Texas Instruments TI-99/4A

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Texas Instruments TI-99/4A
TI99-IMG 7132.jpg
logo
Hersteller
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Texas Instruments (TI)
Typ Heimcomputer
Veröffent-
lichung
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 1981 (Juni)[1][2][3]
DeutschlandDeutschland 1981 (Juni)[4]
Produktions-
ende
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 1983 (28. Oktober)[5][6][7]
EuropaEuropa 1983 (28. Oktober)[5][6][7]
Neupreis
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 525 US$ (1981)[2]
DeutschlandDeutschland 1.490 DM (1981)[8]
Prozessor 16-Bit-TMS9900
  • 16-Bit-Datenbus
  • 3 MHz Taktfrequenz
Arbeitsspeicher 16 KB DRAM (max. 48 KB)
256 Bytes SRAM (CPU-RAM)
Grafik 8-Bit-TMS9918A (NTSC)
8-Bit-TMS9928A (SECAM)
8-Bit-TMS9929A (PAL)
  • max. 256 × 196 Pixel
  • max. 40 × 24 Zeichen
  • max. 15 Farben
  • max. 32 Sprites
Sound 8-Bit-TMS9919
  • 3 Tongeneratoren
  • 1 Rauschgenerator
Datenträger Steckmodule (max. 30 KB)
Kompaktkassetten
5¼-Zoll-Disketten (SS, SD)
Betriebssystem TI-BASIC-Interpreter (primär)
GPL-Interpreter (sekundär)
Vorgänger TI-99/4 (1979)
Nachfolger TI-99/2 (keine Serienreife)
TI-99/8 (keine Serienreife)

Beim Texas Instruments TI-99/4A (kurz TI-99/4A, umgangssprachlich „Neunundneunziger“) handelt es sich um einen Heimcomputer des US-amerikanischen Technologiekonzerns und zu Beginn der 1980er Jahre weltweit führenden Halbleiterherstellers Texas Instruments (TI). Der mit einem für damalige Verhältnisse sehr leistungsstarken 16-Bit-Hauptprozessor, Spezialbausteinen für die Bild- und Tonausgabe, 16 Kilobyte Arbeitsspeicher (RAM) sowie 26 Kilobyte Festspeicher (ROM) ausgestattete Rechner wurde im Juni 1981 auf der Summer Consumer Electronics Show in Chicago erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Wie fast alle zeitgenössischen Heimcomputer verfügt auch der TI-99/4A über einen herstellereigenen Dialekt der Interpretersprache BASIC, mit dessen Hilfe der Rechner bedient und programmiert werden kann.

Gegenüber seinem Vorgängermodell TI-99/4 – dem ersten in Serie hergestellten 16-Bit-Heimcomputer – zeichnet sich der farb- und spritefähige TI-99/4A vor allem durch verbesserte Grafikfähigkeiten, eine komfortablere Tastatur und einen günstigeren Preis aus. Der mit diesen Leistungsmerkmalen intensiv beworbene Rechner war bei seiner Markteinführung 1981 in Nordamerika für 525 US$ erhältlich, in Westdeutschland kurz darauf für 1.490 DM.

Die zunehmende Konkurrenz durch Hersteller wie Commodore, Atari und Sinclair, eine verfehlte Vermarktungsstrategie und überdurchschnittlich hohe Produktionskosten führten jedoch bald zu großen finanziellen Verlusten beim Hersteller. Daraufhin verkündete TI am 28. Oktober 1983 seinen Rückzug vom Heimcomputermarkt und stellte die Produktion des TI-99/4A ein. Lagerabverkäufe mit eingerechnet, wurden weltweit insgesamt etwa 2,8 bis 3 Millionen Geräte verkauft. Die besondere technikgeschichtliche Relevanz des TI-99/4A leitet sich aus seinem bei Erscheinen vergleichsweise niedrigem Preis ab, der einen 16-Bit-Rechner erstmals auch für die Mehrheit der Privatanwender erschwinglich machte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Schwächen des Vorgängermodells TI-99/4[Bearbeiten]

Hauptartikel: Texas Instruments TI-99/4
TI-99/4 (1979)

Das Vorgängermodell TI-99/4 wurde bereits Ende 1979 zur Serienreife gebracht, konnte aber erst Anfang 1980 in größeren Stückzahlen geliefert werden.[9][10] Zudem war der TI-99/4 zunächst nicht zum Betrieb mit handelsüblichen Fernsehern zugelassen, da TI die strengen Auflagen der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) zur Funkentstörung von HF-Modulatoren nicht zu erfüllen in der Lage war. Der daraufhin nur im Paket mit einem teuren Zenith-Farbmonitor [11][12] angebotene Rechner blieb mit einem Paketpreis von 1.150 US$ in Nordamerika[13][14] und 2.700 DM in Westdeutschland[15] für die meisten Privatanwender jedoch unerschwinglich.[16]

Darüber hinaus litt der TI-99/4 an technischen Mängeln. Hierzu zählt insbesondere die schwergängige, nicht alle Standardzeichen umfassende und daher für die Eingabe größerer Datenmengen ungeeignete Kaugummitastatur.[2][10][17] Auch die Grafikfähigkeiten sind beschränkt. Beispielsweise kann der Rechner weder Bitmapgrafiken noch Kleinbuchstaben darstellen, was ihn für Textverarbeitungszwecke nahezu unbrauchbar macht.[10] Weitere Produktionsverzögerungen, ein Ende 1980 lediglich 30 Titel umfassendes Softwareangebot[18] sowie teils abschätzige Kritiken in der Fachpresse verschafften dem TI-99/4A ein eher mäßiges Image.[10]

Schleppende Verkäufe brachten TI schließlich dazu, den Rechner einzeln zum deutlich geringeren Preis von 600 US$[12] bzw. 1.500 DM[15] anzubieten - ohne Erfolg, der TI-99/4 blieb ein Ladenhüter.[19][20] Die Verantwortlichen bei TI veranlassten daraufhin ab Herbst 1980 eine gründliche Überarbeitung und Weiterentwicklung des Vorgängermodells zum TI-99/4A, um endlich einen konkurrenzfähigen Heimcomputer anbieten zu können.[2][21]

Weiterentwicklung des Vorgängermodells zum TI-99/4A[Bearbeiten]

TI-99/4A (1981)
FCC-Prüfsiegel

Der Leiter der Abteilung für Unterhaltungselektronik Peter Bonfield empfahl im Zuge der Überarbeitung des Vorgängermodells die Ersetzung der aus konzerneigener Produktion stammenden 16-Bit-CPU TMS9900 durch die im Ankauf 11 US$ billigere 8-Bit-CPU Z80 von Zilog. Geschäftsführer Mark Shepperd wollte jedoch nicht auf den technisch rückständigen Mikroprozessor eines Fremdherstellers zurückgreifen.[22] Außerdem erhoffte sich die Halbleiterabteilung von TI beim Verkauf des in der Produktion lediglich 2,25 US$ teuren TMS9900 große, innerhalb des Konzerns verbleibende Gewinne.[22] Im November 1980 wurde Bonfield durch Don Bynum ersetzt, der die technische Leitung der Überarbeitung des TI-99/4 (Codename „Ranger“) übernahm und am TMS9900 festhielt.[21][22][23]

Weitgehend unverändert blieben auch Soundchip, I/O-Baustein und Systembus.[21] Zwecks Reduktion der Produktionskosten auf 340 US$ wurden allerdings höher integrierte Versionen der Schaltkreise verwendet.[21][23] Der Expansionsport wurde zur Erweiterung seiner Funktionalität modifiziert.[3] Durch das Weglassen der Taschenrechnerfunktion Equation Calculator wurde der umfangreiche Festspeicher um 5 KB abgespeckt.[24] Auch der Arbeitsspeicher wurde um 256 Bytes verkleinert, was bei umfangreicheren Programmen zu Problemen führen kann.[24]

Der entscheidende Unterschied zum Vorgängermodell besteht indessen in Verbesserungen am Grafikchip TMS9918, die das Darstellen von Kleinbuchstaben, Bitmapgrafik und den Betrieb mit SECAM- und PAL-Fernsehern ermöglichen.[15] Im Gegensatz zum Vorgänger konnte somit das neue Modell auch auf Märkten außerhalb Nordamerikas angeboten werden.[4] Der in der US-Version des neuen Rechners verbaute Grafikchip erhielt die Bezeichnung „TMS9918A“. Das angehängte, für engl. „advanced“ (deut. „erweitert“) stehende „A“ wurde im Zuge der Suche nach einem geeigneten Namen für das Nachfolgemodell kurzerhand der Modellbezeichnung des TI-99/4 hinzugefügt.[25]

Auch äußerlich gab es Veränderungen: Auf Lautsprecher und Mikrofonanschluss wurde beim TI-99/4A verzichtet. Dafür besaß die Konsole nun eine um eine Funktionstaste sowie eine Autowiederholungsfunktion erweiterte Schreibmaschinentastatur.[3][9][24] Zusätzlich gab TI die Entwicklung neuer Peripheriegeräte in Auftrag.[2] Durch den Nachweis der elektromagnetischen Verträglichkeit gegenüber der FCC gelangte der TI-99/4A schließlich im Sommer 1981 zur Marktreife.[21][26]

Vermarktung und Preisentwicklung[Bearbeiten]

TI-Filiale in Goleta (Kalifornien)

Anders als im Fall der meist in den Billiglohnländern Südostasiens hergestellten, weltweit erfolgreichen Heimcomputer von Commodore und Atari blieb eine nennenswerte Verbreitung des in den texanischen Städten Lubbock, Abilene und Austin, im niederländischen Almelo sowie italienischen Rieti gefertigten TI-99/4A auf Nordamerika, Großbritannien, Westdeutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande beschränkt. TI verfügte bei Markteinführung über bereits etablierte Vertriebsstrukturen in den Vereinigten Staaten und der TI-99/4A war sowohl in firmeneigenen Filialen als auch unabhängigen Fachgeschäften, Kaufhäusern und Supermärkten erhältlich.[27] Alternativ konnte der Rechner über den Versandhandel direkt ab Werk bezogen werden.

Anfängliche Verkaufserfolge und Marktführerschaft[Bearbeiten]

Für einen TI-99/4A mussten die Zwischenhändler im Sommer 1981 ca. 340 US$ bezahlen, während der tatsächliche Verkaufspreis mit 550 US$ anfänglich etwas höher ausfiel als die unverbindliche Preisempfehlung von 525 US$.[21] Die Wochenproduktion belief sich zu diesem Zeitpunkt auf knapp 8.000 Einheiten. Auf der Grundlage optimistischer Verkaufsprognosen veranlasste Vertriebsleiter William J. Turner bis Ende 1981 eine schrittweise Absenkung des Listenpreises auf zunächst 450 US$, dann 375 US$. Die Gewinnmarge konnte dabei durch Verringerung der Produktionskosten auf einem stabilen Niveau von 40 Prozent pro Rechner gehalten werden.[28]

Im Februar 1982 musste TI den TI-99/4A wegen schadhafter Netzteile vorübergehend vom Markt nehmen.[29] Dem Konzern entstanden daraus finanzielle Schäden in Höhe von 50 Millionen US$.[28] Turner senkte daraufhin den Verkaufspreis auf 300 US$ und schaltete eine erfolgreiche Werbekampagne mit dem Slogan „TI's Home Computer. This is the one“, für die der bekannte Komiker Bill Cosby verpflichtet wurde.[2][30] Auf Geheiß des im August 1982 zum Direktor der Abteilung für Unterhaltungselektronik beförderten Turner trat TI in einen offenen Preiskrieg mit dem Hauptkonkurrenten Commodore und dessen Heimcomputer VC20 ein.[30] Turner hoffte dabei zurecht auf Großbestellungen der wichtigsten Handelsketten wie J.C. Penney, Sears Roebuck, K-Mart oder Toys “R” Us.[31] Rabatte von 100 US$ verringerten den effektiven Verkaufspreis am 1. September 1982 auf unter 200 US$ und nährten das Gerücht, TI sitze auf Lagerbeständen von bis zu 50.000 unverkauften Einheiten.[32][33]

Turners aggressive Marketingstrategie führte im Herbst 1982 zu einer deutlichen Vergrößerung der Nachfrage und Ausweitung der Produktion. Auf jeden verkauften Commodore VC20 kamen zu diesem Zeitpunkt drei Exemplare des technisch überlegenen TI-99/4A.[30] Die Monatsproduktion belief sich zwischen Juli und Dezember 1982 auf ca. 150.000 Einheiten, während das Vertriebsnetz nunmehr 12.000 Verkaufsstellen umfasste.[30] Zu Spitzenzeiten wurden bis zu 5.000 Einheiten pro Tag hergestellt.[7] Eine weitere Verminderung der Produktionskosten gelang allerdings nicht und die Gewinne pro verkauftem Rechner gingen um 50 Prozent zurück.[30][34] Der Umsatz der Abteilung für Unterhaltungselektronik wuchs auf 200 Millionen US$ und hatte sich damit innerhalb kurzer Zeit verzehnfacht.[30] Insgesamt wurden 1982 rund 500.000 Exemplare abgesetzt.[35] Mit 575.000 Benutzern und damit einem Marktanteil von rund 35 Prozent gilt der TI-99/4A zum Jahreswechsel 1982/83 als weitverbreitetster Heimcomputer in den Vereinigten Staaten.[30][36][37][38]

Auch im neuen Jahr blieb die Nachfrage zunächst hoch. Wöchentlich rund 30.000 Einheiten wurden allein im Januar 1983 abgesetzt.[39] Die Bestellungen der Händler blieben ebenfalls auf hohem Niveau.[35] Im April 1983 erreichte die Zahl der verkauften Einheiten die Millionengrenze.[35][40] In Europa jedoch konnte an diesen Erfolg nicht angeknüpft werden; in Westdeutschland gelang es TI bis Ende 1983 einen Marktanteil von 8 Prozent zu erobern.[41] Wolfgang Glöckle von der deutschen TI-Niederlassung gab daraufhin in einem Interview an, der Konzern habe nunmehr „den Durchbruch des Home-Computers auch in Deutschland geschafft.“[42]

