Tharandt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tharandt
Tharandt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tharandt hervorgehoben
50.98333333333313.580833333333214Koordinaten: 50° 59′ N, 13° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Tharandt
Höhe: 214 m ü. NHN
Fläche: 71,21 km²
Einwohner: 5316 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01737
Vorwahlen: 035203 (Ortsteil Grillenburg: 035202)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 400
Stadtgliederung: 4 Ortschaften, 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schillerstraße 5
01737 Tharandt
Webpräsenz: www.tharandt.de
Bürgermeister: Silvio Ziesemer (parteilos)
Lage der Stadt Tharandt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Tharandt ist eine Kleinstadt im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie entstand in ihrer derzeitigen Ausdehnung durch den Zusammenschluss der Gemeinden Kurort Hartha, Pohrsdorf und der Stadt Tharandt im Zuge der sächsischen Gemeindegebietsreform am 1. Januar 1999,[2] ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Tharandt und liegt an der Wilden Weißeritz bzw. am Tharandter Wald, südwestlich von Freital (5 km) und Dresden (13 km), östlich von Freiberg (18 km), südlich von Meißen (22 km) sowie nordwestlich von Dippoldiswalde (12 km).

Blick von der Burg ins Schloitzbachtal zum Markt
Tharand bzw. Granaten und die heutigen Ortsteile auf einer Karte aus dem 18. Jahrhundert

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind Dorfhain, die Stadt Freital, Klingenberg und die Stadt Wilsdruff. Im westlich gelegenen Landkreis Mittelsachsen grenzen Bobritzsch-Hilbersdorf und Halsbrücke an.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Tharandt besteht aus sieben Ortsteilen und vier Ortschaften:

Kurort Hartha, Fördergersdorf, Grillenburg, Pohrsdorf und Spechtshausen sind staatlich anerkannte Erholungsorte.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl in Tharandt 2009
 %
40
30
20
10
0
38,7 %
22,4 %
20,2 %
6,7 %
6,5 %
5,4 %

Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrats wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Rathaus, ehem. Sanatorium Sanitas
Partei / Gruppierung Sitze
Freie Wählergemeinschaft 7
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 4
Freie Demokratische Partei (FDP) 4
Bürgerliste Grün der Zeit 1
Die Linke 1
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1

Bürgermeister und Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2006 ist Silvio Ziesemer (parteilos) Bürgermeister von Tharandt. Er wurde am 25. Juni 2006 bei einer Wahlbeteiligung von 48,28 % mit 71,59 % der abgegebenen Stimmen gewählt. Der bisherige Amtsinhaber war nicht wieder angetreten. Zur Wahl am 21. April 2013 wurde er nach dem vorläufigen Wahlergebnis bei einer Wahlbeteiligung von 62,7 % mit 54,6 % der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt[3]. Ortsvorsteher von Tharandt ist Otto Wienhaus (FDP), Ortsvorsteher von Kurort Hartha (mit Fördergersdorf, Grillenburg und Spechtshausen) ist André Kaiser (Freie Wählergemeinschaft), Ortsvorsteher von Pohrsdorf ist Uwe Stoll (CDU) und Ortsvorsteher von Großopitz ist Frank Dittrich (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Das Tharandter Stadtwappen ersetzt seit Januar 2002 die Wappen der durch die sächsische Gemeindegebietsreform vereinigten drei Gemeinden Kurort Hartha, Pohrsdorf und Tharandt.

