Thalmässing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Thalmässing
Thalmässing
Deutschlandkarte, Position des Marktes Thalmässing hervorgehoben
49.08333333333311.216666666667418Koordinaten: 49° 5′ N, 11° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 418 m ü. NHN
Fläche: 80,57 km²
Einwohner: 5155 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91177
Vorwahl: 09173
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 148
Marktgliederung: 38 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Stettener Str. 26
91177 Thalmässing
Webpräsenz: www.thalmaessing.de
Bürgermeister: Georg Küttinger (Thalmässinger Liste)
Lage des Marktes Thalmässing im Landkreis Roth
Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Landkreis Fürth Schwabach Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Soos Abenberger Wald Dechenwald Heidenberg Forst Kleinschwarzenlohe Büchenbach Georgensgmünd Kammerstein Schwanstetten Rednitzhembach Rohr (Mittelfranken) Rohr (Mittelfranken) Roth Thalmässing Wendelstein (Mittelfranken) Spalt Röttenbach (Landkreis Roth) Hilpoltstein Heideck Greding Allersberg Abenberg Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Thalmässing ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Thalmässing liegt am Rande des Naturparks Altmühltal, an der Grenze zum Fränkischen Seenland. Eingebettet zwischen Ausläufern des Juramassivs und dem Berg Landeck, erstreckt sich am Lauf der Thalach der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

Nachbargemeinden im Landkreis Roth sind die Städte Heideck, Hilpoltstein und Greding, der Markt Titting im Landkreis Eichstätt sowie der Markt Nennslingen und die Gemeinde Bergen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Neben dem Jura zieht sich als zweite Anhöhe die Europäische Wasserscheide durch das Gemeindegebiet, welche die Flüsse entweder über die Donau ins Schwarze Meer oder über Main/Rhein in die Nordsee leitet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Thalmässing besteht [2] aus 38 Ortsteilen (Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2013:[3])

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals fand Thalmässing vermutlich im Jahr 866 als Talmazinga urkundliche Erwähnung. Der Markt Thalmässing im heutigen Mittelfranken gehörte zum 1792 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Das Kammeramt des Fürstentums fiel mit diesem bereits vor der Rheinbundakte im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 der heutige Gemeindename.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Dixenhausen, Kleinhöbing, Landersdorf, Ohlangen, Reinwarzhofen und Stauf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Hagenich, Lohen, Ruppmannsburg und Waizenhofen sowie Teile der Gemeinden Aberzhausen und Tiefenbach hinzu. Am 1. Juli 1972 folgte Aue.[4] Die Reihe der Eingemeindungen wurde am 1. Mai 1978 mit der Eingliederung von Alfershausen, Schwimbach und des Marktes Eysölden abgeschlossen.[5]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 75,2 %
 %
40
30
20
10
0
38,3 %
26,6 %
17,8 %
17,4 %

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder.

CSU SPD FWS Thalmässinger Liste (TL) Gesamt
2008 8 4 3 5 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 1. März 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister: Georg Küttinger (TL), 2. Bürgermeisterin: Ursula Klobe (SPD)

Partnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im Vor- und frühgeschichtlichen Museum Thalmässing werden Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit bis zur Zeit der Völkerwanderung ausgestellt. Besonderheiten sind das Hockergrab eines Mannes der Schnurkeramikkultur und der Nachbau einer hallstattzeitlichen Grabkammer.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen im Gemeindegebiet[Bearbeiten]

  • Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Gotthard in Thalmässing wurde 1721 nach den Plänen des markgräflichen Baudirektors Wilhelm von Zocha an der Stelle einer baufälligen gotischen Kirche errichtet.
  • Die evangelisch-lutherische Kirche St. Michael in Thalmässing, ein Barockbau, wurde 1712/13 unter dem ansbachischen Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli von Lorenzo Salle erbaut. An der Südseite des Friedhofes befinden sich künstlerisch gestaltete Grabsteine aus heimischem Kalkstein.
  • Die evangelisch-lutherische Kirche St. Marien mit gotischem Turm in Thalmässing ist heute Gemeindehaus der Pfarrei St. Michael.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Thalmässing aus dem Jahre 1924 wurde vom Nürnberger Architekten Otto Schulz geplant und 1993/94 modern umgestaltet.
  • Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin in Alfershausen wurde 1742 vom Ansbacher Bauinspektor Johann David Steingruber im Markgrafenstil erbaut.
  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Ottilien in Aue
  • Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Thomas und Ägidius in Eysölden war einst Urpfarrei und Oberamtskirche. Sie wurde vom Ansbacher Bauinspektor Johann David Steingruber im Markgrafenstil erbaut[8]. Die in ihrer jetzigen Form 1752 fertiggestellte Kirche mit altem gotischen Turm und Grabsteinen des Orts- und Oberamtsadels ist tagsüber geöffnet[9].
  • Evangelisch-lutherische Kirche St. Jakobus in Landersdorf
  • Katholische Kirche in Lohen
  • Evangelisch-lutherische Kirche in Offenbau
  • Die katholische Kirche St. Gregor in Ohlangen besitzt eine seltene Madonna aus Ton.
  • Evangelisch-lutherische Kirche St. Lorenz in Schwimbach mit dem besonders sehenswerten Laurentius-Altar aus der Nürnberger Wolgemutschule
  • Evangelisch-lutherische Christuskirche in Ruppmannsburg
  • Evangelisch-lutherische Kirche in Reichersdorf
  • Evangelisch-lutherische Kirche St. Nikolaus in Gebersdorf
  • Zur Geschichte der Synagoge:

