The Blue Boy

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The Blue Boy (Thomas Gainsborough)
The Blue Boy
Thomas Gainsborough, 1769/1770
Öl auf Leinwand, 179, 39 × 123, 83 cm
The Huntington Library, Art Collections, and Botanical Garden, San Marino Inventarnummer 21.1
Anthonis van Dyck: George Villiers, 2nd Duke of Buckingham, and Lord Francis Villiers, 1635, Windsor, Royal Collection

The Blue Boy (1769/1770, dt. Knabe in Blau) ist ein Ölgemälde von Thomas Gainsborough, das sich im Besitz der Huntington Collections in San Marino, Kalifornien, befindet. Das Bild ist heute weltweit Gainsboroughs bekanntestes Werk.

Das Porträt zeigt Jonathan Buttall (1752–1805), den Sohn eines reichen Eisenwarenhändlers im Alter von 18 Jahren. Das Gemälde stellt ihn in Kleidung des frühen 17. Jahrhunderts dar, nicht des 18. Jahrhunderts, in dem das Bild entstand. Der Maler knüpft damit an das Bildnis eines in Rot gekleideten Knaben seines barocken Kollegen Anthonis van Dyck an, den er als Vorbild sah. Die Farbe Blau, so heißt es, sei ins Bild gekommen, da Gainsborough seinem Rivalen Joshua Reynolds habe beweisen wollen, dass sich diese Farbe auch zentral in einem Bild verwenden lasse, was Reynolds bestritten haben soll, allerdings ist diese Aussage von Reynolds erst 1779 nachweisbar.[1].

Geschichte[Bearbeiten]

Thomas Gainsborough malte das Portrait des mit ihm befreundeten Jonathan Buttal 1769 oder Anfang 1770.[2]. Es wurde erstmals in der Ausstellung der Royal Academy of Arts in London im Sommer 1770 gezeigt und war dann im Besitz des Dargestellten. 1796 erwarb es der Abgeordnete John Nesbitt, 1802 kaufte es der Maler John Hoppner. Um 1809 gelangte das Bild in der Sammlung von Robert Grosvenor und blieb in der Sammlung der Familie, bis es Hugh Grosvenor 1921 an den Kunsthändler Joseph Duveen verkaufte, der es wiederum sofort an den amerikanischen Eisenbahn-Pionier Henry E. Huntington veräußerte. Gegen den Export gab es Proteste. Der Preis von £182.200 war zum damaligen Zeitpunkt der höchste je für ein Bild gezahlte. Bevor das Gemälde im Jahr 1922 in die USA verschifft wurde, war es für kurze Zeit in der National Gallery in London ausgestellt, wo es 90.000 Menschen sahen.[3].

Nachleben[Bearbeiten]

Der hohe Wiedererkennungsfaktor des Bildes hat es – wie die Mona Lisa – zum oft zitierten Motiv der Populärkultur gemacht. Friedrich Wilhelm Murnau baute sein Erstlingswerk Der Knabe in Blau (1919) komplett auf diesem Bild auf. Cole Porter sang 1922 nach der Ankunft des Bildes in Amerika den "Blue Boy Blues". In dem Laurel-und-Hardy-Kurzfilm Der Gaul auf dem Klavier (Wrong Again) (1929) taucht das Bild auf, allerdings wird hier das Gemälde mit einem Pferd gleichen Namens verwechselt. In Die nackte Kanone (1988) zerstört Leslie Nielsen einen Blue Boy, auch James Bonds Gegenspieler, Gustav Graves, zerstört in dem Film Stirb an einem anderen Tag (2002) während einer Fechtszene einen Blue Boy. Eine weitere Version des Blue Boy ist in einem Porträt einer Maus wiederzuerkennen, die ebenso gekleidet ist[4]. Auch gibt es Versionen, in denen Micky Maus oder Kermit der Frosch (diese Version hing in Jim Hensons Bürogebäude[5]) als Blue Boy dargestellt sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Busch: Gainsboroughs Blue Boy – Sinnstiftung durch Farbe. In: Städel-Jahrbuch NF 17, 1999, S. 331–348 (Digitalisat).
  • Robyn Asleson, Shelley Bennett: British paintings at The Huntington. Huntington Library, Art Collections, and Botanical Gardens, San Marino / Yale University Press, New Haven, London 2001, ISBN 0-300-09056-0, S. 104–111 Nr. 17.
  • Susan Sloman: Gainsborough’s ’Blue boy’. In: The Burlington magazine 155, Nr. 1321, 2013, S. 231–237.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robyn Asleson, Shelley Bennett: British paintings at The Huntington. Huntington Library, Art Collections, and Botanical Gardens, San Marino / Yale University Press, New Haven, London 2001, ISBN 0-300-09056-0, S. 107. 110 Anm. 25.
  2. Robyn Asleson, Shelley Bennett: British paintings at The Huntington. Huntington Library, Art Collections, and Botanical Gardens, San Marino / Yale University Press, New Haven, London 2001, ISBN 0-300-09056-0, S. 106.
  3. Robyn Asleson, Shelley Bennett: British paintings at The Huntington. Huntington Library, Art Collections, and Botanical Gardens, San Marino / Yale University Press, New Haven, London 2001, ISBN 0-300-09056-0, S. 8. 13–14; Meryle Secrest: Duveen. A Life in Art. Knopf, New York 2004, ISBN 0-375-41042-2, S. 191–199.
  4. Im Abspann des Disneyfilms Cinderella III (2007).
  5. Stephen Harrigan: It's Not Easy Being Blue. In: Life Magazine, Juli 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Blue Boy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien