Teufel von Loudun

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Dieser Artikel behandelt die historische Hexenverfolgung. Für die Oper von Krzysztof Penderecki siehe Die Teufel von Loudun.

Die Angelegenheit um die sogenannten Teufel von Loudun oder auch die Besessenen von Loudun ist eine von Kardinal Richelieu in den 1630er Jahren gegen den katholischen Priester Urbain Grandier, Pfarrer der Kirche Sainte Croix in Loudun im Bistum Poitiers in Frankreich, eingeleitete Hexenverfolgung.

Geschichte[Bearbeiten]

1632 beschuldigten die Nonnen des Klosters der Ursulinen von Loudun den Priester Urbain Grandier, von ihm verhext worden zu sein. Dieser hatte ein ungestümes Pamphlet gegen Richelieu gerichtet und widersetzte sich standhaft der von diesem verlangten Zerstörung der Stadtmauern. Auf Verlangen von Richelieu wurde ein Hexenprozess gegen ihn eingeleitet, man nahm zahlreiche Teufelsaustreibungen an den Nonnen vor, und am 18. August 1634 wurde Urbain Grandier zum Tode verurteilt, gefoltert und verbrannt.

Wichtige Aufschlüsse über die Ereignisse liefern die Memoiren der Nonne Jeanne des Anges bzw. Johanna von den Engeln (Madame de Beclier), die erstmals 1866 auf Französisch unter dem Titel Autobiographie d'une Hystérique Possédée erschienen.

Bücher, Filme und Vertonungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Träume von Rosen und Feuer (Drömmar om rosor och eld) (1949), von Eyvind Johnson
  • Die Teufel von Loudun (The devils of Loudun) (1952), von Aldous Huxley
  • La possession de Loudun von Michel de Certeau (1970), Neuauflage 2005 bei Gallimard in der Sammlung Folio Histoire
  • Rosa Schudel-Benz: Die Besessenen von Loudun. Ein Prozeß aus der Zeit Richelieus. Beck, München, 1927 (Stern und Unstern. Eine Sammlung merkwürdiger Schicksale und Abenteuer, 9. Buch)
  • Nicolas Aubin: Geschichte der Teufel von Loudun oder der Besessenheit der Ursulinen und von der Verdammung und Bestrafung von Urbain Grandier, Pfarrer derselben Stadt. Birkenau/Scheden, Emig/Gauke, o.J. (Materialien zum Phänomen des „Bösen“, Band 1) (Nicolas Aubin war protestantischer Pastor und emigrierte nach der Widerrufung des Edikts von Nantes nach Holland.)
  • Memoiren der Jeanne des Anges (Madame de Beclier):
    • Soeur Jeanne des Anges: Autobiographie d'une Hystérique Possédée. Paris 1886
    • Jeanne des Anges (= Madame de Beclier): Memoiren einer Besessenen. Hrsg. von Hanns Heinz Ewers. Stuttgart: Lutz 1911, 2. Aufl. (Rara: eine Bibliothek des Absonderlichen; Bd. 2).
    • Jeanne (des Anges): Memoiren einer Besessenen. Mit einem Essay über 2 weitere Fälle religiösen Wahns, [Roman]. Soeur Jeanne. Hrsg. von Michael Favin, Nördlingen: Greno-Taschenbuch-Verlag 1989; ISBN 3891909144

Musik[Bearbeiten]

Oper

  • Krzysztof Penderecki: Die Teufel von Loudun Oper in drei Akten. Nach The Devils of Loudun von Aldous Huxley in der Dramatisierung von John Whiting. Mainz, London u. New York, B. Schott's Söhne, (1969). Unter Benutzung der deutschen Übertragung von Erich Fried. Textbuch. Edition Schott 6356. (Die Oper entstand als Auftragsarbeit der Hamburgischen Staatsoper.)

Anderes

  • Untoten: Die Nonnen von Loudun (Doppelalbum von 2007)
  • Schloss Tegal: The Brides of Loudun (vom Album The Soul Extinguished)

Film und Fernsehfilm[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]