The King’s Speech

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von The King's Speech)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel The King’s Speech
Originaltitel The King’s Speech
The king's speech.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich,
Vereinigte Staaten,
Australien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 118[1] Minuten
Altersfreigabe FSK 0[1]
JMK 0[2]
Stab
Regie Tom Hooper
Drehbuch David Seidler
Produktion Iain Canning
Emile Sherman
Gareth Unwin
Musik Alexandre Desplat
Kamera Danny Cohen
Schnitt Tariq Anwar
Besetzung

The King’s Speech ist eine britische Filmbiographie des Regisseurs Tom Hooper aus dem Jahre 2010, in der Colin Firth den britischen König Georg VI. darstellt. Der Film gewann bei der Oscarverleihung 2011 vier Auszeichnungen in den Kategorien bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller und bestes Originaldrehbuch.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit der Abschlussveranstaltung der British Empire Exhibition von 1925, bei der Albert, der Herzog von York und zweitälteste Sohn von König Georg V., erstmals eine vom Hörfunk übertragene Ansprache halten soll. Alberts Nervosität und sein Stottern machen die Ansprache zu einem Fiasko.

Nach zahlreichen erfolglosen Arztbesuchen sucht Alberts Ehefrau Elisabeth den australischen Sprachtherapeuten und Gelegenheitsschauspieler Lionel Logue auf, der durch seine unorthodoxen Behandlungsmethoden auffällt. Das erste Treffen von Logue und Albert verläuft zunächst unbefriedigend; Logue verzichtet auf die übliche Etikette und besteht darauf, den Herzog von York mit der Koseform seines Vornamens, Bertie, anzureden. Er lässt Albert Hamlets Monolog Sein oder Nichtsein vorlesen, während der Herzog durch einen Kopfhörer laute Musik hört und so seine eigene Stimme nicht wahrnehmen kann. Logue nimmt Alberts Monolog auf einer Schallplatte auf, Albert weigert sich aber, die Aufnahme anzuhören. Er verlässt enttäuscht die Therapiesitzung, nimmt aber Logues Schallplatte als Geschenk mit.

Während der Aufnahme der Weihnachtsansprache König Georgs V. beobachtet Albert, wie versiert sein Vater mit dem neuen Medium Hörfunk umgeht. Resignierend legt Albert Logues Schallplatte auf. Zu seinem Erstaunen hört er eine fehlerfreie Rezitation des Sein-oder-Nichtsein-Monologs. Albert und Elisabeth beschließen, Logue erneut aufzusuchen und die Therapie fortzusetzen. In täglichen Sitzungen machen Logue und Albert gemeinsam Atemübungen und trainieren die Aussprache einzelner Laute. Albert erzählt von seiner unglücklichen Kindheit, wie er von seiner Familie wegen des Stotterns gehänselt wurde und dass er als geborener Linkshänder mühsam den Gebrauch der rechten Hand erlernen musste. Die Therapie macht erkennbare Fortschritte.

Als Georg V. im Januar 1936 stirbt und Alberts Bruder Edward Albert Christian George Andrew Patrick David, genannt David, als Eduard VIII. neuer König wird, verschärft sich der Konflikt zwischen den Brüdern über Eduards unstandesgemäße Beziehung zur geschiedenen US-Amerikanerin Wallis Simpson, die auch die britische Regierung beunruhigt. Eduard wirft Albert vor, ihn vom Thron verdrängen zu wollen. Albert kann diesem Vorwurf nichts entgegnen, da er, von Eduard deswegen gehänselt, wieder zu stottern anfängt.

Nach diesem Zwischenfall ermutigt Logue Albert, seine Wut durch Fluchwörter auszudrücken, da er dabei fließend spricht. Bei einem gemeinsamen Spaziergang spricht Albert über das Problem mit Wallis Simpson. Als Logue andeutet, dass dann Albert der geeignetere König sei, nennt Albert Logue einen Hochverräter und macht sich über dessen bescheidene Herkunft lustig. Die Freundschaft zerbricht, und Albert meidet in den nächsten Wochen den Kontakt zu Logue.

