The American (2010)

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Filmdaten
Deutscher Titel The American
Originaltitel The American
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]/16 (siehe DVD-Altersfreigabe)
JMK 14[2]Vorlage:Infobox Film/Wartung/JMK ohne JMKID
Stab
Regie Anton Corbijn
Drehbuch Rowan Joffe
Produktion Anne Carey,
Jill Green,
Ann Wingate,
Grant Heslov,
George Clooney
Musik Herbert Grönemeyer
Kamera Martin Ruhe
Schnitt Andrew Hulme
Besetzung
Synchronisation

The American ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Regisseur Anton Corbijn aus dem Jahr 2010.

Handlung[Bearbeiten]

Ein Waffenbauer und Auftragskiller, der sich gegenüber seinem Auftraggeber Jack und ansonsten Edward nennt, tötet in der schwedischen Provinz Dalarna zwei auf ihn angesetzte Killer sowie seine unbeteiligte Freundin, die Zeugin des Schusswechsels wurde. Anschließend wird er von Pavel, seinem Auftraggeber, in ein entlegenes italienisches Dorf in den Abruzzen geschickt, um dort unterzutauchen. Über den Bahnhof in München reist er bis zum Bahnhof von Rom und fährt von dort mit einem Auto bis nach Castelvecchio in den Abruzzen. Dort kehrt er jedoch gleich wieder um und reist weiter ins benachbarte Castel del Monte, das etwa 25 km östlich von l'Aquila liegt. Kurz nach seiner Ankunft erhält er von Pavel den Auftrag, für eine Berufskollegin, Mathilde, eine spezielle Langwaffe anzufertigen. Während seines Aufenthaltes lernt er den katholischen Priester der Gemeinde kennen und verliebt sich in die Prostituierte Clara.

Einen Verfolger, der mutmaßlich die schwedischen Toten rächen soll, kann Jack noch rechtzeitig töten. Jack plant eine gemeinsame Zukunft mit Clara und kündigt Pavel daher seinen Ausstieg nach erledigtem Auftrag an. Seine letzte Kundin Mathilde, für die er die Waffe anfertigt, wurde von Pavel, wie sich später erweisen wird, beauftragt, Jack bei der Übergabe zu töten. Bei einer gemeinsamen Schießübung an einem Flusslauf in einem Waldstück testet Mathilde die angefertigte Waffe, hat jedoch noch einige Änderungswünsche. Jack, der sich in einem weiteren Telefonat mit Pavel mehr Zeit erbeten hat, manipuliert die Waffe, bevor er sie schließlich Mathilde aushändigt. Für Mathilde ergibt sich jedoch keine Möglichkeit, Jack unmittelbar nach Aushändigung der Waffe, wie mit Pavel vereinbart, zu liquidieren, weswegen sie sich vorgeblich verabschiedet, jedoch Jack folgt.

Als die Auftragskillerin während einer Prozession mit besagter Waffe auf ihn schießen will, geht das Gewehr als Folge der Manipulation nach hinten los und sie stürzt sterbend vom Dach. Wenig später erscheint Pavel, um Jack selbst zu töten. Jack erschießt ihn, wird bei dem Schusswechsel aber selbst verwundet. Er schafft es noch, zum mit Clara vereinbarten Treffpunkt am Flusslauf im Wald zu fahren, bricht dort aber aufgrund des Blutverlusts durch den Treffer im Bauchraum über dem Lenkrad zusammen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die in Schweden spielenden Szenen wurden in Östersund gedreht.[3] In Sulmona entstanden die Szenen in dem italienischen Café, in dem sich Jack und Mathilde das erste Mal treffen, sowie die Szenen am Bahnhof, von dem Jack sie beim zweiten Treffen abholt.[3] Die weiteren Szenen wurden in Rom sowie in Castel del Monte gedreht.[3] Dabei verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 129 Einwohnern des italienischen Dorfes Castel del Monte durch den zeitweiligen Zuzug der an den Dreharbeiten beteiligten Personen.[4] Die Dreharbeiten begannen am 28. September 2009 und endeten im November 2009.[5] Das Budget des Films wird auf 20 Millionen US-Dollar geschätzt.[5] Der Film hatte seine Weltpremiere am 1. September 2010 in den USA, Kanada sowie Kasachstan.[6] Am 10. September 2010 wurde er beim niederländischen Film by the Sea-Filmfestival gezeigt.[6] In den deutschen und Schweizer Kinos wurde der Film ab dem 16. September 2010 gezeigt, in Österreich einen Tag später.[6] Es folgten Vorführungen beim Festival do Rio am 25. September 2010 und beim Belgrade Film Festival am 5. März 2011.[6] In den USA spielte der Film über 35,5 Millionen US-Dollar ein, davon mehr als 16,6 Millionen US-Dollar am Eröffnungswochenende.[5]

