Thüringerwaldbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gotha Hbf–Tabarz
Logo der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH
Logo der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH
Strecke der Thüringerwaldbahn
Streckenlänge: 21,7 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 600 Volt =
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Zweigleisigkeit: Hbf–Wagenhalle
BSicon uWSLa+l.svgBSicon .svg
0,0 Gotha Hauptbahnhof mit Ausweiche
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Bahnhofstraße
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Orangerie
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Huttenstraße
BSicon uABZgr+r.svgBSicon .svg
Linien 2 und 3 Richtung Gotha Ostbahnhof
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Gartenstraße
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Bertha-von-Suttner-Platz
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Myconiusplatz
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha 18.März-Straße
BSicon uHST.svgBSicon .svg
Gotha Ernststraße
BSicon uABZgr+r.svgBSicon .svg
Depot
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
3,7 Gotha Wagenhalle
BSicon uWSLgl.svgBSicon .svg
BSicon uHST.svgBSicon .svg
4,1 Gotha Schöne Aussicht
BSicon uWBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Leinakanal
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
4,6 Gotha Am ha we ge-Markt
BSicon umKRZu.svgBSicon .svg
5,0 Thüringer Bahn
BSicon uHST.svgBSicon .svg
5,2 Sundhausen
BSicon uABZgl+l.svgBSicon uWSLr+r.svg
Gotha Kreiskrankenhaus
BSicon ueDST.svgBSicon .svg
6,4 Ausweiche
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
8,1 Boxberg
BSicon uWSLgl.svgBSicon .svg
BSicon uWBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Leinakanal
BSicon uSBRÜCKE.svgBSicon .svg
9,8 A 4
BSicon uWBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Leina
BSicon uHST.svgBSicon .svg
9,9 Leina
BSicon uDST.svgBSicon .svg
11,0 Ausweiche
BSicon uWBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Badewasser
BSicon uHST.svgBSicon .svg
12,3 Wahlwinkel
BSicon umKRZo.svgBSicon .svg
14,0 Friedrichrodaer Bahn
BSicon uABZrf.svgBSicon .svg
nach Waltershausen Bahnhof
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
14,2 Waltershausen Gleisdreieck
BSicon uABZlg.svgBSicon .svg
von Waltershausen Bahnhof
BSicon uHST.svgBSicon .svg
14,9 Waltershausen, Schnepfenthal
BSicon uWBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Badewasser
BSicon uHST.svgBSicon .svg
16,7 Reinhardsbrunner Teiche
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
17,5 Reinhardsbrunn Bf
BSicon uHST.svgBSicon .svg
18,2 Friedrichroda (TWSB)
BSicon uBHF.svgBSicon .svg
19,3 Marienglashöhle
BSicon uWBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Badewasser
BSicon uSBRÜCKE.svgBSicon .svg
20,5 „Russenbrücke“
BSicon uxWSLgl.svgBSicon .svg
21,7 Tabarz mit Ausweiche
BSicon uexKBHFe.svgBSicon .svg
22,0 Tabarz Bf Kuppelendstelle (bis 20. Dezember 1966)
Waltershausen Gleisdreieck–Waltershausen Bf
Streckenlänge: 2,4 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 600 Volt =
   
0,0 Waltershausen Gleisdreieck mit Ausweiche
   
0,4 Waltershausen Ohrdrufer Straße
   
0,8 Waltershausen Goethestraße
BSicon uBS2+l.svgBSicon ueBS2+r.svg
BSicon uHST.svgBSicon uexSTR.svg
1,5 Waltershausen Albrechtstraße
BSicon uSTR.svgBSicon uexHST.svg
Waltershausen Brühl
BSicon uSTR.svgBSicon uexHST.svg
Waltershausen Claustor
BSicon uSTR.svgBSicon uexHST.svg
Waltershausen Bahnhofstraße
BSicon uWSLer.svgBSicon uexKBHFe.svg
2,4 Waltershausen Bahnhof

Die Thüringerwaldbahn ist eine Überlandstraßenbahn in Thüringen. Sie bedient von Gotha ausgehend den Nordrand des Thüringer Waldes. Im engeren Sinn steht der Begriff Thüringerwaldbahn für die Linie 4 der Straßenbahn Gotha. Betrieben wird sie mit dieser von der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH (TWSB).