Eduard VIII. willigt schließlich in die Abdankung ein, um Simpson heiraten zu können. Albert nimmt auf Empfehlung Winston Churchills den Namen Georg VI. an. Nachdem Albert bei einer Ansprache vor dem Accession Council, dem Thronbesteigungsrat, in sein altes Verhalten zurückfällt, suchen Elisabeth und er Logue in seiner Wohnung auf, um sich bei ihm zu entschuldigen. Logues Ehefrau Myrtle erfährt erstmals, wer der prominente Patient war, über den ihr Mann bisher nur Andeutungen gemacht hatte.

Der König bittet Logue, ihn bei der Vorbereitung der Krönungszeremonie in der Westminster-Abtei zu unterstützen. Dessen Beteiligung missfällt aber Cosmo Lang, dem Erzbischof von Canterbury, der Erkundigungen einzieht und dem König mitteilt, dass Logue gar kein Arzt ist. Logue erklärt Albert, wie er nach dem Ersten Weltkrieg Kriegszitterer behandelte und so seine Fähigkeiten perfektionieren konnte; er habe aber nie behauptet, Arzt zu sein. Die Krönung von Georg VI. verläuft am 12. Mai 1937 dank Logues Hilfe und einer Probe im leeren Dom ohne Probleme.

Als das Vereinigte Königreich nach dem deutschen Angriff auf Polen dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg erklärt, bereitet sich der König auf seine bislang wichtigste Rundfunkansprache vor. Logue wird zum Buckingham-Palast gefahren, wo er mit dem König die Rede einstudiert und während der Übertragung mimisch und gestisch Regie führt.

Es gelingt Georg VI., die im gesamten Königreich und in den Dominions in aller Welt übertragene Rede fehlerfrei und gefühlvoll zu halten. Als das applaudierende Volk die Königsfamilie auf dem Balkon des Palastes feiert, steht Logue stolz im Hintergrund. Ein eingeblendeter Text erklärt, dass Logue bei jeder weiteren Ansprache des Königs während des Zweiten Weltkriegs zugegen war, 1944 vom König zum Commander des Royal Victorian Order ernannt wurde und dass Lionel und Bertie bis zum Ende ihres Lebens befreundet blieben.

Produktion und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Colin Firth und Helena Bonham Carter während der Dreharbeiten

Drehbuchautor David Seidler hatte die Geschichte von König Georg VI. und Lionel Logue bereits in den frühen 1980er Jahren recherchiert, stellte dann aber die Fertigstellung eines Drehbuches auf Wunsch von Königinmutter Elisabeth – der Witwe Georgs VI. – zu ihren Lebzeiten zurück.[4] 2005, drei Jahre nach ihrem Tod, nahm Seidler die Arbeit an The King’s Speech wieder auf, arbeitete den Stoff aber zu einem Theaterstück um. Das Stück wurde 2006 der Produzentin Joan Lane vorgestellt. Sie sah in dem Skript jedoch vielmehr ein Filmdrama und realisierte letztendlich eine Filmversion mit damaligen Kollegen. Für die Inszenierung wurde der als Regisseur von historischen Fernsehfilmen bekanntgewordene Tom Hooper gewonnen, der durch seine Mutter auf das noch unveröffentlichte Theaterstück aufmerksam gemacht wurde.[5]

Nachdem die Finanzierung des Independentfilms durch den UK Film Council gesichert war, begannen die Dreharbeiten am 13. November 2009. Sie endeten am 17. Januar 2010. Die Postproduktion wurde am 31. August 2010 abgeschlossen. Bereits am 4. September feierte der Film seine Weltpremiere im Rahmen des Telluride Film Festival in Colorado, Vereinigte Staaten. Im selben Monat wurde The King’s Speech beim Toronto International Film Festival mit Begeisterung aufgenommen und mit dem Zuschauerpreis ausgezeichnet.[6]

