The Bard’s Tale

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The Bard’s Tale
The Bards Tale-logo.png
Entwickler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Interplay Productions
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten InXile Entertainment
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Electronic Arts
Designer Michael Cranford, Bill Heinemann
Erster Titel The Bard’s Tale (1985)
Letzter Titel The Bard’s Tale (2005)
Plattform(en) C64, Amiga, PC, ZX Spectrum, Amstrad CPC, Atari ST, Apple II, Apple IIgs, NES, iOS, PC-88, Android
Genre(s) Computer-Rollenspiel

The Bard's Tale ist eine klassische Serie von Computer-Rollenspielen. Sie umfasst vier Teile und erschien bei Interplay beziehungsweise Electronic Arts ab 1985. Der Titel der Serie ist eine Anspielung auf William Shakespeare (genannt The Bard), hauptsächlicher Handlungsort ist die steinzeitliche Stadt Skara Brae, die hier jedoch in ein hypothetisches Mittelalter versetzt wurde.

Spielprinzip[Bearbeiten]

The Bard's Tale ist technisch ein first-person dungeon explorer, das heißt die Spielwelt wird in einer stark vereinfachten, diskreten 3D-Sicht dargestellt. Man kann mehrere Charaktere in seine „Party“ aufnehmen, wobei deren Fertigkeiten vollständig durch ihre „Klasse“ (Magier, Kämpfer, Barde usw.) bestimmt werden. Kämpfe werden rundenbasiert ausgetragen. Das Regelsystem ist insgesamt stark an frühe Ausgaben von Dungeons and Dragons angelehnt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Maßgeblicher Autor der Teile 1 und 2 war Michael Cranford, von Teil 3 Bill „Burger“ Heinemann, wobei an Teil 3 auch Michael A. Stackpole mitarbeitete, ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor. Beeinflusst wurde die Entwicklung auch von Brian Fargo, damaliger Chef von Interplay und High-School-Freund von Michael Cranford. Beide hatten sich bereits zu Schulzeiten vorgenommen, ihre Erfahrungen mit dem Pen&Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons auf Computerspiele zu übertragen. The Bard's Tale sollte ursprünglich von Interplay an Activision verkauft werden, wurde jedoch abgelehnt, weil es zwei statt einer Diskette benötigte. Ursprünglich war The Bard's Tale nur als Untertitel des ersten Teils vorgesehen, die Serie sollte eigentlich auf den Namen Tales of the Unknown lauten.[1]

Die Spiele wurden zunächst auf einem Apple II programmiert und dann für nahezu alle damals geläufigen Systeme portiert, unter anderem C64, Atari ST, Amiga und PC.

Inhaltlich vereinigt die Spielserie Einflüsse aus einer unüberschaubaren Anzahl von Quellen unter anderem auch Pen-&-Paper-Rollenspiele wie Dungeons and Dragons. Das Spielprinzip beruht auf Wizardry, das erste First-Person-Rollenspiel dieser Art (erschienen für Apple II, dann portiert auf Atari 800 und Commodore 64). Des Weiteren werden zahlreiche Parallelen gezogen: Das klassische Altertum und die Bibel (insbesondere in Namen wie Ephesus oder Tarjan) sowie dessen Mythologie, Alice im Wunderland (Jabberwocky), germanische Mythologie, die Gothic Novels wie Dracula und Frankenstein, die Werke von H. P. Lovecraft, der Zauberer von Oz und die jüngere Geschichte des 20. Jahrhunderts, um nur einige zu nennen. Dabei beschränken sich viele dieser Einflüsse jedoch lediglich auf die Übernahme eines Namens oder einer Figur.

Nachfolger[Bearbeiten]

Der inoffizielle Nachfolger der The Bard’s Tale-Serie ist Dragon Wars. Dieses Spiel ist auf einer ähnlichen Game-Engine entwickelt worden, jedoch wurde die Hintergrundgeschichte völlig neu bearbeitet, weshalb der Arbeitstitel The Bard’s Tale IV fallengelassen wurde. Ferner durfte Interplay den Titel auch allein deshalb nicht fortführen, weil die Firma als Entwickler keine Rechte an dem Namen besaß. Dragon Wars war weniger erfolgreich als The Bard’s Tale und wurde daher nicht fortgesetzt.

Rechteinhaber Electronic Arts arbeitete ebenfalls ab 1990 an einer Fortsetzung mit dem Projekttitel 'The Bards Tale 4, 1992 erschienen erste Berichte in deutschsprachigen Spielpresse.[2] Das Projekt wurde jedoch nie beendet.

In den Jahren 1992 bis 1998 wurde eine Serie von Büchern, deren Handlung in der Welt von The Bard's Tale spielt, veröffentlicht.

Seit etwa 2003 existiert ein Rollenspiel, das von The Bard’s Tale stark inspiriert ist. Es ist unter dem Namen The Devil Whiskey erhältlich. Nach Angaben der Autoren musste aus Gründen des Copyrights ein anderer Name gewählt werden. Der Spielaufbau ähnelt Bard’s Tale, ist aber keine 100-prozentige Übernahme.

Im Juni 2005 erschien der vierte Teil der The-Bard’s-Tale-Reihe, der sich jedoch stark von seinen Vorgängern unterscheidet. Action- und auffallend komödiantische, vor allem parodistische, Elemente zeichnen diese (umstrittene) Neubelebung der Saga aus.

Die Firma inXile hat nur die Namensrechte erworben, jedoch keinerlei Inhaltsrechte an der The-Bard’s-Tale-Reihe.

Im Dezember 2011 erschien ein auf dem Regelwerk von The Bard’s Tale (Teil 1–3) basierendes Rollenspiel für iOS (iPhone, iPad, iPod touch) mit dem Namen Silversword, eine kostenlose „Lite“-Version ist ebenfalls im App Store von Apple erhältlich. Es wurde versucht, das Look & Feel des Originalspiels beizubehalten, mit einigen Verbesserungen für die Benutzung mit mobilen Geräten (Steuerung per Berührung anstelle einer (virtuellen) Tastatur, Quest-Log, verbesserte Auto-Map und anderem).

Teile[Bearbeiten]

  • Tales of the Unknown: Volume I – The Bard's Tale (1985)
  • The Bard's Tale II: The Destiny Knight (1986)
  • The Bard's Tale III: The Thief of Fate (1988)
  • The Bard's Tale (2005)

Zudem gibt es das The Bard's Tale Construction Set (1991)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brian Fargo: Twittermeldung vom 3. März 2012 (englisch) In: Twitteraccount des Spieleentwicklers. Twitter. 3. März 2012. Abgerufen am 5. März 2012: „I bet most people didn't know that Bard's Tale was supposed to be known as the „Tales of the Unknown“ with Bards as sub-header only.
  2. Michael Hengst: The Bard's Tale. (Artikelscan) In: Power Play. Nr. 09/1992, September 1992, S. 22–23. Abgerufen am 12. Dezember 2012.