Von den Universal Studios wurde am 24. Februar 2011 in Deutschland der Film auf DVD veröffentlicht. Die deutsche DVD des Filmes ist seit seiner Veröffentlichung mit einem FSK-16-Logo bedruckt. Dies ist jedoch auf den auf der DVD enthaltenen Trailer des Filmes Twelve zurückzuführen, da der Film und sein Trailer ab 16 Jahren freigegeben sind. Der Hauptfilm The American entspricht jedoch der ab 12 Jahren freigegebenen Kinofassung.[7][8]

The American ist nach dem 2007 veröffentlichten Film Control der zweite Film des Starfotografen Anton Corbijn. Die Romanvorlage A Very Private Gentleman stammt von Martin Booth. Die deutsche Erstausgabe des Romans ist 2010 unter dem Titel The American beim Rowohlt Verlag erschienen.

Die Pistole, die Jack nutzt, ist eine Walther PPK, die ebenso in James-Bond-Filmen verwendet wird.[4] Als Hommage an James Bond 007 wurde die Kombination 014 für das Zahlenschloss des Gewehrkoffers als Verdopplung der Zahlenfolge 007 gewählt.[4]

Die Filmmusik wurde von Herbert Grönemeyer komponiert, der für Frühlingssinfonie aus dem Jahr 1983 erstmals die Musik für einen Kinofilm produziert hatte[4] und mit Anton Corbijn als Nachbar in London bekannt war. Der 25 Musiktitel umfassende Soundtrack wurde am 17. September 2010 von EMI veröffentlicht. Zudem ist in der Szene, in der Jack alleine in einem Café sitzt, in Anlehnung an den Filmtitel der Musiktitel Tu vuò fà l'americano (You pretend to be American) zu hören. Später ist in einem Restaurant der 1968 erschienene italienisch-US-amerikanische Italowestern Spiel mir das Lied vom Tod im Fernsehen zu sehen.[4]

Im Film ist eine wiederkehrende Schmetterlingssymbolik zu finden. Jack trägt ein Schmetterlingstattoo, liest in einem Buch über Schmetterlinge und wird von Mathilde und Clara als Signore Farfalla (ital. Schmetterling) bezeichnet.[4] Zudem sind Schmetterlinge in verschiedenen Szenen zu sehen, darunter auch in der Schlusssequenz, in der ein zuvor als bedrohte Tierart beschriebener Schmetterling davonfliegt. In der Szene, in der Jack mit dem Priester das Abendessen einnimmt, ist Musik aus der italienischen Oper Madama Butterfly von Giacomo Puccini zu hören.[4]

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei Berliner Synchron AG Wenzel Lüdecke in Berlin.[9] Die Synchronregie führte Christian Schneider.[9]

Darsteller Deutscher Sprecher[9] Rolle
George Clooney Detlef Bierstedt Jack / Edward
Violante Placido Victoria Sturm Clara
Irina Björklund Andrea Solter Ingrid
Thekla Reuten Anna Carlsson Mathilde
Paolo Bonacelli Uli Krohm Pater Benedetto
Johan Leysen Reinhard Kuhnert Pavel

Kritik[Bearbeiten]