Drehorte für die Ansprache Alberts zur British Empire Exhibition waren Elland Road und das Grattan Stadium nahe Bradford. Als Aufnahmestudio der BBC für seine Rede im Hörfunk diente der alte Kontrollraum der Battersea Power Station, welche bereits für die Filme The Dark Knight und Das Kabinett des Doktor Parnassus als Kulisse diente. Die Residenz Alberts und seiner Gattin im Film ist ein von Robert Adam entworfenes Haus im Londoner Stadtviertel Marylebone, welches 1776 erbaut wurde. Hier wurden auch die in der Praxis von Logue stattfindenden Szenen produziert. Die Außenaufnahmen des Hauses von Logue erfolgten in der Campton Street im London Borough of Southwark. Der gemeinsame Spaziergang von Albert und Logue wurde im Avenue Garden des Regent’s Park gedreht. Als Aufnahmeort für das Fest von Edward und Simpson diente Knebworth House, welches bereits mehrfach als Filmkulisse genutzt wurde, so auch als Wayne Manor in Batman. Die Straßenszenen während der Fahrt Alberts zu seiner wichtigen Rede zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden im Old Royal Naval College gedreht. Für die Innenaufnahmen des Buckingham Palastes dienten Englefield House und Lancaster House, welches bereits für die Filme Reds und Ernst sein ist alles als Kulisse fungierte.[7]

Der Film hatte am 16. Februar 2011 auf der Berlinale seine Deutschlandpremiere. Der offizielle deutsche und schweizerische Kinostart war am 17. Februar 2011, in Österreich am 18. Februar 2011. In den Vereinigten Staaten kam der Film bereits im Dezember 2010 und im Vereinigten Königreich im Januar 2011 in die Kinos.

Die Free-TV-Premiere des Streifens fand am 15. Juli 2013 um 20:15 auf ORF eins und Das Erste statt. Während die Wiederholung am deutschen Sender noch in der Nacht ausgestrahlt wurde, wurde der Film im ORF am nächsten Tag um 10:10 nochmals gezeigt.[8]

Die deutsche Synchronfassung wurde unter der Dialogregie von Harald Wolff bei der Taunus Film GmbH Synchron in Berlin erstellt.

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack stammt von Alexandre Desplat in Zusammenarbeit mit dem London Symphony Orchestra, welches schon durch viele weltbekannte Soundtracks (u. a. für Star Wars) berühmt wurde und umfasst vierzehn Stücke. Der Soundtrack enthält vor allem von klassischer Musik inspirierte Orchestermusik. Desplat dirigierte das Orchester selbst und erhielt für seine Arbeit unter anderem seine vierte Oscarnominierung, fünfte Golden-Globe-Nominierung und seinen ersten BAFTA Award. In den Solopassagen spielt Dave Arch am Klavier, außerdem sind ausgewählte Stücke von Beethoven und Mozart enthalten, für die Terry Davies das Orchester dirigierte.[9]

  1. Lionel and Bertie
  2. The King’s Speech
  3. My Kingdom, My Rules
  4. The King is Dead
  5. Memories of Childhood
  6. King George VI
  7. The Royal Household
  8. Queen Elizabeth
  9. Fear and Suspicion
  10. The Rehearsal
  11. The Threat of War
  12. Speaking Unto Nations (Beethoven, 7. Sinfonie, 2. Satz)
  13. Epilogue (Beethoven, 5. Klavierkonzert Emperor – 2. Satz)
  14. The Logue Method (Mozart, Le nozze di Figaro, Ouvertüre/Klarinettenkonzert, 1. Satz)

Rezeption[Bearbeiten]

