Großes Höllental

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Das Große Höllental in Richtung Talausgang. Links die Klobenwand, rechts die Loswand und im Hintergrund der westliche Teil des Schneebergmassivs. Rechts hinten das Klosterwappen, Niederösterreichs höchster Gipfel.

Das Große Höllental in Niederösterreich ist ein offener Felskessel und ein Nebental des Höllentals an der Nordostseite des Raxmassivs nächst dem Weichtalhaus.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der steilwandige Felskessel in Nord-Südrichtung hat eine Länge von rund vier Kilometern. Westseitig ist das Tal durch die Klobenwand begrenzt, die zum Gemeindegebiet von Schwarzau im Gebirge gehört; ostseitig durch die Loswand, welche sich auf dem Gemeindegebiet von Reichenau an der Rax befindet.

Das Tal ist zur nördlich gelegenen Schwarza offen (auf etwa 540 m ü. A.), jedoch eingezäunt und nur über die Schönbrunner-Stiege zugänglich. Beim Taleingang nächst der Höllental Straße befindet sich ein Denkmal für die Ursprungsquellen der I. Wiener Hochquellenwasserleitung mit der Inschrift: „Ursprung der Quellen beim Großen Höllenthale – Die Einbeziehung in die Kaiser Franz Josef Hochquellenleitung ist unter dem Bürgermeister Dr. Johann Nep. Prix erfolgt. 1893“.

Der südwestliche Talschluss ist im Bereich der Wolfgang-Dirnbacher-Hütte auf 1477 m. Südostseitig beim Talschluss wurde 1910 auf einer Felsnase (1620 m) die sogenannte Höllentalaussicht mit einer Gedenktafel an die Wirtin des Otto-Schutzhauses vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein errichtet.

Oberhalb der Klobenwand ist parallel zur Längsachse des Großen Höllentals der Rudolfsteig angelegt und ostseitig der Wachthütt(e)lkammsteig. Aus dem Tal selbst führt kein Wanderweg zur Hochebene des Raxmassivs, jedoch fünf teils mäßig schwierige Klettersteige.[1]

Steige[Bearbeiten]

Rudolfsteig[Bearbeiten]

Der Rudolfsteig wurde 1920 vom Österreichischen Gebirgsverein errichtet.[2] Ein teilweise steiler Wanderweg, der meist am oberen Rand der Felsen der Klobenwand entlangführt. Ausgangspunkt ist die Höllentalstraße nächst dem Weichtalhaus, der Endpunkt befindet sich beim Klobentörl auf 1648 m, dabei werden rund 1100 Höhenmeter überwunden.

Wachthütt(e)lkammsteig[Bearbeiten]

Dieser wurde am Wachthütt(e)lkamm 1906 von der alpinen Gesellschaft D’Speckbacher errichtet.[2] Ein sehr einfacher Klettersteig - eher ein Wanderweg -, der nur durch die vielen flachen Leitern im unteren Bereich die Schwierigkeitsstufe A von Klettersteigen[3] erreicht. Der Einstieg des Steigs befindet sich bei der Höllentalstraße kurz vor einer Lawinengalerie nächst dem Weichtalhaus. Der „verlängerte“ Endpunkt ist das Otto-Schutzhaus auf 1642 m, dabei müssen rund 1100 Höhenmeter bewältigt werden.

Alpenvereinssteig[Bearbeiten]

Der Einstieg des Alpenvereinssteiges

Der Klettersteig mit einer Schwierigkeitsstufe B[3] führt vom hinteren Talboden zur Höllentalaussicht (1620 m). Er wurde auf Veranlassung von Camillo Kronich (1876–1958) zwecks direktem Zugang vom Großen Höllental zum Otto-Schutzhaus (1644 m), dessen Pächter er war, um 1910/12 vom Wiener Schlossermeister August Cepl errichtet.[4] Der Einstieg erfolgt auf rund einer Höhe von 1000 m über fünf steile Leitern bei der Ceplwand.

Hoyossteig[Bearbeiten]

Der Hoyossteig wurde auf Veranlassung von Ernst Karl Graf Hoyos-Sprinzenstein (1856–1940) im Jahr 1912 errichtet. Der Klettersteig mit einer Schwierigkeitsstufe A/B[3] überwindet die Klobenwand an der Westseite des Großen Höllentals und führt von etwa der Mitte des Talkessels zum Rudolfsteig hinauf.[5]

Teufelsbadstubensteig[Bearbeiten]

Der Ursprung dieses Steigs im klassischen Stil ist ein Jagdsteig, den Erzherzog Johann 1802 anlegen ließ. Nachdem dieser in Vergessenheit geriet, ließ der Österreichische Touristenklub 1894 eine Steiganlage errichten.[6] Der Klettersteig mit einer Schwierigkeitsstufe B[3] überwindet die ostseitige Felswand des Großen Höllentals. Er führt von etwa der Mitte des Talkessels über die Loswand hinauf zum Wachthütt(e)lkammsteig.

Weitere Steige[Bearbeiten]

  • Gaislochsteig (Listlsteig); dieser führt vom hinteren Talboden über den südwestlichen Talschluss (Geißloch) auf die Wolfgang-Dirnbacher-Hütte (1477 m) und bietet im Winter Eiskletterei.
  • Gustav-Jahn-Steig; dieser Steig, der nach dem Wiener Hochalpinisten und Maler Gustav Jahn benannt ist und eine Schwierigkeitsstufe B[3] hat, ist eine Querverbindung vom Alpenvereinssteig zum Gaislochsteig. Er wurde ebenfalls, so wie der Alpenvereinssteig, auf Veranlassung von Camillo Kronich vom Schlossermeister August Cepl errichtet und im Jahr 1911 eröffnet.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großes Höllental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klettersteigatlas Alpen; Bergverlag Rother, 6. Auflage, München 2010, ISBN 978-3-7633-8087-9, S. 117 in der Google-Buchsuche
  2. a b Der Standard: Rund um das Große Höllental; abgerufen am 11. Okt. 2010
  3. a b c d e Schwierigkeitsstufenangabe lt. Klettersteigführer Österreich; Alpinverlag, 2. Auflage, Bad Häring 2008, ISBN 978-3-9500920-8-0
  4. Sonnabend.at: Alpenvereinssteig (A-B); abgerufen am 12. Okt. 2010
  5. Klettersteigführer Österreich; Alpinverlag, 2. Auflage, Bad Häring 2008, ISBN 978-3-9500920-8-0, S.391
  6. Klettersteigatlas Alpen; Bergverlag Rother, 6. Auflage, München 2010, ISBN 978-3-7633-8087-9, S. 118 in der Google-Buchsuche
  7. Naturfreunde Währing: Gustav - Jahn - Steig; abgerufen am 12. Okt. 2010

47.74138888888915.7563888888891000Koordinaten: 47° 44′ 29″ N, 15° 45′ 23″ O