The J. Geils Band

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J. Geils Band
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock, Rhythm and Blues
Gründung 1967
Auflösung 1986
Neugründung 2006
Website www.jgeils.com (Archiv)
Aktuelle Besetzung
Peter Wolf
Seth Justman
Magic Dick (Richard Salwitz)
Gitarre, Gesang
J.(John W.) Geils
Danny Klein (Dr. Funk)
Stephen Jo Bladd
Tour-Mitglieder
Schlagzeug, Perkussion
Sim Cain
Schlagzeug, Perkussion
Marty Richards
Gitarre
Duke Levine
Magic Dick

The J. Geils Band war eine amerikanische Bluesrock-/Rhythm and Blues-Gruppe, die 1967 in Worcester, Massachusetts gegründet wurde. In den 1970er Jahren waren sie mit ihrem R&B-Sound erfolgreich, bevor sie nach ihrem Wechsel zu EMI America Records 1978 einen eher Pop-orientierten Sound annahmen, der ihnen MTV Airplay und 1981 ihren größten Hit „Centerfold“ bescherte.

In Deutschland wurde die Einleitung „Believe In Me“ (vom Album „Hotline“) als Titelmelodie des WDR-Rockpalast verwendet.

Karriere[Bearbeiten]

Die Gruppe begann als akustisches Blues-Trio Mitte der 1960er Jahre mit Sänger und Gitarristen John W. „Jerome“ Geils (*20. Februar 1946 in New York City), Bassist Danny Klein (Dr. Funk) und Mundharmonikaspieler Richard Salwitz (Magic Dick). Als Geils für ein paar Semester am Worcester Polytechnic studierte, firmierte die Gruppe erst unter dem Namen Snoopy & the Sopwith Camels. 1967 stießen der schnell sprechende, ehemalige DJ Peter Wolf (geboren als Peter Blankenfeld), der zum Sänger der Band wurde, und Schlagzeuger Stephen Jo Bladd, beide aus Boston, hinzu und die Gruppe spielte fortan einen elektrischen RnB.

Organist Seth Justman vervollständigte 1968 die Gruppe, die 1970 bei Atlantic Records unter Ahmet Ertegün unterschrieb. Erster FM-Radio-Erfolg war die live aufgenommene Single „First I Look At The Purse“, danach folgten einige Hitsingles in den 1970ern, wovon „Musta Got Lost“ 1974 am erfolgreichsten war.

1977 veröffentlichte die Gruppe das Album Monkey Island, das lediglich unter dem Namen Geils veröffentlicht wurde. Mit Auslaufen ihres Atlantic-Vertrages unterschrieb die Gruppe bei EMI America Records.

Nach ersten kommerziellen Erfolgen schien die Gruppe, die stetig tourte, nicht mehr als eine erstklassige Partyband zu sein. Erst die Alben „Monkey Island“ (1977) und das eher am konventionellen Rock orientierte „Sanctuary“ änderten dies.

Dem europäischen Publikum wurde die J. Geils Band durch die Übertragung des 4. Rockpalasts am 21. April 1979 per Fernsehen und Radio bekannt, als „sie mit 150 % Energie“ [1] für „Begeisterung ohne Grenzen“ sorgten, wobei Peter Wolf in der Menge badete.

In den frühen 1980ern stieg die Gruppe mit der humorvollen Single „Love Stinks“ und vor allem mit dem Album „Freeze Frame“ und den Singles „Centerfold“ (#1 Billboard für 6 Wochen), dem Titelstück (#4), „Flamethrower“ (#30), „Angel In Blue“ (#40) in die Hitparaden ein.

Mit dem Album tourte die Gruppe im Vorprogramm der Rolling Stones 1981 in Nordamerika und 1982 in Europa, um 1983 das dritte Live-Album Showtime zu veröffentlichen. Peter Wolf sorgte für negative Schlagzeilen, als er das Publikum bei einem Deutschland-Konzert aufwiegelte und fragte, „ob sie Schlager mögen?“ und der danach auftretende Peter Maffay mit Eiern und anderen Gegenständen beworfen wurde.[2]

Wolf verließ die Gruppe 1983 aufgrund musikalischer Differenzen, um eine erfolgreiche Solokarriere zu beginnen. Die Gruppe nahm noch aus Vertragserfüllungsgründen ein Album ohne Wolf, „You’re Gettin’ Even While I’m Gettin’ Odd“ auf, wobei Justman als Sänger fungierte. Trotz US-Tournee erreichte das Album nur #80 und die Singleauskopplung Concealed Weapons 1984 lediglich #63. Musikexpress-Gastkritiker Wolf Maahn attestierte „grausames Gehacke und Gedudel... die Band ist völlig auf den Hund gekommen“. Ein letztes Lebenszeichen gab die Band mit der Single „Fright Night“ (1985) (#91), dem Titelstück des Films „Fright Night“ (deutsch: „Die rabenschwarze Nacht – Fright Night“, Regie: Tom Holland), ab und löste sich auf.