Einspielergebnisse[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten erreichte The King’s Speech an seinem Eröffnungswochenende in nur vier Kinos ein Einspielergebnis von 355.450 US-Dollar (etwa 246.000 €), also 88.863 US-Dollar (etwa 61.500 €) pro Kino. Dies bescherte dem Film das höchste Einspielergebnis pro Kino im Jahr 2010.[10] Aus diesem Grund wurde die Anzahl der Kinos schnell ausgeweitet; der Film lief am Weihnachtswochenende 2010 in den Vereinigten Staaten in 700 Kinos. The King’s Speech setzte sich daraufhin schnell in den Kinocharts der Vereinigten Staaten unter den erfolgreichsten zehn Filmen ab und erreichte am Ende der zweiten Februarwoche 2011, nachdem die Ausstrahlung auf 2584 Kinos ausgeweitet worden war, Platz 1 der Kinocharts und ein Einspielergebnis von über 86 Millionen US-Dollar (etwa 60 Mio €). Bisher liegt das Einspielergebnis in den Vereinigten Staaten bei etwa 131 Millionen US-Dollar (etwa 91 Mio €).[11] (Stand: 18. März 2011)

In Großbritannien und Irland erfreute sich die britische Produktion großer Beliebtheit und spielte an seinem Eröffnungswochenende in 395 Kinos ca. 3,52 Millionen Pfund (etwa 4 Millionen Euro) ein.[12] Laut der britischen Zeitschrift The Guardian gelang The King’s Speech damit einer der erfolgreichsten Kinostarts Großbritanniens überhaupt. Der Film hielt sich drei Wochen an der Spitze der britischen Kinocharts[13] und wurde nach fünf Wochen gar als erfolgreichster britischer Film aller Zeiten bezeichnet.[14] Das gesamte Einspielergebnis Großbritanniens und Irlands liegt bisher bei ca. 42,8 Millionen Pfund (ca. 69,5 Millionen US-Dollar/48 Mio €).[15] (Stand: 13. März 2011)

Auch in Deutschland gelang The King’s Speech ein erfolgreiches erstes Wochenende in den Kinos mit 214.000 Besuchern und einem Einspielergebnis von knappen 1,6 Millionen Euro (ca. 2,2 Millionen US-Dollar) und damit Platz 3 der Kinocharts.[16] Bisher (Stand: 9. November 2011) spielte der Film in den deutschen Kinos etwa 23,5 Millionen US-Dollar ein und rangierte zwei Wochen auf Platz 1 der deutschen Kinocharts.[17] Den Film sahen in Deutschland 2.426.794 Besucher (Stand: 9. September 2012)

Auf geschätzte 15 Millionen US-Dollar Produktionskosten (etwa 10,3 Mio €) kommen so bisher weltweit etwa 427,4 Mio US-Dollar (etwa 325,5 Mio €) an Einspielergebnissen.

Theater[Bearbeiten]

Nach dem großen Erfolg des Films wurde auch das Theaterstück mehrfach aufgeführt. Aufführende Bühnen der deutschsprachigen Fassung von The King's Speech - Die Rede des Königs waren u.a. die Schauspielbühnen Stuttgart und das Berliner Schlosspark Theater. Das Stück hatte am 20. September 2012 in den Wiener Kammerspielen seine österreichische Erstaufführung.[18]

Deutschsprachige Kritiken[Bearbeiten]

Bei der deutschsprachigen Kritik waren die schauspielerischen Leistungen der meistgelobte Aspekt des Films.[19] Neben den beiden männlichen Darstellern wurde Helena Bonham Carter besonders hervorgehoben.[20][21] Allerdings gab es Beanstandungen, der Churchill-Darsteller Timothy Spall überziehe seine Rolle.[22][21] Der Inszenierung bescheinigten die Kritiker viel Charme, Witz und Wärme,[23] tiefschürfende Ironie,[20] fanden sie geistreich[24] oder ergreifend.[25] Lobend erwähnt wurden die Dialoge.[24][20] War das Drehbuch für Ray exzellent und halte die Balance „zwischen genrebedingter Leichtigkeit und klug gesetzter Dramatik“,[20] so erklärte die taz den Drehbuchautor für mäßig begabt.[26] Umstritten war auch, ob der Film „historisch korrekt“[20] erzähle oder als historische Analyse „belanglos bis inadäquat“ sei und Edward unfair darstelle.[23] Die visuelle Umsetzung der Klaustrophobie mit Weitwinkelobjektiven wurde ebenfalls unterschiedlich bewertet.[27]