Absatzkrise und Produktionseinstellung[Bearbeiten]

TI-99/4A „QI“ (1983)
Seitenansicht (links)
Seitenansicht (rechts)
Rückansicht

Insbesondere mit dem Commodore 64 (C64), aber auch dem Sinclair ZX Spectrum und der Atari-XL-Serie erwuchs dem TI-99/4A ab Sommer 1982 neue Konkurrenz. Daraufhin erwog TI die Entwicklung eines verbesserten TI-99/4A mit 64 KB Arbeitsspeicher und CP/M-Fähigkeit, um mit dem leistungsstärkeren C64 gleichzuziehen.[43][44] Nach dem Rücktritt von Chefentwickler Bynum im April 1983 wurden diese Pläne jedoch fallengelassen.[35] Mit Blick auf den nur noch 99 US$ teuren VC20 senkte TI den Preis für den TI-99/4A im Juni 1983 auf 150 US$[35][45] und 550 DM.[15] Damit lag der Verkaufspreis lediglich 25 US$ über den Herstellungskosten in Höhe von 125 US$.[46]

Die Produktion lief unterdessen weiterhin auf Hochtouren. Die Verkaufsprognosen Turners sollten sich jedoch als illusorisch erweisen. Ab April 1983 wurden immer größere Stückzahlen von den Vertriebsstellen im ganzen Land an die Konzernzentrale zurückgeschickt, da sie sich als unverkäuflich herausgestellt hatten.[47] Turner wurde daraufhin seines Postens enthoben und im Mai durch J. Fred Bucy ersetzt, der eine neue Werbekampagne mit Zuschnitt auf den Bildungsmarkt schaltete.[47] Jerry Junkins übernahm die Vertriebsleitung und schloss sofort mehrere Produktionsstätten, ordnete eine erneute Überarbeitung der Elektronik an und reduzierte den Verkaufspreis auf 99 US$.[47] Aus der Überarbeitung ging im Juni 1983 schließlich die beige Version des TI-99/4A ohne Aluminiumverkleidung und Statusanzeige hervor.[48][49] Bis August 1983 gelang eine Verringerung der Anzahl der verwendeten ICs von 42 auf 35 und der Rechner erhielt ein Netzteil mit verbessertem Wärmemanagement. Diese letzte Modellversion erhielt den inoffiziellen Namenszusatz „QI“ für engl. „quality improved“.[50] Das änderte aber nichts an der nachlassenden Attraktivität des Rechners. Die Kunden wendeten sich zunehmend dem C64 zu.[47] Bereits im Juli hatte TI die Markteinführung des für das untere Marktsegment konzipierten TI-99/2 abgesagt.[30][39][51] Auf Geheiß Bucys wurde auch die Entwicklung des als Nachfolger des TI-99/4A gedachten TI-99/8 (Codename „Armadillo“) eingestellt, als im Herbst Gerüchte um einen Einstieg von IBM und Apple ins Heimcomputergeschäft aufkamen.[47][52][53]

Schon im Sommer 1983 belief sich der Schuldenstand der Abteilung für Unterhaltungselektronik auf 119 Millionen US$.[47] Bis zum Jahresende stieg dieser Betrag auf fast 223 Millionen US$.[54] Da der Preiskrieg mit Commodore den ganzen Konzern in die Insolvenz zu treiben drohte, gab die Konzernleitung am 28. Oktober den Rückzug vom Heimcomputermarkt bekannt. Um das Firmenimage nicht zu beschädigen, wurde der Kundendienst aber noch über längere Zeit hinweg aufrechterhalten und die Produktion neuer Software angekündigt.[6][55]

Lagerabverkäufe zu Schleuderpreisen[Bearbeiten]

Zum Weihnachtsgeschäft 1983 erfolgte noch einmal eine vorübergehend den Verkaufserfolg des C64 schmälernde Preissenkung auf 50 US$.[56] In Großbritannien fiel der Preis auf 100 £ und damit auf das Niveau des Billigrechners Sinclair ZX Spectrum 16K.[57] In Westdeutschland sank der Preis bis September auf 475 DM.[58] Um zusätzliche Kaufanreize zu schaffen, verlängerte TI ab Oktober die Garantie auf Neugeräte von sechs Monaten auf ein ganzes Jahr.[59] Anfang November kostete der TI-99/4A nur noch 398 DM bei weiter stark fallender Tendenz, was Vobis-Geschäftsführer Theo Lieven zu dem Kommentar veranlasste, „billiger und besser“ könne „man nicht in die Computertechnik einsteigen.“[60] In den letzten beiden Monaten des Jahres 1983 wurden ca. 150.000 Einheiten verkauft.[61] Pro verkauftem Rechner machten die Texaner dabei einen Verlust von nicht weniger als 50 US$.[29][62] Im Januar 1984 erreichte die Zahl der insgesamt verkauften Exemplare die Marke von 2,5 Millionen.[63]

Mit Beginn des Jahres 1984 setzte sich der Ausverkauf des TI-99/4A mit unverminderter Geschwindigkeit fort. In Westdeutschland stürzte der Preis bis auf 150 DM.[64] Während in den Vereinigten Staaten die Warenlager von TI sowie diversen Drittanbietern noch reichlich Peripheriegeräte, Zubehör und Software aufwiesen, kam es auf dem vergleichsweise kleinen westdeutschen Markt schon bald zu Versorgungsengpässen.[65] Am 28. März stellte TI den Vertrieb jeglicher mit dem TI-99/4A verbundener Produkte offiziell ein. Das Versandhaus Triton aus San Francisco übernahm die noch übrigen Lagerbestände.[66] Die zu Schleuderpreisen erfolgenden Lagerabverkäufe, die teilweise über das Jahr 1984 hinausgingen, brachten die Gesamtzahl der verkauften Einheiten in die Nähe der Drei-Millionen-Grenze.[9][67][68][69] Mit dieser Verkaufszahl gilt der TI-99/4A als erster 16-Bit-Mikrocomputer, der eine nennenswerte Verbreitung unter Privatanwendern fand.[70]

Preisentwicklung
Land 6/1981 8/1981 10/1982 1/1983 2/1983 4/1983 5/1983 9/1983 1/1984
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 525,00 US$[25] 399,00 US$[25] 299,95 US$[71] 299,95 US$[49] 249,95 US$[49] 225,00 US$[49] 149,95 US$[49] 100,00 US$[49] 49,95 US$[63]
DeutschlandDeutschland 1.490,00 DM[8] - - - - - 550,00 DM[15] 475,00 DM[58] 150,00 DM[64]

Hardware[Bearbeiten]

Die Elektronik des TI-99/4A besteht im Wesentlichen aus einem Hauptprozessor, mehreren Spezialbausteinen, einem Arbeitsspeicher sowie einem Festspeicher. Diese Systemkomponenten sind auf einer Hauptplatine befestigt und über die Leiterbahnen des Systembusses miteinander verbunden. Von einigen Speicherchips abgesehen stammen sämtliche elektronischen Baugruppen aus hauseigener Produktion.[48] Das entspricht der damaligen Firmenphilosophie von TI, die sich auf den bei der Entwicklung und dem Vertrieb von Taschenrechnern gemachten Erfahrungen gründete.[23] Außerdem zählen Gehäuse, Tastatur, Schnittstellen und Netzteil zur Hardware des Rechners.

Hauptprozessor[Bearbeiten]

Hauptartikel: Texas Instruments TMS9900

Mit dem TMS9900 verfügt der TI-99/4A über einen komplexen 16-Bit-Hauptprozessor mit DIP-Gehäuse und 64 Anschlusspins, der als „Quantensprung“ in der Geschichte der Mikroelektronik gilt.[7] Der 1976 zur Serienreife gebrachte TMS9900 gehört zur zweiten Generation der von TI entwickelten Mikroprozessoren und löste die erfolgreichen 4-Bit-Mikroprozessoren wie etwa den TMS1000 ab.[7][72][73]

Der mit NMOS-Logik ausgestattete TMS9900 kann mit Frequenzen von bis zu 3,3 MHz getaktet werden. Im TI-99/4A läuft er aber aus Gründen der Synchronisation mit dem Grafikchip nur auf 3 MHz.[58] Generiert wird diese Taktfrequenz vom Taktbaustein TIM9904[74], der mit einem externen Schwingquarz verbunden ist und mit vier phasenverschobenen Taktsignalen arbeitet.[75] Diese werden über Transistor-Transistor-Logik erzeugt und ermöglichen die Arbeitsgeschwindigkeit von 3 MIPS.[76]

Der TMS9900 verfügt über einen Befehlssatz von 72 Instruktionen inklusive Multiplikation und Division. Dazu zählt auch der damals ungewöhnliche, bereits eine schrittweise Fehlersuche (engl. „Single-Step-Debugging“) auf reiner Softwarebasis erlaubende X-Sprungbefehl.[77] Für Datentransfers und Speicherzugriffe besitzt die CPU außerdem separate, über Speicherdirektzugriff sowie Memory Mapping das Verwalten eines Adressraums von 64 KB erlaubende 16-Bit-Busstrukturen.[78] Darüber hinaus verwendet der TMS9900 drei interne 16-Bit-Register: einen Programmzähler (PC), ein Statusregister (ST) sowie einen sog. „Workspace Pointer“ (WP), der den Rechner prinzipiell sogar zum Multitasking befähigt.[79]

Der im Deutschen auch als „Arbeitsbereichzeiger“[80] bezeichnete WP stellt insofern eine Besonderheit dar, als er seine Inhalte nicht auf der CPU selbst, sondern extern in einem „Workspace“ bzw. „CPU-RAM“ genannten Bereich des Arbeitsspeichers ablegt. Das CPU-RAM gestattet die Verwendung einer hohen Zahl von Registern, zwischen denen ohne Datenverlust hin- und hergesprungen werden kann. Das erleichtert die Verarbeitung von Interrupts sowie den schnellen Kontextwechsel zwischen verschiedenen Registersätzen, also z. B. zwischen diversen Unterprogrammen.[79] Erkauft wird dies allerdings mit einer geringfügigen Geschwindigkeitseinbuße, da beim Zugriff auf das CPU-RAM zunächst die entsprechende Speicheradresse vom WP übermittelt sowie ein Schreib/Lese-Befehl vollzogen werden muss.[81]

Grafikchip[Bearbeiten]

Spielszene aus Car Wars (1981)
im Graphics-II-Modus
Spielszene aus Parsec (1982)
im Graphics-II-Modus

Der 8-Bit-Grafikchip des TI-99/4A wurde in drei verschiedenen Varianten gefertigt: TMS9918A sowie TMS9928A für das 525-Zeilen-Format des NTSC- bzw. SECAM-Standards und der TMS9929A für das 625-Zeilen-Format der PAL-Norm.[82] Zum Betrieb des Rechners mit PAL-Fersehern ist jedoch die Verwendung eines zusätzlichen, separaten HF-Modulators vonnöten.

Der TMS9918A erreicht eine Maximalauflösung von 256 × 192 Pixeln, verfügt über eine Palette von 15 Farben (plus Transparenz) und ist in der Lage, bis zu 32 Sprites gleichzeitig darzustellen.[83] Aufgrund der hohen Anzahl von Sprites verbunden mit der Fähigkeit zur Kollisionserkennung gehörte der TMS9918A seinerzeit zu den leistungsfähigsten Grafikchips.[84] Die Größe und Auflösung der zusätzlichen Speicherplatz benötigenden Sprites kann variiert werden. Nativ möglich sind 8 × 8, 16 × 16 und 32 × 32 Bildpunkte jeweils in monochromer Darstellung.[85] Durch Übereinanderpositionieren von einfarbigen Sprites unterschiedlicher Farbe können mehrfarbige Objekte mit Sprite-Eigenschaften generiert werden.[86]

Der mit 40 Anschlusspins ausgestattete Grafikchip erzeugt nicht nur das Videosignal, sondern verwaltet auch den für Speicherung, Abruf und Aktualisierung der Bildschirmdaten benötigten Grafikspeicher von bis zu 16 KB RAM. Dazu zählt auch der für die bis zu 256 Schriftzeichen bzw. Blockgrafiken des frei programmierbaren Zeichensatzes benötigte Speicherplatz. Da für den Grafikspeicher ein Teil des Arbeitsspeichers verwendet wird, hängt die Größe des zur Verfügung stehenden Programmspeichers vom verwendeten Grafikmodus ab.

