The Deep End – Trügerische Stille

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Filmdaten
Deutscher Titel The Deep End – Trügerische Stille
Originaltitel The Deep End
Produktionsland USA
Originalsprache englisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Scott McGehee und David Siegel
Drehbuch Scott McGehee, David Siegel und Elisabeth Sanxay Holding (Roman)
Produktion Scott McGehee und David Siegel
Musik Peter Nashel
Kamera Giles Nuttgens
Schnitt Lauren Zuckerman
Besetzung

The Deep End – Trügerische Stille ist ein Spielfilm des US-amerikanischen Regisseur-Duos Scott McGehee und David Siegel aus dem Jahr 2001. Der dramatische Thriller wird allgemein dem Independentfilm zugeordnet und basiert auf einem Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Elisabeth Sanxay Holding (1889–1955).

Handlung[Bearbeiten]

Margaret Hall lebt zusammen mit ihren Kindern Beau, Paige und Dylan idyllisch und recht zurückgezogen am Lake Tahoe. Während ihr Ehemann, ein Marine-Offizier, auf einem Kreuzer im Nordatlantik seinen Dienst verrichtet, kümmert sich Margaret um den Haushalt und ihren gebrechlichen Schwiegervater Jack. Erste Risse in Margarets perfekt erscheinendem Familienleben entstehen, als der Zuschauer durch kurze Rückblenden in den ersten Filmminuten erfährt, dass ihr ältester Sohn Beau, ein begabter Musiker, betrunken einen schweren Autounfall verursachte, jedoch wie durch ein Wunder ohne Blessuren davonkam. Auf dem Beifahrersitz hatte Beaus Freund, der schmierige Nachtclub-Besitzer Darby Reese, gesessen. Margaret versucht Reese von ihrem Sohn fernzuhalten, doch eines Abends verschafft der sich Zugang zum Grundstück der Halls und es kommt zu einem Streit zwischen Beau und Reese. Als Margaret am nächsten Morgen die Leiche von Beaus Freund, der bei einem Sturz von einem Anker durchbohrt worden ist, am Seeufer entdeckt, sieht sie sich gezwungen zu handeln, um ihre Familie nicht zerbrechen zu lassen. Kurzerhand versenkt sie die Leiche im Lake Tahoe.

Einige Tage später steht der Ganove Alek bei Margaret vor der Tür und spielt ihr eine Videokassette vor, die Beau und seinen toten Freund beim gemeinsamen Sex zeigt. Alek verlangt 50.000 US-Dollar oder das Band geht an die Polizei von Lake Tahoe, die mittlerweile die Leiche gefunden hat. Margaret versucht das Geld aufzutreiben, erschwert wird ihre Situation jedoch, als ihr Schwiegervater nach einem Herzanfall zusammenbricht. Alek ist gerade zufällig im Haus und leistet Erste Hilfe. Er beginnt sich allmählich in Margaret zu verlieben und versucht seinen Auftraggeber Charlie Nagel zu überzeugen, dass die Erpressung fehlschlagen wird. Nagel will aber nicht einlenken.

Gegen Ende des Films kommt es zum Streit zwischen Nagel und Margaret in einem Bootshaus, wo auch Alek auftaucht und Nagel erwürgt. Nach Nagels Tod inszeniert Alek einen Autounfall, indem er den Wagen selbst über einen Felsvorsprung steuert. Schwer verletzt bittet er Margaret, die mit ihrem Wagen den beiden Männern nachfuhr, die Videokassette an sich zu nehmen und nach Hause zu fahren. Nachdem Margaret die belastende Videoaufzeichnung vernichtet hat, stirbt Alek. Margaret bricht von der Extremsituation in den letzten Tagen gezeichnet mit einem Weinkrampf zusammen. Wieder Zuhause leidet sie weiterhin unter dem Nervenzusammenbruch und findet Gehör bei ihrem Sohn Beau, für dessen Zukunft sie sich die letzten Tage aufgeopfert hat.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Film basiert auf Elisabeth Sanxay Holdings Roman The Blank Wall, der bereits 1949 unter dem Titel Schweigegeld für Liebesbriefe (Original-Titel: The Reckless Moment) von Max Ophüls verfilmt wurde. In der Erstverfilmung agierte Joan Bennett als Lucia Harper, eine Mutter die den toten Liebhaber ihrer Tochter verschwinden lässt. James Mason spielte Martin Donnelly, den Erpresser, der sich später in Lucia verliebt.