In der Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb Verena Lueken, der Film bediene die „immerwährende Neugierde“ an königlichen Familien mit „intelligenten Fragen“.[25] Für Christoph Huber von der österreichischen Presse war er „Wohlfühlkino“, ein mit Fernseh-Sitkom verwandtes „Teestunden-Divertissement“.[22] Auf eine unpathetische, selten gewordene Weise ergriffen war Barbara Schweizerhof von epd Film. Zwar habe Hooper „glatt und konventionell“ inszeniert, und das Drehbuch sei eher routiniert als inspiriert. Dadurch böten Regie und Buch jedoch einen Entfaltungsraum für die Schauspieler, den Firth für die Rolle seines Lebens nutze; Bonham Carter hole aus ihren wenigen Momenten viel raus.[21]

Alexander von Schönburg meinte in der Welt, der Film befasse sich virtuos mit dem Königtum: „Er legt mit chirurgischer Präzision das Dilemma des modernen Königtums frei: Die Unvereinbarkeit von königlicher Erhabenheit mit der Pflicht, sich mit den Massenmedien zu verbünden.“ Diese neuen Medien hätten zu einer Demystifizierung der Monarchie geführt und sie damit geschwächt. Sogar die Theorie von den zwei Körpern eines Königs von Ernst Kantorowicz werde verständlich.[28] Gerade aus dieser Theorie mache der Film nichts, monierte Ekkehard Knörer in der tageszeitung. Politische Fragen würden auf ein privates Problem reduziert. „Reaktionär, wie er ist, setzt der Film die Sinnhaftigkeit britischer Monarchie einfach voraus.“ Es handle sich um kein außergewöhnliches Werk: „Nur wer an mediokrem Historienfilmkasperletheater seinen Spaß hat, muss sich das ansehen.“[26]

Kritiken aus dem englischsprachigen Raum[Bearbeiten]

Auch die englischsprachigen Kritiken waren dem Film gegenüber wohlwollend eingestellt. Der namhafte Kritiker Roger Ebert lobte die Arbeit des Regisseurs Tom Hooper. Die Tatsache, dass der Film größtenteils in langen, engen Räumen spiele, sei für einen Historienfilm ungewöhnlich, aber interessant. Nach Eberts Meinung wolle Hooper damit beim Zuschauer eine Enge hervorrufen, ähnlich jener, die Albert in seiner Kehle verspürt, während er nach Wörtern ringt. Des Weiteren bezeichnete er seine Regiearbeit in der seiner Meinung nach wichtigsten Szene des Films, in der König George VI. die Kriegserklärung an Deutschland über Rundfunk bekanntgibt, als „meisterhaft“ und bewertete den Film mit der höchstmöglichen Wertung von vier Sternen.[29] James Berardinelli schrieb auf ReelViews, ‚The King’s Speech‘ sei ein Film, „der alles habe, was ein guter Film haben sollte.“ „Nachdem die zwei Stunden Laufzeit enden, werden sich viele wünschen, es würden noch einige Minuten folgen“, so Berardinelli. Abschließend bezeichnete er den Film als „inspirierend“ und „herzergreifend“ und gab ihm 3,5 von 4 Sternen.[30]

Königin Elisabeth II., die Tochter des dargestellten Königs Georg VI., äußerte sich nach einer privaten Vorführung positiv über den Film und fand ihn „bewegend“.[31]

Christopher Hitchens und Isaac Chotiner kritisierten die Darstellung Winston Churchills im Film während der Abdankungskrise.[32][33] Es ist historisch verbürgt, dass Churchill Edward VIII. dazu drängte, nicht zurückzutreten, während Churchill im Film als starker Befürworter Prinz Alberts dargestellt wird. Hitchens führte diese Darstellung auf den Kult zurück, der um die Person Winston Churchills betrieben werde. Ebenfalls erwecke der Film laut Hitchens den Eindruck, dass Prinz Albert Gegner der Idee des Appeasements gewesen sei.[34] König George VI. habe gemeinsam mit Neville Chamberlain auf dem Balkon des Buckinghampalastes gestanden, als dieser aus München zurückgekehrt sei, nachdem er das Münchener Abkommen unterzeichnet habe.[35]