Text- und Grafikmodi[Bearbeiten]

  • Im Textmodus sind 40 × 24 Zeichen mit einer Größe von 6 × 8 Pixeln darstellbar.[58] Für Hintergrund und Text kann jeweils eine Farbe gewählt werden. Sprites sind nicht möglich.[87] Für den Textmodus werden rund 3 KB an Grafikspeicher benötigt.[83]
  • Im Vielfarbenmodus ist die Darstellung aller 15 Farben und die Verwendung von Sprites, nicht aber von Text möglich.[82][88] Der Bildschirm wird dabei in 32 × 24, also 768 Areale aufgeteilt. Diese bestehen jeweils aus vier 4 × 4 Pixel großen Blöcken, deren Farben frei gewählt werden können.[87] Vom Vielfarbenmodus werden 1.728 Bytes als Grafikspeicher benötigt.[87]
  • Im text- und spritefähigen Graphics-I-Modus wird ein Bild in Maximalauflösung generiert, wobei der Bildschirm wieder in 32 × 24, also 768 Areale mit einer Größe von 8 × 8 Pixeln aufgeteilt wird. Diese können wahlweise mit Schriftzeichen oder Blockgrafiken gefüllt werden und zwei Farben annehmen. Dafür werden bis zu 2.848 Bytes an Grafikspeicher benötigt.[89] Dieser Grafikmodus ist der einzige in TI BASIC programmierbare.[88]
  • Im text- und spritefähigen Graphics-II-Modus wird der Bildschirm bei maximaler Auflösung in drei Teile mit jeweils 256 Arealen unterteilt. Jedes Bildschirmdrittel verfügt über einen eigenen, frei programmierbaren Zeichensatz mit bis zu 256 Schriftzeichen. Bei Bedarf kann jedes der 8 × 8 Pixel großen 768 Areale somit individuell als Bitmapgrafik programmiert werden.[88][89] Jede Zeile eines Areals kann dabei zwei unterschiedliche Farben annehmen.[89] Es können also alle 15 Farben innerhalb eines Areals verwendet werden.[88] Dabei werden bis zu 12 KB an Grafikspeicher beansprucht.[89]

Soundchip[Bearbeiten]

Der TMS9919[90] stellt den für die Tonausgabe zuständigen 8-Bit-Soundchip des TI-99/4A dar. Der auch als „Complex Sound Generator“ bezeichnete TMS9919 verfügt über drei individuell programmierbare Tongeneratoren und einen Rauschgenerator, die gleichzeitig vier Töne bzw. Geräusche auf 16 unterschiedlichen Lautstärkeniveaus erzeugen können.[58][91] Die Abstände zwischen den jeweils wählbaren Lautstärkepegeln liegen bei 2 dB, die maximale Lautstärke beträgt 28 dB.[91]

Die drei Tongeneratoren arbeiten mit Rechteckschwingungen, der Rauschgenerator sowohl mit periodischem als auch weißem Rauschen.[91] Die Tongeneratoren erzeugen hörbare Töne innerhalb eines Spektrums von fünf Oktaven, während der Rauschgenerator Frequenzen zwischen 110 Hz und 44 kHz zu generieren vermag.[92] Der TMS9919 besitzt 16 Anschlussstifte und verwendet die DIN-Buchse auf der Rückseite für die Übermittlung des Audiosignals an den Lautsprecher des angeschlossenen Ausgabegerätes.

I/O-Baustein[Bearbeiten]

Beim TMS9901 handelt es sich um einen multifunktionalen I/O-Baustein mit 22 Anschlusspins. Er unterstützt die CPU bei Ein- und Ausgabeoperationen, etwa bei Eingaben über die Tastatur, der Verwendung von externen Speichergeräten oder Joysticks. Ausgelesene Daten können über Speicherdirektzugriff an jede Stelle des Arbeitsspeichers weitergeleitet werden. Intern verfügt der TMS9901 über einen Prioritätsscheduler, einen Codierer, eine Echtzeituhr, ein Steuerwerk für die Kommunikation mit dem Steuerbus und drei Puffer für die Zwischenspeicherung von Daten.[93]

Speicherchips und Speicherorganisation[Bearbeiten]

Der Arbeitsspeicher des TI-99/4A besteht aus acht 1-Bit-DRAM-Chips des Typs TMS4116 mit 16 Anschlusspins und einer Speicherkapazität von jeweils 2 KB.[94] Hinzu kommen zwei nichtflüchtige 8-Bit-SRAM-Chips von Motorola mit jeweils 128 Byte Speichervolumen und 24 Anschlusspins.[95] Sie werden auch als „Notizblockspeicher“ (engl. „Scratchpads“) bezeichnet und dienen als CPU-RAM.[96][97] Aufgrund ihrer hohen Zugriffsgeschwindigkeit gelten die SRAM-Chips als Schnellspeicher.[98][99][100]

Der Festspeicher des Rechners besitzt drei ladungsgekoppelte 8-Bit-GROM-Chips (engl. „Graphics Read-Only Memories“) mit einem Volumen von jeweils 6 KB und 16 Anschlusspins. Die Nur-Lese-Speicher dieser ausschließlich von TI produzierten Festspeicherchips dienen primär zur Aufnahme von in der sog. „Graphics Programming Language“ (GPL) geschriebenen Unterprogrammen. Sie enthalten einen Adresszeiger und werden nicht über Speicherdirektzugriff, sondern bestimmte CPU-Adressen seriell ausgelesen. Daher sind sie relativ langsam.[101] Hinzu kommen zwei u. a. den Betriebssystemkern (engl. „System Monitor“) sowie den GPL-Interpreter enthaltende 16-Bit-ROM-Chips mit einem Speichervermögen von jeweils 4 KB und 24 Anschlusspins.[102]

Die 64 KB Adressraum sind in acht vom Betriebssystem für unterschiedliche, vorabdefinierte Aufgabenbereiche reservierte Blöcke mit jeweils 8 KB unterteilt.[103] Das Gerätetreiber-ROM ist insofern für damalige Verhältnisse ungewöhnlich, als es die Verwendung von Peripheriegeräten ohne Inanspruchnahme des Arbeitsspeichers oder Veränderungen am Rechner gestattet.[104]

Speicheradressbereich vorgesehene Verwendung
$0000-$1FFF Betriebssystem-ROM
$2000-$3FFF 32-KB-RAM-Speichererweiterung
$4000-$5FFF Gerätetreiber-ROM
$6000-$7FFF Steckmodul-ROM bzw. -RAM
$8000-$9FFF CPU-RAM, Grafikspeicher, GROM, Ton- und Sprachausgabe
$A000-$BFFF 32-KB-RAM-Speichererweiterung
$C000-$DFFF 32-KB-RAM-Speichererweiterung
$E000-$FFFF 32-KB-RAM-Speichererweiterung

Systembus[Bearbeiten]

Die Rechnerarchitektur des TI-99/4A unterscheidet sich wesentlich von der anderer zeitgenössischer Heimcomputer, denn sie stellt eine Mischform aus klassischer 8-Bit-Architektur (8-Bit-Datenbusbreite für Spezialbausteine und RAM) und im Heimcomputerbereich damals noch nicht üblicher 16-Bit-Architektur (16-Bit-Hauptprozessor, 16-Bit-Datenbusbreite für SRAM und ROM) dar. Der Hauptprozessor kommuniziert mit den verschiedenen elektronischen Bausteinen über die Datenleitungen des Systembusses, der aus den drei Komponenten Datenbus, Adressbus und Steuerbus besteht.

Detailliertes Blockschaltbild mit elektronischen Baugruppen, Schnittstellen und Leiterbahnen für
Datenbus (D0-D7), Adressbus (A0-A15) und Steuerbus (CRU Interface)

Datenbus[Bearbeiten]

Der Datenbus dient der Übertragung von Daten zwischen den einzelnen Systemkomponenten. Mit den beiden SRAM-Chips[105] sowie den beiden ROM-Chips[106] ist nur ein kleiner Teil der Systemkomponenten über einen bidirektionalen 16-Bit-breiten Datenbus direkt mit dem Hauptprozessor verbunden. Jenseits dieses Kernbereichs sorgt ein Multiplexer für eine Reduktion der Datenbusbreite auf 8 Bit. Auf diese Weise können alle 8-Bit-Systemkomponenten wie Grafikchip, Soundchip oder GROM-Chips von der CPU mit der entsprechenden Wortbreite angesteuert werden.[106] Durch diese Serialisierung wird jedoch die Ausführungsgeschwindigkeit des Gesamtsystems deutlich verringert.

Expansionsport und Modulschacht sind für den Hauptprozessor ebenfalls nur über den langsameren 8-Bit-Bereich des Datenbusses erreichbar.[106] Hinzu kommt eine weitere Einschränkung bei den DRAM-Chips: Auf die gerade nicht für Videosignal und Bildwiederholung verwendeten Bereiche des Arbeitsspeichers kann die CPU bei der Ausführung von Programmen in TI BASIC oder Maschinensprache nur auf dem zeitraubenden Umweg über den 8-Bit-Grafikchip zurückgreifen.[106][107]

Adressbus[Bearbeiten]

Der Adressbus überträgt unidirektional Speicheradressen zwischen Hauptprozessor und Speicherchips zwecks Weitergabe der Information, welche Speicherzelle als nächste ausgelesen oder beschrieben werden soll. Die CPU legt dabei die gewünschte Adresse vor dem Versenden als Binärmuster auf dem Adressbus ab, der mit der für 8-Bit-Architekturen typischen Busbreite von 16 Bit arbeitet.

Die verschiedenen Systemkomponenten werden mit variabler Wortbreite vom Adressbus angesteuert. Die 16 Adressleitungen des Expansionsports ermöglichen der CPU das Verwalten eines auf max. 48 KB RAM erweiterten Arbeitsspeichers sowie von Peripheriegeräten mit bis zu 16 KB Gerätetreiber-ROM. Die am Modulschacht anliegenden 13 Adressleitungen gestatten den Betrieb von Steckmodulen mit einem Adressraum von 8 KB. Dieser zusätzliche Speicher kann wahlweise von ROM- oder RAM-Chips geliefert werden. Weit häufiger wurden jedoch GROM-Chips verwendet, deren Speicher über einen Adressdecoder (engl. „Memory Address Decoder“) gemanagt wird. Mit zwölf Adressleitungen sind die 4 KB der beiden 16-Bit-ROM-Chips abgedeckt. Für die 256 Bytes der beiden SRAM-Chips reichen gar acht Adressleitungen.[106]

Eine Besonderheit besteht bei den GROM-Chips. Obwohl es sich um Speicherchips handelt, sind sie nicht über eigene Leiterbahnen mit dem Adressbus verbunden. Stattdessen ist der Adressdecoder eingangsseitig mit den sechs höherwertigen Bits des Adressbusses verknüpft und teilt den beiden Koprozessoren für Grafik und Sound sowie den GROM-Chips über Chipselect-Signale mit, wer an den gerade anlaufenden Speicheroperationen teilnimmt.[106]

Steuerbus[Bearbeiten]

Das Entwicklerteam von TI bezeichnete den unidirektionalen Steuerbus des TI-99/4A als „Communications Register Unit“ (CRU).[106] Dieses synchrone 1-Bit-Schieberegister dient der CPU zur Steuerung sowohl interner als auch externer Systemkomponenten über serielle Datenübertragung.[108] Zu diesem Zweck werden Steuerinformationen Bit für Bit an die entsprechenden Systemkomponenten gesendet, etwa um die Datenflussrichtung auf dem Systembus zu regeln. Neben der Lese-Schreib-Steuerung werden auch Interrupts und Buszugriffe vom Steuerbus aus geregelt. Mit Hilfe der Statusleitung können zwecks Prüfung der Betriebsbereitschaft einzelne Statusbits an jede einzelne Systemkomponente gesendet werden.[106] Systemkomponenten können auf diese Weise auch aktiviert oder deaktiviert werden.[108] Darüber hinaus ist die CRU mit der Aufgabe der Synchronisierung von Rechner und Peripheriegeräten betraut, was über Halte-, Unterbrechungs- und Quittungssignale bewerkstelligt wird.[109]

Der TMS9900 besitzt drei eigens für die Verwendung der CRU konstruierte Leiterbahnen mit eigenen Anschlusspins: CRUIN zum Auslesen von Speicherzellen, CRUOUT zum Versenden von Daten sowie CRUCLK zum Einschreiben von Daten. Zusätzlich werden noch zwölf Leiterbahnen des Adressbusses für den Steuerbus in Anspruch genommen.[110]

Gehäuse[Bearbeiten]

Die Urversion des TI-99/4A besitzt ein rechteckiges Kunststoffgehäuse, das auf der Oberseite mit gebürstetem Aluminium verkleidet und im futuristischen Space-Age-Design gehalten ist.[111] Zur Kühlung der Elektronik sind Lüftungsschlitze ins Gehäuse eingelassen. Außerdem besitzt der Rechner einen Hauptschalter, eine Statusanzeige sowie einen Schacht zur Aufnahme von Steckmodulen, jedoch keine Resettaste.[58] Der Rechner wiegt 2,3 kg ohne Netzteil und misst 25,9 cm × 38,1 cm × 7,1 cm (Länge × Breite × Höhe).[58][112][113]

Tastatur[Bearbeiten]

Die mechanische QWERTY-Schreibmaschinentastatur des TI-99/4A weist 48 alphanumerischen Tasten sowie ein weit von heutigen Standards entferntes Layout auf.[58] Eine Version mit deutscher Tastaturbelegung gibt es nicht. Die Tasten des Hauptblocks sind in fünf Reihen angeordnet. Lediglich eine rechts neben der Leertaste zu findende Funktionstaste gehört zur Ausstattung. Abgesehen von der sehr breiten Leertaste und der rechten Shifttaste besitzen alle weiteren Sondertasten dieselbe Größe wie die einfachen alphanumerischen Tasten. Ein Ziffernblock zur Eingabe größerer Zahlenmengen fehlt ebenso wie eine Tabulatortaste im Hauptblock. Dafür wartet der Rechner mit einer feststellbaren Umschaltsperre auf.[114]

Die Funktionstaste dient nicht den heute üblichen Funktionen wie Hilfe, Suchen oder Löschen, sondern ebenso wie die Steuerungstaste der Mehrfachbelegung einzelner Tasten. Während die Buchstabentasten meist doppelt belegt sind, weisen die numerischen Tasten fast alle sogar Dreifachbelegungen auf.[15] Zwecks Erleichterung der Bedienung sind die Mehrfachbelegungen auf einer Tastaturschablone oberhalb des Tastenfeldes verzeichnet.[115] Die wichtigsten Editierfunktionen sowie einige häufig verwendete Befehle des TI BASIC lassen sich durch gleichzeitiges Betätigen der Funktionstaste und bestimmter Zifferntasten aktivieren. Die Pfeiltasten sind insofern ungewöhnlich, als sie nicht in einem abgesetzten Cursorblock liegen, sondern ebenfalls nur über doppelbelegte Buchstabentasten im Hauptblock aktivierbar sind.[114] Über einen 15-poligen Pfostenstecker und ein entsprechendes Kabelbündel ist die Tastatur mit der Hauptplatine verbunden.

