The Golden Bowl

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Filmdaten
Deutscher Titel Die goldene Schale
Originaltitel The Golden Bowl
Produktionsland USA, Frankreich, GB
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie James Ivory
Drehbuch Ruth Prawer Jhabvala
Produktion Paul Bradley, Richard Hawley, Ismail Merchant
Musik Richard Robbins
Kamera Tony Pierce-Roberts
Schnitt John David Allen
Besetzung

The Golden Bowl ist ein US-amerikanisch-französisch-britisches Filmdrama von James Ivory aus dem Jahr 2000. Die Handlung beruht auf dem Roman gleichen Titels von Henry James aus dem Jahr 1904.

Handlung[Bearbeiten]

Am Filmanfang wird gezeigt, wie einer der Vorfahren des Fürsten Amerigo seine Frau mit dem Stiefsohn in flagranti ertappt und beide töten lässt. Diese Geschichte erzählt Amerigo seiner Geliebten Charlotte Stant, während sie sein Anwesen in Italien besichtigen.

England in den ersten Jahren nach der Wende zum 20. Jahrhundert. Ein Grüppchen reicher Amerikaner verbringt die Zeit mit Müßigang in London und auf herrschaftlichen Landsitzen. Dazu gesellt sich der aus Italien angereiste verarmte Adelige Amerigo, der um den Fortbestand seines renovierungsbedürftigen Palazzos in Rom fürchtet und auf eine reiche Heirat hofft. Auf Vermittlung von Fanny Assingham heiratet er schließlich die vermögende Maggie Verver, Tochter des verwitweten amerikanischen Milliardärs Adam Verver. Dieser hat sein Vermögen mit fossilen Brennstoffen gemacht, sich von den Geschäften zurückgezogen und betätigt sich nun in Europa als Kunstsammler bedeutender Werke alter Meister. Sein Ziel ist es, mit den Ankäufen ein Museum in seiner Heimatstadt American City zu gründen. Es gesellt sich Charlotte zu dem Kreis, eine ehemalige Schulfreundin Maggies. Was niemand außer Fanny weiß: Charlotte und Amerigo verband einst in Rom eine leidenschaftliche Affaire, die wegen beider Vermögenslosigkeit nicht in eine Ehe mündete. Die beiden fühlen sich nach wie vor erotisch zueinander hingezogen. Charlotte heiratet Adam, um weiterhin mit ihrem Geliebten zusammen sein zu können. Im Geheimen führen Amerigo und Charlotte ihre Beziehung auf Initiative Charlottes und nach anfänglichen Skrupeln Amerigos fort - begünstigt durch das enge Verhältnis von Vater und Tochter, die Feste und Veranstaltungen eher meiden, lieber ihre Zweisamkeit genießen und ihre jeweilige Ehepartner alleine miteinander auf Gesellschaften gehen lassen. Fanny und auch Adam erahnen die Affaire, halten sich aber mit Rücksicht auf die gutgläubige und etwas naive Maggie zurück.

Fünf Jahre vergehen, Amerigo und Maggie haben mittlerweile einen kleinen Sohn. Letztendlich deckt Maggie die Affäre ihres Mannes auf, als sie als Geschenk für ihren Vater ausgerechnet die kostbare vergoldete Schale aus Bleikristall ersteht, die Charlotte einst drei Tage vor Maggies Hochzeit bei einem Antiquitätenhändler in London als Hochzeitsgeschenk hatte kaufen wollen. Der Händler kann sich noch gut an Charlotte und Amerigo erinnern, und zwar als Liebespaar. Er entdeckt ein Foto von ihnen im Salon, als er Maggie die Schale persönlich vorbei bringt, um ihr mitzuteilen, dass diese einen Sprung habe und daher weniger koste, als zuvor vereinbart. Maggie reagiert hysterisch, als sie begreift, dass Amerigo und Charlotte bereits vor ihrer und Amerigos Hochzeit ein Verhältnis miteinander hatten. Die zufällig anwesende Fanny lässt das Corpus Delicti am Boden zerschellen. Maggie konfrontiert Amerigo mit seiner Untreue. Er zeigt sich reuig, entscheidet sich für Maggie und ihren gemeinsamen Sohn und weist die am Boden zerstörte Charlotte endgültig ab. Wegen der großen Liebe zu Amerigo und aus Rücksicht gegenüber ihrem Vater verrät Maggie diesem jedoch nichts; auch Charlotte erfährt nicht, dass ihr Geheimnis entdeckt ist. Stattdessen überredet Maggie ihren Vater, mit Charlotte so bald wie möglich nach Amerika abzureisen. Nach anfänglichem Sträuben willigt Charlotte ein und bemüht sich, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie arbeitet sich in Kunstgeschichte ein und wird bald eine in der Öffentlichkeit anerkannte Expertin für die Kunstwerke ihres Mannes. Gemeinsam mit seiner Sammlung verlässt das Ehepaar mit dem Dampfer Europa und wird bei seiner Ankunft in Amerika von der Presse begeistert umjubelt.

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 18. Mai 2001, dass die Geschichte ein ideales Projekt für James Ivory, Ruth Prawer Jhabvala und Ismail Merchant scheine. Der verfilmte Roman sei jedoch einer der schwierigsten Romane von Henry James, in dem die Geschichte im Wesentlichen durch das erzählt würde, was unausgesprochen bleibe. Er mache es den zeitgenössischen Filmzuschauern nicht leicht, die eine klare Trennung von Gut und Böse sowie ein Happy End erwarten würden. Sein eigentlicher Bösewicht ist das auf Klassen beruhende System, das die armen Menschen zwinge, nach den Spielregeln der reichen Menschen zu handeln. Ebert schrieb, er bewundere den Film („I admired this movie“). [1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei ein „intelligentes Spiel der Irrungen und Wirrungen“. Die Darstellungen und die Bilder wurden gelobt, aber die „formale Brillanz“ als altmodisch kritisiert. [2]

Katrin Wissbar bezeichnete den Film in der Berliner Zeitung als ein „opulentes Meisterwerk“ von Landschaften, Kulissen und Kostümen. Sie kritisierte die „zeitweise langatmige“ Handlung. [3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

James Ivory wurde im Jahr 2000 für die Goldene Palme nominiert. Der Szenenbildner Andrew Sanders gewann im Jahr 2001 den Evening Standard British Film Award.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden in verschiedenen Herrenhäusern, auf Landsitzen und Schlössern in England sowie in Rom statt (u.a im Palazzo Borghese und im Palazzo Massimo alle Colonne). [4] Die Produktionskosten betrugen schätzungsweise 15 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 3 Millionen US-Dollar ein. [5]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Kritik von Roger Ebert
  2. Lexikon des internationalen Films
  3. Kritik von Katrin Wissbar
  4. Drehorte für The Golden Bowl
  5. Business Data for The Golden Bowl

Weblinks[Bearbeiten]