Théodore Turrettini

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Théodore Turrettini (* 27. April 1845 in Genf; † 6. Oktober 1916 in Genf) war ein Schweizer Elektrotechniker und Politiker.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Die Turrettinis waren als italienische Protestanten im 16. Jahrhundert nach Genf immigriert. Zu seinen Vorfahren zählt Jean-Alphonse Turrettini. Seine Eltern waren der Bankier Alfons Theodor Albert Turrettini (1812–1891[2]) und Marie-Anne-Charlotte, geb. Rigaud (1821–1876).

Théodore Turrettini besuchte die Ingenieurschule der Universität Lausanne, machte ein Praktikum in einer Frankfurter Werkstatt und kam nach Berlin zu Siemens & Halske, die er zu «preussisch militärisch» empfand. Nach seiner Heimkehr war er kurzzeitig in Paris.

1870 übertrug man ihm die Direktion der neu gegründeten Société genevoise pour la construction d'instruments de physique (SIP), die Bohrmaschinen für den Gotthardtunnel, Eismaschinen und Präzisionsmaschinen fabrizierte. Als man dort auch mit der Herstellung von Glühlampen begann, ging Turretini 1880, zusammen mit Dollfuß und René Thury nach Amerika zu Edison. Er heiratete Margarete Catherine Favre, die Tochter von Alphonse Favre.

Nachdem er 1882 in den Stadtrat und Verwaltungsrat gewählt wurde, leitete er als solcher den Bau des ersten Genfer Kraftwerks Coulouvrenière[3][4] an der Rhone.[5] 1890 kam ein Pumpspeicher hinzu.

Als die USA das Niagara-Kraftwerk plante, wurde er neben Lord Kelvin und Eleuthère Mascart in die internationale Niagara-Kommission gewählt. Die Firmen Cuénod & Sautter[6] und Faesch & Piccard wurden mit Aufträgen bedacht. Seine Berufung zum leitenden Ingenieur schlug er aus, wurde aber bis 1899 mit beratenden Funktionen betraut.

Er wirkte mit bei der Schweizerischen Landesausstellung 1883 in Zürich und bei der elektrischen Beleuchtung der Wiener Oper 1884. 1892–1895 baute er das Kraftwerk Usine de Chèvres bei Genf, dessen Theater ab März 1896 elektrisch beleuchtet war. Danach kehrte er zur SIP zurück und ging um 1906 gesundheitsbedingt in den Ruhestand.

1901 wurde er als Demokrat in das Kantonsparlament und 1906 in den Nationalrat gewählt. Aus dem Verwaltungsrat war er 1902 und aus dem Stadtrat 1910 ausgeschieden.

Bestattet ist er auf dem Cimetière des Rois.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Portrait von Theodore Turrettini (PDF; 29 kB) auf der Website von Electrosuisse
  2. http://gw4.geneanet.org/index.php3?b=mgiunti&lang=de;p=alphonse+theodore+albert;n=turrettini
  3. http://www.peter-hug.ch/lexikon/coulouvreniere
  4. Siehe auch fr:Bâtiment des Forces motrices
  5. http://www.bfm.ch/historique/et-l-usine-devint-theatre/
  6. Bénédict Frommel: Sécheron im Historischen Lexikon der Schweiz
  7. http://www.schenk-photos.ch/GENEVA_1/ROI_3.html