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Die Fahrt mit der Thüringerwaldbahn beginnt am Bahnhof Gotha, der von der Straßenbahngesellschaft als Hauptbahnhof bezeichnet wird, und führt in das 21,7 Kilometer entfernte Tabarz am Fuße des Großen Inselsbergs. Die Reisezeit über die Gesamtstrecke beträgt knapp eine Stunde, dabei werden 22 Haltestellen bedient. An der Zwischenstation Waltershausen Gleisdreieck beginnt eine 2,4 Kilometer lange Zweigstrecke nach Waltershausen Bahnhof, an ihr liegen weitere vier Stationen. Der Nebenast wird seit dem 30. August 2007 als Linie 6 bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

1897 wurde zwischen der Landesregierung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha und der Gothaer Straßenbahn eine Vereinbarung zum Bau einer Überlandbahn geschlossen. Drei Jahre später erhielt die Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co (EAG) aus Frankfurt am Main, die auch die Straßenbahn Gotha betrieb, die Konzession für diese Bahn. Insgesamt waren neun Strecken geplant, die aber zunächst nicht realisiert wurden. Am 21. November 1911 wurde zwischen dem Herzogtum und der AEG ein Vertrag über den Bau eines Überlandelektrizitätswerkes sowie der Thüringerwaldbahn abgeschlossen. 1912 übernahm die Thüringer Elektrizitäts-Lieferungsgesellschaft Gotha, kurz ThELG, eine Tochtergesellschaft der AEG, die EAG. Am 4. Juni 1914 begannen die Arbeiten. Sie wurden durch den Ersten Weltkrieg und die Inflation unterbrochen und erst ab dem 28. Juni 1928 fortgesetzt. Am 17. Juli 1929, dem Einweihungstag der Strecke, gehörten zehn Triebwagen, sieben Beiwagen und ein Gepäckwagen zum Fahrzeugbestand. Es wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h festgelegt. Die Betriebsspannung der Strecke war mit 600 Volt Gleichspannung festgelegt.

In den 1930er Jahren erfreute sich die Bahn so großer Beliebtheit, dass bis zu 22 Fahrten täglich durchgeführt wurden. Sie wurde dabei sowohl für den Berufs- als auch für den Ausflugsverkehr rege genutzt. Der Zweite Weltkrieg verschonte die Bahn lange Zeit. Erst die Luftangriffe des 6. Februar 1945 führten zur Einstellung des Betriebs. Nachdem im April die Autobahnbrücke über die Leina gesprengt worden war, kam es zu einer Teilung in zwei Abschnitte. Der Betrieb auf den beiden Abschnitten der Strecke konnte erst im Juli 1946 wieder aufgenommen werden. Durchgehend befahrbar war sie erst ab dem 30. Oktober 1947, nachdem man die Brücke der Autobahn wieder errichtet hatte.

1951 wurde aus der Straßenbahn Gotha der VEB (K) Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha. Am 1. Oktober 1958 wurden die Linien mit Nummern versehen und die Bahn bekam die Nummer 4. Am 15. Mai 1964 wurde die Wendeschleife am Hauptbahnhof in Gotha in Betrieb genommen, eineinhalb Jahre später, am 20. Dezember 1966, folgte die Schleife in Tabarz am anderen Ende der Bahn. Am 1. November 1971 wurde die neue Strecke in der Innenstadt von Waltershausen eingeweiht. Ein Weiterbau über Fischbach bis Winterstein wurde verworfen.

Die heutige Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH (TWSB Gotha) wurde am 15. Januar 1991 gegründet. Am 23. März 2002 wurde der Abzweig zum Krankenhaus in Sundhausen in Betrieb genommen. Einige Züge der Waldbahn verkehren auch über diesen neuen Abschnitt der Linie 1. Anlässlich Sonderveranstaltungen wie Schwimmbadpartys oder Boxberg-Festivals (unter anderem Freakstock) werden gesondert Verstärkungszüge und ein Nachtverkehr eingerichtet. Die Pendellinie vom Gleisdreieck nach Waltershausen trägt seit August 2007 die Liniennummer 6.