Doppelbelegungen über die Funktionstaste
Buchstabentaste W E R T U I O P A S D F G Z X C
+ FCTN ~ [ ] - ? ' " : { } \ ´

Schnittstellen[Bearbeiten]

Der TI-99/4A verfügt über sechs Schnittstellen. Auf der linken Seite befindet sich eine neunpolige Sub-D-Buchse, mit deren Hilfe Joysticks, Paddles oder vergleichbare digitale Steuergeräte angeschlossen werden können. Trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeit ist die Belegung der neun Pole jedoch nicht mit dem damals von den Atari-Joysticks gesetzten Standard kompatibel. Im Gegensatz zu den meisten Heimcomputern gibt es nur einen Joystickanschluss. Auf der rechten Seite befindet sich der Expansionsport. Dabei handelt es sich um einen ins Gehäuse eingelassenen Platinenstecker mit 44 Kontakten, der im unbenutzten Zustand mit einem Schutzdeckel versiegelt wird. Der Expansionsport ist mit einer parallelen V.24- bzw. RS-232-Schnittstelle ausgestattet und ermöglicht eine direkte Verbindung mit dem Systembus.[58] So lassen sich Diskettenlaufwerke, Drucker und Modems, aber auch Speichererweiterungen usw. an den Rechner anschließen.[58]

Auf der Rückseite findet sich links eine weitere neunpolige Sub-D-Buchse, die auf den Anschluss handelsüblicher Kassettenrekorder ausgerichtet ist. Rechts neben dem Kassettenport befindet sich ein vierpoliger Anschluss für das Netzteil. Auf der rechten Seite weist der Rechner eine fünfpolige (NTSC) bzw. sechspolige DIN-Buchse (PAL/SECAM) auf. Mittels dieser Buchse kann der Rechner mit einem Monitor, über einen zusätzlichen HF-Modulator aber auch mit einem Fernsehgerät betrieben werden.[15] Das Audiosignal wird ebenfalls über die DIN-Buchse ausgegeben. Der Modulschacht weist 18 zur Aufnahme der in den Steckmodulen verwendeten Platinenstecker gedachte Kontakte auf.

Peripheriegeräte[Bearbeiten]

TI-99/4A mit TI-Sprachmodul, TI-Farbmonitor nebst Startmenü und Peripheral Expansion System (1982)

Alle ursprünglich für das Vorgängermodell entworfenen Erweiterungen, die sog. „Sidecars“ (deut. „Seitenwagen“), lassen sich auch mit dem TI-99/4A betreiben. Texas Instruments entwickelte jedoch einige neue Peripheriegeräte gezielt für den TI-99/4A. Weitere Anbieter waren Navarone, CorComp, Triton, Axiom, Millers Graphics, Horizon, ISC, Myarc sowie Boxcar Peripherals.[116][117]

Peripheral Expansion System[Bearbeiten]

Die Sidecars stellten sich als unpraktisch heraus, da sie viel Platz auf dem Schreibtisch wegnahmen und überdies Kabelsalat produzierten. Als Alternative entwickelte TI das „Peripheral Expansion System“ (PES) mit der Typennummer PHP1200. Dabei handelt es sich um ein rechteckiges Metallgehäuse mit eigener Stromversorgung, Ventilator, acht Steckplätzen für diverse Erweiterungskarten, einem Schacht für die Unterbringung von bis zu zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken einfacher Bauhöhe sowie einer mitgelieferten Schnittstellenkarte zur Herstellung einer Verbindung mit dem Basisrechner.[15] Das PES kam im Januar 1982 in zwei fast identischen, hundertprozentig kompatiblen Versionen auf den Markt.[118] Für den europäischen Markt und die dort üblichen Spannungen wurden eigene Varianten produziert; die deutsche Version war im September 1983 im Paket mit dem TI-99/4A für 1.500 DM erhältlich.[119] Insgesamt wurden 250.000 Exemplare des rund 250 US$ teuren PES abgesetzt.[63][120]

Die damals in dieser Form neuartigen Erweiterungskarten besitzen solide Metall- bzw. Kunststoffgehäuse nebst Statusanzeige und verfügen auf der Unterseite über einen 30-poligen Platinenstecker, über den die Verbindung mit dem PES hergestellt wird. Sie funktionieren ähnlich unkompliziert wie heutige Plug-and-Play-Karten und können ohne vorherige Treiberinstallation sofort nach dem Einstecken verwendet werden. Die folgende Auflistung liefert eine Übersicht der von TI produzierten Erweiterungen:[121]

  • PHP1220 RS-232-Schnittstellenkarte (engl. „RS-232 Interface“)
  • PHP1240 Laufwerksteuerungskarte (engl. „Disk Controller“)
  • PHP1250 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk (engl. „Disk Memory Drive“)
  • PHP1260 32-KB-RAM-Speicherkarte (engl. „32 Kilobyte Memory Expansion“)
  • PHP1270 P-Code-Interpreterkarte (engl. „P-Code Version 4.0“)
  • PHP1280 P-Code-Interpreterkarte mit UCSD-Pascal-Softwarepaket (engl. „Pascal Development System“)

RS-232-Schnittstellenkarte[Bearbeiten]

RS-232-Schnittstellenkarte (1982)
Laufwerksteuerungskarte (1982)
Rückseite des PES mit Schächten für Erweiterungskarten (1982)
Vorderseite des PES mit 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk (1982)

Die RS-232-Schnittstellenkarte verfügt sowohl über eine parallele als auch eine serielle Schnittstelle auf der Rückseite. In Verbindung mit entsprechender Software erlaubt diese 174,95 US$[120] teure Erweiterungskarte eine Vernetzung des TI-99/4A mit anderen Rechnern über ein Modem zwecks Datenaustauschs über die Telefonleitung. Dabei sind über die serielle RS232-Schnittstelle Symbolraten von 110, 300, 600, 1.200, 2.400, 4.800 und 9.600 Bd möglich.[122]

Auch der Anschluss von Druckern, Plottern und Terminals ist machbar. Über die parallele Schnittstelle können Daten mit 8-Bit-Wortbreite gleichzeitig gesendet und empfangen werden.[123] Die serielle Schnittstelle besitzt einen 25-poligen Anschluss für RS232C-kompatible Peripheriegeräte, während die parallele Schnittstelle einen für eine Verwendung mit Nadeldruckern ausgelegten 16-poligen Anschluss verwendet. Mittels eines speziellen Kabels kann die parallele Schnittstelle in eine serielle umgewandelt werden.[124] Bis zu zwei Schnittstellenkarten lassen sich zusammen mit dem PES verwenden. Die Schnittstellen lassen sich über spezielle TI-BASIC-Befehle programmieren.[125]

Laufwerksteuerungskarte[Bearbeiten]

Bei der Laufwerksteuerungskarte handelt es sich um eine Steuereinheit, die bis zu drei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke verwalten kann. Ihre Hauptfunktion besteht im Dirigieren der Schreib-Lese-Köpfe aller angeschlossenen Laufwerke an die richtige Position auf der gerade verwendeten Diskette. Darüber hinaus verwaltet die Steuereinheit das Inhaltsverzeichnis der Diskette, indem alle Dateien mit einem Index versehen werden.[126] Dazu werden die Sektoren 0 und 1 der ersten Spur auf der Diskette verwendet.[127]

Die Laufwerksteuerungskarte muss den achten Steckplatz des PES belegen, der sich direkt neben dem Laufwerksschacht befindet.[128] Sie verfügt auf der Rückseite über einen 34-poligen Anschluss und wird über ein entsprechendes Kabel mit dem Diskettenlaufwerk verbunden. Weitere zwei Laufwerke können im Daisy-Chain-Verfahren an das erste Diskettenlaufwerk angeschlossen werden.[129] Für eine Laufwerksteuerungskarte inklusive des für die Inbetriebnahme unverzichtbaren Steckmoduls mit dem Diskettenbetriebssystem Disk Manager mussten rund 300 US$ investiert werden.[120]

5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk[Bearbeiten]

Das rund 400 US$[120] teure 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk besitzt auf der Vorderseite ein Disketteneinschubfach nebst Klappverschluss sowie eine Statusanzeige. Auf der Rückseite befindet sich ein Kabel zwecks Anschluss an die interne Stromversorgung des PES sowie ein weiteres 34-poliges Kabel für die Verbindung mit der Laufwerksteuerungskarte.[130]

Das Laufwerk verwendet den Floppy-Disk-Controller FD1771 von Western Digital und besitzt einen magnetischen Schreib-Lese-Kopf mit einer mittleren Zugriffszeit von 463 ms. Es gestattet das Abspeichern eines Datenvolumens von bis zu 89 KB auf einer Diskettenseite (engl. Single Sided) mit 40 Spuren in einfacher Dichte (engl. Single Density) bei variabler Sektorengröße.[15]

32-KB-RAM-Speicherkarte[Bearbeiten]

Die 32-KB-RAM-Speicherkarte weist acht 1-Bit-DRAM-Chips mit 16 Anschlusspins und einer Kapazität von jeweils 4 KB auf. Die meist von der Firma Mostek stammenden DRAM-Chips vergrößern den frei programmierbaren Arbeitsspeicher des TI-99/4A auf insgesamt 48 KB RAM. Damit erreicht der Rechner in Bezug auf die Speicherkapazität seine höchste Ausbaustufe.[58]

Der zusätzliche Arbeitsspeicher ist mit dem Datenbus über acht Datenleitungen verbunden. Wie auch beim ab Werk eingebauten Arbeitsspeicher können Daten also nur mit 8-Bit-Wortbreite in die Speicherzellen der Erweiterungskarte eingeschrieben oder dort ausgelesen werden. Die Speicherkarte besitzt zwecks Hardwarefehlerlokalisierung eine eingebaute Selbsttestfunktion und wird zur Inbetriebnahme einfach in einen der Steckplätze des PES eingesteckt, bevor der Rechner eingeschaltet wird. Der Neupreis lag bei 300 US$.[131]

P-Code-Interpreterkarte[Bearbeiten]

Mit Hilfe der P-Code-Interpreterkarte kann die Compiler-Hochsprache UCSD-Pascal auf dem TI-99/4A betrieben werden.[132] Sie enthält einen komfortablen P-Code-Interpreter, der für andere Systeme entwickelte UCSD-Pascal-Software verarbeiten kann. Die Karte kann nur in Verbindung mit einem Diskettenlaufwerk oder Kassettenrekorder sowie einer 32-KB-RAM-Speichererweiterung betrieben werden.[133][134] Mit Hilfe eines Schalters auf der Rückseite kann sie vor Inbetriebnahme des Rechners aktiviert werden.[135] Bei aktivierter Karte wird nach dem Einschalten innerhalb von 30-60 Sekunden zunächst der P-Code-Interpreter initialisiert.[136] Dann springt der Rechner automatisch in den Befehlsmodus des P-Code-Interpreters.[132]

In Ergänzung zur P-Code-Interpreterkarte wurde ein UCSD-Pascal-Softwarepaket für 499,95 US$ auf den Markt gebracht.[133] Es besteht aus folgenden Komponenten:

  • PHD5063 UCSD Pascal Compiler (überführt in Pascal geschriebene Programme in Pseudocode, der dann vom P-Code-Interpreter in Maschinensprache übersetzt wird)[133][134]
  • PHD5064 UCSD Pascal System Assembler/Linker (Softwarepaket mit Programmierumgebung für Assemblersprache und Linker)[134]
  • PHD5065 UCSD Pascal System Editor/Filer/Utilities (Softwarepaket mit 40-Zeichen-Texteditor und modernem Diskettenbetriebssystem inklusive Zeitstempeln sowie Hilfsprogrammen)[133]

Sonstige Speichergeräte und Speichermedien[Bearbeiten]

TI-Programmrekorder (1982)
Audio einer TI-BASIC-Datei

Programmrekorder[Bearbeiten]

Der TI-99/4A konnte mit handelsüblichen Kassettenrekordern betrieben werden; TI brachte aber trotzdem einen speziell auf den Rechner zugeschnittenen Programmrekorder (engl. „TI Program Recorder“) heraus.[137] Das Gerät mit der Typennummer PHP2700 verfügt über alle üblichen Eigenschaften eines Kassettenrekorders, ist aber für zusätzlich für den Gebrauch als Speichergerät optimiert. Der Preis lag bei 70 US$.[138]

Der Programmrekorder wurde in zwei an das Design der beiden Versionen des TI-99/4A angepassten Varianten angeboten. Er verfügt neben Tasten für Aufnahme, Abspielen, Rückwärts- und Vorwärtsspulen, Anhalten und Auswerfen über zwei Drehregler für Lautstärke und Klang, einen eingebauten Lautsprecher, ein serienmäßiges Mikrofon sowie eine Pausetaste. Darüber hinaus ist der Programmrekorder mit einem Zählwerk ausgestattet und besitzt drei Anschlüsse für eine Verbindung mit der Konsole. Die Stromversorgung erfolgt intern über vier Babyzellen mit jeweils 1,5 V oder extern über das Stromnetz.[139]

Das Gerät war für seine Zuverlässigkeit, aber auch seine Langsamkeit bekannt. Beide Eigenschaften ergeben sich aus dem Aufzeichnungsverfahren: Sämtliche Datensätze werden gleich zweimal aufgenommen und überdies Checksummenbytes verwendet. Zum Einlesen der Daten werden vom Timer des TMS9901 die genauen Längen der Halbwellen des Audiosignals vermessen und in für den Computer verständlichen Binärcode übertragen. Eine lange Halbwelle bedeutet dabei eine Null, zwei kurze Halbwellen stehen dagegen für eine Eins.

