The Babysitter and the Man Upstairs

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The Babysitter and the Man Upstairs ist eine moderne Sage um eine Babysitterin (eng. „Kinderhüterin“), die mehrmals von einem unbekannten Mann angerufen wird. Sie entstand spätestens in den 1960er Jahren.

Die Sage[Bearbeiten]

Ein jugendliches Mädchen passt auf zwei Kinder auf, deren Eltern ausgegangen sind. Sie bringt diese im Obergeschoss zu Bett und setzt sich unten ins Wohnzimmer um fernzusehen. Das Telefon klingelt und sie hört einen lachenden Mann, der sie dazu auffordert, nach oben zu kommen. Sie hält den Anruf für einen Scherzanruf und legt auf, ohne nach oben zu gehen. Kurz darauf ruft der Mann wieder an und sagt, es wäre besser, wenn sie nach oben käme. Nun bekommt sie es mit der Angst zu tun und spricht mit dem Telefonisten, der ihr rät die Polizei zu verständigen und den Anrufer bei einem eventuellen weiteren Gespräch hinzuhalten, damit der Aufenthaltsort des Anrufers ermittelt werden könne. Als wenige Minuten später der Mann erneut anruft, versucht sie ihn hinzuhalten, doch diesmal legt der Mann auf. Nur Sekunden später meldet sich der Telefonist wieder: Sie soll schnellstens das Haus verlassen, der Anruf des Mannes stammt von einer anderen Leitung des gleichen Telefonanschlusses. Das Mädchen rennt zum Haus hinaus, hört hinter sich jemanden die Treppe heruntergehen und wird vor dem Haus von den eintreffenden Polizisten empfangen. Diese stürmen in das Haus und treffen dort auf den mit einem Messer bewaffneten Mann. Der Mann hat bereits beide Kinder ermordet und war im Begriff, auch die Babysitterin zu töten.[1]

Die Sage wird in mehreren Varianten erzählt. Die Anzahl der Kinder wird unterschiedlich genannt, ebenso die Mordwaffe, manchmal spricht der Mann gar nicht, sondern lacht oder atmet nur. In jüngeren Wiedergaben der Sage kommt auch der Telefonist nicht mehr vor und wird durch einen Anruf bei der Notrufstelle ersetzt.[2] In manchen Varianten sieht das Mädchen den Mörder, kann flüchten und verständigt selbst die Polizei. In einer drastischeren Variante kommen zwei Babysitter vor: Während die eine nach oben geht, erfährt die andere am Telefon von der Anwesenheit des Mannes. Diese geht zur Treppe, um ihre Freundin zu rufen, die sich dann entweder mit abgetrennten Gliedmaßen die Treppe hinunterzieht oder ihre Freundin vor dem Mörder warnt.[3]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Sage wurde in mehreren Spielfilmen aufgegriffen. So basiert der Film Das Grauen kommt um Zehn (1979) auf der Sage, in Jessy – Die Treppe in den Tod (1974) versteckt sich ein Mörder auf dem Dachboden einer Studentinnenvereinigung und ruft nach jedem Mord an und in Düstere Legenden (1998) ist die Sage Thema eines Hochschulseminars.[3] Anspielungen auf die Sage finden sich in einer Reihe von Filmen wie Die Nacht der Abenteuer (1987), Innocent Babysitter (1995), The Call (2003) oder Unbekannter Anrufer (2006).[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Harold Brunvand: The choking doberman and other 'new' urban legends. Penguin, 1987. S. 214-215.
  • Paul Smith: The book of nasty legends. Routledge & Kegan Paul, 1983. ISBN 0710201400. S. 97.
  • Gail De Vos: Tales, rumors, and gossip. Exploring contemporary folk literature in grades 7-12. Libraries Unlimited, 1996. ISBN 1563081903. S. 296-297.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Smith: The book of nasty legends. S. 97.
  2. Beispielsweise bei modernemythen.blogspot.com: Der Babysitter, 29. Januar 2008
  3. a b The Babysitter and the Man Upstairs bei Snopes.com
  4. Akemi Kaneshiro-Hauptmann: „Das ist absolut wahr!“ – Wahre Geschichte oder moderne Sage? – Rezeption der modernen Sagen im deutschsprachigen Raum. Dissertation zur Erlangung des philosophischen Doktorgrades an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. 2009. S. 238. Online als PDF-Datei