Andere Kritiken[Bearbeiten]

In der Internet Movie Database erlangte der Film nach 249.001 abgegebenen Stimmen eine Wertung von 8,1 von 10 möglichen Sternen und rangiert damit in der dortigen Liste der 250 besten Filme auf Platz 165 (Stand 5. April 2013).[36]

Auf der Internetplattform Rotten Tomatoes erreichte der Film eine Wertung von 94 % basierend auf 233 Kritiken. 93 % von 103.112 Benutzern bewerteten den Film positiv, mit einer durchschnittlichen Wertung von 4,3 von 5 möglichen Punkten (Stand 5. April 2013).[37]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film gewann zahlreiche Preise und galt mit zwölf Nominierungen auch als Favorit für die 83. Oscarverleihung. Die US-amerikanischen Filmkritikervereinigungen wie die National Society of Film Critics, die Los Angeles Film Critics Association, der National Board of Review und der New York Film Critics Circle gaben zwar David Finchers Film The Social Network und seiner Regiearbeit den Vorzug, The King’s Speech konnte sich jedoch bei den Oscars durchsetzen.

Allein 18 Auszeichnungen gingen an den Hauptdarsteller Colin Firth, unter anderem der Oscar, der Golden Globe Award und der BAFTA Award. Auch die Filmkritikervereinigungen sahen größtenteils Firth als besten Hauptdarsteller des Jahres. Insgesamt konnte das Werk bei über 80 Nominierungen mehr als 40 Filmpreise gewinnen, von denen eine Auswahl hier aufgelistet ist.

Oscarverleihung 2011

Golden Globe Awards 2011

British Independent Film Awards 2010

  • Bester britischer Independent-Film
  • Bestes Drehbuch: David Seidler
  • Bester Hauptdarsteller: Colin Firth
  • Bester Nebendarsteller: Geoffrey Rush
  • Beste Nebendarstellerin: Helena Bonham Carter
  • außerdem nominiert für:
    • Beste Regie: Tom Hooper
    • Bester Nebendarsteller: Guy Pearce

Europäischer Filmpreis 2011

  • Bester Darsteller: Colin Firth
  • Bester Schnitt: Tariq Anwar
  • Europäischer Publikumspreis
  • außerdem nominiert für:
    • Bester europäischer Film
    • Beste Filmmusik: Alexandre Desplat

British Academy Film Awards 2011

Satellite Awards 2011

  • Bester Hauptdarsteller: Colin Firth
  • Bestes Original-Drehbuch: David Seidler
  • außerdem nominiert für:
    • Bester Film – Drama
    • Beste Regie: Tom Hooper
    • Bester Nebendarsteller: Geoffrey Rush
    • Beste Nebendarstellerin: Helena Bonham Carter
    • Bestes Kostümdesign: Jenny Beavan

Screen Actors Guild Awards

Regisseur Tom Hooper wurde für seine Regiearbeit mit dem Oscar ausgezeichnet
Hauptdarsteller Colin Firth gewann zahlreiche Auszeichnungen für seine Darstellung des stotternden Königs Georg VI.

Literatur[Bearbeiten]

Gespräch[Bearbeiten]

  • Mit Colin Firth in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Februar 2011, S. Z6: Haben Sie am Set an die Queen gedacht, Mister Firth?

Kritikenspiegel[Bearbeiten]

Positiv

Eher positiv

  • epd Film Nr. 2/2011, S. 39, von Barbara Schweizerhof: The King’s Speech
  • film-dienst Nr. 4/2011, S. 34–35, von Felicitas Kleiner: The King’s Speech
  • Die Presse, 19. Februar 2011, von Christoph Huber: Ein Oscar-Favorit: Royale Seifenoper für die Teestunde

