The Deep Blue Sea

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Filmdaten
Deutscher Titel The Deep Blue Sea
Originaltitel The Deep Blue Sea
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 98 Minuten
Stab
Regie Terence Davies
Drehbuch Terence Davies
Produktion Sean O'Connor
Kate Ogborn
Musik Tim Barker
Kamera Florian Hoffmeister
Schnitt David Charap
Besetzung
Synchronisation

The Deep Blue Sea ist ein britisches Filmdrama von Terence Davies aus dem Jahr 2011. In den Hauptrollen sind Rachel Weisz, Tom Hiddleston und Simon Russel Bale zu sehen. Es handelt sich bei dem Film um eine Adaption des Theaterstückes The Deep Blue Sea von Terence Rattigan aus dem Jahre 1952, das die Geschichte der Frau eines Richters erzählt, die eine Affäre mit einem ehemaligen RAF-Piloten eingeht. Der Film erschien in Großbritannien erstmals im Jahr 2011, dem Jahr des 100. Geburtstages von Terence Rattigan. In den deutschen Kinos startete er am 27. September 2012.

Handlung[Bearbeiten]

Die in den 1950er Jahren angesiedelte Geschichte von The Deep Blue Sea erzählt von Hester Collyer, der jungen Frau des Richters Sir William Collyer. Sie hat eine Affäre mit Freddie Page, einem ehemaligen RAF-Piloten, der mit seinen traumatischen Kriegserlebnissen zu kämpfen hat und dem die „Mischung aus Angst und Aufregung“ im Leben fehlt.

Der größte Teil des Filmes spielt sich an einem Tag in Hesters Wohnung ab, an dem sie sich entschlossen hat Selbstmord zu begehen. Ihr Versuch scheitert und während sie sich erholt, wird die Geschichte ihrer Affäre und des ehelichen Lebens in kurzen Rückblenden erzählt, sodass deutlich wird, dass ihr Eheleben zwar liebevoll und bequem, jedoch ohne sexuelle Leidenschaft gewesen ist.

Als Hesters Affäre entdeckt wird, verlässt sie ihr bis dahin luxuriöses Leben und zieht zu Freddie in eine kleine Wohnung in London. Durch die Affäre mit Freddie wurde Hesters Sexualität geweckt, jedoch kann der rastlose Freddie ihr nicht die Liebe und Stabilität bieten, die ihr Mann ihr gab. Dennoch wäre es unerträglich in ein Leben ohne Leidenschaft zurückzukehren.

Der Titel des Films bezieht sich auf die Situation in einem Dilemma, oder der Zwickmühle zu sitzen und ist an das englische Sprichwort To be caught between the Devil and the deep blue Sea angelehnt.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film hat sowohl von Kritikern als auch beim Publikum durchaus positive Kritiken erhalten. Auf der Seite Rotten Tomatoes hat der Film eine Bewertung von 7.1/10 Punkten.[1] Bei Metacritic hat der Film eine Punktzahl von 82 aus 100 möglichen Punkten in 30 Reviews erhalten.[2]

Der Spiegel schreibt in seiner Filmkritik: „Die Chronologie der Ereignisse hat Davies behutsam aufgebrochen, er zeigt in fragmentarischen Rückblenden, was vor dem Selbstmordversuch geschah, und er ergründet in langen dialogischen Szenen das Nachspiel dessen Scheiterns. [...] Aber der Regisseur baut auch ein Puppenhaus aus Dekor, Licht, eleganter Kameraführung und klassischer Geige um seine Figuren, die darin beinahe zwangsläufig selber wie Puppen erscheinen.“[3]

In der Taz heißt es: „„The Deep Blue Sea“ ist im Signaturstil des Terence Davies gehalten, von den singenden Pub-Besuchern bis zum stets beweglichen, elegant über die Stoffe und Texturen streifenden Blick des deutschen Kameramanns Florian Hoffmeister. Man wird jedoch, bei aller Schönheit, das Gefühl nicht los, dass sich hier ein großer Regisseur in Selbstwiederholung übt. Es sind vor allem jene Szenen, in denen die abweisende Mutter des Richters auftritt, die allzu augenfällig ins theatrale Kunstgewerbe zielen.“[4]

Die Berliner Zeitung urteilt in ihrer Rezension: „Wer kluge und alte Filme liebt, ist in diesem hier richtig. Der britische Regisseur Terence Davies hat ein so untrügliches Gespür für Schönheit und Drama, dass man zwangläufig hingerissen ist. [...] Äußerst kunstvoll verbindet Terence Davies verschiedene Zeitebenen sowie Diskurse, etwa über Natur und Kultur, Hingabe und Distanz, Geschichte und Gegenwart.“[5]

Deutschlandradio Kultur lobt: „Was wie ein großes Kinomelodram der 50er-Jahre klingt, bleibt in der Regie von Terence Davies ein Kammerspiel - nur dass die Leinwand hier zur Bühne wird, ohne dass die emotionale oder filmische Wirkung verloren ginge. Eine konsequent düster-melancholische Szenerie, ausgefeilte Dialoge, vor allem aber die Mimik der Darsteller werden in langen ruhigen Einstellungen nahezu peinigend direkt eingefangen“.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2011 konkurrierte The Deep Blue Sea erfolglos in den Wettbewerben des Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián und London Film Festival. 2012 erhielt Hauptdarstellerin Rachel Weisz den New York Film Critics Circle Award und wurde im selben Jahr für den Evening Standard British Film Award und London Critics’ Circle Film Award nominiert. Nebendarsteller Simon Russell Beale erhielt ebenfalls eine Nominierung für den London Critics’ Circle Film Award. 2013 wurde Rachel Weisz für den Golden Globe als ‚Beste Hauptdarstellerin - Drama‘ nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Deep Blue Sea (2012). Rotten Tomatoes.. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  2. The Deep Blue Sea. Metacritic.. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  3. Liebesdrama "The Deep Blue Sea": So große Gefühle, so wenig Platz. In: Der Spiegel, 27. September 2012. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  4. Liebe in leidenschaftslosen Zeiten. In: Taz, 26. September 2012. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  5. Lady Hesters Liebhaber. In: Berliner Zeitung, 27. September 2012. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  6. "The Deep Blue Sea". Auf: Deutschlandradio Kultur, 26. September 2012. Abgerufen am 14. Oktober 2013.