Trinity-Test

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von The Gadget)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kernwaffentest
Trinity Test
Trinity-Explosion (sog. Feuerblase 0,016 Sek. nach Zündung.[1] )
Trinity-Explosion (sog. Feuerblase 0,016 Sek. nach Zündung.[1] )
Informationen
Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Testort White Sands Proving Grounds
Datum 16. Juli 1945, 05:29:45 Uhr
Testart Oberirdischer Test
Waffentyp Fission (Implosion)
Sprengkraft 21 kT
Navigation
Vorheriger Test
Nächster Test Operation Crossroads
The Gadget kurz nach der Fertigstellung (15. Juli 1945)
Filmaufnahmen des Trinity-Tests
Trinity-Explosion
Nach Trinity – Radioaktiver Niederschlag (gelb: New Mexico)
Der Krater der Trinity-Bombe
Trinity-Denkmal
Robert Oppenheimer (heller Hut) und General Leslie Groves (rechts von Oppenheimer) am Ground Zero Punkt des Trinity Tests nach der Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki (also einige Zeit nach dem Trinity-Test) bei Turmfundament-Stahlbetonresten

Der Trinity-Test (englisch für Dreifaltigkeit) war die erste jemals durchgeführte Kernwaffenexplosion. Der Kernwaffentest wurde am 16. Juli 1945 um 5:29:45 Uhr Ortszeit von den USA im Rahmen des Manhattan-Projekts, des Projektes der USA zur Kernwaffenforschung, durchgeführt. Trinity war der Codename des US-Militärs für diese erste Kernwaffenexplosion. Der Codename der Waffe lautete „The Gadget“.[2]

Testablauf[Bearbeiten]

Die Testwaffe, eine Plutonium-Implosionsbombe wurde auf einem 30,5 Meter hohen stählernen Turm in der White Sands Proving Grounds im US-Bundesstaat New Mexico gezündet. Ursprünglich war als Zeitpunkt 4 Uhr morgens angesetzt, aber aufgrund schlechten Wetters verzögerte sich der Test bis 5:29:45 Uhr lokale Zeit. Die Explosion, die 88 TJ Energie freisetzte, also eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT-Äquivalent besaß, hinterließ einen drei Meter tiefen und 330 Meter breiten Krater (33° 40′ 38″ N, 106° 28′ 32″ W33.677309999722-106.475426Koordinaten: 33° 40′ 38″ N, 106° 28′ 32″ W) in der Wüste. Die Druckwelle war 160 Kilometer weit zu spüren und die atombomben-typische Pilzwolke erreichte 12 Kilometer Höhe. Der Sand in der Explosionsumgebung schmolz wegen der großen Hitze zu grünlichem Glas (Trinitit).

Um den Test zu verbergen, meldete das Militär, dass es sich um die Explosion eines Munitionslagers gehandelt habe, und gab den wahren Sachverhalt erst am 6. August, also am Tag des Bombenabwurfs auf Hiroshima, bekannt.

Vor dem Test wurde am 7. Mai eine Ladung von 100 Tonnen TNT gesprengt, um die Messgeräte zu kalibrieren.

Bei dem Test waren 260 Personen anwesend, die neun Kilometer von dem Explosionsort entfernt waren. Bei den nächsten Tests (Operation Crossroads) im Jahre 1946 waren es 40.000 Personen.

Der Testort (engl. Trinity site) wurde 1975 zum National Historic Landmark (offizieller historischer Ort) erklärt. Da er sich bis heute mitten innerhalb des White-Sands-Militärgeländes befindet, ist er meist abgesperrt, am jeweils ersten Samstag im April und Oktober ist er jedoch öffentlich zugänglich. Ein schwarzer Obelisk markiert den Punkt der Kernwaffenzündung, an dem immer noch eine geringe Reststrahlung vorhanden ist. Außerdem findet man grünes Glas, Trinitit genannt, aus wieder herabgeregnetem, verdampftem Sand oder Gestein der Erdoberfläche des Testgeländes.

Einer der beteiligten Wissenschaftler bemerkte später zum Trinity-Test: „Ich habe danach noch vielen Tests beigewohnt, auch denen der ersten Wasserstoffbomben, aber nichts ist vergleichbar mit dieser ersten Test-Explosion, dem nuklearen Urknall.“

Strahlenexposition[Bearbeiten]

Die Explosion auf einem Turm begünstigte radioaktiven Fallout. Terrain und Wind verursachten radioaktive „Hot spots“. Farmer beobachteten vier bis fünf Tage lang mehlartigen Fallout. Anwohner im Umkreis von rund 20 Kilometern benutzten Regenwasser als Trinkwasser. Es gab keine Warnungen für Anwohner, keine Informationen über Schutzmöglichkeiten, keine Evakuierung. Mit ungeeigneten Instrumenten registrierte man Expositionsraten bis 1,4 µC/kg/s, wobei sich das Ausmaß der α-Strahler-Kontamination durch etwa 4,8 Kilogramm ungespaltenes Plutonium kaum bestimmen ließ. Bis heute sind die Messdaten dieses Feldversuchs nicht rigoros evaluiert, Dosisbelastungen der betroffenen Öffentlichkeit durch Luft-, Wasser- und Nahrungsmittelkontamination nicht bestimmt worden.[3]