Eine erste Synagoge wurde 1690 in der ehemaligen Badstube eingerichtet. Bei der Auflösung der jüdischen Gemeinde Thalmässing 1937 wurde die Synagoge geschlossen. Sechs Torarollen kamen in Verwahrung zum Verband der Bayerischen israelitischen Gemeinden nach München. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge mit allen noch vorhandenen Möbeln und Ritualien zerstört. Das Synagogengebäude wurde im Zweiten Weltkrieg als Getreidespeicher, später als Turnhalle (noch in den 1960er-Jahren) zweckentfremdet und im Jahr 1972 abgebrochen. Auf dem Grundstück wurde ein Wohnhaus erstellt. Ein Gedenkstein für die Synagoge ist unweit des ehemaligen Standortes aufgestellt.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Christliche Gemeinden[Bearbeiten]

  • Eysölden, Evangelische Kirchengemeinde[10]
  • Steindl, Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG)

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten]

  • Archäologischer Wanderweg (Rundwanderweg)
  • D-Wanderweg (Thalmässing - Morsbach - Emsing)
  • Grenzstein-Wanderweg (von Gerhard Schieferdecker angelegt, zwei Rundwanderwege um Eysölden)
  • Wanderweg Zur Keltenschanze und zum Wagenschreck (von Gerhard Schieferdecker angelegt, Thalmässing - Ohlangen)
  • Radrundwanderweg (entlang der Gemeindegrenzen)
  • Erster deutscher Spaßwanderweg um Ruppmannsburg, Reinwarzhofen und Waizenhofen
  • Jakobsweg von Nürnberg über Thalmässing nach Eichstätt
  • Kulturwandweg Rothsee - Naturpark Altmühltal (Teilstück im Gemeindebereich)
  • Frankenweg Berching - Treuchtlingen (Teilstück im Gemeindebereich)
  • Gredl-Radweg von Hilpoltstein über Thalmässing bis Greding (entlang der alten Bahntrasse mit Bahnexponaten und Infotafeln)
  • Alprandweg Treuchtlingen - Berching
  • Die durch das gesamte Gemeindegebiet verlaufenden Wanderwege 1 - 8 werden von Wanderwegpaten gepflegt, die auch geführte Wanderungen durchführen.

Zu allen Wanderwegen sind ausführliche Broschüren kostenlos erhältlich.

Sport[Bearbeiten]

  • Waldschwimmbad mit Quellwassereinspeisung
  • Sportanlagen mit Turnhalle (incl. Tischtennisraum und Luftgewehrschießstand), zwei Sportplätzen, Tennisplatz in der Badstraße
  • Schießanlage (50 und 100 Meter-Bahn) im Wald zwischen Thalmässing und Waizenhofen
  • Fallschirmsport im Ortsteil Waizenhofen
  • Fußballplätze in Eysölden
  • Turnhallen im nördlichen Teil Eysöldens

Musik[Bearbeiten]

  • Jugendkapelle Thalmässing Sound
  • Blaskapelle Thalmässing
  • Heimos Jazz Band
  • Seemannschor
  • Aktive Pop/Rock-Szene
  • Kirchenchor Thalmässing
  • Liturgischer Chor St. Gotthard
  • Posaunenchor St. Gotthard
  • Thalmäs-Sing Kids

Regelmäßige kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Großer Umzug mit mehr als 50 Gruppen am Faschingssamstag
  • Oster-, Pfingst-, Michaeli- und Martinimarkt mit überregionaler Bedeutung
  • Kurzfilmtage Thalmässing
  • Keltenfest des keltischen Geschichtsdorf in Landersdorf
  • Marktplatzfest mit Trödelmarkt
  • Traditionelle fränkische Kirchweihen im Unter- und Oberdorf sowie in vielen Ortsteilen
  • Theaterabende in vielen Ortsteilen
  • Thalmässinger Music Adventure
  • Weihnachtsmarkt
  • Sylvesterparty auf dem Marktplatz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Maschio Deutschland: Deutschlandsitz der weltweiten Maschio-Gaspardo-Gruppe (Produkte der landwirt. Bodenbearbeitung)
  • Altfettentsorung Lesch: Hauptsitz des in Süddeutschland und Österreich tätigen Altfett-Recyclingbetriebes
  • Im Ortsteil Pyras befindet sich die Pyraser Landbrauerei, deren Bier in weiten Teilen Frankens erhältlich ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thalmässing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110920/172712&attr=OBJ&val=1496
  3. Angaben auf den Seiten zu den einzelnen Gemeindeteilen auf der Website der Gemeinde, abgerufen am 8. Oktober 2013
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 483.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  6. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=576&suchbegriff=5
  7. Schloss Eysölden
  8. http://www.evang-kirche-eysoelden.de/aktgeme5.htm
  9. http://www.offene-kirchen-bayern.de/st.thomas-eysoelden
  10. http://www.evang-kirche-eysoelden.de/