1999 plante die Gruppe eine Reunion-Tour mit Wolf. Diese wurde jedoch abgesagt, nachdem die Kartenverkäufe schleppend anliefen. Wolf ist weiterhin solo tätig, während der Rest der Gruppe ohne Wolf gelegentlich auftritt. Geils restauriert Sportwagen. Geils und Magic Dick gründeten eine Gruppe „Blues Time“ und veröffentlichten ein gleichnamiges Album. Geils widmete sich Bostoner Jazzprojekten, wie dem The New Guitar Summit und Gerry Beaudoin, mit denen er gelegentlich auftritt und produzierte u.a. die CD von Stone Crazy, bei der auch Danny Klein mitwirkt. Klein betreibt darüber hinaus ein eigenes Restaurant, Z Square, in Bostons Harvard Square. Magic Dick brachte seine eigenen patentierten Mundharmonikas heraus und tourt mit Mark Hummel. Seth Justman produziert andere Bands und schrieb die Musik für die PBS-Fernseh-Dokumentation Country Boys, bei der auch Magic Dick mitwirkte. Bladd hat sich vom Musikgeschäft zurückgezogen.

Am 22. Mai 2006 kam es nach 20 Jahren zur Wiedervereinigung der sechs Original-Mitglieder anlässlich von Danny Kleins 60. Geburtstag im Scullers Jazz-Club in Boston.

Diskografie[Bearbeiten]

The J. Geils Band:

  • The J. Geils Band (1970) #195 US
  • The Morning After (1971) #64 US
  • Live Full House (1972) #54 US
  • Bloodshot (1973) #10 US
  • Ladies Invited (1973) #51 US
  • Nightmares...and Other Tales from the Vinyl Jungle (1974) #26 US
  • Hotline (1975) #36 US
  • Blow Your Face Out (1976) #40 US
  • Monkey Island (1977) #51 US
  • Sanctuary (1978) #49 US
  • Best of the J. Geils Band (1979) #129 US
  • Love Stinks (1980) #18 US
  • Freeze-Frame (1981) #1 US, #12 UK
  • Showtime! (1982) #23 US
  • You’re Gettin’ Even While I’m Gettin’ Odd (1984) #80 US
  • Flashback (1986)
  • Anthology: Houseparty (1993)
  • Must of Got Lost (1995)
  • Looking for a Love (1997)
  • Anthology (1999)
  • Centerfold (1999)

Singles[Bearbeiten]

  • Looking For The Love (1971) #39 US
  • Give It To Me (1973) #30 US
  • Make Up Your Mind (1973) #98 US
  • Must Of Got Lost (1974) #12 US
  • Where Did Our Love Go (1976) #68 US
  • You’re The Only One (1977) #83 US
  • One Last Kiss (1978) #35 US
  • Take It Back (1979) #67 US
  • Come Back (1980) #32 US
  • Love Stinks (1980) #38 US
  • Just Can’t Wait (1980) #78 US
  • Centerfold (1981) #1 US
  • Freeze Frame (1982) #4 US
  • Angel In Blue (1982) #40 US
  • I Do (1982) #24 US
  • Land Of Thousand Dances (1983) #60 US
  • Concealed Weapons (1984) #63 US
  • Fright Night (1985) #91 US


Magic Dick u. J.Geils:

  • Bluestime (1994)

Peter Wolf:

  • Lights out (1984)
  • Come as you are (1987)
  • Long Line (1996)
  • Fool’s Parade (1998)
  • Sleepless (2002)
  • Midnight Souvenirs (2010)

Weblinks/Hauptquellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rockpalastarchiv.de/rn4.html#geils
  2. Rau, Fritz: „50 Jahre Backstage. Erinnerungen eines Konzertveranstalters.“ Vorwort von Udo Lindenberg. Heidelberg: Palmyra 2005, 303 S., Ill., ISBN 3-930378-65-5