The Last Express

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

The Last Express ist ein Adventure-Computerspiel von Jordan Mechner aus dem Jahr 1997. Der Spieler steuert die Figur aus der Egoperspektive durch eine virtuelle Nachbildung des Orient-Express. Das Gameplay beinhaltet die Interaktion mit den Passagieren des Zuges. Während des Spiels bewegen sich die Passagiere frei im Zug umher und folgen eigenen Routinen, ebenso fährt der Zug ständig weiter und setzt den Spieler unter Zeitdruck.

Handlung[Bearbeiten]

Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen Amerikaners Robert Cath, der seinen Freund Tyler Whitney ermordet im Abteil des titelgebenden Orient-Express findet. Cath, der fürchtet, man könne ihn mit dem Mord in Verbindung bringen, übernimmt kurzerhand die Identität des Toten und versucht fortan, den Mord auf eigene Faust zu klären. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellt, denn die politischen Wirrungen des nahenden Ersten Weltkrieges haben auch (und gerade) bei den Passagieren des Zuges ihre Spuren hinterlassen. Das Adventure lebt zum einen von seinem mannigfaltigen Charakteren und zum anderen von der dichten Atmosphäre. Mechner beschreibt eine Zeit des Umsturzes, die von großer Unsicherheit geprägt ist und in der wenig Platz für die Bedürfnisse der einzelnen bleibt. Dementsprechend ist die Handlung für ein Computerspiel ungewöhnlich anspruchsvoll und verlangt selbst älteren Spielern einiges ab.

Neben dem Hauptplot um die Aufklärung des Mordes webt Mechner zahlreiche Nebenstränge in die Handlung ein, so etwa um das Schicksal serbischer Extremisten, die den Zug in ihre Gewalt bringen wollen, oder etwa in der zart angedeuteten Liebesgeschichte zwischen Cath und einer Passagierin, die zu einem der bewegendsten Abspänne der Computerspielgeschichte führt. Doch auch die für Mechner typische Mystik findet ihren Platz. So bildet ein klassisches russisches Gedicht, der Feuervogel, die Basis für einen surrealistisch angehauchten Subplot, der zum Ende hin zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Technik[Bearbeiten]

The Last Express läuft auf dem PC unter DOS, Mac OS und Windows 95. Die Grafik setzt sich zusammen aus detaillierten vorgerenderten Hintergründen à la Myst, die historisch korrekt den Originalzug nachbilden, und den Figuren, die aus echten Schauspieler bestehen, denen per Rotoscoping ein gezeichneter Look verpasst wurde. Im Gegensatz zu den meisten Computerspielen verzichtet The Last Express zumeist auf flüssige Animationen, sondern setzt auf eine Aneinanderreihung einzelner Stillbilder.

Inzwischen wurde das Spiel in einer Version für Apple iOS sowie Android neu aufgelegt.[1]

Produktion[Bearbeiten]

Eigens für die Produktion von The Last Express gründete Jordan Mechner 1993 die Firma Smoking Car Productions mit Sitz in San Francisco. Der Name des Unternehmens spielte sowohl auf den Rauch des Zuges als auch auf den im Spiel vorkommenden Raucherwaggon an, obwohl die wenigsten Mitarbeiter rauchten. Auf seinem Höhepunkt hatte das Unternehmen 60 Vollzeitbeschäftigte. Mit Veröffentlichung des Spiels im Jahr 1997 wurde Smoking Car Productions aufgelöst. Die leitenden Entwickler waren:

  • Robert Cook
  • Justin Gardner
  • Donald Grahame
  • Patrick Ladislav
  • Noel Marrero
  • Jordan Mechner
  • Mark Moran
  • Benbuck Nason
  • Mark Netter
  • Tomi Pierce
  • Nicole Tostevin

Literatur[Bearbeiten]

Chris Remo: The Last Express: Revisiting An Unsung Classic. Auf gamasutra.com, 28. November 2008. (englisch, abgerufen am 28. Februar 2009)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Area Games News – The Last Express: iOS-Version ab Übermorgen im App Store – Areagames.de:Heimat der Heimkonsolen. Abgerufen am 18. März 2013 (deutsch).