Blasonierung: „In Grün eine gestürzte eingeschweifte rote Spitze mit nach unten sich verjüngendem Silberbord, darin eine stilisierte symmetrische silberne Ruine, bestehend aus freistehendem romanischem Rundbogenportal mit Schwelle und beidseitigen halbhohen Mauerresten, vorne und hinten je eine nach außen gewendete aufgerichtete achtendige silberne Rothirschstange.“

Die Schilddreiteilung verdeutlicht die Stadtbildung aus den drei ehemaligen selbstständigen Gemeinden, allen gemeinsam die Farbe Grün des Tharandter Waldes und ihre Lage im Kerbtal, das durch die gestürzte Spitze dargestellt wird. Die Hirschstangen symbolisieren den Wildreichtum des Tharandter Waldes, dessen gesundheitsfördernde Wirkung und die Verbundenheit mit der forstlichen Lehranstalt in Tharandt. Das stilisierte silberne Gemäuer in der Spitze steht für geschichtliche Bauten wie die Burgruine Tharandt und andere in der Region.

Einwohnerentwicklung von Tharandt[4]
Jahr 1834 1890 1910 1925 1939 1946 1964 1970 1990 2000 2005 2008 2011
Einwohner 868 2540 3149 3853 3954 4559 3988 3714 2555 5734 5635 5575 5429


Ortschaft Tharandt[Bearbeiten]

Lage der Gemarkung Tharandt in der Stadt

Die Siedlung Tharandt ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt und liegt auf der gleichnamigen Gemarkung sowie einem Teil der Gemarkung Großopitz. Auf der Gemarkung Tharandt, die auch das ehemalige Lehrforstrevier Tharandt im Tharandter Wald umfasst, befindet sich die Wüstung Warnsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Tharandt bis 1999, seitdem Wappen der Ortschaft Tharandt, mit der Burgruine Tharandt, als Namensgeber der Stadt, und dem Granatapfel als Symbol für die ursprüngliche Bezeichnung der Siedlung als Granaten
Schlossteich mit Burgruine und Kirche um 1900
Gleichstromgenerator von Siemens & Halske

Tharandt wurde erstmals indirekt in einer Urkunde von 1216 erwähnt, als sich ein markgräflich-meißnischer Vasall namens Boriwo de Tarant nach der dortigen Wehranlage nennt. Dieser Mann entstammte wohl der wettinischen Döbelner Burgmannschaft und nahm im damaligen Herrschaftsgefüge offensichtlich einen recht prominenten Platz ein. Jedenfalls ist er dann bis 1242 noch weitere fünf Mal nachweisbar. Ein Verwandter nannte sich 1242 nach Lauenstein. Die erste Burg Tharandt hatte Markgraf Dietrich der Bedrängte offensichtlich errichten lassen, um den Siedelzug der Burggrafen von Dohna im Weißeritz- und Müglitzgebiet zurückzudrängen. In diesen Zusammenhang gehört offensichtlich auch die Gründung (bzw. ein Umbau) der Burg Lauenstein um 1240.

Der Nachfolgebau der Tharandter Burg, vermutlich ein Werk aus dem Umfeld des Arnold von Westfalen, war Witwensitz der Herzogin Sidonie (Zděnka; † 1510). Nach einer schweren Zerstörung durch Blitzschlag im 16. Jahrhundert gab Kurfürst August die Burg zum Abbruch frei.

Besonders während der frühen Neuzeit wurde für die Stadt der Name Granaten (gelegentlich: [Amts-]Städtlein Granaten unterm Tharandt) verwendet, wobei jedoch in den schriftlichen Quellen, zum Beispiel Steuerverzeichnissen dieses Zeitraumes der Stadtname 'Tharandt' niemals gänzlich verschwand.

1609 erweiterte Kurfürst Christian II. die mindestens bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vorhandene Stadtgerechtsame, die sich unmissverständlich beispielsweise im Vorhandensein einer Ratsverfassung äußerte, durch Verleihung des Rechtes, ein Stadtsiegel führen und einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen.

Ende des 18. Jahrhunderts, mit der Zeit der Empfindsamkeit, setzte langsam der Tourismus ein. Friedrich Schiller (Gedenktafel am Gasthaus Schillereck am Markt), Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist und andere Berühmtheiten weilten dort.