Steckmodule[Bearbeiten]

Steckmodulplatine (1983)

Im Gegensatz zu den damals vorherrschenden Speichermedien wie Kompaktkassette oder Diskette entfallen bei den Steckmodulen (engl. „Solid State Software Cartridges“ bzw. „Command Modules“) durch die Verwendung von Nur-Lese-Speichern die lästigen Ladezeiten. Allerdings können die Steckmodule im Gegensatz zu diesen Datenträgern nicht kopiert und meist nicht beschrieben werden.[140] Aufgrund der relativ hohen Produktionskosten von ca. 6 US$ pro Einheit waren die Steckmodule überdies relativ teuer.[21]

Die von rechteckigen Kunststoffgehäusen geschützten Steckmodulplatinen besitzen einen Platinenstecker mit 18 Kontakten und enthalten meist einen 6-KB-GROM-Chip. Dieser wird im Gegensatz zur herkömmlichen Praxis nicht in den vergleichsweise kleinen Arbeitsspeicher des TI-99/4A kopiert, sondern als zusätzliche Speicherbank verwendet.[141] Die sog. „Multimodule“ besitzen mehrere GROM-Chips mit weiteren Programmen, zwischen denen mit Hilfe des Adressdecoders gewählt werden kann. Insgesamt können bis zu 30 KB GROM hinzugefügt werden. Daher befinden sich auf den Steckmodulplatinen fünf Steckplätze.[15][112] Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des Hinzufügens von bis zu 8 KB EPROM bzw. RAM. Manche Drittanbieter von Steckmodulen bevorzugten die nichtflüchtigen, programmierbaren EPROMs, da für die GROM-Chips teure Softwarelizenzen von TI erworben werden mussten.

Sonstige Ausgabegeräte[Bearbeiten]

Farbmonitor[Bearbeiten]

TI produzierte eigens für den TI-99/4A einen an das Design des PES angepassten 10-Zoll-Farbmonitor (engl. „TI Color Monitor“) mit einer Maximalauflösung von 720 × 300 Pixeln. Das Gerät mit der Typennummer PHA4100A verfügt über eine eigene Stromversorgung sowie zahlreiche Regler, etwa zur Einstellung von Farbintensität, Kontrast oder Helligkeit. Es wurde in jeweils eigenen Versionen für die Standards NTSC, PAL und SECAM hergestellt.[142] Es kostete rund 400 US$.[143]

Sprachmodul[Bearbeiten]

TI entwickelte 1981 ein Sprachmodul (engl. „Solid State Speech Synthesizer“), das den TI-99/4A bei einem Preis von rund 100 US$ mit der Fähigkeit zur künstlichen Sprachausgabe ausstattet.[144] Diese war eine Spezialität von TI und steckte damals noch in den Kinderschuhen.[41]

Im Sprachmodul verbaut ist ein 8-Bit-Sprachchip des Typs TMS5200, der zur zweiten Generation der von TI entwickelten Spezialchips für Sprachsynthese gehört. Der TMS5200 besitzt einen Puffer für Sprachdaten sowie 4-Bit-Steuerbusstrukturen.[145] Daneben verfügt das Sprachmodul über speziell entwickelte Sprach-ROM-Chips mit hochkomprimierten Sprachdateien.[104] Diese setzen sich aus immer wieder abrufbaren und somit speichersparenden digitalen Repräsentationen stimmhafter wie stimmloser Phoneme zusammen und können vom Sprachchip über direkten seriellen Zugriff eingelesen werden. Der Sprachchip simuliert dabei ein Filtermodell des Vokaltraktes und speist dieses mit den eingelesenen Daten. Der Output dieses Filtermodells durchläuft einen Digital-Analog-Umsetzer, um eine synthetische Wellenform zu generieren, die abschließend als Audiosignal verwendet und an die Tonausgabe des Rechners weitergeleitet wird.[146] Dieses Verfahren wurde von den TI-Entwicklern als „Linear Predictive Coding“ bezeichnet.[147] Die Sprach-ROM-Chips verfügen zudem über 373 vorprogrammierte, vom TI BASIC aus direkt abrufbare Wörter, die zu einfachen Sätzen miteinander kombiniert werden können.[148] Einige Arcadespiele wie Parsec machen zwecks Schaffung einer realistischen Spielatmosphäre von den Fähigkeiten des Sprachmoduls Gebrauch.[149]

Drucker[Bearbeiten]

TI brachte für ca. 750 US$ einen Schwarzweiß-Matrixdrucker (engl. „TI Impact Printer“) mit der Typennummer PHP2500 auf den Markt.[150] Dabei handelt es sich um einen das TI-Firmenlogo tragenden Standarddrucker des Typs Epson MX80.[151] Das Gerät beherrscht vier Schrifttypen und druckt wahlweise 40, 66, 80 oder 132 Zeichen pro Zeile bei einer Druckgeschwindigkeit von 80 Zeichen pro Sekunde. Grafiken können in vier unterschiedlichen Auflösungen zu Papier gebracht werden. Auf der Oberseite finden sich Bedientasten für Blattvorschub, Zeilenvorschub und Direktdruck. Auf der Rückseite weist das Gerät eine serielle RS-232- sowie eine parallele Schnittstelle auf.[152]

Sonstige Eingabegeräte[Bearbeiten]

TI produzierte duale Joysticks (engl. „Wired Remote Controllers“) mit der Typennummer PHP1100 für den TI-99/4A, die ohne Adapter an keinen anderen Rechner angeschlossen werden konnten. Diese Steuergeräte besitzen jeweils einen Steuerknüppel mit acht möglichen Einstellungen und einen breiten Feuerknopf. Sie kosteten rund 35 US$.[153]

Datenfernübertragung[Bearbeiten]

Für die Datenfernübertragung entwickelte TI eigens ein als Akustikkoppler ausgeführtes Modem (engl. „TI Telephone Coupler“), das Daten mit einer Geschwindigkeit von 300 Bd übertragen kann. Das Modem mit der Typennummer PHP1600 besitzt einen Stromanschluss und zwei Schiebeschalter zum Ein-/Ausschalten, Initialisieren des Testlaufs sowie Einstellen der Datenübermittlungsweise. Möglich sind Wechselbetrieb (engl. „Half-duplex“) sowie Gegenbetrieb (engl. „Full-duplex“). Zum Betrieb muss über die RS-232-Schnittstelle eine Verbindung zum Rechner hergestellt werden.[154] Das Modem kostete seinerzeit ca. 200 US$.[144]

Software[Bearbeiten]

Der Festspeicher des TI-99/4A enthält die gesamte zum Betrieb unabdingbare Systemsoftware, weshalb nach dem Einschalten kein Booten notwendig ist. Für den TI-99/4A war Ende 1983 ein recht umfangreiches, 800 Titel umfassendes Angebot an Programmiersprachen, Anwendungssoftware, Lernsoftware und Computerspielen erhältlich, von denen rund 700 von Lizenznehmern stammten.[155] Da nur ungefähr jeder zehnte Besitzer des TI-99/4A das teure PES erwarb, wurde die große Mehrheit der Software auf meist von TI selbst vertriebenen Steckmodulen mit zusätzlicher Speicherkapazität veröffentlicht. Nach Produktionseinstellung wurden noch einige Jahre lang neue Spiele für den Rechner veröffentlicht.

Systemprogramme[Bearbeiten]

Betriebssystemkern und Systemroutinen[Bearbeiten]

Die Konfiguration der Hardware des TI-99/4A sowie des eingebauten TI BASIC übernimmt das aus dem für die Daten-, Geräte- und Prozessverwaltung verantwortlichen Betriebssystemkern sowie zahlreichen Systemroutinen bestehende Betriebssystem.[156] Dazu zählen die Poweruproutine sowie verschiedene mathematische Funktionen auf den GROM-Chips.[157] Die ROM-Chips enthalten die Systemroutinen zur Ausführung von Interrupts (etwa für Bildschirmaufbau, Tastaturabfrage und Betrieb von Peripheriegeräten), zur Steuerung des Kassettenports sowie verschiedene Hilfsroutinen (etwa zur Berechnung und Rundung von Fließkommazahlen).[158] Nach Inbetriebnahme des Rechners setzt die Poweruproutine diverse Zeiger, konfiguriert den Kassettenrekorder-Gerätetreiber und sucht alle intern wie extern verfügbaren GROM-Bausteine, um daraus den Startbildschirm nebst Startmenü zu erstellen.[157]

Diskettenbetriebssysteme[Bearbeiten]

Um den TI-99/4A mit 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken betreiben zu können, wurde das nicht zum Lieferumfang der Diskettenlaufwerke gehörende Diskettenbetriebssystem Disk Manager entwickelt. Es befindet sich auf einem eigenen Steckmodul und musste zusätzlich mit einem Floppy-Disk-Controller erworben werden, der eine gleichzeitige Verwendung von bis zu drei Diskettenlaufwerken zulässt.[159]

Disk Manager erlaubt es, Disketten zu formatieren sowie Programmdateien zu speichern, zu löschen, zu kopieren und umzubenennen.[160] Programmdateien können mit einem Schreibschutz versehen und Hardwaretests der Diskettenlaufwerke zwecks Lokalisierung eventueller Fehlfunktionen durchgeführt werden.[161] Außerdem lassen sich bis zu 127 Programmdateien auf einer Diskettenseite unterbringen.[112] Eine spätere Version, die im März 1983 unter dem Titel Disk Manager 2 herausgebracht wurde, gestattete erstmals die Verwendung beider Diskettenseiten ohne Umdrehen des Speicherträgers. TI selbst bot allerdings kein entsprechendes Laufwerk mit zwei Schreib-Lese-Köpfen an, sodass die Anwender des TI-99/4A auf Drittanbieter angewiesen blieben.[162]

Native Programmiersprachen[Bearbeiten]

TI BASIC[Bearbeiten]

Hauptartikel: TI BASIC (TI 99/4A)
Startbildschirm des TI BASIC mit Beispielprogramm

TI BASIC fungiert sowohl als Benutzerschnittstelle als auch als Programmierumgebung und verfügt über 82 Befehle, Anweisungen, Funktionen und Variablen.[163] Wird es im Startmenü angewählt, erscheint auf dem Bildschirm die Einschaltmeldung TI BASIC READY sowie der auf Eingaben wartende Prompt des Befehlsmodus (engl. „Command Mode“). Daneben kennt TI BASIC noch den Programmiermodus (engl. „Edit Mode“) sowie den Programmausführungsmodus (engl. „Run Mode“).

Durch Betätigen der Entertaste wird der Interpreter zur Ausführung von Befehlen veranlasst. Der Programmiermodus lässt sich durch Verwendung von Zeilennummern am Anfang der Kommandozeile aktivieren. Mit Hilfe der Pfeiltasten kann der Cursor an jede beliebige Stelle des Bildschirms manövriert werden. Die Programmausführung wird durch Eingabe des RUN-Befehls eingeleitet. Laufende Programme können durch Drücken der Breaktaste angehalten werden. Der Rechner befindet sich dann wieder im Befehlsmodus. Verlassen werden kann TI BASIC entweder durch den QUIT-Befehl, der den Programmspeicher unwiederbringlich löscht, oder den BYE-Befehl, der das spätere Wiederaufrufen von Programmspeicherinhalten gestattet.[164] Beide Befehle führen den Anwender wieder zum Startbildschirm.

TI-BASIC-Programme können nur in den nicht als Grafikspeicher genutzten Bereichen des Arbeitsspeichers abgelegt werden. Der Kern des TI-BASIC-Interpreters liegt im ROM-Speicherbereich von $18C8 bis $1C9A.[165] Außerdem enthalten die ROM-Chips eine Sprungtabelle für die in den GROM-Chips befindlichen TI-BASIC-Routinen.[106][166] Zusammen besitzen TI-BASIC-Interpreter und -Routinen ein Festspeichervolumen von 14 KB.[112]

Graphics Programming Language[Bearbeiten]

Bei der Graphics Programming Language (GPL) handelt es sich um eine von TI entwickelte höhere Anweisungssprache, die über einen speziellen Puffer Direktzugriff auf den Grafikspeicher ermöglicht. Komfortabler als Assemblersprache, aber deutlich umständlicher als TI BASIC, verwendet die urheberrechtlich geschützte GPL als „sehr prozessornahe Zwischensprache“[101] viele mit dem Befehlssatz des TMS9900 identische Kommandos und ist deshalb erheblich schneller bei der Ausführung von Programmen als der TI-BASIC-Interpreter. Allerdings kommt diese Eigenschaft in der Praxis kaum zum Tragen, da GPL nicht als Benutzerschnittstelle vorgesehen ist und der Rechner ausschließlich mit über Kommandozeilen eingegebenen BASIC- oder Maschinensprachebefehlen bedient werden kann.

