Texas Instruments

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Texas Instruments Incorporated
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Rechtsform Incorporated
ISIN US8825081040
Gründung 6. Dezember 1930 (als Geophysical Service)
Sitz Dallas, Vereinigte Staaten
Leitung Richard K. Templeton, Vorsitzender, Präsident und CEO
Mitarbeiter 32.209 (2013)[1]
Umsatz 12,21 Mrd. USD (2013)[1]
Branche Elektronik, Halbleiter, Taschenrechner
Website www.ti.com

Die Texas Instruments Incorporated, häufig auch als TI bezeichnet, ist eines der größten US-amerikanischen Technologieunternehmen. Der Sitz ist in Dallas, Texas. Der europäische Hauptsitz des Konzerns befindet sich im oberbayerischen Freising. TI ist weltweit einer der größten Halbleiter-Hersteller, mit Stand 2013 auf Platz 7.[2]

Texas Instruments stellt hauptsächlich Halbleiter her, bestehend aus einer großen Produktvielfalt von digitalen Signalprozessoren, Mikrocontrollern, Mehrkernprozessoren und Taschenrechnern. Ein weiterer Geschäftsbereich sind die Digital-Light-Processing-Chips (DLP) für Projektoren.

Geschichte[Bearbeiten]

Einfahrt zum Hauptsitz von Texas Instruments in Dallas, Texas
Ein Büro von Texas Instruments in Kalifornien

Das Unternehmen wurde 1951 von Cecil Howard Green, Jon Erik Jonsson, Eugene McDermott und Henry Bates Peacock gegründet und ging aus dem Vorläuferunternehmen Geophysical Service Incorporated (GSI) hervor, welches von Eugene McDermott im Jahr 1930 gegründet wurde. Alle vier Gründungsmitglieder waren Mitarbeiter bei GSI.

Am 18. Oktober 1954 kündigte das Unternehmen das weltweit erste Transistorradio an, das von ihr entwickelt worden war, jedoch von einer anderen Firma vertrieben, zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kam. Siehe Regency TR-1.

1958 wurde bei Texas Instruments von Jack S. Kilby der erste integrierte Schaltkreis („integrated circuit“, IC) entwickelt und in den 1960er Jahren folgten die TTL-Chips der „7400er“-Serie. Anfangs waren das ICs mit einigen wenigen, einfachen Logikfunktionen (NAND-Gatter, NOR-Gatter etc.), die später immer komplexer wurden. Da sich ICs zunächst nur schleppend durchsetzten, entwickelte Kilby 1967 eine darauf basierende kleine Rechenmaschine als Prototyp. Texas Instruments suchte und fand schließlich einen Abnehmer für die neue Technik in der Büromaschinensparte von Canon: Deren "Pocketronic" von 1970 war der erste Taschenrechner mit einer integrierten Schaltung.[3] Im Zuge des dann schnell einsetzenden Erfolgs der Taschenrechner brachte Texas Instruments im April 1972 mit dem TI-2500 Datamath ein erstes eigenes Produkt auf den Markt. Der TI-30 ist einer der ersten erfolgreichen Taschenrechner mit wissenschaftlichen Rechenfunktionen.

Das Unternehmen gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet der Heimcomputer. 1979 brachte der Konzern den wenig erfolgreichen TI-99/4 auf den Markt, der zwar über den fortschrittlichen Mikroprozessor TMS9900 verfügte, aber bloß eingeschränkte Grafikfähigkeiten und eine schwergängige Gummitastatur besaß. Der 1981 der Öffentlichkeit vorgestellte TI-99/4A war dagegen bedeutend erfolgreicher und gilt als weltweit erster für Privatkunden erschwinglicher 16-Bit-Heimcomputer.[4] Mindestens 2,5 Millionen Einheiten des gegenüber dem Vorgängermodell deutlich verbesserten Rechners wurden bis 1984 verkauft.[5]

Auch im Bereich Rüstung war das Unternehmen sehr erfolgreich und entwickelte u. a. die Luft-Boden-Rakete AGM-88 HARM, und im Rahmen des Projekts AAWS-M (Advance Anti-tank Weapon System-Medium) ab 1990 (gemeinsam mit Martin Marietta) eine Panzerabwehrlenkwaffe, die heute als FGM-148 Javelin bekannt ist.[6] Im Jahr 1997 wurde die Rüstungssparte jedoch an Raytheon veräußert.

