Thalassinidea

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Für die systematische Einteilung der Lebewesen existieren neben- und nacheinander verschiedene Vorschläge. Das hier behandelte Taxon ist veraltet oder entspricht nicht der gegenwärtig in der deutschsprachigen Wikipedia verwendeten Systematik.

Die Thalassinidea, auch Maulwurfkrebse genannt, waren eine paraphyletische Teilordnung der Zehnfußkrebse, die auf Grund phylogenetischer Untersuchungen durch die Teilordnungen Axiidea and Gebiidea ersetzt wurde.[1] Unterschiede in der Larvenentwicklung, im Aufbau des Kaumagens und in der Ausprägung der Scheren am zweiten Schreitbeinpaar stützen diese Differenzierung.[2]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Thalassinidea leben weltweit in gemäßigten, subtropischen und tropischen Meeren in Tiefen von 0 bis 2000 Metern, wobei die große Mehrheit der Arten nicht unter 200 Metern anzutreffen ist. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich zwischen den Breitengraden 70°N und 55°S, wobei die Artenzahl mit größeren Breitengraden abnimmt.[3]

Krebse dieser Teilordnung leben fast immer extrem verborgen in selbstgegrabenen, manchmal hoch komplexen Höhlensystemen im Schlamm- oder Sandboden. Mit dieser Bioturbation haben sie großen Einfluss auf die Sedimente und die Geochemie des Meeresbodens.[3]

Merkmale[Bearbeiten]

Arten der Thalassinidea ähneln äußerlich den Flusskrebsen (Astacidae). Der Körper ist meist zylindrisch mit einem langgestreckten Pleon. Das Rostrum kann rudimentär vorliegen, oder ist flach und breit. Das Telson besitzt keine Quernaht. Das erste Schreitbeinpaar ist stets ein Cheliped (Scheren tragend), das zweite besitzt häufig Scheren, das dritte nie. Ihre Lebensweise erforderte einige morphologische Anpassungen, u. a. bewegliche Branchiostegite (Seitenränder des Carapax), um den Kiemen unter der Erde frisches Wasser zuführen zu können.[2]

Systematik[Bearbeiten]

Die Thalassinidea wurden in die folgenden Überfamilien und Familien gegliedert:[4]

Quellen[Bearbeiten]

  • S. A. Fosså, & A. J. Nilsen: Korallenriff-Aquarium. Band 6, Birgit Schmettkamp Verlag, Bornheim 1998, ISBN 3-928819-18-6.
  •  Alfred Kaestner, Hans-Eckhard Gruner (Hrsg.): Lehrbuch der Speziellen Zoologie. 4. Auflage. Band 1: Wirbellose Tiere; 4. Teil: Arthropoda (ohne Insecta), Gustav Fischer Verlag, Jena Stuttgart New York 1993, ISBN 3334604047, S. 996f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Sammy De Grave, N. Dean Pentcheff, Shane T. Ahyong et al.: A classification of living and fossil genera of decapod crustaceans. In: Raffles Bulletin of Zoology. Supplement No. 21. 2009, S. 1–109 (pdf 7,73Mb, abgerufen am 27. Februar 2012).
  2. a b  R. Robles, C.C. Tudge, P.C. Dworschak, G.C.B. Poore, D.L. Felder: Molecular phylogeny of the Thalassinidea based on nuclear and mitochondrial genes. In: J.W. Martin, K.A. Crandall, D.L. Felder (Hrsg.): Decapod Crustacean Phylogenetics (= Crustacean Issues. 18). CRC Press, 2009, S. 309-326.
  3. a b  Peter Dworschak: Biology of Mediterranean and Caribbean Thalassinidea. In: A. Tamaki (Hrsg.): Proceedings of the Symposium on "Ecology of large bioturbators in tidal flats and shallow sublittoral sediments - from individual behavior to their role as ecosystem engineers". Nagasaki 2004, S. 15-22 (pdf, 2Mb, abgerufen am 28. Februar 2012).
  4.  Joel W. Martin, George E. Davis, Natural History Museum of Los Angeles (Hrsg.): An Updated Classification of the Recent Crustacea (= Science Series. 39). 2001, S. 124 (PDF 756kB, abgerufen am 18. Februar 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gebiidea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Axiidea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien