Tettau (Brandenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tettau
Tettau (Brandenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tettau hervorgehoben
51.43305555555613.73305555555694Koordinaten: 51° 26′ N, 13° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Amt: Ortrand
Höhe: 94 m ü. NHN
Fläche: 8,8 km²
Einwohner: 803 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01945
Vorwahl: 03574
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 316
Adresse der Amtsverwaltung: Altmarkt 10
01990 Ortrand
Webpräsenz: www.tettau-osl.de
Bürgermeister: Siegmar Petrenz (Wirtschaft-Kultur-Sport)
Lage der Gemeinde Tettau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Sachsen Cottbus Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Elbe-Elster Landkreis Spree-Neiße Landkreis Teltow-Fläming Altdöbern Bronkow Calau Frauendorf (Amt Ortrand) Großkmehlen Großräschen Grünewald Guteborn Hermsdorf (bei Ruhland) Hohenbocka Kroppen Lauchhammer Lindenau (Oberlausitz) Lübbenau/Spreewald Luckaitztal Neupetershain Neu-Seeland Ortrand Ruhland Schipkau Schwarzbach (Lausitz) Schwarzheide Senftenberg Tettau (Brandenburg) Vetschau/SpreewaldKarte
Über dieses Bild

Tettau ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden Brandenburgs und Teil des Amtes Ortrand.

Geografie[Bearbeiten]

Tettau liegt in der Oberlausitz östlich an der Grenze zum Schraden. Der Ort liegt an der westlichen Grenze des Landkreises. Nördlich fließt die Schwarze Elster und südlich die Pulsnitz.

Die Stadt Lauchhammer grenzt im Norden an Tettau, im Osten die Stadt Ruhland und der Ort Frauendorf mit den Heidehäusern. Im Süden liegen Lindenau und Ortrand. Westlich Tettaus beginnt der Landkreis Elbe-Elster mit der Gemeinde Schraden

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Tettau wurde erstmals im Jahr 1220 erwähnt, als in einer Urkunde der Zeuge Lupoldus de Tettowe genannt wird. Der Ortsname des als Straßendorf angelegten Ortes kann als Auort gedeutet werden, das Dorf lag in der Spitze der Oberlausitz und war Eckposten gegenüber Mückenberg (heute Teil von Lauchhammer). Der Ortsname entwickelte sich von Tetthaw 1451 über Tetaw 1455 und Tettaw 1499 zu Tetten im Jahr 1590 und Tettau 1604.

Ab 1370 gehört Tettau zu den Ländern der Krone Böhmens. Ab 1530 war der Ort nach Lindenau eingepfarrt. 1611 war es ein Vorwerk des Ritterguts Ruhland und ab 1679 gehörte das Dorf zum Rittergut Lindenau. Im Jahr 1802 brannte das Herrenhaus in Tettau ab. In der frühen Neuzeit begannen die Tettauer, die feuchten Niederungen des angrenzenden Schradens durch die Anlage von Gräben urbar zu machen. Jedoch wurde erst im 19. Jahrhundert mit dem Eindeichen der Schwarzen Elster und der Pulsnitzbegradigung das Gebiet trockengelegt.

Im Zuge des Wiener Kongress kam Tettau 1815 vom Königreich Sachsen an das Königreich Preußen und gehörte hier bis zum Jahr 1825 zur Provinz Brandenburg und später zum Landkreis Hoyerswerda in der Provinz Schlesien. Im Jahr 1911 wurden der Friedhof und der Sportplatz angelegt. Im Jahr 1952 wurde Tettau mit dem gesamten Gebiet um Ortrand an den neu gegründeten Kreis Senftenberg angegliedert. Ein Jahr späte, 1953, wurde das Wasserwerk gebaut.

Am 19. Mai 1974 wurden die benachbarten Dörfer Frauendorf und Lindenau nach Tettau eingegliedert. Lindenau wurde am 6. Mai 1990 aus Tettau ausgegliedert und eigenständige Gemeinde. Vom 5. zum 6. Dezember 1993 erfolgte die Ausgliederung Frauendorfs. Seit 1992 gehört Tettau zum Amt Ortrand.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Aufgrund der Eingliederung von Lindenau und Frauendorf nach Tettau von 1974 bis 1990 beziehungsweise 1993 sind die Einwohnerzahlen von 1971 zu 1981 überproportional angestiegen und von 1990 und 1993 abgefallen.

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Tettau:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[2]
Jahr Einwohner
1875 300
1890 340
1925 436
1933 506
1939 589
1946 678
1950 765
1964 873
1971 980
1981 1095
Jahr Einwohner
1985 1062
1989 963
1990 948
1991 910
1992 902
1993 1014
1994 996
1995 1001
1996 995
1997 973
Jahr Einwohner
1998 972
1999 946
2000 932
2001 917
2002 915
2003 902
2004 892
2005 881
2006 857
2007 841
Jahr Einwohner
2008 834
2009 827
2010 828
2011 826
2012 803

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[3].

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde besteht aus 10 Ratsmitgliedern.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 14. März 1996 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau eine goldene Spitze, darin zwei blaue Wellenbalken überhöht von einem blauen Wassertropfen.“[4]

Die Wappenfarben symbolisiert die Verbundenheit mit der Oberlausitz, deren Wappenfarben blau und gold übernommen wurden. Der Wassertropfen steht für die wasserwirtschaftliche Bedeutung des Ortes.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tiefster Punkt der Oberlausitz bei Tettau

Die 1954 in Holzbauweise errichtete Martin-Luther-Kapelle wurde 1991 in fester Bauweise errichtet.

Im Sommer findet in Tettau ein Musikfest statt, das vom Schalmeienorchester veranstaltet wird.

Der Tettauer Oberwald ist ein Flächennaturdenkmal, an der Grenzpulsnitz wurde das Biotop Bleichplan angelegt.

Grundstein für den tiefsten Punkt der Oberlausitz an der Elsterbrücke zwischen Lauchhammer-West und Schraden, eingeweiht am 23. Juni 2013 [5].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tettau liegt im Trinkwasserschutzgebiet. Im Ort steht ein Wasserversorgungswerk. Es gehörte zu den größten der DDR. Heute ist es das größte Wasserwerk in Brandenburg.

Östlich Tettaus verläuft die A 13 und nördlich die Bundesstraße 169 von Ruhland nach Plessa.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Betriebswirtschaftler Heinrich Nicklisch wurde am 19. Juli 1876 in Tettau geboren. 133 Jahre später wurde am 19. Juli 2009 an seinem Geburtshaus eine Bronzegedenktafel für Nicklisch im Beisein seiner Enkel eingeweiht.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gebietsstand Januar 2013
  3. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  4. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  5. Die Oberlausitz ist auch Brandenburg, Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 15. Juni 2013
  6. Tettauer erinnern an Heinrich Nicklisch Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 18. Juli 2009

Weblinks[Bearbeiten]