Nach der Verlegung seiner privaten Forstlehranstalt im Jahr 1811 von Zillbach in Thüringen nach Tharandt (ab 1816 Königlich-sächsische Forstakademie) durch Heinrich Cotta wurde Tharandt zur Gelehrten- und Studentenstadt. Bäcker und Fleischer, Schneider und Schuhmacher, nicht zuletzt die Wirte profitierten von dieser Entwicklung. Auch Studentenverbindungen entstanden in Tharandt, vor allem akademische Jagdkorporationen. Zwischen 1929 und 1941 wurde die Forstliche Hochschule Tharandt in die Technischen Hochschule Dresden integriert.

Nach der Verlegung der bisher über die Poststation in Herzogswalde führenden Postkutschenlinie DresdenFreiberg (– Nürnberg) ab 1832/33 zur neuen Poststation in Tharandt (heute u.a. Ärztehaus) erfolgte 1855 der Bahnanschluss mit der privaten Albertsbahn nach Dresden, die 1862 nach Freiberg weitergeführt wurde und nun Bestandteil der Sachsen-Franken-Magistrale ist.

Der Besitzer der Schlossmühle, Friedrich Ernst Schmieder, nutzte die Wasserkraft der Wilden Weißeritz, und produzierte seit 1893 mit zwei Gleichstrom-Dynamo-Maschinen von Siemens & Halske je neun Kilowatt Strom mit einer Spannung von 110 Volt. Vier oberschlächtige Wasserräder trieben die Dynamos mit einer Drehzahl von 1300/min an, wofür eine mehrmalige Zahnrad- und Riemenübersetzung notwendig war. Da die Talsperre Klingenberg noch nicht existierte, musste die bei Niedrigwasser und Vereisung ausfallende Wasserkraft ersetzt werden. Schmieder, der auch Maschinenfabrikant war, behalf sich mit einer Akkumulatorenbatterie mit 65 Elementen für 112 Ah und einem Petroleummotor, der häufig ausfiel. Den Strom erhielten die angeschlossenen Häuser in der Nachbarschaft und die Stadt Tharandt für die Straßenbeleuchtung. Die Freileitungen bestanden aus blanken Kupferdrähten und mussten auf Betreiben der Aufsichtsbehörden zur Isolierung mit Juteband umwickelt und mehrfach mit Teer bestrichen werden.[5] Das Stromnetz von Friedrich Ernst Schmieder war, nach der Licht- und Kraftanlage der Brüder Karl und Wilhelm Einhorn in Olbernhau [6], das zweite seiner Art in Sachsen und das erste, das der Gesamtbewohnerschaft zur Verfügung stand.

Am 12. Juli 1912 eröffnete die Kraftomnibuslinie Tharandt – Kurort Hartha des sächsischen Automobilpioniers Emil Nacke (1843–1933), welche einen seit mindestens 1903 fahrplanmäßig verkehrenden Pferdeomnibus des Harthaer Fuhrunternehmers Hugo Opitz ablöste. Nach mehrmals wechselnder Trägerschaft sowie zeitweiser Verlängerung, über Spechtshausen und Pohrsdorf bis Fördergersdorf, besteht sie heute noch als Linie 345 und älteste noch betriebene Buslinie des Regionalverkehr Dresden (RVD).

In der DDR-Zeit war die Stadt ein Zentrum der Umweltschutzbewegung im späteren Umweltbildungshaus Johannishöhe.