Rezeption[Bearbeiten]

Scott McGehees und David Siegels familiärer Thriller feierte seine Premiere in den USA am 21. Januar 2001 auf dem Sundance Film Festival. Der Film wurde vor allem durch das intensive Spiel von Hauptdarstellerin Tilda Swinton von den Kritikern positiv aufgenommen. Der Independentfilm spielte bei 3 Mio. US-Dollar geschätzten Produktionskosten mit ca. 8 Mio. US-Dollar an den amerikanischen Kinokassen sogar Gewinn ein. In Deutschland lief The Deep End – Trügerische Stille erst dreizehn Monate nach dem US-Kinostart am 21. Februar 2002 in den deutschen Lichtspielhäusern an, konnte aber kaum auf sich aufmerksam machen.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Ein erstaunlich dichter und bewegender Thriller mit bemerkenswertem Schauspiel von Tilda Swinton und Goran Visnjic“ (Premiere)
  • Stilisierter Suspense-Thriller mit ausgefeilter Figurenzeichnung nach einer Noir-Krimi-Vorlage.“ (DVD & Video Report)
  • Scott McGehee und David Siegel gelingt in ihrem lupenreinen Suspense-Thriller das Kunststück, ohne aufwändige Spezialeffekte ein Höchstmaß an Spannung zu erzielen. Dafür verantwortlich zeichnen nicht zuletzt Tilda Swinton (‚Orlando‘) als berechnend kühle, dennoch hochgradig verletzliche Protagonistin und der kroatische Star Goran Visnjic (Dr. Kovac aus ‚ER‘) in der Rolle des Erpressers mit Herz. Intelligent und fesselnd, sollte dieser Psycho-Krimi vor allem Freunde des gepflegten Grusels ansprechen.“ (VideoWoche)
  • Das Regieduo David Siegel und Scott McGehee erzählt nicht nur einen spannenden Krimi, sondern legt auch ein vielschichtiges Drama vor um die Frage, wie weit eine Mutter aus Liebe zu ihrem Kind geht. Großen Anteil am Gelingen haben auch ihre Schauspieler, die exzellente Leistungen zeigen, allen voran Tilda Swinton.“ (Blickpunkt: Film)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Titelgebend für den Film ist der Nachtclub The Deep End, den der Tote Darby Reese betreibt.
  • Bei der Sexszene zwischen Beau und Darby mussten die beiden Regisseure warten, bis Schauspieler Jonathan Tucker sein 18. Lebensjahr vollendet hatte.
  • Das Regisseur-Duo Scott McGehee und David Siegel haben einen kurzen Cameo-Auftritt, als Margaret Halls Vater wegen des erlittenen Herzanfalls vom Krankenwagen abgeholt wird.
  • Der Mann, der für den Tod von Darby Reese vorläufig in Untersuchungshaft genommen wird, heißt Martin Donnelly. Diesen Namen trug der von James Mason in der ersten Verfilmung des Romans aus dem Jahr 1949 verkörperte Erpresser mit Gewissen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

The Deep End – Trügerische Stille gewann zahlreiche Festival- und Kritikerpreise. Die britische Schauspielerin Tilda Swinton wurde für ihre Leistung als erpresste Hausfrau mit einer Nominierung für den Golden Globe belohnt, wo sie u. a. neben so etablierten Schauspielerinnen wie Sissy Spacek, Nicole Kidman oder Judi Dench Berücksichtigung fand. Giles Nuttgens Arbeit als Kameramann wurde 2001 beim Sundance Film Festival gewürdigt.

Golden Globe 2002[Bearbeiten]

  • nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin – Drama (Tilda Swinton)

Weitere[Bearbeiten]

Boston Society of Film Critics Awards 2001

  • Beste Hauptdarstellerin (Tilda Swinton)

Chicago Film Critics Association Awards 2002

  • nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin (Tilda Swinton)

Chlotrudis Awards 2002

  • nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin (Tilda Swinton)

Deauville Film Festival 2001

  • nominiert für den besten Film

Flanders International Film Festival 2001

  • nominiert für den besten Film

Golden Satellite Awards 2002

Nominiert in den Kategorien

  • Bester Film – Drama
  • Beste Regie
  • Beste Hauptdarstellerin – Drama (Tilda Swinton)
  • Bester Nebendarsteller – Drama (Goran Visnjic)

Independent Spirit Awards 2002

Nominiert in den Kategorien

  • Beste Hauptdarstellerin (Tilda Swinton)
  • Beste Kamera

Las Vegas Film Critics Society Awards 2002

  • Beste Hauptdarstellerin (Tilda Swinton)

Online Film Critics Society Awards 2002

  • nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin (Tilda Swinton)

Stockholm Film Festival 2001

  • nominiert für den besten Film

Sundance Film Festival 2001

  • Beste Kamera
  • nominiert für den besten Film – Drama

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Sanxay Holding: The Deep End – Trügerische Stille. Heyne, München 2002, ISBN 3-453-21240-1.
  • Elisabeth Sanxay Holding: The Blank Wall. Persephone Books, 2003, ISBN 1-903155-32-0 (engl. Ausgabe).

Weblinks[Bearbeiten]