Die GPL-Routinen belegen ein Festspeichervolumen von 12 KB. Trotz seiner Prozessornähe kann der GPL-Code nicht unmittelbar vom TMS9900 ausgeführt werden, sondern nur mittels des eingebauten GPL-Interpreters. Dieser belegt den ROM-Speicherbereich von $0024 bis $08FF.[167] Die Grenzen zwischen GPL- und TI-BASIC-Interpreter sind fließend, da einzelne GPL-Befehle wie etwa PARSE, CONT oder RTNB nur für den BASIC-Interpreter, nicht aber den Hauptprozessor verständlich sind.[167] Da TI BASIC ausschließlich im GPL-Code programmiert ist und BASIC-Programme vor der Ausführung mit hohem Zeitaufwand sowohl vom TI-BASIC- als auch vom GPL-Interpreter verarbeitet werden müssen, ist der BASIC-Dialekt des TI-99/4A im Vergleich zu denen anderer Heimcomputern eher langsam.[168]

Optionale höhere Programmiersprachen[Bearbeiten]

TI Extended BASIC[Bearbeiten]

Hauptartikel: TI Extended BASIC

Schon kurz nach Markteinführung des TI-99/4A erkannte TI die Langsamkeit des doppelt interpretierten TI BASIC als Problem. Noch im Sommer 1981 wurde daher die BASIC-Erweiterung TI Extended BASIC herausgebracht.[120] In Westdeutschland war sie erst ab 1984 erhältlich und wurde in Lizenz von der Firma Mechatronic in Sindelfingen vertrieben.[169]

Das weitgehend abwärtskompatible TI Extended BASIC wartet mit einer Reihe zusätzlicher Fähigkeiten und einem gegenüber der Basisversion um 35 Befehle, Anweisungen, Funktionen, Subroutinen und logische Operatoren erweiterten Befehlssatz auf.[170] So besitzt es eine Autoboot-Funktion, gestattet die Verwendung von Unterprogrammen in Maschinensprache und die Darstellung von bis zu 28 Sprites.[171] Strings können bis zu 154 Zeichen enthalten, Variablen bis zu 15 Zeichen lang sein.[172] Darüber hinaus erlaubt TI Extended BASIC eine recht komfortable Fehlerbehandlung, erhöht die Zahl der für Arrays zur Verfügung stehenden Dimensionen von drei auf sieben und stellt sogar Befehle für Kopierschutzmaßnahmen zur Verfügung. Außerdem können mehrerer Befehle speichersparend in einer einzigen Programmzeile eingegeben werden.[173] Da der Großteil des TI Extended BASIC statt im GPL-Code in Maschinensprache geschrieben ist, beschleunigt sich die Ausführung von Programmen merklich.[170] Die Geschwindigkeitszunahme liegt ungefähr beim Doppelten des TI BASIC.[174]

Mit 32 KB ROM ist TI Extended BASIC ausgesprochen umfangreich und belegt weitere 2 KB des Arbeitsspeichers.[172] Damit stehen für Grafik- und Programmspeicher nur noch 14 KB zur Verfügung, was zu einer spürbaren Einschränkung der Programmiermöglichkeiten führt. Für den Betrieb ist eine Speichererweiterung aber dennoch nicht zwingend erforderlich, sofern auf speichersparende Programmiertechniken geachtet wird.

TI FORTH[Bearbeiten]

TI FORTH ist ein von TI entwickelter Dialekt der gleichnamigen assemblernahen und daher schnellen Compiler-Hochsprache[175] und stellt eine diskettenbasierte Entwicklungsumgebung mit 64 Zeichen pro Zeile, hochauflösender Bitmapgrafik und Interruptroutinen zur Verfügung. TI FORTH benötigt neben einer 32-KB-RAM-Speichererweiterung zusätzlich das Editor/Assembler-Steckmodul.[176] Eine weitere Forth-Version wurde von Wycove Systems entwickelt.[177]

[Bearbeiten]

TI LOGO sowie die mit einem erweiterten Befehlssatz, Druckerfunktionen und zusätzlichen Grafikfähigkeiten aufwartende Fortsetzung TI LOGO II sind ebenfalls von TI fabrizierte Dialekte der gleichnamigen funktionalen Interpreter-Hochsprache.[178] Sie dienen der Vermittlung von mathematischen, logischen und kommunikativen Fähigkeiten an Kinder sowie deren Übung im Umgang mit Computern. Zum Betrieb mit Kompaktkassette, Diskette oder Steckmodul ist eine 32-KB-RAM-Speichererweiterung notwendig.[179] Eine stark vereinfachte Schnupperversion mit begrenzten Programmiermöglichkeiten namens Early Learning LOGO Fun konnte auch ohne Speicherausbau betrieben werden.[180]

TI PILOT[Bearbeiten]

Auch TI PILOT ist ein von TI realisierter Ableger der gleichnamigen Interpreter-Hochsprache und ermöglicht die Entwicklung von Übungen, Tests und interaktiven Lernprogrammen für computergestütztes Lernen. Diese Programmiersprache kann nur mit 32-KB-RAM-Speichererweiterung, Diskettenlaufwerk und P-Code-Interpreterkarte betrieben werden.[179]

UCSD-Pascal[Bearbeiten]

Assemblersprache[Bearbeiten]

Eine optimale Ausnutzung der Hardware des TI-99/4A ist nur durch die Verwendung von Assemblersprache nebst Übersetzungsprogramm (engl. Assembler) möglich, das die Programmanweisungen des Quelltextes (engl. „Sourcecode“) in Maschinensprache überführt. TI bot ein entsprechendes Softwarepaket namens Editor/Assembler an, das ein Steckmodul, zwei Disketten und ein umfangreiches Bedienungshandbuch umfasste. Die Software enthielt neben dem Editor und dem Assembler noch einen Debugger zur Beseitigung von Programmierfehlern.[181]

Programme in Assemblersprache sind wesentlich schneller als solche in höheren Programmiersprachen und bieten gegenüber der noch schnelleren Maschinensprache den Vorteil, dass sich ihr Befehlsvorrat durch die Verwendung von verständlichen und leicht erinnerbaren Abkürzungen (engl. Mnemonics) leichter handhaben lässt.[181] Allerdings bevorzugten die meisten Programmiereinsteiger die zwar leistungsschwächeren, aber einfacher zu bedienenden höheren Programmiersprachen wie etwa Pascal oder BASIC.

Anwendungsprogramme[Bearbeiten]

Microsoft-Logo (1978-82)

Für den TI-99/4A wurden einige Anwendungsprogramme aufgelegt, von denen viele jedoch nur mit einer 32-KB-RAM-Speichererweiterung und einem Diskettenlaufwerk betrieben werden können. Das gilt für Dateiverwaltungsprogramme wie Personal Report Generator und Personal Tax Plan ebenso wie für das Textverarbeitungsprogramm TI Writer oder das Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Multiplan.[182]

Zu den beliebtesten Steckmodulen zählte die Speichererweiterung Mini Memory, die zusätzlich Hilfsprogramme wie etwa einen Maschinensprachemonitor enthält.[183] Mini Memory stattet den Rechner mit 14 KB Zusatzspeicher aus, von denen 6 KB auf das GROM und 4 KB auf das einfache ROM entfallen. Darüber hinaus ist es mit 4 KB batteriegepuffertem SRAM bestückt.[184] Kürzere BASIC- und Maschinenspracheprogramme können so ohne weitere Speichergeräte direkt auf dem Modul gesichert werden.[183] Alternativ können aber auch TI-BASIC-Unterprogramme sowie ein Fehlersuchprogramm gestartet werden.[184]

Ebenfalls große Popularität genoss der Terminal Emulator II, der eine Vernetzung des Rechners über einen Akustikkoppler ermöglicht. Darüber hinaus erweitert das Programm die Einsatzmöglichkeiten des Sprachmoduls um zusätzliche Funktionen.[185]

Lernprogramme[Bearbeiten]

Control Data-Logo

Zu den beliebtesten Lernprogrammen für den TI-99/4A gehörte die Miliken Home Math Series mit Titeln, die sich etwa der Vermittlung der Grundrechenarten, der Prozentrechnung oder den Dezimalbrüchen widmeten.[186] Auch Addison Wesley setzte auf Lernsoftware zum Thema Mathematik und brachte die Steckmodule der Computer Math Games-Serie heraus.[187] Das Minnesota Educational Computing Consortium entwickelte Lernprogramme für geistes-, sozial- und naturwissenschaftliche Disziplinen.[188] Die Control Data Corporation brachte für Highschool-Absolventen aller Altersstufen und Fachrichtungen die Plato Courseware-Serie heraus.[189] Der auf Grundschüler spezialisierte Verlag Scott Foresman veröffentlichte Lernprogramme mit künstlicher Sprachausgabe, die vor allem auf eine Verbesserung der Lesekompetenz abzielten.[190]

TI selbst konzentrierte sich auf die Rechtschreibung und brachte eine sechs Teile umfassende Serie mit dem Titel Scholastic Spelling, ein damals futuristisch wirkendes Programm für künstliche Sprachausgabe namens Text-to-Speech und ein Übungsprogramm namens Touch Typing Tutor für das Erlernen des Zehnfingersystems heraus.[191] Eine Mischung aus Arcadespiel und Lernprogramm stellt der grafisch aufwändige Titel Microsurgeon mit seiner ungewöhnlichen Spielmechanik dar.

Spiele[Bearbeiten]

Parker-Logo
SEGA-Logo
Imagic-Logo

Die rund 40 auf Steckmodulen erschienenen Arcadespiele bildeten das populärste Spielegenre für den TI-99/4A.[155] Zu den beliebtesten Arcadespielen, die in der Regel zwischen 11 und 45 US$ kosteten, gehörten von TI selbst produzierte Titel wie Alpiner, The Attack, Blasto, Car Wars, Chisholm Trail, Choplifter, M*A*S*H, Munchman, TI Invaders, TI Trek sowie Tombstone City.[192] Das Shoot ’em up Parsec aus dem Jahr 1982 gilt als bestes Spiel oder gar „Killerapplikation“ für den Rechner.[48][149] Einige besonders gefragte Titel wurden für knapp 20 US$ zusätzlich auch auf Diskette veröffentlicht, setzten aber neben einem Diskettenlaufwerk die 32-KB-RAM-Speichererweiterung voraus.[120]

Zu den erfolgreichsten Spielen von Drittanbietern gehörten portierte Titel wie Dig-Dug, Donkey Kong, Jungle Hunt, Moon Patrol, Pac-Man und Pole Position von Atarisoft (mit alternativem Gehäusedesign), Q-Bert von Parker Brothers, Buck Rogers und Star Trek von SEGA, Space Bandits von Milton Bradley, der Frogger-Clone Princess & Frog von Romax sowie Super Demon Attack von Imagic.[192]

Das erfolgreichste Strategiespiel war Hunt the Wumpus. An Brettspielen standen Backgammon, Blackjack and Poker sowie Video Chess zur Verfügung. Sportfans konnten sich mit Titeln wie Football oder Indoor Soccer vergnügen. Als erste Flugsimulation erschien Dow-4 Gazelle von John T. Dow. Mit Bankroll wurde von Not Polyoptics außerdem eine Wirtschaftssimulation veröffentlicht.[193] Aus dem gleichen Haus stammt auch die erst 1987 veröffentlichte Doppeldecker-Luftkampfsimulation Spad XIII.

Adventures stellten ebenfalls ein beliebtes Spielegenre dar. Vor allem die auf einer Kompaktkassette bzw. Diskette Platz findenden Titel von Scott Adams wie Ghost Town, Mystery Fun House oder Voodoo Castle wären in diesem Zusammenhang zu nennen. Das grafisch üppige Rollenspiel-Adventure Tunnels of Doom war dagegen so umfangreich, dass es auf gleich zwei Datenträgern geliefert werden musste.[120][194]

Magazine[Bearbeiten]

Mehrere Zeitschriften im In- und Ausland beschäftigten sich mit allen Fragen rund um den TI-99/4A und versorgten ihre Leser mit Testberichten, Kaufberatungshinweisen, Bauanleitungen, Reparaturtipps, Kleinanzeigen und Programmausdrucken für Spiele, Anwendungen und Hilfsprogramme.

Englischsprachige Welt[Bearbeiten]

Das 99’er-Magazin war die bedeutendste Zeitschrift für den TI-99/4A und erschien ab Mai 1981 zunächst alle zwei Wochen, ab November 1982 dann einmal pro Monat unter dem vollen Titel 99’er Home Computer Magazine.[195] Die Zeitschrift besaß eine farbige Titelseite und zielte auf eine breite Leserschaft ab.[196] Inhaltliche Schwerpunkte bildeten die Programmiersprachen TI LOGO und TI PILOT. Für Auflockerung sorgten eingestreute Kreuzworträtsel und Cartoons. Bereits im November 1983 wurde das 99’er-Magazin vom Markt genommen.[197]

Das zunächst unter dem Titel Home Computer Compendium veröffentlichte Magazin MICROpendium erschien monatlich von Februar 1984 bis Juni 1999 in Round Rock (Texas). Damit füllte es die vom 99’er-Magazin hinterlassene Lücke aus. Mit seiner betont neutralen Berichterstattung[198], einem schlichten Schwarzweiß-Layout und einem günstigen Preis von 1,50 US$ konnte sich das MICROpendium 15 Jahre lang behaupten, musste aber schließlich aufgrund zu geringer Verkaufszahlen eingestellt werden.[199]

Deutschsprachiger Raum[Bearbeiten]

Von 1983 bis 1987 erschien im Wiener Fiedler-Verlag monatsweise das TI-99 Journal. Für 11 DM wartete es mit einer mehrfarbigen Titelseite auf und enthielt auch Artikel über andere Produkte von TI.[200] Von Anfang 1984 bis 1987 erschien außerdem zunächst im TI-Aktuell-Verlag in Lohhof, später dann bei der München-Aktuell-Verlags-GmbH die in unregelmäßigen Abständen ungefähr alle zwei Monate veröffentlichte Zeitschrift TI-Revue: Das Magazin für TI PC & TI-99/4A für anfänglich 4,80 DM.[201] Der Fachverlag Reinhold Hasse aus Bendorf gab überdies das neben dem TI-99/4A auch den programmierbaren Taschenrechner TI-59 behandelnde TI-Fachmagazin heraus.[196]

Emulation[Bearbeiten]

Startbildschirm des Emulators V9t9

Im Laufe der Zeit sind auf unterschiedlichen Hardwareplattformen zahlreiche Emulatoren des TI-99/4A erschienen. In den 1990er Jahren waren sie auf dem IBM PC oder dem Commodore Amiga, aber auch auf anderen Rechnern populär. Da diese Trägersysteme mittlerweile technisch veraltet sind, wurden in den letzten Jahren neue Versionen für modernere Rechner entwickelt.