Namensgebung[Bearbeiten]

Dem Testgelände wurde zur Sicherheit ein Deckname gegeben. Robert Oppenheimer wählte dafür den Ausdruck „Trinity“ (Deutsch „Dreieinigkeit“ bzw. „Dreifaltigkeit“). 1962 fragte General Groves bei Oppenheimer schriftlich an, ob der Ursprung des Namens darin liege, dass „Trinity“ eine übliche Bezeichnung für Flüsse und Berge im Westen der USA sei und deshalb keine Aufmerksamkeit zu erwecken gedroht habe. Oppenheimer antwortete, er habe den Namen „Trinity“, allerdings nicht aus den von General Groves genannten Gründen, vorgeschlagen. Er habe zur Namensgebung gedanklich bei einem Gedicht von John Donne geweilt, das dieser kurz vor seinem Tode verfasst habe und das Oppenheimer durch seine ehemalige Freundin Jean Tatlock kennen und lieben gelernt habe. Oppenheimer bezieht sich daraufhin auf das 14. Sonett von John Donne, in dem es heißt: „Zerschlage mein Herz, dreifaltiger Gott“.[4][5] Darüber hinaus habe er keine weitere Erklärung.[6][7][8][9] Die Bombe "Trinity" selbst war Namensgeber des Alphastrahlers Trinitit, einem aus geschmolzenem Sand bei der Explosion entstandenen Gestein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trinity-Test – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Claus Biegert (Hrsg.): Der Montag der die Welt veränderte, Rowohlt 1996, ISBN 3-499-13939-1, S. 23 ff.
  2. Kathryn Westcott: The day the world lit up, BBC, 15. Juli 2005.
  3. T.E. Widner, S.M. Flack: Characterization of the world's first nuclear explosion, the Trinity test, as a source of public radiation exposure. Health Phys 98 (2010), S. 480–497; doi:10.1097/HP.0b013e3181c18168; PMID 20147790; PDF.
  4. „Batter my heart, three-person’d God“; Zugriff am 11. Januar 2007.
  5. John Donne HOLY SONNETS XIV.Batter my heart, three-person'd God; for you As yet but knock ; breathe, shine, and seek to mend ; That I may rise, and stand, o'erthrow me, and bend Your force, to break, blow, burn, and make me new. I, like an usurp'd town, to another due, Labour to admit you, but O, to no end. Reason, your viceroy in me, me should defend, But is captived, and proves weak or untrue. Yet dearly I love you, and would be loved fain, But am betroth'd unto your enemy ; Divorce me, untie, or break that knot again, Take me to you, imprison me, for I, Except you enthrall me, never shall be free, Nor ever chaste, except you ravish me.“; Quelle: Donne, John. Poems of John Donne. vol I. E. K. Chambers, ed. London: Lawrence & Bullen, 1896. 165; Zugriff 6. August 2008, 21:30.
  6. „I did suggest it, but not on that ground… Why I chose the name is not clear, but I know what thoughts were in my mind. There is a poem of John Donne, written just before his death, which I know and love. From it a quotation: 'As West and East / In all flatt Maps—and I am one—are on, / So death doth touch the Resurrection.'“ („Hymn to God My God, in My Sicknesses“). Oppenheimer continued, „That still does not make a Trinity, but in another, better known devotional poem Donne opens, 'Batter my heart, three person'd God;—.' Beyond this, I have no clues whatever.“ (Holy Sonnets XIV). Quelle: Richard Rhodes, The Making of the Atomic Bomb; New York: Simon & Schuster, 1986; S. 571–572.
  7. THE TRINITY TEST Trinity Test Site (July 16, 1945) „Robert Oppenheimer chose to name this the ‚Trinity‘ test, a name inspired by the poems of John Donne.“; Zugriff 6. August 2008, 21:00.
  8. Countdown to the Eve of Destruction, von ANTHONY TOMMASINI; New York Times, 3. Oktober 2005 „(…) the first bomb was tested at the site that Oppenheimer, inspired by a John Donne poem, called Trinity. (…)“; Zugriff 6. August 2008, 21:00.
  9. Los Alamos National Laboratory – Trinity: Completion of the Wartime Mission „(…) Los Alamos Director J. Robert Oppenheimer named the site ‚Trinity‘ after a poem by John Donne that he had been reading. (…)“; Zugriff 6. August 2008, 21:20.