Die Gothaer Industriebahn[Bearbeiten]

Die Industriebahn Gotha war ein Betriebsteil der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha. Sie war links und rechts der Hauptbahn Gotha – Leinefelde zwischen Gotha Hbf. und Gotha Ost zu finden. Die Loks der Baureihen V10; V 15; Kaluga TGK 2 und V22B bedienten die Fabriken und Betriebe in der Gothaer Oststadt im Bereich der Friemarer Straße, Oststraße sowie entlang der Kindleber Straße. Übergabebahnhof zur Deutschen Reichsbahn war der Bahnhof Gotha Ost. Nach Schließung von vielen Fabriken und Betrieben bzw. Rückgang des Güterverkehrs ab 1990 bei der ehemaligen Deutschen Reichsbahn wurde die Industriebahn Gotha eingestellt.[1]

Lokomotiven der Gothaer Industriebahn:

Einige Fahrzeuge waren direkt an VEB Thüringerwaldbahn, Betriebsteil Industriebahn Gotha ausgeliefert, weitere Fahrzeuge wurden an Betriebe am Netz der Gothaer Industriebahn ausgeliefert, eingesetzt wurden die Fahrzeuge jedoch von der Industriebahn von der auch das jeweilige Personal stammte. Die letzten beiden Lokomotiven liess die Thüringerwaldbahn und Strassenbahn Gotha GmbH mangels Interessent im Jahr 1998 verschrotten.

Wagen Typ Hersteller Baujahr Bemerkung
 ?? V 10 B LKM Babelsberg 1962/252307 1985 an agrochemisches Zentrum Mühlhausen
3 I V 10 B LKM Babelsberg 1962/252342 Auslieferung an VEB Spanplattenwerk Gotha, Einsatz durch Industriebahn Gotha
4 V 18 B /
V 22 B
LKM Babelsberg 1963/261266 1983 Umbau in V22 B "1"; 1991 zum Betriebsvermögen der Thüringerwaldbahn und Strassenbahn Gotha GmbH; 1996 an Heyl-Mühlen Bad Langensalza; 2010 verschrottet
3 V 10 B LKM Babelsberg 1965/252433 Auslieferung für Lager der Roten Armee im Raum Berlin, später verschiedene Industriebetriebe, anschließend Grosshandelsgesellschaft Lebensmittel Gotha - eingesetzt durch Industriebahn Gotha, 1991 an Metallrohstoffe Wöhlsdorf, 1992 dort vorhanden, Verbleib unbekannt.
5 V 22 B LKM Babelsberg 1971/262284 spätere Umzeichnung in Lok 2; 1991 zum Betriebsvermögen der Thüringerwaldbahn und Strassenbahn Gotha GmbH; 1998 in Gotha Ost verschrottet
3 II V 22 B LKM Babelsberg 1975/262586 Auslieferung 1975 an VEB Förderwagen und Beschlagteile Mühlhausen "2", 1985 an VEB Thüringerwaldbahn, Betriebsteil Industriebahn; 1991 zum Betriebsvermögen der Thüringerwaldbahn und Strassenbahn Gotha GmbH; 1998 in Gotha Ost verschrottet
1 I TGK 2-E 1 Kaluga 1979/043 1989 ausgemustert, Ersatz durch 1 II; Ebenfalls TGK 2-E 1
1 II TGK 2-E 1 Kaluga 1989/175 Ersatz für Kaluga 043; ausgeliefert an VEB Spanplattenwerk Gotha, eingesetzt durch die Gothaer Industriebahn; Verbleib unbekannt, vmtl. verschrottet

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn Gotha

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Blickensdorf: Die Thüringerwaldbahn, Transpress Verlag, Berlin 1986, ISBN 3-344-00310-0
  • Bernd Blickensdorf u. a.: 75 Jahre Thüringerwaldbahn, 110 Jahre Straßenbahn Gotha, Festschrift, Gotha 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thüringerwaldbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zur Gothaer Industriebahn (PDF; 1,4 MB)