Massaker an der Thammasat-Universität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Thammasat-Massaker)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon tools.svg Dieser Artikel oder Abschnitt wurde wegen inhaltlicher Mängel auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion Geschichte eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel im Themengebiet Geschichte auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Dabei werden Artikel gelöscht, die nicht signifikant verbessert werden können. Bitte hilf mit, die Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Denkmal an das Massaker

Als Massaker an der Thammasat-Universität oder Massaker vom 6. Oktober 1976 (thailändisch: เหตุการณ์ 6 ตุลา, „Ereignis des 6. Oktober“) wird der tödliche Angriff von Sicherheitskräften und rechtsextremen Bürgerwehren auf Studenten und Demonstranten auf dem Campus der Thammasat-Universität und auf dem Sanam Luang im Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkok bezeichnet.

Nach offiziellen Angaben starben dabei 46 Menschen.[1] Augenzeugen, wie der damalige Rektor der Thammasat-Universität Puey Ungphakorn, zählten über 100 Tote und Schwerverletzte.[2] Tausende Studenten wurden verhaftet.[1]

Die linksgerichteten[3] Demonstranten hatten gegen die Rückkehr des entmachteten Militärdiktators Thanom Kittikachorn nach Thailand protestiert.[1] Das Universitätsgelände wurde in der Nacht vom 5. auf 6. Oktober von der örtlichen Polizei, paramilitärischen Sondereinheiten der Grenzschutzpolizei, Freiwilligen der sogenannten Village Scouts und der ultrarechten Roten Büffel umstellt. Diese begannen am frühen Morgen, das Gelände zu beschießen, auch mit M-79 Granatwerfern und M-16 Sturmgewehren. Aufgrund von Berichten, dass die Studenten ebenfalls bewaffnet seien und Polizisten angegriffen hätten,[2] gab der örtliche Polizeichef das Feuer frei und das Gelände wurde gestürmt. Fliehende Studenten wurden erschossen. Auf Protestler, die sich bereits ergeben hatten, wurde eingeschlagen, einige wurden zu Tode geprügelt oder aufgehängt,[4] andere bei lebendigem Leibe verbrannt.[1] Studentinnen wurden von Polizisten und „Roten Büffeln“ vergewaltigt.[4]

Am Abend des gleichen Tages übernahm eine Militärjunta, der „National Administrative Reform Council“ die Macht[1][2] und setzte damit der dreijährigen Phase mit ziviler Regierung und weitergehenden Bürgerrechten ein Ende, die seit dem demokratischen Aufstand im Herbst 1973 geherrscht hatte.[5] Anschließend flohen viele politisch engagierte Aktivisten in die Berge und schlossen sich den Aufständischen der Kommunistischen Partei Thailands an.[1][6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Michael Leifer: Dictionary of the Modern Politics of South-East Asia, Stichwort „Thammasat University Massacre 1976“, Taylor & Francis, 1995, S. 163
  2. a b c Puey Ungphakorn: Violence and the Military Coup in Thailand, Bulletin of Concerned Asian Scholars, Bd. 9, Nr. 3, Juli–September 1977, S. 4–12
  3. Volker Grabowsky: Kleine Geschichte Thailands, C.H. Beck, 2010, S. 203
  4. a b Paul M. Handley: The King Never Smiles: A Biography of Thailand's Bhumibol Adulyadej, Yale University Press, 2006, S. 235–236
  5. David Millikin: Introduction to „Violence and the Military Coup“, Bulletin of Concerned Asian Scholars, Bd. 9, Nr. 3, Juli–September 1977, S. 3
  6. Martin Müller: Ökologische Angepaßtheit und kulturelle Akzeptanz von Projektmaßnahmen in einer Traditionellen Gesellschaft, GRIN Verlag, 2002, S. 27