The Company You Keep – Die Akte Grant

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Filmdaten
Deutscher Titel The Company You Keep – Die Akte Grant
Originaltitel The Company You Keep
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 121 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Robert Redford
Drehbuch Lem Dobbs
Produktion Nicolas Chartier
Bill Holderman
Robert Redford
Musik Cliff Martinez
Kamera Adriano Goldman
Schnitt Mark Day
Besetzung

The Company You Keep – Die Akte Grant ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2012. Die Literaturverfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gordon. In Deutschland startete der Film am 25. Juli 2013 in den Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Nach über 30 Jahren auf der Flucht wird Sharon Solarz, die eigentlich geplant hatte, sich den Behörden zu stellen, in Heatherton, New York vom FBI an einer Tankstelle festgenommen. Sie gehörte den Weathermen an, einer studentischen Untergrundorganisation, die gegen den Vietnamkrieg und das System kämpfte. Seit einem Raubüberfall auf die Bank of Michigan, in dessen Verlauf der Wachmann Hugh Crosney getötet wurde, befanden sich einige ebendieser Weathermen auf der FBI-Liste der meistgesuchten Verbrecher. Nun soll der Journalist Ben Shepard von der Albany Sun Times über den Fall berichten. Er folgt dem Tipp seiner früheren Freundin, die jetzt in der Justiz arbeitet, und stößt so auf Billy Cusimano und den verwitweten alleinerziehenden Anwalt Jim Grant. Der verneint jeden Kontakt zu Solarz und zeigt sich auch ansonsten wenig kooperativ. Doch bei weiteren Recherchen entdeckt Shepard, dass Grant der ebenfalls gesuchte Nick Sloan ist. Bevor er ihn damit konfrontieren kann, beginnt Nick Sloan seine Flucht, indem er seinen Bruder Dr. Daniel Sloan in einem Hotel trifft, um seine elfjährige Tochter Isabel dort in dessen Obhut zu geben.

Damit kommt er dem FBI zuvor, das seinen Bruder Daniel überwacht, um an ihn heranzukommen. Während das FBI anschließend glaubt, dass Sloan sich lediglich der Verhaftung entziehen will, vermutet Shepard nach kurzen Interviews mit Daniel Sloan und Sharon Solarz, dass Nick Sloan seine Unschuld beweisen will. Entgegen der Anweisung seines Chefredakteurs Ray Fuller begibt Shepard sich nach Ann Arbor, Michigan, um weitere Nachforschungen anzustellen. Inzwischen erreicht Nick Sloan Newark, wo er seinen alten Freund Donal Fitzgerald aufsucht. Nick bekommt von Donal ein „sauberes“ Fahrzeug und sucht Professor Jed Lewis auf, der ihm nur widerwillig und der alten Zeiten wegen dabei hilft, mit Mimi Lurie, die in der Lage wäre ihn zu entlasten, Kontakt aufzunehmen.

Derweil recherchiert Shepard in Detroit und macht den seinerzeit für die Untersuchung des Bankraubes zuständigen Polizisten Henry Osborne ausfindig. Beim einem ersten Zusammentreffen in Osbornes Yachtclub zeigt sich dieser abweisend. Ein kurz darauf stattfindendes Gespräch Shepards mit Osbornes Adoptivtochter Rebecca fördert Verbindungen zwischen Osborne und der Familie Lurie zu Tage. Nach einer Kontaktaufnahme Osbornes mit dem FBI zeigt er sich gegenüber Shepard gesprächiger und bestätigt einige seiner Vermutungen. Osborne bezweifelt jedoch, dass sich Mimi freiwillig stellen würde, um Sloan zu entlasten. Täte sie das, dann würde ihre eigene Verteidigung in dem Mordfall unmöglich werden. Genau so argumentiert Mimi schließlich auch Nick gegenüber, als sie sich in einer alten Waldhütte auf einem entlegenen Grundstück der Luries auf einer Halbinsel nahe der Grenze zu Kanada treffen. Sie werde sich weder Nicks Tochter Isabel noch ihrer alten Liebe zu ihm wegen selbst opfern. Ihr einziger Kampf gelte dem System. Frühestens an dem Tag, an dem sich alle Konzernbosse der Justiz stellten, würde sie auch sich selbst für ihre Taten verantworten. Sie habe bereits zu viele Opfer gebracht, dazu zählt auch Rebecca, ihre gemeinsame Tochter mit Nick, die sie zur Adoption freigeben musste. Mimi verlässt Nick am nächsten Morgen und segelt in Richtung Kanada, während Nick vom FBI verhaftet wird. Unterwegs entscheidet sich Mimi letztlich doch noch anders und wendet.

