The Ides of March – Tage des Verrats

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Filmdaten
Deutscher Titel The Ides of March – Tage des Verrats
Originaltitel The Ides of March
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie George Clooney
Drehbuch George Clooney,
Beau Willimon,
Grant Heslov
Produktion George Clooney,
Grant Heslov,
Brian Oliver
Musik Alexandre Desplat
Kamera Phedon Papamichael
Schnitt Stephen Mirrione
Besetzung

The Ides of March – Tage des Verrats (Originaltitel: The Ides of March; deutsch Iden des März …) ist der deutsche Titel eines US-amerikanischen politischen Films unter der Regie von George Clooney, der auf einem Drehbuch von Clooney und Grant Heslov basiert. Leonardo DiCaprio war an der Produktion beteiligt. Die Hauptdarsteller sind Clooney, Marisa Tomei, Paul Giamatti, Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman und Evan Rachel Wood. Es handelt sich um eine Adaption des Theaterstückes Farragut North von Beau Willimon. Titelgebend ist die Metapher der Iden des März, als 44 v. Chr. Gaius Iulius Caesar einer Verschwörung zum Opfer fiel.

Der Film war Eröffnungsfilm der 68. Filmfestspiele von Venedig und wurde anschließend beim Toronto International Film Festival 2011 aufgeführt.[3] Er startete Ende des Jahres 2011 in den europäischen Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Die beiden Politiker Mike Morris und Ted Pullman kämpfen während der Vorwahlen der Demokraten um die Kandidatur für die US-amerikanische Präsidentschaftswahl. Der 30-jährige Stephen Meyers unterstützt den charismatischen Morris und steuert die Kampagne um die Wählergunst im Bundesstaat Ohio, dem eine Schlüsselrolle im Wahlkampf zukommt. Meyers’ Talent bleibt nicht unbemerkt und veranlasst Pullmans Wahlkampfmanager Tom Duffy, einen Abwerbungsversuch zu starten. Meyers ist jedoch von seinem Kandidaten überzeugt und wiegelt ab. Etwa zeitgleich entwickelt sich eine Affäre zwischen Meyers und der 20-jährigen Praktikantin Molly Stearns, die ebenfalls im Wahlkampfteam arbeitet.

Nach anfänglichem Zögern vertraut Meyers seinem Chef und Mentor Paul Zara das geheime Treffen mit Duffy an. Auf zunächst unklaren Wegen gelangt diese Information zudem an die Presse in Form der Reporterin Ida Horowicz. Diese versucht daraufhin Meyers zu erpressen: Entweder er offenbart ihr Details über die Deals des Wahlkampfteams mit dem einflussreichen Senator Thompson, oder sie veröffentlicht die Story um die Abwerbungsversuche.

Die Lage spitzt sich weiter zu, als Molly Meyers eröffnet, dass sie aufgrund eines einmaligen Ausrutschers mit dem Kandidaten Morris schwanger ist. Da sie aus einer streng katholischen Familie kommt, kann sie diese allerdings nicht um Hilfe bitten. Meyers organisiert daraufhin etwas Geld und fährt Molly zu einer Abtreibungsklinik. Er erklärt ihr, dass sie anschließend nicht mehr Teil des Teams sein kann. Zara wiederum, der Loyalität über alles stellt, feuert Meyers, nachdem er klargestellt hat, dass er Horowicz' Quelle ist.

Molly erfährt davon durch einen anderen Kollegen, der ihr auch mitteilt, dass Meyers angedroht habe, nach seiner Entlassung weitere Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie sieht schließlich keinen Ausweg und begeht Suizid durch eine Überdosis Medikamente. Im Wendepunkt der Geschichte erkennt Meyers, dass Duffy mit ihm nur ein böses Spiel getrieben hat: Das Jobangebot entpuppt sich als Trick, mit dem Duffy erfolgreich Morris’ Wahlkampfteam schwächte.

Meyers schlägt nun zurück: Er erpresst Gouverneur Morris, sodass der Zara feuert, um Meyers wieder in das Team zu bringen. Meyers’ Druckmittel ist ein angeblicher Abschiedsbrief Mollys, der belegen soll, dass Morris sie geschwängert hat. Morris steht nun vor einem Dilemma: entweder akzeptiert er Meyers’ Erpressung und bindet ihn so vier Jahre an sich oder er hofft, dass es den besagten Brief nicht gibt. Schließlich entscheidet er sich dafür, der Erpressung nachzugeben. So geht Morris einen Pakt mit Senator Thompson ein, der beim Gewinnen der Präsidentschaftskandidatur Morris’ Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten werden soll und im Gegenzug seine Wahlmänner überzeugt, Morris zu wählen. So wird Morris aller Voraussicht nach die Vorwahlen gewinnen und möglicherweise ebenfalls die Präsidentschaftswahl. In der Schlussszene ist Meyers im Begriff, ein Presse-Interview zu den jüngsten Ereignissen zu geben, wobei offen bleibt, ob er sich an die Absprache halten wird.

