Thales LMM

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Thales LMM

Camcopter Schiebel S-100, bestückt mit einer Lightweight Multirole Missile auf der Farnborough Airshow 2008
Camcopter Schiebel S-100, bestückt mit einer Lightweight Multirole Missile auf der Farnborough Airshow 2008

Allgemeine Angaben
Herkunftsland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Hersteller: Thales Group
Entwicklung: 2008–2011
Indienststellung: ab 2012/13
Technische Daten
Länge: 1300 mm
Durchmesser: 76 mm
Gefechtsgewicht: 13 kg
Spannweite: 260 mm
Antrieb:
Erste Stufe:
Zweite Stufe:
Feststoffraketenmotor
Feststoffraketenmotor
Feststoffraketenmotor
Geschwindigkeit: ca. Mach 1,5
Reichweite: 400–8000 m
Ausstattung
Lenkung: INS + GPS
Zielortung: halbaktiver Laser (SAL), IR
Gefechtskopf: 3 kg HE, Splitter
Waffenplattformen: Hubschrauber
Drohnen
Flugkörperschnellboote
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Die von der Thales Group entwickelte Lightweight Multirole Missile (LMM) ist ein kleiner Seezielflugkörper, der auch als Luft-Boden- und Boden-Boden-Rakete eingesetzt werden kann. Zukünftig soll sie auch als Luft-Luft-Rakete und Luft-Boden-Rakete eingesetzt werden können.

Geschichte und Technik[Bearbeiten]

Öffentlich vorgestellt wurde das LMM-Konzept von Thales im Januar 2007 als eine in verschieden Rollen einsetzbare kostengünstige Lenkwaffe. Nach Angaben von Thales soll sie 60 bis 70 % weniger als eine AGM-114 Hellfire kosten. Sie ist ein Teil der vom Ministry of Defence (MoD) ins Leben gerufenen Team Complex Weapon Initiative – ein Programm, das über sechs Jahre laufen soll und mit £74 Millionen veranschlagt ist. Zu diesem Programm gehört auch die Future Anti-Surface Guided Weapon (FASGW). Das FASGW-Programm ist in zwei Teile gesplittet – eine schwere Variante „H“ für Heavy (Sea Skua 2) und „L“ für Light. Da die LMM genau den technischen Vorgaben der FASGW-L entspricht, wird vermutet, dass sie als jene auch eingesetzt wird. Die Entwicklung begann 2008 und dauerte nur drei Jahre. Sie ist sehr modular aufgebaut. So kann zwischen einem hochexplosiven oder einem Splittersprengkopf ausgewählt werden. Auch stehen ein Infrarotsensor oder ein halbaktiver Lasersuchkopf zur Verfügung. Sie wurde auch so ausgelegt, dass sie aus der Luft, vom Boden oder einem Schiff abgefeuert werden kann. Am 13. Mai 2011 gab Thales den Produktionsbeginn der LMM beginnt. Sie wurde gelegentlich auch als LiMMS bezeichnet.

In Dienst gestellt werden soll sie ab Ende 2012 beziehungsweise ab Anfang 2013 bei der Royal Navy an der AgustaWestland AW159, die zehn Stück (2 × 5 LMM) aufnehmen kann. Insgesamt wurden 1000 Lenkwaffen bestellt. Sie kann an UAV – wie dem von Schiebel entwickelten Camcopter S-100 (2 Stück) sowie der BAe Fury (2 Stück) – genutzt werden. Ein weiterer potenzieller Kandidat für die zukünftigen Nutzung ist die Westland WAH-64 Apache.

Mit den beiden türkischen Rüstungsunternehmen Aselan und Yonca-Onuk entwickelt Thales zusammen eine Startplattform, die vier LMM aufnehmen und auf Flugkörperschnell- oder Patrouillenbooten eingesetzt werden kann.[1]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht auf UK Trade & Investment vom 26. Mai 2011 (eng)