Der Emulator PC99 bzw. PC99A wurde von Greg Hill, Mark van Coppenolle und Mike Wright bei CaDD Electronics für IBM-PC-Kompatible geschrieben. Sowohl die Standardversion PC99 als auch die beschleunigte Version PC99A laufen unter den Betriebssystemen PC DOS 5.0 (oder höher), Windows 95 und Windows 98.[202] Empfohlen wird die Verwendung mindestens eines Intel 80486 mit 66 MHz Taktfrequenz. Überdies können Rechner mit CPUs der Typen Pentium II, III, and IV oder AMD K6-III verwendet werden. Zu den weiteren Systemvoraussetzungen gehören eine VGA-Videokarte, ein freier Festplattenspeicher von mindestens 10 MB und ein 3½-Zoll-Diskettenlaufwerk.[203]

Der Emulator V9t9 wurde von Edward Swartz im Java-Code programmiert und ist als Freeware im Internet herunterladbar. Zum Leistungsumfang gehören u. a. UCSD-Pascal, ein P-Code-Interpreter und eine Emulation des TI-Matrixdruckers. V9t9 läuft unter den Betriebssystemen MS-Windows, OS X oder Linux.[204] Der Win994a-TI-99/4A-Simulator stammt von Cory Burr und ist ebenfalls als Freeware erhältlich. Er arbeitet auf modernen PCs unter MS-Windows.[205] Das Emulatorsystem M.E.S.S. schließlich unterstützt sowohl den TI-99/4 als auch den TI-99/4A inklusive Sprachmodul und Erweiterungskarten, für deren Emulation allerdings die entsprechenden ROM-Inhalte benötigt werden.

Rezeption[Bearbeiten]

Zeitgenössisch[Bearbeiten]

In der Fachpresse wurde der TI-99/4A überwiegend positiv bewertet und sogar als „einer der besten Heimcomputer“ beschrieben, die „es bislang auf dem Markt gab.“[206] Lob erfuhr der Rechner dabei für seine Benutzerfreundlichkeit[104][113][207], seine Hardware-Erweiterbarkeit[104][113][207], seine überzeugenden Farb- und Klangfähigkeiten[207], seine gegenüber dem Vorgängermodell verbesserte Tastatur[208], sein „kompakte[s], schlanke[s]“ Design[104] sowie seine Fähigkeit zur Sprachsynthese.[208] Bemängelt wurde indessen die immer noch zu geringe Größe der neuen Tastatur[104], der begrenzte Befehlsvorrat des TI BASIC sowie die an den britischen Billigrechner Sinclair ZX81 erinnernde niedrige Arbeitsgeschwindigkeit des TI-BASIC-Interpreters.[207]

Retrospektiv[Bearbeiten]

TI-99/4A als Exponat im Musée Bolo der ETH Lausanne

In fast allen technikgeschichtlichen Überblicksdarstellungen wird der TI-99/4A als bedeutsamer Heimcomputer erwähnt. Viele Technikmuseen stellen den Rechner aus und er ist auch auf vielen Webseiten mit Bezug zur Geschichte der Heimcomputer zu finden. Außerdem besteht eine aktive, sich für die Bewahrung gut erhaltener Exemplare sowie weiterer mit dem Rechner verbundener Produkte einsetzende Retrocomputing-Szene. Damit hat der TI-99/4A einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis, obwohl er nicht die gleiche hohe Wertschätzung erfährt wie etwa der C64, Apple II, Sinclair ZX Spectrum oder die Atari-Heimcomputer.

Typisch für die technikgeschichtliche Einordnung des TI-99/4A sind drei Aspekte. Erstens gilt er als technologisch fortschrittlich, was vornehmlich auf seine 16-Bit-CPU sowie die „für damalige Verhältnisse ausgezeichnete[n] Grafikeigenschaften“ zurückgeführt wird.[9][41] Zweitens erfährt der Rechner aufgrund der Eigentümlichkeiten seiner Rechnerarchitektur häufig eine Einschätzung als exotischer „Außenseiter“[48], dessen Entwicklung in einer evolutionären Sackgasse geendet habe.[209] Drittens gilt der TI-99/4A trotz insgesamt respektabler Verkaufszahlen als letztlich am Markt gescheitert und ist sogar als das „vielleicht glückloseste System auf dem Heimcomputermarkt“ bezeichnet worden.[62] Mit dieser Feststellung einher geht eine intensive Forschung nach den Ursachen für dieses Scheitern, das Erinnerungen an den das Ende des Wirtschaftswunders einläutenden Konkurs eines Bremer Automobilherstellers aus dem Jahr 1961 weckte:

„Der TI-99/4A gehörte zu den komfortabelsten und bedienungsfreundlichsten Heimcomputern, die jemals auf den Markt gebracht wurden. Der Borgward der Computer-Industrie.“

Dietmar Eirich u. Sabine Quinten-Eirich: Das Heyne Computer Lexikon (1984)[210]

Ursachen für das Scheitern am Markt[Bearbeiten]

Die vergleichsweise kurze Marktpräsenz des TI-99/4A lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Vielmehr führte ein ganzes Bündel unterschiedlicher Verfehlungen zur vorzeitigen Produktionseinstellung des Rechners. Dazu gehören Designfehler, Marketingfehler, eine mangelnde Systemdokumentation, bestimmte Eigenheiten der Unternehmenskultur von TI sowie die Favorisierung von Steckmodulen als Hauptspeichermedium.

Designfehler[Bearbeiten]
TI-Hauptsitz in Dallas (Texas)

Der TI-99/4A litt an einigen Designfehlern, zu denen an erster Stelle das doppelt interpretierte und daher langsame TI BASIC zählt. Bei den damals üblicherweise in BASIC durchgeführten Benchmarktests schnitt der Rechner trotz 16-Bit-CPU entsprechend schlecht ab.[211][212]

Auch die Speicherorganisation birgt ihre Nachteile. So dienen die 16 KB Arbeitsspeicher gleichzeitig als Grafik- und Programmspeicher. Im hochauflösenden und damit grafikspeicherintensiven Graphics-II-Modus etwa stehen nur 4 KB für den Programmspeicher zur Verfügung. Umfangreichere TI-BASIC-Programme lassen sich daher nur im leistungsschwächeren Graphics-I-Modus realisieren. Ein Programmieren in Maschinensprache setzt darüber hinaus eine recht kostspielige Speichererweiterung voraus.[21]

Wegen des für das Eintippen mit dem Zehnfingersystem ungeeigneten Tastatur-Layouts konnte sich der TI-99/4A nicht als Bürocomputer etablieren.[29] Überdies wurde versäumt, die Konsole mit einer elektrischen Sicherung auszustatten, wodurch das Risiko von Stromschlägen stieg.[62] Obendrein ist der Joystickanschluss nicht Atari-kompatibel und entsprach damit nicht dem damaligen De-facto-Standard. Umsteiger von anderen Systemen mussten neue Joysticks erwerben, was die Attraktivität des Rechners verringerte.

Marketingfehler[Bearbeiten]

TI beging einige schwere Marketingfehler. Vertriebsleiter Turner setzte fast ausschließlich auf Preisreduktionen, anstatt etwa durch geeignete Werbemaßnahmen potenziellen Käufern die zweifellos vorhandenen technischen Vorzüge des TI-99/4A wie etwa den leistungsstarken 16-Bit-Hauptprozessor zu erklären.[213][214] Eingedenk der Verwendung des im Vergleich zu gängigen 8-Bit-CPUs mit 20 US$ rund fünfmal teureren TMS9900 und den damit einhergehenden hohen Produktionskosten ist dies umso erstaunlicher.[21][48] Trotzdem ließ TI sich auf einen riskanten Preiskrieg mit dem von Jack Tramiel geführten Billiganbieter Commodore ein und musste dabei eine bittere Niederlage einstecken.[215][216][217][218]

Systemdokumentation und Softwareentwicklung[Bearbeiten]

TI wollte zwecks Gewinnmaximierung die alleinige Kontrolle über die Softwareentwicklung behalten.[21] Die Konzernspitze betrieb daher gegen den ausdrücklichen Rat von Chefentwickler Bynum eine geschäftsschädigende Heimlichtuerei und verzichtete auf offene Systemdokumentation. Fremdanbietern erschwerte das die Softwareentwicklung, sofern sie von TI keine kostspieligen GPL-Lizenzen erwarben.[29][30][219][220] Wem trotzdem die Entwicklung kommerzieller Programme für den TI-99/4A gelang, wurde mit rechtlichen Schritten gedroht.[62][221] Diese Vorgehensweise schreckte professionelle Softwarehäuser ebenso wie die kreative Hackerszene von einer Beschäftigung mit dem Rechner und seiner ohnehin wenig verbreiteten CPU ab.[222][223] Zwar wurde das Konzept einer geschlossenen Architektur im Sommer 1981 zunächst gelockert, nach Einsetzen des Preiskriegs mit Commodore im September 1982 aber wieder aufgenommen.[30] Erst 1985 erschien schließlich in einem westdeutschen Verlag ein vollständiges, jedoch nicht von TI unterstütztes Listing des Betriebssystems inklusive der GPL-Routinen.

Die Firmenleitung glaubte überdies, alle Programmwünsche der Kunden im Alleingang erfüllen zu können. Rund 20 Millionen US$ wurden jedes Jahr in die Softwareentwicklung investiert.[221] Auf die damals übliche, von den Kunden erwartete Lizenzierung und Portierung bereits bewährter Anwendersoftware wie Microsoft BASIC,VisiCalc, WordStar sowie vieler Spiele wurde dagegen verzichtet.[29]

Unternehmenskultur[Bearbeiten]
Lubbock (Texas), Sitz der Abteilung für Unterhaltungselektronik

Die zu diesem Zeitpunkt von Konservatismus und Selbstbezüglichkeit geprägte Unternehmenskultur von TI trug ebenfalls zum Misserfolg des TI-99/4A bei. Aus Überheblichkeit verzichtete der Technologiegigant auf die Entwicklung eines herkömmlichen 8-Bit-Mikroprozessors nach dem Vorbild kleinerer, aber hochinnovativer Hersteller wie Zilog, MOS Technology oder Intel, obwohl der Trend klar in die Richtung der 8-Bit-Architekturen ging.[7][73] Da die Firmenphilosophie eine Verwendung von Mikroprozessoren aus Fremdherstellung ausschloss und sich die eigene 16-Bit-CPU am Markt nicht durchsetzen konnte, wurde bei der Planung des TI-99/4A nicht von zu erreichenden Leistungsmerkmalen oder Kundenwünschen ausgegangen, sondern ein zum TMS9900 passender Rechner entworfen, obwohl TI zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal geeignete 16-Bit-Koprozessoren entwickelt hatte.[73][224]

Die Firmenspitze war außerdem davon überzeugt, auf das Abwerben erfahrener Computertechniker verzichten zu können. Dieser Aspekt der damaligen Unternehmenskultur zeigt sich in der 1977 erfolgten Verlegung des Hauptquartiers der Abteilung für Unterhaltungselektronik von der Millionenstadt Dallas in die verschlafene Baumwollmetropole Lubbock. Für etablierte Computerexperten aus dem liberalen Milieu des kalifornischen Silicon Valley war der Ausblick auf ein Leben in der tiefsten texanischen Provinz meist kein Anreiz für einen Wechsel zu TI. Bei der Entwicklung des TI-99/4A fehlte daher ein von außen kommender, die eingefahrene Firmenphilosophie kritisch hinterfragender Geist.[10][17]

Steckmodule und Raubkopien[Bearbeiten]

Nach Markteinführung bot TI monatelang keine externen Speichergeräte für den TI-99/4A an, nicht einmal einen Programmrekorder.[62] Stattdessen setzte der Konzern zunächst fast ausschließlich auf die relativ teuren Steckmodule.[48] Die eine wichtige Käuferschicht bildenden Jugendlichen konnten sich diese oft nicht leisten und bevorzugten daher Heimcomputersysteme, deren Software auf den günstigeren Kompaktkassetten oder Disketten erschien. Diese Speichermedien boten auch den Vorteil, dass sich die unter Jugendlichen damals üblichen Raubkopien leichter anfertigen und untereinander tauschen ließen. Steckmodule dagegen unterbanden diese Praxis.[141]

Trivia[Bearbeiten]

  • In welchen TI-Zweigwerken Rechner, Peripheriegeräte und Zubehör hergestellt wurden, lässt sich anhand der Seriennummern feststellen. Diese bestehen aus zwei Teilen: einer bis zu sechsstelligen Zahl sowie einer Kombination aus drei Buchstaben und einer vierstelligen Zahl. Das Kürzel ATA im zweiten Teil steht dabei für die Produktionsstätte in Abilene, ATD für Austin, ATL für Lubbock, ACH für Almelo und RCI für Rieti. Aus der vierstelligen Zahl ergibt sich der Herstellungszeitraum. Die ersten beiden Ziffern beziehen sich auf die Kalenderwoche, die letzten beiden Ziffern geben das Produktionsjahr an. Die Kombination ATA4782 auf der oben im Foto gezeigten RS-232-Schnittstellenkarte verweist also auf das TI-Zweigwerk in Abilene und die 47. Kalenderwoche des Jahres 1982.[225]
  • Im Frühjahr 1984 entstand im deutschsprachigen Raum der kuriose Fall einer Angebots- und Preisanomalie: Die hohe Zahl der durch die Schleuderpreise noch zu Besitzern des TI-99/4A gewordenen Kunden ließ die Nachfrage nach Software und Zubehör sprunghaft ansteigen. Da beides aufgrund der Produktionseinstellung im Herbst 1983 jedoch kaum noch erhältlich erhältlich war, wurden für Gebrauchtware bald über denen für Neuware liegende Preise gezahlt.[228]
  • Anfang 1984 verscherbelte TI-Deutschland im Zuge der Lagerabverkäufe für 298 DM sogar seine nicht mehr benötigten Heimcomputer-Messeverkaufsstände inklusive eines TI-99/4A sowie eines 17 Titel umfassenden Game-Bundles.[229]
  • Gezielte Änderungen am Festspeicher des TI-99/4A „QI“ führten zum Versagen der ausschließlich mit EPROM-Chips bestückten Steckmodule von Atarisoft und einigen anderen ungeliebten Drittanbietern.[230]
  • Der unter der freien Fläche vor dem Modulschacht befindliche Leistungsregler neigt bei Dauerbetrieb zu recht hohen Temperaturen. Dieser Teil des Gehäuses wurde deshalb scherzhaft als „Kaffeetassenwärmer“ bezeichnet.[231]