Während der Jahrhundertflut 2002 wurden vier Häuser im rechts der Burg gelegenen Weißeritztal zerstört und die Bibliothek der Forstfakultät beschädigt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstadt der Ortschaft Tharandt ist seit 1990 Blaubeuren. Eine derzeit wieder aktivierte Partnerschaft bestand seit 1963 mit Piennes in Frankreich. 2013 wurden Partnerschaftsverträge der Stadt Tharandt mit Cheb (Eger) und Poděbrady (Podiebrad) in Tschechien geschlossen.[7]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Ein Gedenkstein aus dem Jahr 1952 auf dem Ortsfriedhof erinnert an sieben, vorwiegend französische KZ-Häftlinge der Todesmärsche nach Annaberg-Buchholz bzw. in das KZ Theresienstadt aus den Außenlagern Neustassfurt und Markkleeberg des KZ Buchenwald, die während des Aufenthaltes in Kurort Hartha (20.–22. April 1945) von SS-Männern ermordet wurden bzw. in Tharandt (23. April bis 9. Mai 1945) verstarben. Sie wurden zunächst auf dem Friedhof in Fördergersdorf und im Stadtpark Tharandt beigesetzt und später, zusammen mit gefallenen Soldaten aus der Region, in das jetzige Massengrab umgebettet. Daneben erläutert seit 1992 eine Tafel mit französischem Text den Hergang.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Burgruine mit Stadt- und Bergkirche zum Heiligen Kreuz
  • Stadtschloss am Markt
  • Kursächsische Postmeilensäule von 1730 als Nachbildung von 2006 mit Originalwappen am Markt und erste Replik von 1964 als Postmeistersäule in Grillenburg
  • Königlich-sächsische Meilensteine am Markt und an der Kreuzung Talmühlenstraße / Roßmäßlerstraße / Wilsdruffer Straße / Opitzer Weg
  • Ehemalige königlich-sächsische Poststation (später Rathaus, heute: Ärztehaus)
  • Altbau der Forstakademie an der Pienner Straße, entstanden 1847–1849 nach Entwurf von Oberlandbaumeister Karl Moritz Haenel
  • Ehemaliges Sanatorium Sanitas (heute: Rathaus)
  • Friedhofskapelle (1908) und Grabmal der Familie Eger (1910) auf dem Ortsfriedhof nach Entwürfen von Rudolf Kolbe
  • Forstbotanischer Garten mit Erweiterung ForstPark in Kurort Hartha
  • Cottas Grab am Mauerhammerweg und Cottahaus an der Pienner Straße
  • Meilerplatz im Breiten Grund
  • Wasserkraftwerk am Breiten Grund
  • Sekundenweg Tharandt–Spechtshausen
  • Geologisches Freilichtmuseum und Geologischer Wanderweg zwischen Mohorn-Grund und Tharandt
  • Steilste Normalspurbahnstrecke Ostdeutschlands (maximal 1:40 bis 1:39, ohne Zahnrad) zwischen Tharandt und Klingenberg als Teil der Sachsen-Franken-Magistrale
  • Nach dem Hochwasser 2002 restauriertes Bahnwärterhäuschen mit Café
  • Landschaftsschutzgebiet Tharandter Wald – schönster Wald Sachsens

Bildung[Bearbeiten]

In Tharandt befindet sich eine Grundschule, eine weitere in Kurort Hartha. Auf dem Schulberg wurde 1910 ein Schulgebäude errichtet, welches seit 2006 als ein evangelisches Gymnasium betrieben wird.[8]

Überdies unterhält die Technische Universität Dresden die Fachrichtung Forstwissenschaften in Tharandt (früher: Forstliche Hochschule Tharandt).

Verkehr[Bearbeiten]

Die nächsten Autobahnen sind die Bundesautobahnen 4 (AS Wilsdruff, 10 km) und 17 (AS Dresden-Gorbitz, 9 km). Der nächste Flughafen ist der Flughafen Dresden (28 km).Tharandt liegt an der Bahnstrecke Dresden–Werdau (Teil der Sachsen-Franken-Magistrale) und ist Endpunkt der S-Bahn Dresden (S 3).

Tharandt liegt im Verkehrsgebiet des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) und gehört zur Tarifzone Freital.

Folgende Linien halten in Tharandt:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Robert Bernhard (1862–1943), Forstwissenschaftler
  • Hermann Krutzsch (* 26. November 1819; † 18. Juli 1896), Geologe, Mineraloge
  • Emil Richard August von Oehlschlägel (* 23. Mai 1834; † 16. Mai 1895 in Oberlangenau), MdL 1871–1894, konservativer Politiker, Vorsitzender des Landeskulturrats; Sohn des 1. Tharandter Postmeisters „Premier-Lieutenant und Adjutant“ Carl August von Oehlschlägel (1796–1859), Rittergutsbesitzer in Oberlangenau mit Grabmal am Evangelischen Gymnasium in Tharandt
  • Karl Hermann Rudorf (* 5. Juni 1823 Tharandt; † 19. Juli 1880 in Dresden), Forstwissenschaftler
  • Friedrich Maximilian Schober (* 18. Mai 1848 Tharandt; † 4. Juni 1914 in Schruns/Tirol), MdL, konservativer Politiker

Persönlichkeiten mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]

  • Gregor Heimburg († August 1472 in Tharandt), deutscher Humanist und Staatsmann
  • Sidonie von Böhmen († 1. Februar 1510 in Tharandt), Herzogin von Sachsen, Gemahlin des Herzogs Albrecht der Beherzte (u. a. ehem. Sidonienquelle bzw. -straße und heutige Sidonienapotheke in Tharandt)
  • Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), Dichter, Theaterleiter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann; weilte ab 1813 mehrfach zu Besuch bei Heinrich Cotta und wohnte im Stadtbad-Hotel (heute: Standort Neubau Mensa und Bibliothek Rossmäßler-Bau der TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften, Gedenktafel)
  • Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar; † 9. Mai 1805 in Weimar), Dichter, Dramatiker, Philosoph sowie Historiker; weilte vom 17. April bis 21. Mai 1787 im Gasthof zum Hirsch (heute: Schillereck mit Gedenktafel) und vollendete seinen Don Carlos. (Schillerstraße in Tharandt und F.-v.-Schiller-Straße im Kurort Hartha)
  • Heinrich Cotta (1763–1844), Forstwissenschaftler, lebte seit 1811 in Tharandt und war dort Direktor der Königlich-Sächsischen Forstakademie.
  • Friedrich August Karl Geyer (* 12. März 1853 in Großenhain; † 22. Januar 1937 in Tharandt), sächsischer Finanzminister (USPD), MdL, Redakteur
  • Willi Heidenreich († 1967 in Berlin), Kopf einer Widerstandsgruppe im Dritten Reich, Förster in Tharandt
  • Max Friedrich Kunze (* 10. Februar 1838 in Wildenthal; † 9. März 1921 in Tharandt), Mathematiker, Geodät
  • Friedrich Christian Schlenkert (* 8. Februar 1757 in Dresden; † 16. Juni 1826 in Tharandt), Schriftsteller, Lehrer
  • Samuel Joh. von Dannenberg (* 24. Juni 1784 in Wiburg; † 18. Dezember 1838 in Tharandt), Russ. Kais. General-Major beim General-Stabe, Ritter vieler hoher Orden, Grabmal mit deutscher und russischer Inschrift vormals im Stadtpark und heute auf dem Friedhof
  • Emil Freiherr von Milkau (* 22. Oktober 1847; † 29. Mai 1916), Förderer des Kurwesens in der Stadt Tharandt, u. a. Sanatorium Sanitas von Dr. Haupt (heute: Rathaus) und Milkau-Villa (Nobbe-Bau der TU Dresden, derzeit Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt); Familiengruft auf dem Friedhof
  • Arnold Edmund Streit (* 10. Mai 1867 Chemnitz; † 21. Juni 1940 Dresden), Jurist, Geheimer Regierungsrat (1917), 1909–1917 Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt, 1929–1932 Präsident des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts in Dresden, Verfasser der sächsischen Gemeindeordnung von 1923, besuchte des Knabeninstitut des Kantors und Lehrers Heyne (heute: Heinrich-Cotta-Str. 11)