Deniz Sertkol von independentfilme.com urteilte: „Die Schauspieler [sind] nicht Schuld an der Mittelmäßigkeit von The American. Sicherlich geht die gemütliche Dörflichkeit gepaart mit dem Thrillerplot eine ergiebige Symbiose ein und verleiht dem Film die nötige Spannung. Doch der Esprit von Control fehlt gänzlich. Was bleibt, ist ein optisch ansprechender und gut besetzter Film, der vielleicht Reisefieber weckt, jedoch aufgrund der überholt wirkenden Handlung dem Anspruch an Corbijn nicht gerecht wird.“[10]

Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel lobte die Bilder des „post-postmodernen Italowestern“: „Die so entlegenen wie kargen Bergdörfer [werden] fotografisch aufs Erlesenste eingefangen.“ Der Film überzeuge mit „pittoreskem Ambiente“, lasse aber „vor allem Spannung und eine handfeste Story“ vermissen. Schulz-Ojala findet positive Worte für die Darstellung von Violante Placido, „doch die für einen Thriller essenzielle Frage ‚Wer gegen wen und warum?‘ bleibt arg im Vagen“.[11]

Andreas Kötter von ProSieben nannte den Film „ein Meisterwerk“ und spricht von einem „großartigen George Clooney“. The American sei ein „faszinierendes Thriller-Melodram“, dessen Handlung „nicht unbedingt mit großer Originalität“ glänzt, seine filmischen Aufnahmen jedoch mit „wortkargen Bildern, die geprägt sind von schleichender Langsamkeit“, überzeugt. Die Darstellung Clooneys sei „großartig“, denn mit „sparsamen Mitteln“ gelinge es Clooney den Zwiespalt seiner Rolle „ungeheuer intensiv“ zu vermitteln. George Clooney sei daher „in einem Atemzug“ mit Alain Delon und Steve McQueen zu nennen.[12]

Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen Zeitung befand, The American sei „ein wortkarger Film, unterlegt mit einem Score von Herbert Grönemeyer.”[13] Sie meinte weiter, „kleine Gesten, unauffällige Blicke, die Angst, die auf einem Gesicht vorüberhuscht – das alles entfaltet seine wahre Wirkung erst in Bildern am Rande des Stillstands.“[13] „Das bedeutet nicht, dass diese Geschichte keine Spannung entwickelt: Sie tut es nur unendlich viel kunstvoller, als es derzeit Hollywood-Standard ist, wo man Action und Suspense ständig verwechselt. Corbijn setzt auf kleine Reize, einen Verfolger, den man nie richtig sieht, eine leise, permanente Ahnung von Bedrohung“, resümierte Vahabzadeh.[13] „Corbijn inszeniert das, als wolle er beweisen, mit wie wenig Vorgeschichte, Dialog, emotionalen Ausbrüchen man das erzeugen kann, ein Lehrstück in Minimalismus“, schloss Vahabzadeh.[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

George Clooney wurde 2011 beim Saturn Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert, während der Film Nominierungen in den Kategorien Bester Horrorfilm und Bester Thriller erhielt.[14]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK, abgerufen am 12. September 2013
  2. Filmdatenbank des BMUKK, abgerufen am 12. September 2013
  3. a b c Drehorte laut Internet Movie Database
  4. a b c d e f g Hintergrundinformationen laut Internet Movie Database
  5. a b c Budget und Einspielergebnisse laut Internet Movie Database
  6. a b c d Starttermine laut Internet Movie Database
  7. SPIO: Freigabe (PDF; 34 kB) der Kino-Fassung, Wiesbaden, 24. August 2010
  8. SPIO: Freigabe (PDF; 33 kB) der DVD-Fassung, Wiesbaden, 8. Dezember 2010
  9. a b c The American in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 19. März 2013.
  10. Filmkritik, Deniz Sertkol, 29. August 2010.
  11. Jan Schulz-Ojala: „The American“: George Clooneys erster Erotikthriller. In: Der Tagesspiegel, 16. September 2010.
  12. ProSieben: Filmkritik, Andreas Kötter.
  13. a b c d Susan Vahabzadeh: Ein letzter Blick aufs Leben. In: Süddeutsche Zeitung, 15. September 2010, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  14. Nominierungen und Auszeichnungen laut Internet Movie Database