Anhang[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gordon Laing: Digital Retro. The Evolution and Design of the Personal Computer. Cambridge: Ilex-Press (2004), S. 42.
  2. a b c d e f TI 99/4 Home Computer introduced. www.ti.com, abgerufen am 18. Februar 2014 (engl.).
  3. a b c Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 7.
  4. a b Sascha Hoogen: Texas Instruments TI-99/4. 8-Bit-Nirvana, abgerufen am 13. Februar 2014 (deut.).
  5. a b Roy A. Allan: A History of the Personal Computer. The People and the Technology. London, Ontario: Allan-Publishing (2001), S. 11/27.
  6. a b c Scott Maze: „TI retires from home-computer market“, In: InfoWorld. Vol. 5., No. 47 (1983), S. 22.
  7. a b c d e f Joseph Nocera: „Death of a computer. How Texas Instruments botched the TI-99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6., No. 23 (1984), S. 59.
  8. a b „Aufforderung an alle, die Programme schreiben“, Werbebroschüre. Hrsg. v. TI-Deutschland. Freising (1981), unpag.
  9. a b c d Walter Greulich (Red.): Der Brockhaus: Computer und Informationstechnologie. Mannheim/Leipzig: F.A. Brockhaus (2003), S. 892.
  10. a b c d e Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 5.
  11. Anonymus: „Byte News“, In: Byte. Vol. 4, No. 11 (1979), S. 81.
  12. a b C. Regena [d.i. Cheryl R. Whitelaw]: Programmer’s Reference Guide to the TI-99/4A. Greensboro: Compute!-Publications (1983), S. 3.
  13. Roy A. Allan: A History of the Personal Computer. The People and the Technology. London, Ontario: Allan-Publishing (2001), S. 4/19.
  14. Brian Bagnall: Commodore. A Company on the Edge. Winnipeg: Variant-Press (2010), S. 193.
  15. a b c d e f g h i j „TI-99/4A: der Heimcomputer, der eine Menge kann“, Werbeanzeige. Hrsg. v. TI-Deutschland, In: Computer Persönlich. Jg. 2, Nr. 15 (1983), unpag.
  16. Randy Holcomb: The Innermost Secrets Of The TI-99/4A. Titusville: Patch Publishing (1984), S. III.
  17. a b Joseph Nocera: „Death of a computer. How Texas Instruments botched the TI-99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6., No. 23 (1984), S. 60.
  18. Brian Bagnall: Commodore. A Company on the Edge. Winnipeg: Variant-Press (2010), S. 249.
  19. Fred Gay: „The TI-99/4A“, In: Creative Computing. Vol. 9, No. 5 (1983), S. 33.
  20. Dave Beuscher: Texas Instruments TI-99/4. www.allgame.com, abgerufen am 13. Februar 2014 (engl.).
  21. a b c d e f g h i j Joseph Nocera: „Death of a computer. How Texas Instruments botched the TI-99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6., No. 23 (1984), S. 61.
  22. a b c Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 6.
  23. a b c Stan Veit: „Whatever happened to... the TI9900 CPU?“ In: Computer Shopper. Vol. 18, No. 9 (1996), Seite unbek.
  24. a b c C. Regena [d.i. Cheryl R. Whitelaw]: Programmer’s Reference Guide to the TI-99/4A. Greensboro: Compute!-Publications (1983), S. 4.
  25. a b c Bill Gaskill: Timeline 99 (1981). SourceForge.net, abgerufen am 6. Februar 2014 (engl.).
  26. Hans-Joachim Braun u. Walter Kaiser: Propyläen-Technik-Geschichte. Band 5. Berlin: Propyläen-Verlag (1997), S. 350.
  27. Kathryn Rudie Harrigan: Vertical Integration, Outsourcing and Corporate Strategy. Washington D.C.: Beard-Books (1983), S. 260.
  28. a b Joseph Nocera: „Death of a computer. How Texas Instruments botched the TI-99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6, No. 23 (1984), S. 62.
  29. a b c d e David H. Ahl: „Texas Instruments“, In: Creative Computing. Vol. 10, No. 3 (1984), S. 30.
  30. a b c d e f g h i j Joseph Nocera: „Death of a computer. TI's price war with Commodore dooms the 99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6, No. 24 (1984), S. 63.
  31. Sol Libes: „Bytelines“, In: Byte. Vol. 7, No. 10 (1982), S. 458.
  32. Brian Bagnall: Commodore. A Company on the Edge. Winnipeg: Variant-Press (2010), S. 421.
  33. Sol Libes: „Bytelines“, In: Byte. Vol. 7, No. 11 (1982), S. 542.
  34. Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 12.
  35. a b c d e Joseph Nocera: „Death of a computer. TI's price war with Commodore dooms the 99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6, No. 24, S. 64.
  36. Sol Libes: „Bytelines“, In: Byte. Vol. 8, No. 3 (1983), S. 494.
  37. Bob Johnstone: Never Mind the Laptops. Kids, Computers, and the Transformation of Learning. Lincoln: iUniverse (2003), S. 108.
  38. Len Turner: 101 Programming Tips & Tricks for the Texas Instruments TI-99/4A Home Computer. Woodsboro: ARCsoft-Publishers (1983), S. 5.
  39. a b Scott Maze: „TI retires from home-computer market“, In: InfoWorld. Vol. 5., No. 47 (1983), S. 27.
  40. Tina Gant: „Texas Instruments Inc. History“. In: International Directory of Company Histories. Vol. 46, Streamwood: St. James Press (2002), abgerufen am 13. Februar 2014 (engl.).
  41. a b c Stephan Freundorfer: „Mikrocomputer für die Massen“, In: Chip. Sonderheft „Kult-Computer der 80er“ (2013), S. 74.
  42. Anonymus: „Wie eine Epidemie“, In: Der Spiegel. Jg. 37, Nr. 16 (1983), S. 67–71.
  43. Sol Libes: „Bytelines“, In: Byte. Vol. 8, No. 3 (1983), S. 492.
  44. Sol Libes: „Bytelines“, In: Byte. Vol. 8, No. 4 (1983), S. 457.
  45. Sol Libes: „Bytelines“, In: Byte. Vol. 8, No. 5 (1983), S. 495.
  46. Brian Bagnall: Commodore. A Company on the Edge. Winnipeg: Variant-Press (2010), S. 494.
  47. a b c d e f Joseph Nocera: „Death of a computer. TI's price war with Commodore dooms the 99/4A“, In: InfoWorld. Vol. 6, No. 24, S. 65.
  48. a b c d e f Winnie Forster: Spielkonsolen und Heimcomputer 1972–2009. Utting: Gameplan (2009), S. 45.
  49. a b c d e f Bill Gaskill: Timeline 99 (1983). SourceForge.net, abgerufen am 6. Februar 2014 (engl.).
  50. Ronald. G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 19.
  51. Anonymus: „Microbytes“, In: Byte. In: Vol. 8, No. 8 (1983), S. 8.
  52. Anonymus: „Microbytes“, In: Byte. In: Vol. 8, No. 12 (1983), S. 8.
  53. Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 20.
  54. Marty Goldberg u. Curt Vendel: Atari Inc.: Business Is Fun. Carmel: Syzygy (2012), S. 706.
  55. Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 24.
  56. Brian Bagnall: Commodore. A Company on the Edge. Winnipeg: Variant-Press (2010), S. 517.
  57. Jack Schofield: How to buy a computer in 1983. The Guardian (20. Oktober 1983), abgerufen am 26. Oktober 2014 (engl.).
  58. a b c d e f g h i j k Gilbert Obermair: Heimcomputer Report ’84. München: Heyne (1983), S. 73.
  59. TI-Werbeanzeige: „Der Home Computer TI-99/4A von Texas Instruments. Suchen Sie doch mal einen, der der so viel leistet und so wenig kostet“ In: Happy Computer. Jg. 1, Nr. 1 (1983), S. 37.
  60. Michael Pauly: „99/4A: Schlußverkauf bei TI“, In: Happy Computer. Jg. 1, Nr. 12 (1983), S. 7.
  61. Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics (1985), S. 27.
  62. a b c d e Merrill R. Chapman: In Search of Stupidity. Over 20 Years of High-Tech Marketing Disasters. New York: Springer-Verlag (2006), S. 42.
  63. a b c Bill Gaskill: Timeline 99 (1984). SourceForge.net, abgerufen am 6. Februar 2014 (engl.).
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  74. Ebenfalls verwendet wurden die nahezu baugleichen Varianten TIM9904A bzw. SN74LS362.
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  85. TMS9918A/9928A/9929A Video Display Processors. Hrsg. v. TI Semiconductor Group, Houston (1982), S. 2–12.
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  90. In späteren Baureihen wurde der nahezu baugleiche Soundchip SN94624 verwendet.
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  165. Heiner Martin: Das Betriebssystem des TI-99/4A intern. Baden-Baden: Verlag für Technik und Handwerk (1985), S. 8.
  166. Heiner Martin: Das Betriebssystem des TI-99/4A intern. Baden-Baden: Verlag für Technik und Handwerk (1985), S. 8.
  167. a b Heiner Martin: Das Betriebssystem des TI-99/4A intern. Baden-Baden: Verlag für Technik und Handwerk (1985), S. 7.
  168. Randy Holcomb: The Innermost Secrets Of The TI-99/4A. Titusville: Patch Publishing (1984), S. 7.
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  172. a b Extended Basic. Solid State Cartridge Model PHM3026. Hrsg. v. TI, Dallas (1981), S. 4.
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  185. Brian Starfire: The Best Texas Instruments Software. New York: Beekman House (1984), S. 68.
  186. TI Home Computer Program Library Addendum, Hrsg. v. TI, Dallas (1982), S. 5.
  187. TI Home Computer Program Library Addendum, Hrsg. v. TI, Dallas (1982), S. 7.
  188. TI Home Computer Program Library Addendum, Hrsg. v. TI, Dallas (1982), S. 5f.
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Ausgewählte Monografien[Bearbeiten]

Englisch[Bearbeiten]

  • Ronald G. Albright: The Orphan Chronicles. San Dimas: Millers Graphics 1985, ISBN 0-931831-01-6.
  • Raymond J. Herold: Compute!’s Guide to TI-99/4A Sound and Graphics. Greensboro: Compute!-Publications 1984, ISBN 0-942386-46-9.
  • Gary Phillips u. David Reese (Hrsg.): The Texas Instruments User’s Encyclopedia. Los Angeles: The Book Company 1984, ISBN 0-912003-15-4.
  • C. Regena [d.i. Cheryl R. Whitelaw]: Programmer’s Reference Guide to the TI-99/4A. Greensboro: Compute!-Publications 1983, ISBN 0-942386-12-4.
  • William B. Sanders: The Elementary TI-99/4A. Chatsworth: Datamost 1983, ISBN 0-88190-247-0.
  • Brian Starfire: The Best Texas Instruments Software. New York: Beekman House 1984, ISBN 0-517-42476-2.
  • Brian Starfire: The User’s Guide To Texas Instruments TI-99/4A Computer, Software & Peripherals. New York: Beekman House 1983, ISBN 0-517-41450-3.

Deutsch[Bearbeiten]

  • Heiner Martin: Das Betriebssystem des TI-99/4A intern. Baden-Baden: Verlag für Technik und Handwerk 1985, ISBN 3-88180-008-5.
  • Alma u. Johann Peschetz: 99 Special I: Programmierhandbuch für fortgeschrittene Benutzer der Texas Instruments Home Computer. Freising: TI Learning Center 1983, ISBN 3-88078-043-9.
  • Georg-Peter Raabe u. Klaus-Jürgen Schmidt: Spielen, lernen, arbeiten mit dem TI-99/4A. Düsseldorf: Sybex 1984, ISBN 3-88745-039-6.
  • Karl P. Schwinn: TI-99 Tips & Tricks: Eine Fundgrube für den die TI-99 Anwender. Düsseldorf: Data-Becker 1983, ISBN 3-89011-006-1.
  • Texas Instruments Deutschland GmbH (Hrsg.): TI-99/4A: Spielprogramme selbst erstellen (2 Teile). Freising: TI Learning Center 1984, ISBN 3-88078-047-1 bzw, ISBN 3-88078-048-X.
  • Texas Instruments Deutschland GmbH (Hrsg.): TI BASIC/Extended BASIC für Anfänger und Fortgeschrittene. Freising: TI Learning Center 1983, ISBN 3-88078-039-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Texas Instruments TI-99 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Allgemeine Informationen

Spiele-Enzyklopädien

Emulatoren

  • PC99/PC99A Emulator für IBM-PC-Kompatible
  • V9t9 Emulator für die Betriebssysteme MS-Windows, OS X und Linux
  • Win994a-TI-99-Simulator Emulator für das Betriebssystem MS-Windows
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