Negativ

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The King's Speech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Freigabekarte der FSK (PDF; 33 kB)
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. www.synchronkartei.de. Abgerufen am 7. März 2011.
  4. David Seidler: How the ‚Naughty Word‘ cured the King’s Stutter (and Mine). In: Mail on Sunday, 19. Dezember 2010 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  5. Vanity Fair: The King’s Speech Director Tom Hooper on the King’s Stammer, Colin Firth, and the Royal Family, 8. Dezember 2010.
  6. Die Presse: Toronto Film Festival: Preis für „The King’s Speech“, 20. September 2010.
  7. Tony Reeves: The King’s Speech film locations. In: Webpräsenz movie-locations.com. The Worldwide Guide to Movie Locations, abgerufen am 5. Februar 2014 (englisch).
  8. Vorhang auf für "The King's Speech - Die Rede des Königs". ORF, abgerufen am 3. Februar 2014.
  9. Oscar-Nominierung für Filmmusik zu „The King’s Speech“. Abgerufen am 28. Februar 2011.
  10. Arthouse Audit: ‚King’s Speech‘ Has Royal Debut. Box Office Mojo, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  11. Box Office Mojo: The King’s Speech. Box Office Mojo, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  12. The King’s Speech rouses Britain to the box office. The Guardian, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  13. Tangled’s revamped princess tale dethrones The King’s Speech. The Guardian, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  14. Never mind the Baftas … who will get The King’s Speech riches? The Guardian, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  15. Box Office Mojo: The King’s Speech. Box Office Mojo, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  16. Deutsche Kinocharts: Der Schweiger-Express. kino.de, abgerufen am 20. März 2011.
  17. Box Office Mojo: The King’s Speech. Box Office Mojo, abgerufen am 20. März 2011 (englisch).
  18. http://www.josefstadt.org/Theater/Stuecke/Archiv/Kammerspiele/thekingsspeech.html
  19. So in den Kritiken von Cinema, epd Film, film-dienst, Frankfurter Allgemeine Zeitung, des Tagesspiegels und der Presse.
  20. a b c d e Pamela Jahn: The King’s Speech. In: Ray, Nr. 2/2011, S. 62
  21. a b c Barbara Schweizerhof: The King’s Speech. In: epd Film Nr. 2/2011, S. 39
  22. a b Christoph Huber: Ein Oscar-Favorit: Royale Seifenoper für die Teestunde. In: Die Presse, 19. Februar 2011
  23. a b Felicitas Kleiner: The King’s Speech. In: film-dienst Nr. 4/2011, S. 34–35
  24. a b Ralf Blau: The King’s Speech. In: Cinema Nr. 2/2011, S. 42
  25. a b Verena Lueken: Majestät hat das Sagen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Februar 2011, S. 29
  26. a b Ekkehard Knörer: Nenn mich Bertie. In: die tageszeitung, 16. Februar 2011, S. 26
  27. Laut film-dienst ist die visuelle Umsetzung „dezent“, laut F.A.Z. „etwas übertrieben“.
  28. Alexander Von Schönburg: B-B-Bertie und die Büchse der Pandora. In: Die Welt, 16. Februar 2011, S. 39
  29. Roger Ebert über „The King’s Speech“. Abgerufen am 28. Februar 2011 (englisch).
  30. James Berardinelli – ReelViews. Abgerufen am 28. Februar 2011 (englisch).
  31. Queen ‚approves‘ of King’s Speech. Abgerufen am 2. März 2011 (englisch).
  32. Chotiner, I. (6. Januar 2011). "Royal Mess". The New Republic. Abgerufen 9. Januar 2011.
  33. Zohn, Patricia: David Seidler Protects and Defends The King’s Speech. Huffington Post. 11. Februar 2011. Abgerufen am 4. August 2011.
  34. Hitchens, Christopher: Churchill Didn't Say That, Slate. 24. Januar 2011. Abgerufen am 9. Februar 2011. 
  35. Unthinkable? Historically accurate films, The Guardian. 29. Januar 2011. Abgerufen am 23. Juli 2011. 
  36. The King’s Speech in der IMDb. Abgerufen am 5. April 2013.
  37. The King’s Speech auf Rotten Tomatoes. Abgerufen am 5. April 2013 (englisch).