Nach Nicks Verhaftung kehrt Shepard zurück nach Albany und schreibt seine Zusammenfassung der Geschichte nieder. Nick Sloan war an dem Bankraub nicht beteiligt, musste aber seine Tochter Rebecca zurücklassen und untertauchen, um Mimi und die Anderen zu schützen. Rebecca wuchs behütet auf. Während der Fertigstellung seines Artikels erfährt Shepard aus dem Fernsehen, dass sich Mimi den Behörden gestellt und ihre Beteiligung am Bankraub gestanden hat, was Nick Sloan von jeglicher Mittäterschaft freispricht. Den Ray Fuller versprochenen Sensationsartikel schickt er daraufhin nicht ab. Nick Sloan selbst wird aus der Haft entlassen und kann den Wunsch seiner Tochter Isabel erfüllen, mit ihr wieder nach Hause zurückzukehren.

Kritik[Bearbeiten]

„Melancholie zieht sich durch“ dieses „gut gemeinte“ und „reflektierende Melodram“ meinte Stephen Holden von der New York Times. Zwar habe die Geschichte „ihre Momente“, würde aber größtenteils als „konventioneller, nicht wirklich spannender Flüchtlingsthriller“ erzählt.[1]

Obwohl Robert Redford „eine magnetische Persönlichkeit auf der Leinwand“ habe, sei LaBeouf der eigentlich „Herausragende“ und wirke wie „die Wirbelsäule des Films, wobei er an einen jüngeren Robert Redford erinnere“, meinte Betsy Sharkey von der Los Angeles Times. Nach einem „schlanken und lebhaften Drehbuch“ inszeniere Redford ein „schlaues, befriedigendes Stück“.[2]

Mit „gleichmäßig feinen Darstellungen“ und einer „straffen und bewegenden“ Regie Redfords werde ein „guter, solider Thriller“ präsentiert, meinte Michael O’Sullivan in der Washington Post. Allerdings sei er mit den „Themen des Alterns, Sühne und dem Tod des Idealismus“ ein „weitaus faszinierenderer Film“ als man erahnen könne.[3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde im Herbst 2011 in Vancouver gedreht.[4][5] Seine Premiere feiert er am 6. September 2012 während der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2012. In den USA spielte er seit seinem Kinostart am 5. April 2013 fast 5 Mio. US-Dollar ein.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Kilb: Früher waren wir Löwen. Robert Redford will es noch einmal wissen - als Regisseur und Darsteller: "Die Akte Grant" zeigt ihn auf der Höhe einer Kinokunst, die manche überholt finden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juli 2013, Seite 27.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephen Holden: Remembering the Side of the ’60s That Wasn’t All Peace and Love auf nytimes.com vom 4. April 2013 (englisch), abgerufen am 10. Juni 2013
  2. Betsy Sharkey: Review: For Robert Redford, 'The Company You Keep' means good actors auf latimes.com vom 4. April 2013 (englisch), abgerufen am 10. Juni 2013
  3. Michael O’Sullivan: The Company You Keep auf washingtonpost.com vom 12. April 2013 (englisch), abgerufen am 10. Juni 2013
  4. Monk, Katherine. „Redford crazy about Canada“, Leader-Post, 11. September 2012
  5. The Company You Keep“ (PDF; 192 kB), Sony Pictures Classics press kit
  6. The Company You Keep (2012) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 10. Juni 2013