Literatur[Bearbeiten]

  • anonym: Tharands Umgebungen. Eine Skizze für Naturfreunde; nebst einem Grundrisse und Prospecten. Meissen 1801. (Digitalisat)
  • Béla Bélafi: „Von der Burg zur Badestadt“ Geschichte und Geschichten von Tharandt 1. Teil (bis 1800), Tharandter historische Hefte, Hrsg. Verschönerungsverein Tharandt, Heft 4, Tharandt 1998
  • Peter Boenke, Gas- und Stromversorgung in Freital, Freital 2003.
  • Bernhard von Cotta: Tharand und seine Umgebungen. Arnold, Leipzig/Dresden 1834. (Digitalisat)
  • Louis Fritzsche: Tharand. Ein Führer durch seine Umgebungen, ein Abriss seiner Geschichte und eine Beschreibung seines gegenwärtigen Zustandes. Dresden 1866. (Digitalisat)
  • Cornelius Gurlitt: Tharandt. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 124.
  • Wolfgang Heinitz: Tharandt. Auf Wegen durch Vergangenheit und Gegenwart. Tharandter Marginalien, Heft 2. Burgen- und Geschichtsverein, Tharandt 1996.
  • Wolfgang Heinitz: „Hab mein Wage vollgelade“. Geschichtliches und Gegenwärtiges von Fuhrleuten, Postboten, Eisenbahnern und Autofahrern. Tharandter Marginalien, Heft 5. Burgen- und Geschichtsverein Tharandt e. V., Tharandt 2000, ISBN 3-932832-04-3.
  • Carl Lang: Beschreibung des Plauenschen Grundes, des Badeorts Tharant und seiner Umgebungen. Beger, Dresden 1812 (Digitalisat)
  • Andreas Roloff, Ulrich Pietzarka: Der Forstbotanische Garten Tharandt. Forstbotanischer Garten Tharandt, TU Dresden. Atelier am Forstgarten, Tharandt 1996, ISBN 3-00-000572-2.
  • Friedrich Schlenkert: Beschreibung von Tharand 1797., Tharandter historische Hefte, Hrsg. Verschönerungsverein Tharandt, Heft 1, Tharandt 1995
  • Christian Friedrich Schlenkert: Tharand. Ein historisch-romantisches Gemälde nach der Natur, Urkunden und Sagen. Gerlach, Dresden 1804. (Digitalisat)
  • Christine Schmidt: April 1945 in Tharandt. In: Rund um den Tharandter Wald. Amtsblatt der Stadt Tharandt. Ausgabe 02, 13. Jgg., 15. Februar 2011, S. 8–9.
  • Stadtverwaltung Tharandt (Hg.): Tharandt um die Jahrhundertwende. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-826-3.
  • Harald Thomasius u.a.: Geschichte der Forststadt Tharandt in Bildern. Rat der Stadt Tharandt und Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik, Ortsgruppe Tharandt, Tharandt 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tharandt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stadt Tharandt. Offizieller Webauftritt. Abgerufen am 4. Juni 2011.
  • Tharandt im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. Sächsische Zeitung Freital, 22. April 2013
  4. bis 1990: Digitales historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, ab 1923 Tharandt mit Großopitz, ab 2000: jeweils 31. Dezember, Stadt Tharandt mit allen derzeitigen Ortsteilen
  5. Peter Boenke: Gas- und Stromversorgung in Freital. Freital 2003, S. 50 f.
  6. Rolf Morgenstern: Chronik von Olbernhau zur 750-Jahrfeier. S. 189 f.
  7. Susanne Sodan: Neuer Glanz für Sidonies Burg, Sächsische Zeitung, Freital, 30. August 2013, S. 8 und Neuer Glanz für die Burg der Königstochter Sidonie, Freie Presse, Freiberg, 30. August 2013, S. 10
  8. Bildung. Stadt Tharandt, 2011, abgerufen am 4. Juni 2011.