Produktion[Bearbeiten]

Im Oktober 2010 berichtete Variety, Clooney werde als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller einer Filmadaption des Broadway-Theaterstückes Farragut North von Beau Willimon fungieren. Die Exclusive Media Group, Cross Creek Pictures, Smoke House Pictures und Leonardo DiCaprios Appian Way Productions finanzierten den Film.[4] Die Dreharbeiten begannen im Februar 2011 in der Innenstadt von Cincinnati auf dem Fountain Square im Viertel Over-the-Rhine, in den Stadtvierteln Northside und Mount Lookout sowie in der Xavier University und der nahegelegenen Miami University.[5][6] Gedreht wurde auch im Zentrum von Detroit und in Ann Arbor, Michigan. Bei den Dreharbeiten an der University of Michigan wurden ca. 1000 Statisten eingesetzt.[7]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film hatte seine Premiere am 31. August 2011 als Eröffnungsfilm der 68. Filmfestspiele von Venedig.[8] Sony Pictures Entertainment kaufte die Vertriebsrechte für die Vereinigten Staaten und Kanada. Sony wollte ursprünglich den Titel des Theaterstücks beibehalten.[9] The Ides of March sollte ursprünglich im Dezember 2011 beschränkt und im Januar 2012 in breitem Umfang in die Kinos kommen.[9] Allerdings hat Sony den Veröffentlichungstermin in den USA auf den 14. Oktober 2011 vorverlegt.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Drehbuch war bei der Oscar-Verleihung 2012 für die Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“ nominiert.[11]

Kritiken[Bearbeiten]

„Anhand eines vorzüglichen Darsteller-Ensembles, dem die Kamera immer wieder anteilnehmend nahe rückt, studiert der Film seine politischen Akteure als Menschen, die im spannungsvollen Spiel der Interessen mit den Grenzen ihrer Integrität konfrontiert werden. Der ruhig entwickelte, mit furiosen Dialogen glänzende Film lotet an der Schnittstelle von Polit-Thriller und Drama die Grauzone zwischen politischen Idealen und ,Machbarkeiten‘ aus.“

Lexikon des Internationalen Films

„The Ides of March erzählt von Verführung und Verrat, Idealismus und Korruption. Einigermaßen erwartbar geht es um die schmerzhafte Bewusstwerdung des aufstrebenden Wahlkampfstrategen, der während der Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatenkür erkennen muss, dass Morris, sein Held, keineswegs von so hoher Moral, Konsequenz und Unbestechlichkeit ist, wie Meyers sich das erträumt hat.“

Die Zeit[12]

„In seiner Reduktion interessiert sich das Drama auch nicht für den Lagerkampf, der die Debatten in der US-Politik in den vergangenen Jahren geprägt und radikalisiert hat: Die polemischen Stellvertreterkriege zwischen Fox News und MSNBC etwa finden hier keinen Niederschlag, stattdessen dominiert das persönliche Dilemma einsamer und eitler Männer. Wer also ein authentisches Abbild des Kampagnengeschäfts erwartet, sollte sich lieber noch einmal D. A. Pennebakers und Chris Hegedus' mittlerweile fast 20 Jahre alte Dokumentation ,The War Room‘ über den ersten Clinton-Wahlkampf ansehen.“

Spiegel Online[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 36 kB) der FSK, abgerufen am 13. Jänner 2012
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. TIFF 2011: U2, Brad Pitt, George Clooney Films Featured At 2011 Toronto International Film Festival. In: The Huffington Post, 26. Juli 2011. Abgerufen am 25. August 2011. 
  4. Dave McNary: Clooney to direct Gosling in 'Ides of March'. In: Variety, Reed Business Information, 27. Oktober 2010. Abgerufen am 1. März 2011. 
  5. George Clooney films at Xavier. In: WCPO-TV. E. W. Scripps Company. 28. Februar 2011. Abgerufen am 6. März 2011.
  6. John Kiesewetter: Clooney team films 'Ides' at fast pace. In: The Cincinnati Enquirer. Gannett Company. 28. Februar 2011. Abgerufen am 2. März 2011.
  7. George Clooney film looking for extras in Ann Arbor. In: Detroit Free Press. Gannett Company. 16. Februar 2011. Abgerufen am 2. März 2011.
  8. Nick Vivarelli: Venice confirms 'Ides' as opener. In: Variety, Reed Business Information, 22. Juni 2011. 
  9. a b Russ Fischer: Sony Picks up George Clooney’s ‘The Ides of March’ For December 2011 Release. In: /Film, 2. November 2010. Abgerufen am 2. März 2011. 
  10. Sony Sets Release Date for George Clooney's 'The Ides of March'. In: The Hollywood Reporter. Prometheus Global Media. 3. März 2011. Abgerufen am 11. April 2011.
  11. Seite des Films. In: auf oscar.go.com. 26. Februar 2012. Abgerufen am 9. August 2012.
  12. Birgit Glombitza: Lasst alle Hoffnung fahren! auf zeit.de vom 22. Dezember 2011, abgerufen am 1. Februar 2012
  13. David Kleingers: Unter einsamen, eitlen Männern auf Spiegel Online vom , abgerufen am 1. Februar 2012