Tharu

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Leichtathleten siehe Tilak Ram Tharu.

Die Tharu (Nepali: थारू, Thārū) sind ein Volk im Terai in Nepal und im Norden Indiens.[1] Die Mehrheit der Tharu leben in Nepal, wo sie 13,5 % der Bevölkerung ausmachen und offiziell als Minderheit anerkannt sind [2]

Die Tharu teilen sich in mehrere endogame Untergruppen auf:

  • Rana Tharu

in den Nepali Distrikten Kailali and Kanchanpur sowie in Indien in den Distrikten Nainital, Uttarakhand und Kheri (Uttar Pradesh). Die Rana Tharu betrachten sich als Nachfahren der Rajputen.

  • Kathoriya Tharu

vorwiegend in Nepal im Distrikt Kailali sowie in Indien.

  • Sonha

in Nepal im Distrikt Surkhet,

  • Dangaura Tharu

im westlichen Terai Nepals in den Distrikten Dang Deukhuri, Banke und Bardiya

  • Paschuhan (Westliche Tharu)

in den Distrikten Rupandehi und Nawalparasi

  • Rautar Tharu

in Nepal in den Distrikten Rupandehi und Nawalparasi

  • Purbaha Tharu

in Nepal in den Distrikten Rupandehi und Kapilbastu

  • Aarkutwa oder Chitwania Tharu

im mittleren Terai in Nepal in den Distrikten Sindhuli, Chitwan und Nawalparasi

  • Kochila Tharu

im östlichen Terai in Nepal in den Distrikten Saptari, Bara, Parsa, Rautahat, Sarlahi, Mahottari und Udayapur

  • Danuwar

im östlichen Terai in Nepal in den Distrikten Udayapur, Saptari and Morang.

  • Lamputchwa Tharu

im östlichen Terai in Nepal im Distrikt Morang Kleinere Gruppen von Tharu leben in angrenzenden indischen Distrikten.

Ein Tharu Mann

Die Tharu bezeichnen sich selbst als Menschen des Waldes. Sie lebten lange Zeit isoliert überwiegend in den Urwäldern im Grenzgebiet zwischen Indien und Nepal, wo sie eine relativ eigenständige Kultur entwickelten. Sie sind bekannt für ihre Keramik- und Wandmalerei.

Abgesehen von Nepali, der gemeinsamen Landessprache, die nicht alle beherrschen, gibt es keine gemeinsame Sprache der Tharu. Einige sprechen verschiedene endemische Tharu Sprachen; im westlichen Nepal und im angrenzenden Indien sprechen sie Urdu und Awadhi, im mittleren Terai sprechen sie eine Variante des Bhojpuri und im östlichen Terai Maithili.

Die Tharu lebten bereits im Terai vor Ankunft der Indoeuropäer.


Laut Volkszählung 2001 sind die Tharu zu 97,63 % Hindus und 1,95 % Buddhisten.

Resistenz gegen Malaria[Bearbeiten]

Der Lebensraum der Tharu war bis in die 1960er Jahre hoch malariaverseucht. Den Tharu wird ein gewisses Maß an Resistenz gegen Malaria zugeschrieben. Untersuchungen ergaben, dass benachbarte Ethnien sieben mal anfälliger für Malaria sind als die Tharu.[3] Aufgrund dieser auffälligen Unterschiede vermuten Forscher eher eine genetische Disposition als bestimmte Verhaltensweisen oder Essgewohnheiten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rajaure, D.P. in Kailash "Tharus of Dang: The people and the social context", Bd. 8, Ausg. 3/4, Kathmandu, 1981, S. 155-185
  2. Statistical Year Book of Nepal 2009, Government of Nepal, Central Bureau of Statistics 2009
  3. Terrenato, L. u. a.: Decreased Malaria Morbidity in the Tharu People Compared to Sympatric Populations in Nepal in: Annals of Tropical Medicine and Parasitology, Bd. 82, Ausgabe 1, 1988, S. 1-11

Weblinks[Bearbeiten]