 10. Jahrhundert die Kirche des Heiligen Gregor in Ani sowie als Oktokonchos (acht Konchen) die Sorawor-Kirche bei Jeghward aus dem 7. Jahrhundert und die Erlöserkirche in Ani von 1036 errichtet. Die ungewöhnliche Zahl von sieben Konchen (Heptakonchos) besitzt die armenische Kirche von Irind aus dem 7. Jahrhundert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeichnung der archäologischen Ausgrabungen in Gurasada von 1977, 1983 und 1984.
  2. a b Ion Motzo-Chicideanu: Gurasada (1250).
  3. a b Roman Ivanovič Hildebrandt: Die Sioni-Kirche von Ateni
  4. Alla Ilʹinichna Romanchuk und Heinz Heinen: Studien zur Geschichte und Archäologie des byzantinischen Cherson. Seite 75 und 79.
  5. Gábor Barta, István Bóna, Béla Köpeczi, László Makkai, Ambrus Miskolczy, András Mócsy, Katalin Péter, Zoltán Szász, Endre Tóth, Zsolt Trócsányi, Ágnes R. Várkonyi und Gábor Vékony: Siebenbürgen im frühen ungarischen Königreich (1003–1172)