The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (Computerspiel)

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The Hitchhiker's Guide to the Galaxy ist ein Textadventure, das sich inhaltlich an dem Roman Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams orientiert. Das Spiel wurde von Douglas Adams und dem Infocom-Programmierer Steve Meretzky entwickelt. Es wurde 1984 für die Heimcomputer Apple II, Macintosh, Commodore 64, Amiga, Atari 8-bit, Atari ST, MSX[1] und den IBM PC veröffentlicht. Bei dem Computerspiel handelte sich dabei um das 14. Spiel von Infocom.

Handlung[Bearbeiten]

Das Spiel gibt in etwa die Handlung der Fernsehserie wieder. Sie beginnt mit der drohenden Zerstörung von Arthur Dents Haus und der darauf folgenden Zerstörung der Erde durch die Vogonen.

Nachdem der Spieler durch die Herz aus Gold aus dem Weltraum gerettet wurde und herausgefunden hat, wie man den Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive aktiviert, wird er durch Raum und Zeit geschleudert, wobei er zu bestimmten Zeiten die Rollen von Ford Prefect, Zaphod Beeblebrox und Trillian einnimmt. (Die Frage nach der momentanen Identität des Spielers kann durch das Kommando WHO AM I beantwortet werden). Die meiste Zeit des Spiels über ist der Spieler aber Arthur Dent.

Eine in das Spiel eingebaute, virtuelle Version von The Hitchhiker's Guide to the Galaxy erklärt eine Reihe von Personen, Gegenständen und Begriffen (topics) der Fernsehserie. Mit dem Kommando CONSULT GUIDE ABOUT <topic> können Begriffe wie Pangalaktischer Donnergurgler und Babelfisch nachgeschlagen werden.

Das Ziel des Spiels ist es den legendären, verlorenen Planet Magrathea zu finden.

Während sich die anderen Personen des Spiels in der Sauna der Herz aus Gold entspannen, muss Arthur eine Reihe von Aufgaben erledigen: er muss eine Sammlung bizarrer Werkzeuge und vier verschiedene Arten von Fusseln zusammentragen, bevor die Herz aus Gold in die Nähe des Planeten Magrathea kommt.

Das Problem, die stetig weiter wachsende Sammlung von Gegenständen in den Griff zu bekommen, kann mit Hilfe eines witzig definierten, seltsamen Objektes names „That thing your aunt gave you which you don't know what it is“ gelöst werden. Diese Objekt hat zwei wichtige Eigenschaften: eine beinahe grenzenlose Aufnahmekapazität für weitere Objekte, sowie die Angewohnheit, wieder im Besitz des Spielers aufzutauchen, nachdem es scheinbar verloren gegangen war.

Wenn die Personen des Spiels schließlich auf Magrathea landen, endet das Spiel mit dem nie erfüllten Versprechen auf eine Fortsetzung.

„Feelies“[Bearbeiten]

Infocom veröffentlichte seine Spiele immer mit sogenannten „Feelies“, kleinen Beigaben wie Pfeifen, Sonnenbrillen, etc. die Anspielungen zu dem jeweiligen Spiel darstellten.

In diesem Spiel waren folgende „Feelies“ enthalten:

  • Ein Ansteckbutton mit der Aufschrift „Don't Panic!“
  • Eine Plastiktüte, in der ein „pocket fluff“ (ein kleiner Baumwollball) war
  • Eine gedruckte Anweisung zur Zerstörung von Arthur Dents Haus
  • Eine gedruckte Anweisung zur Zerstörung der Erde (in Vogonisch)
  • Eine offizielle mikroskopische Raumflotte (eine leere Plastiktüte)
  • „Peril Sensitive Sunglasses“ (Eine Sonnenbrille aus undurchsichtigem schwarzen Karton)
  • How Many Times Has This Happened to You?, eine Werbebroschüre für den fiktionalen Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“
  • Kein Tee

Rezeption[Bearbeiten]

"The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy" war wirtschaftlich sehr erfolgreich; insgesamt wurden 250.000 Exemplare verkauft.[2]

In deutschen Spielerezensionen der 1980er Jahre wurde „The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy“ als „Muß“ für jeden Adventurespieler[3] und als „Glanzstück“ jeder Adventuresammlung bezeichnet.[4] Besonders hervorgehoben wurden der außergewöhnliche Sprachwitz und die Ironie der Handlung.[5]

"The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy" wurde auch in Untersuchungen zur Computerspielgeschichte und -theorie mit behandelt. Nelson (2001) beurteilte das Adventure einerseits als reizvoll, bemängelte andererseits aber die aus seiner Sicht zu geringe Spieltiefe („solidly mediocre, charming but insubstantial”).[6] Maher (2006) kam ebenfalls zu einer differenzierten Bewertung: Positiv seien die präzise Sprache, der großartige Humor und die provokante Missachtung der typischen Spielprinzipien der Interactive Fiction (“the game is required playing even today for its sharp writing, great good humor, and general subversion of sacred IF principals”). Negativ schlagen dagegen nach seiner Auffassung die Vielzahl unlogischer Spielrätsel und die teilweise nicht nachvollziehbaren Handlungsabläufe zu Buche.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Hitchhiker's Guide to the Galaxy in der Datenbank von generation-msx.nl
  2. Angabe der Verkaufszahlen bei Graham Nelson: Inform Designer´s Manual. Dan Sanderson, 4. Ed. 2001, Hardcover: ISBN 0-9713119-3-5, Paperback: ISBN 0-9713119-0-0 (§ 46: A brief history of interactive fiction Online-Ausgabe).
  3. Vgl. Boris Schneider-Johne: The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy. In: Happy Computer, Spiele-Sonderheft 3 (1985).
  4. Vgl. Helga Baars, Petra Wängler: The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy. In: Happy Computer 4/1985, S.141.
  5. Vgl. Heinrich Lenhardt: 7 Klasse-Adventures auf einen Streich. In: Happy Computer 9/1985, S.147.
  6. Vgl. Graham Nelson: Inform Designer´s Manual. Dan Sanderson, 4. Ed. 2001, Hardcover: ISBN 0-9713119-3-5, Paperback: ISBN 0-9713119-0-0 (§ 46: A brief history of interactive fiction Online-Ausgabe).
  7. Vgl. Jimmy Maher: Let's Tell a Story Together. A History of Interactive Fiction. Senior Honor's Thesis, University of Texas, Dallas 2006 (Kapitel 5 The Infocom Canon - Infocom and Douglas Adams: Hitchhiker’s and Bureaucracy).