1997 verkaufte das Unternehmen seine Softwaresparte an Sterling Software, das 2000 von Computer Associates (heute CA, Inc.) übernommen wurde. Im Jahr 2000 übernahm Texas Instruments Burr-Brown, einen der damals führenden und bekannten Hersteller von integrierten Analog-Schaltkreisen.

Heute ist das Unternehmen auch einer der größten Chip-Hersteller weltweit. Im Jahr 2006 wurde TI auf Platz 167 der Global-500-Liste der größten Unternehmen geführt.[7]

Das Unternehmen verkündete am 14. Mai 2009 die Übernahme der auf ARM Microcontroller spezialisierten Firma Luminary Micro.[8] Die in Austin angesiedelte Firma Luminary Micro hatte zu dem Zeitpunkt 65 Mitarbeiter[9] und bot ARM Mikrocontroller mit Cortex M3 Architektur an. Luminary Micro war der erste Lizenznehmer der Cortex-M3-Architektur und bot als erster Hersteller Mikrocontroller dieses Typs mit dem Namen Stellaris an.[10] Für ihre Mikrocontroller erhielt Luminary Micro im Jahr 2006 vier Auszeichnungen der Fachwelt, u. a. von eeTimes und EDN.[11]

Am 5. April 2011 teilte das Unternehmen seine Absicht mit, den Rivalen National Semiconductor für 6,5 Milliarden Dollar (25 Dollar je Aktie) übernehmen zu wollen. Diese Absicht wurde am 23. September 2011 in die Tat umgesetzt.[12]

Ausgewählte Produkte[Bearbeiten]

TI Datamath 2500
Produktgruppe Produkte
Taschenrechner
Programmierbare Taschenrechner
Grafikfähige Taschenrechner

numerisch

Mit Computeralgebrasystem

Halbleiterprodukte
Home-Computer
Organizer
Smartphones
Software
  • Derive – Computer-Algebra-System für MS-DOS und Windows
  • TI-InterActive! – Computer-Algebra-System mit integrierter Textverarbeitung
  • TI-Nspire und TI-Nspire CAS – Computer-Algebra-System, dynamische Geometrie, Tabellenkalkulation, dynamische Statistiksoftware und Textverarbeitung in einem

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Texas Instruments – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2013 (PDF)
  2. Semiconductor Sales Recover in 2013. Abgerufen am 1. März 2014.
  3. 40 Jahre Elektro-Addierer - die ersten Rechenmaschinen auf IC-Basis bei Spiegel Online am 27. Sept. 2007, abgerufen 20. Juni 2014
  4. Vgl. Alex Games u. Kurt D. Squire: „Searching for the Fun in Learning. A Historical Perspective on the Evolution of Educational Video Games“, In: Computer Games and Instruction. Hrsg. v. Sigmund Tobias u. J.D. Fletcher. Charlotte: Information-Age-Publishing (2011), S. 22.
  5. Texas Instruments Model 99/4A Personal Computer. National Museum of American History, abgerufen am 28. Februar 2014.
  6. Pilum High: The Javelin Anti-Armor Missile, Defense Industry Daily. 15. August 2007. 
  7. Texas Instruments ranks No. 167 on the 2006 FORTUNE 500, Fortune. 18. April 2006. 
  8. Holger Heller: Übernahme von Luminary Micro erweitert MCU-Angebot. In: Elektronik Praxis. 15. Mai 2009, abgerufen am 2. August 2012.
  9. Texas Instruments buys Luminary Micro. In: Austin Business Journal. 15. Mai 2009, abgerufen am 2. August 2012.
  10. ARM Welcomes TI Acquisition of Luminary Micro. 15. Mai 2009, abgerufen am 2. August 2012.
  11. Luminary Micro Wins Four Industry Media Awards in 2006 for Stellaris(R) Family of Microcontrollers. 1. Januar 2007, abgerufen am 2. August 2012.
  12. Texas Instruments completes acquisition of National Semiconductor, Texas Instruments. 18. Oktober 2011.